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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2026

Genrebruch

Böser, böser Wolf
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Grimms Märchen sollen als Hintergrund für die Morde eines Serientäters dienen, eine entführte Autorin soll sie schreiben – Katie ist entsetzt, hat jedoch keine andere Möglichkeit, als dieser Forderung ...

Grimms Märchen sollen als Hintergrund für die Morde eines Serientäters dienen, eine entführte Autorin soll sie schreiben – Katie ist entsetzt, hat jedoch keine andere Möglichkeit, als dieser Forderung nachzukommen, denn der Mann mit der Wolfsmaske lässt ihr keine andere Wahl. Detective Lyla Rondell setzt sich auf die Spur des Täters, hat er sie doch bereits bei der ersten aufgefundenen Leiche direkt angesprochen. So manches erinnert an das Verschwinden ihrer besten Freundin Allison, die mit fünfzehn Jahren spurlos verschwand. Was genau haben diese Serienmorde mit Lyla selbst zu tun?

Ein bunter Reigen durch Grimms Märchen beginnt und manifestiert sich von seiner makabren Seite: Dornröschen sowie Hänsel und Gretel sind nur für den Beginn die Vorlagen für die bizarren Morde des Serientäters. Was anfangs nur makaber daherkommt, gleitet im zweiten Teil des Buches ins Übernatürliche ab und führt letztendlich zu einer Auflösung, die mich eher ambivalent hinterlassen hat: Als gewiefte Krimi-Leserin war ich enttäuscht, während ich andererseits die Wendung als kreativen Kniff schätzen konnte. Mir erscheint der Genrebruch vom Krimi zum Mystery letztendlich zu krass, um die Geschichte wirklich in allen Einzelheiten genießen zu können.

Obwohl ich schon bald ahnte, dass dieser Krimi nicht so ganz den traditionellen Spuren folgen wird, konnte mich der Genrewechsel nicht wirklich überzeugen. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 12.05.2026

Nichts für mich

Spielverderberin
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Drei Freundinnen zwischen Dorfjugend und Großstadtanonymität: Sophie und Lotte kennen sich seit Kindertagen. Erst in der Oberstufe stößt Romy hinzu, sie ist aus München frisch hierher gezogen. Obwohl sie ...

Drei Freundinnen zwischen Dorfjugend und Großstadtanonymität: Sophie und Lotte kennen sich seit Kindertagen. Erst in der Oberstufe stößt Romy hinzu, sie ist aus München frisch hierher gezogen. Obwohl sie alle drei zu Freundinnen werden, ist diese Freundschaft von Anfang an recht labil. So auch, als es nach dem Schulabschluss darum geht, wie diese Freundschaft in der Großstadt weitergehen kann.

Man spürt es von der ersten Seite an, dass zwischen den drei jungen Frauen etwas steht, was auf keinen Fall gesagt werden darf. Was es aber ist, erfährt der Leser erst auf den allerletzten Seiten. Bis dahin habe ich mich mit diesen drei Frauen herumgeplagt: Sie wollten sich so gar nicht mir gegenüber öffnen, ich habe keinen Draht zu ihnen gefunden. Zudem wird nicht chronologisch erzählt, und des öfteren war ich deshalb am Rätseln, an welchem Zeitpunkt der Geschichte sich die Frauen gerade befinden. Immer wieder hatte ich das Gefühl, viel zu nahe an den Frauen dran zu sein, ein Schritt zurück würde mehr Klarheit bringen. Mehrfach habe ich mir überlegt, sie doch einfach ihrem Geheimnis und ihren Problemen zu belassen und das Buch endgültig aus der Hand zu legen. Nach den letzten Worten der Geschichte kann ich nun sagen: Wirklich gelohnt hat sich die Lektüre nicht.

Dieser Roman hat mein Interesse aufs Schärfste strapaziert. Ich kann das Buch nur bedingt weiter empfehlen und vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 12.05.2026

Krieg in seiner abschreckendsten Form

TINTE und SCHWERT, Sonderedition
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Der junge Jacob Wolffen möchte eigentlich Priester werden. Doch als seine Familie bei einem brutalen Überfall getötet wird, gerät er in die Gewalt von Söldnern. Während er einerseits in der Armee eine ...

Der junge Jacob Wolffen möchte eigentlich Priester werden. Doch als seine Familie bei einem brutalen Überfall getötet wird, gerät er in die Gewalt von Söldnern. Während er einerseits in der Armee eine Nische für sich findet, sinnt er nach Rache für den skrupellosen Tod an seiner Familie. In der jungen Heilerin Anna Dillenberger findet er eine starke Verbündete. Sie finden gemeinsam wichtige Antworten zu Fragen, die sie beide zutiefst betreffen.

Das Buch ist der erste Band des historischen Romans über die Zeit während des Dreißigjährigen Krieges. Sehr schnell wird der Leser in die Zeit des 17. Jahrhunderts entführt. Schon auf den ersten Seiten wird der Krieg in seiner abschreckendsten Form geschildert, und damit hat der Leser gleich einen Vorgeschmack auf das, was ihn in diesem Buch erwartet: immer wieder rohe Gewalt, die sich auf das eigene Überleben fokussiert. Mir persönlich war das zu detailliert beschrieben, ich habe recht schnell begonnen, diese gewalttätigen Passagen zu überfliegen. Man merkt, dass der Autor Mitglied einer historischen Reenactment-Gruppe ist und genau weiß, wovon er schreibt.

Mir persönlich war dieser historische Roman zu sehr mit gewalttätigen Szenen gespickt. Ich kann das Buch nur jenen Lesern empfehlen, die auf der Suche nach besonders viel Authentizität sind, und vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 20.03.2026

Verwirrend

Die Geister von La Spezia
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Italien, 1822. Nach dem Tod ihres Mannes, dem Dichter Percy Bysshe Shelley, trauert Mary Shelley um ihn. Sie ist bekannt für ihren Roman Frankenstein. Ermittlerin Pat soll die Umstände seines Todes klären, ...

Italien, 1822. Nach dem Tod ihres Mannes, dem Dichter Percy Bysshe Shelley, trauert Mary Shelley um ihn. Sie ist bekannt für ihren Roman Frankenstein. Ermittlerin Pat soll die Umstände seines Todes klären, dafür muss sie in die Erinnerungen von Mary eintauchen, erzählte ihr Mann doch seit Jahren von Geistern und Visionen. Indem Pat mit Mary deren Erinnerungen erlebt, wird sie Zeugin unerklärlicher Geschehnisse und dunkler Geheimnisse.

Diese Geschichte fußt teilweise auf wahren Begebenheiten, insofern fand ich es spannend, mich mit den Ereignissen vor und rund um den Tod von Shelley zu beschäftigen. Eingetaucht bin ich dabei in eine Welt, in der Männer das alleinige Sagen hatten. Es tauchen eine Menge Personen auf, und schon bald hatte ich Schwierigkeiten dabei, diese richtig zueinander in Bezug zu setzen. Schnell stellte sich bei mir ziemlich viel Verwirrung ein, zu der sich noch mehr gesellte, als im Verlauf der Geschehnisse die Erinnerungen ineinander fließen. Eigentlich bin ich bisher mit den Büchern von Oliver Plaschka gut gefahren, aber dieses Buch hat mich nicht wirklich in die Geschichte hineinziehen können. Ich habe es dennoch zu Ende gelesen, aber ob das wirklich so einen echten Unterschied macht?

Wer sich mehr mit der Lebenswelt von Mary Shelley und Percy Bysshe Shelley beschäftigen möchte und dabei auch einige langatmige Durststrecken durchhalten kann, wird vermutlich weniger Verwirrung merken als ich bei der Lektüre. Ich selbst kann das Buch nur sehr verhalten weiter empfehlen und vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 17.02.2026

Glaubwürdig oder nicht?

Belladonnas
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Die Zwillingsschwestern Julie und Chloe wachsen nach dem Tod ihrer Eltern getrennt auf: Während Chloe von einer reichen Familie adoptiert wird, bleibt Julie bei ihrer Tante in Kanada. Als Julie überraschend ...

Die Zwillingsschwestern Julie und Chloe wachsen nach dem Tod ihrer Eltern getrennt auf: Während Chloe von einer reichen Familie adoptiert wird, bleibt Julie bei ihrer Tante in Kanada. Als Julie überraschend Chloe tot auffindet, nimmt sie die Gelegenheit wahr und schlüpft in Chloes Leben als Influencerin. Nun taucht sie in eine Welt aus Reichtum, Ruhm und Schönheit und wird in den Kreis der Belladonnas aufgenommen, einer Gruppe von Frauen der Influencer-Elite. Flugs findet sie sich mit den Belladonnas wieder auf einer privaten Luxusinsel. Wird sie so einfach in Chloes Leben wechseln können?

Diese glitzernde Geschichte lässt die Leserin mit Julie eintauchen in eine Welt voller Glitzer und Reichtum, in die Welt der Influencerinnen, die ein äußerst privilegiertes Leben führen. Man spürt Julies Neid auf Chloes Leben, hat ihre Zwillingsschwester doch eindeutig das bessere Los gezogen. So verführerisch es nun ist, in Chloes Leben zu wechseln, wie einfach oder wie schwierig kann dies sein? Es ist eine abgehobene Welt, mir der ich selbst nicht wirklich viel anfangen kann. Deshalb habe ich mich wohl insgesamt eher schwer getan, Julies Gedanken und Wünsche nachzuverfolgen, wenn sie in das Leben ihrer Zwillingsschwester schlüpft. Ob das wirklich so einfach wäre, wie Julie das schildert? So ganz will ich das nicht glauben. Je mehr die Geschichte voranschreitet, umso unglaubwürdiger scheint sie mir zu werden, umso mehr habe ich mich auch von Julie und ihren Träumen weg bewegt.

So ganz überzeugen konnte mich diese Geschichte nicht. Deshalb kann ich das Buch auch nur bedingt weiter empfehlen. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.