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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2020

Unheimliche Klostergeschichten

Der Knochengarten
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Auf dem Gelände eines ehemaligen katholischen Waisenhauses werden bei Bauarbeiten die Skelette von insgesamt 40 Kindern unter dem Rasen gefunden. Welche Rolle haben die Nonnen dabei gespielt? Das Major ...

Auf dem Gelände eines ehemaligen katholischen Waisenhauses werden bei Bauarbeiten die Skelette von insgesamt 40 Kindern unter dem Rasen gefunden. Welche Rolle haben die Nonnen dabei gespielt? Das Major Incident Team aus Yorkshire ermittelt, doch diesmal sind Carol Jordan und Tony Hill nicht mehr dabei: Carol hat gekündigt, und Tony verbüßt eine Haftstrafe im Gefängnis…

Dies ist bereits der 11. Fall um das Ermittlerduo Tony Hill und Carol Jordan, wobei man auch ohne große Vorkenntnisse in dieses Buch einsteigen kann. Doch natürlich sind auch die beiden Teil der Geschichte, es gelingt der Autorin Val McDermid auf spannende Weise, sie in das Geschehen dieses Falles einzubeziehen. Viele Handlungsstränge begleiten den Leser bei den Ermittlungen zu diesem spannenden Fall, bei dem es immer wieder schwierig erscheint, den Täter festzunageln. Mich konnte das Buch schnell in seinen Bann ziehen, auch wenn ich ahnte, dass das Vorgehen bei diesen Ermittlungen anders sein muss wie in den Büchern davor, denn Tony Hill und Carol Jordan können ja nicht mehr zusammen mit ihrem Team ermitteln, während das neue Team der Dienststelle sich mit einigem Kompetenzgerangel herumschlagen muss.

Ich vergebe sehr gerne 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2019

Licht- und Dunkelmagie

Golden Darkness. Stadt aus Licht & Schatten
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Lucie ist Lichtmagierin, sie ist aus der verarmten Dunkelstadt Brooklyn in die reiche Lichtstadt Manhattan geflohen. Sie hat gelernt, ihre Geschichte zu verstecken. Doch da taucht Carwyn auf, ein Magier ...

Lucie ist Lichtmagierin, sie ist aus der verarmten Dunkelstadt Brooklyn in die reiche Lichtstadt Manhattan geflohen. Sie hat gelernt, ihre Geschichte zu verstecken. Doch da taucht Carwyn auf, ein Magier aus der Dunkelstadt und Doppelgänger ihres Freundes Ethan. Als es dann Tote gibt, gerät Lucies Welt völlig aus den Fugen.

In ein New York der Zukunft hat die Autorin Sarah Rees Brennan ihre Geschichte verlegt um zwei Städte, in denen das Leben der Dunkel- bzw. der Lichtmagier völlig verschieden voneinander verläuft. Berührungspunkte sind äußerst gefährlich, dabei könnten sich die Magier gegenseitig ergänzen. Die Autorin entwirft eine neuzeitliche Version von Charles Dickens‘ „Geschichte zweier Städte“ und unterfüttert sie mit viel Magie. Diese magischen Anteile sind sehr fantasievoll ausgefallen, wobei ich vor allem anfangs immer wieder das Gefühl hatte, dass mir einige Informationen fehlen. Lange war mir unklar, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, das Ende war dann eher überraschend, macht aber Lust auf eine Fortsetzung.

Besonders erwähnen möchte ich die wunderschöne Gestaltung des Covers, das unbedingt auffällt und das Buch zu etwas Besonderem macht.

Die Geschichte hätte durchaus mehr Potenzial gehabt, wenn der Leser die Magie der beiden Städte besser hätte verstehen können. Insgesamt aber liest sich die Geschichte sehr schnell, und ich möchte dem zweiten Band eine Chance geben. Insgesamt spreche ich eine bedingte Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 18.12.2017

Spannende Geschichte, gewöhnungsbedürftige Erzählmethode

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?
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Nic Farrell kehrt nach 10 Jahren zurück in ihre Heimatstadt, sie soll das Haus ihres Vaters zum Verkauf vorbereiten. Der alte Mann ist inzwischen im Pflegeheim und wechselt zwischen wachen Momenten und ...

Nic Farrell kehrt nach 10 Jahren zurück in ihre Heimatstadt, sie soll das Haus ihres Vaters zum Verkauf vorbereiten. Der alte Mann ist inzwischen im Pflegeheim und wechselt zwischen wachen Momenten und Verwirrung. Nic möchte wissen, was er ihr über ihre verschwundene Freundin erzählen kann, er gibt an, sie gesehen zu haben. Was genau ist mit Corinne passiert, was verschweigen ihr Vater, ihr Bruder, ihr damaliger Freund? Mit Wucht kehrt die Erinnerung wieder an die Jahre in Cooley Ridge, und so langsam kommen auch Erinnerungen, die nicht so willkommen sind.

In Zeitsprüngen erzählt die Autorin Megan Miranda, wie Nic sich in ihrer Vergangenheit wieder zurechtfinden muss, um wieder eine Zukunft zu haben. Dabei verwendet sie einen besonderen Trick, sie lässt im umfangreichen zweiten Teil des Buches Nic die gegenwärtige Geschichte rückwärts erzählen, d.h. von Tag 15 zurück auf Tag 1. Das ist einerseits eine spannende Perspektive, denn die entscheidende Auflösung ist tatsächlich in Tag 1 versteckt, fand ich aber sehr gewöhnungsbedürftig, hatte ich doch immer das Gefühl, dass ich einige der Geschehnisse nicht wirklich verstehe. Denn tatsächlich gewinnt die Erzählung eine ungeahnte Wende, je tiefer man beim Lesen rückwärts in die Geschichte einsteigt. Am Ende des Buches angelangt, frage ich mich, ob diese Erzählmethode besonders gelungen ist oder eher hinderlich beim Lesen. Ganz ehrlich, so genau kann ich es nicht sagen. Der Plot der Geschichte ist spannend aufgebaut und liest sich sehr flüssig. Man kann gut mit Nic miträtseln, was damals geschehen ist, auch sind einige Hinweise zur Auflösung bereits im laufenden Geschehen versteckt. Dennoch blieb der Protagonistin durch das Rückwärtserzählen der Vorsprung gewahrt, und das hat mich gestört.

Das Buch hinterlässt mich etwas zwiespältig: Die Erzählmethode finde ich sehr spannend, aber auch etwas unfair gegenüber dem Leser, gewöhnungsbedürftig ist sie allemal. Das hat mir selbst ziemlich viel an Lesespaß verhindert, obwohl ich die Ideen zum Buch eigentlich sehr gut finde. So ist auch meine Bewertung mit 3,5 Sternen eher zurückhaltend.

Veröffentlicht am 07.12.2017

Zwei sehr individuelle Ermittler

Oxen. Das erste Opfer
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Niels Oxen, ein hochdekorierter, aber schwer traumatisierter Elitesoldat, ist untergetaucht, er meidet Menschen und vor allem Menschenmengen. Doch dann wird er in eine Mordermittlung hineingezogen, der ...

Niels Oxen, ein hochdekorierter, aber schwer traumatisierter Elitesoldat, ist untergetaucht, er meidet Menschen und vor allem Menschenmengen. Doch dann wird er in eine Mordermittlung hineingezogen, der er sich nicht entziehen kann. Gemeinsam mit der Geheimdienstmitarbeiterin Margrete Franck gerät er sehr bald auf die Spuren einer unglaublichen Entdeckung.

Dieses Buch ist der erste Teil der Trilogie um Niels Oxen. Er ist ein Mensch mit einer schwierigen Vergangenheit, das Posttraumatische Belastungssyndrom macht ihm das Leben zur Hölle, immer wieder muss er mit schlimmen Alpträumen kämpfen. Doch er ist ein genialer Ermittler, wunderbar ergänzt von der körperlich versehrten Geheimdienstmitarbeiterin Franck mit ihrer Beinprothese. Der Einstieg in das Buch fiel mir etwas schwer, denn ich musste mich erst orientieren in dieser Flut an Namen und Handlungssträngen. Dann allerdings konnte ich mich fesseln lassen von einer Geschichte mit einem spannenden Plot und einigen unerwarteten Wendungen sowie einem fulminanten Show-Down.

Das Buch hinterlässt mich etwas zwiespältig, denn zu einem guten Thriller gehört für mich auch ein guter Einstieg für den Leser, und das habe ich sehr vermisst. Deshalb gibt es von mir nur 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 20.03.2026

Verwirrend

Die Geister von La Spezia
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Italien, 1822. Nach dem Tod ihres Mannes, dem Dichter Percy Bysshe Shelley, trauert Mary Shelley um ihn. Sie ist bekannt für ihren Roman Frankenstein. Ermittlerin Pat soll die Umstände seines Todes klären, ...

Italien, 1822. Nach dem Tod ihres Mannes, dem Dichter Percy Bysshe Shelley, trauert Mary Shelley um ihn. Sie ist bekannt für ihren Roman Frankenstein. Ermittlerin Pat soll die Umstände seines Todes klären, dafür muss sie in die Erinnerungen von Mary eintauchen, erzählte ihr Mann doch seit Jahren von Geistern und Visionen. Indem Pat mit Mary deren Erinnerungen erlebt, wird sie Zeugin unerklärlicher Geschehnisse und dunkler Geheimnisse.

Diese Geschichte fußt teilweise auf wahren Begebenheiten, insofern fand ich es spannend, mich mit den Ereignissen vor und rund um den Tod von Shelley zu beschäftigen. Eingetaucht bin ich dabei in eine Welt, in der Männer das alleinige Sagen hatten. Es tauchen eine Menge Personen auf, und schon bald hatte ich Schwierigkeiten dabei, diese richtig zueinander in Bezug zu setzen. Schnell stellte sich bei mir ziemlich viel Verwirrung ein, zu der sich noch mehr gesellte, als im Verlauf der Geschehnisse die Erinnerungen ineinander fließen. Eigentlich bin ich bisher mit den Büchern von Oliver Plaschka gut gefahren, aber dieses Buch hat mich nicht wirklich in die Geschichte hineinziehen können. Ich habe es dennoch zu Ende gelesen, aber ob das wirklich so einen echten Unterschied macht?

Wer sich mehr mit der Lebenswelt von Mary Shelley und Percy Bysshe Shelley beschäftigen möchte und dabei auch einige langatmige Durststrecken durchhalten kann, wird vermutlich weniger Verwirrung merken als ich bei der Lektüre. Ich selbst kann das Buch nur sehr verhalten weiter empfehlen und vergebe 3 von 5 Sternen.