Platzhalter für Profilbild

Melodiaa

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Melodiaa ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Melodiaa über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2023

Ruhige und leichte Geschichte

Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
0

Das Buch ist eine schöne Lektüre für zwischendurch und vor allem um eine Leseflaute zu überwinden, da der Schreibstil sehr angenehm und einfach zu lesen ist. Dadurch kann sich der:die Leser:in in die Geschichte ...

Das Buch ist eine schöne Lektüre für zwischendurch und vor allem um eine Leseflaute zu überwinden, da der Schreibstil sehr angenehm und einfach zu lesen ist. Dadurch kann sich der:die Leser:in in die Geschichte fallen und gleiten lassen. Zudem lässt zum einen das Szenario am Anfang mit den Bücherstapeln und zum anderen das Setting in Jimbō-chō die Herzen der Bücherwürmer höher schlagen. Ich habe dadurch Fernweh bekommen und möchte in die book town Jimbō-chō reisen!

Die Atmosphäre wirkt durch den Schreibstil warm, aber auch sehr distanziert, da die Gefühlswelt der Figuren dem:der Leser:in doch größtenteils verschlossen bleibt. Ich hätte mir da ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht. Dennoch haben mir die Figuren und die Darstellung der emotionalen Beziehungen zueinander gut gefallen. Auch finde ich es gut, dass nicht nur eine Seite der Medaille dargestellt wurde, sondern auch die Selbstreflexion der Protagonistin im Fokus stand. Des Weiteren gefällt mir die Gestaltung des Buchcovers sehr, weil es eine Wärme ausstrahlt, die für die Neugier und Sympathie des Plots sorgt.

Eine Stelle im Buch hat mir besonders zugesagt und den möchte ich euch nicht vorenthalten: "Der Platz eines Menschen ist da, wo sein Herz zu Hause ist. Es kommt nicht darauf an, wo man ist oder mit wem man zusammen ist, es kommt darauf an, seinen Gefühlen treu zu bleiben." Denn, bleibt ein Mensch seinen Gefühlen treu, dann erkennt er sich selbst und ist authentisch. Aber bleibt er seinen Gefühlen nicht treu, wird er verbissen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2023

Luft nach oben

Lebendige Nacht
0

Sophia Kimmig - eine Wildbiologin - nimmt uns in ihrem Buch mit auf die Reise des Verborgenen bzw. der Nacht. Dabei reißt sie kurze Beschreibungen über diverse, auch recht unbekannte Tierarten und deren ...

Sophia Kimmig - eine Wildbiologin - nimmt uns in ihrem Buch mit auf die Reise des Verborgenen bzw. der Nacht. Dabei reißt sie kurze Beschreibungen über diverse, auch recht unbekannte Tierarten und deren Lebensraum an. Auch fließen ihre Erfahrungsberichte über die Nacht mit ein und der Wahrnehmung anderer.

Mir persönlich war der Teil mit der Vorstellung der Tierarten der Nacht viel zu kurz. Ich habe eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Tierarten erwartet, die mit Bildern gestützt werden. So wäre mein Lesefluss nicht unterbrochen worden, da ich jedes Mal, bei den mir unbekannten Tierarten, nachschauen musste wie diese überhaupt aussehen. Des Weiteren haben mir die Übergänge von einer Thematik zur nächsten nicht gefallen, da es oftmals den Eindruck vermittelt hat, dass da kein richtiger roter Faden vorhanden ist.

Besonders gut gefällt mir das Buchcover und die generelle Thematik rund um die nachtaktiven Tiere. Damit einhergehend auch die Informationen, die die Wildbiologin dem:r Leser:in vermittelt (wenn auch nur kurz) und der Aspekt des Naturschutzes.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2026

Ein Mosaik aus Sprüngen

Das Mosaik der Frauen
0

Rafik Schamis Roman "Das Mosaik der Frauen" entfaltet sich wie ein vielschichtiges Geflecht aus Erinnerungen und Lebensgeschichten, das sich erst nach und nach zu einem Gesamtbild fügt. Im Mittelpunkt ...

Rafik Schamis Roman "Das Mosaik der Frauen" entfaltet sich wie ein vielschichtiges Geflecht aus Erinnerungen und Lebensgeschichten, das sich erst nach und nach zu einem Gesamtbild fügt. Im Mittelpunkt steht Nadim Suri, der im Krankenhaus auf sein Leben zurückblickt, während Said Mardini als verbindende Figur zwischen den verschiedenen Erzählebenen fungiert. Besonders die Frauen, denen Nadim im Laufe seines Lebens begegnet, strukturieren die Erzählung, das sich wie ein Mosaik zusammensetzt. Jede von ihnen markiert eine prägende Phase, die von Nähe, Verlust oder Bruch geprägt ist. So entsteht weniger eine lineare Handlung als vielmehr ein Zusammenspiel aus Erfahrungen, Beziehungen und Erinnerungsfragmenten.

Den Ausgangspunkt bildet dabei Said Mardinis Flucht aus Syrien und sein Neuanfang in Deutschland. Über seine Geschichte öffnet sich der Blick auf Nadim, dessen rückblickende Erzählung den Kern des Romans bildet. In dieser Rückschau zeigt sich ein Leben, das stark von den Begegnungen mit verschiedenen Frauen geprägt ist. Jedoch macht diese Vielschichtigkeit den Roman, für meinen Geschmack, allerdings stellenweise schwer greifbar. Die vielen Rückblenden und Episoden unterbrechen den Erzählfluss immer wieder, sodass keine durchgehende Entwicklung und ein Spannungsbogen entsteht. Stattdessen reihen sich einzelne Lebensmomente aneinander, die sich nur teilweise zu einem größeren Ganzen verbinden. Besonders gefallen haben mir aber die Stellen, in denen die kulturellen und politischen Spannungen zwischen Syrien und Deutschland deutlich werden und die Figuren sehr lebendig dargestellt sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.10.2025

Zwischen Mode und Kampfsport

Kampfgeist
0

In ihrer Autobiografie gewährt Marie Lang einen offenen Einblick in ihren Lebensweg, der sie von der Modewelt bis in den professionellen Kampfsport geführt hat. Sie schildert nicht nur ihre Erfolge, sondern ...

In ihrer Autobiografie gewährt Marie Lang einen offenen Einblick in ihren Lebensweg, der sie von der Modewelt bis in den professionellen Kampfsport geführt hat. Sie schildert nicht nur ihre Erfolge, sondern auch die schwierigen Momente, in denen Selbstzweifel, Ängste und Leistungsdruck eine Rolle spielten. Diese ehrliche und persönliche Perspektive macht das Buch authentisch und nahbar. Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich, sodass sich das Buch angenehm lesen lässt.

Besonders interessant ist, wie Marie Lang ihre Erfahrungen mit Themen wie Motivation, Rückschlägen und mentaler Stärke verbindet. Dabei wird deutlich, wie viel Disziplin und Durchhaltevermögen nötig waren, um ihren Weg konsequent zu gehen, aber auch wie wichtig Menschen sind, die einen unterstützen und voranbringen. An einigen Stellen hätte ich mir jedoch etwas mehr Tiefe gewünscht, vor allem hinsichtlich des sportlichen Alltags und der Trainingsroutinen.

Das Cover greift den Inhalt grundsätzlich auf, wirkt jedoch etwas schlicht und dunkel. Etwas mehr Farbe oder Kreativität hätte die Energie und Stärke der Autorin besser eingefangen, insbesondere angesichts ihres beruflichen Hintergrunds im Modedesign. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es liest sich leicht und bietet einen authentischen und spannenden Einblick in das Leben einer beeindruckenden Frau.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2025

Zwischen Fakten und Anekdoten

Organisch
0

Nachdem mir Giulia Enders "Darm mit Charme" ausgesprochen gut gefallen hatte, war meine Vorfreude auf ihr neues Buch entsprechend groß. Umso überraschter war ich, dass mich "Organisch" nicht in gleichem ...

Nachdem mir Giulia Enders "Darm mit Charme" ausgesprochen gut gefallen hatte, war meine Vorfreude auf ihr neues Buch entsprechend groß. Umso überraschter war ich, dass mich "Organisch" nicht in gleichem Maße überzeugen konnte. Vieles, was sie beschreibt, war mir bereits bekannt und die Leichtigkeit sowie der Humor, die ich im ersten Buch so geschätzt habe, fehlten mir hier deutlich.

Inhaltlich nimmt Enders ihre Leser:innen mit auf eine Reise durch den menschlichen Körper. Kapitelweise widmet sie sich einzelnen Organen und Themen wie der Lunge, dem Immunsystem, der Haut, den Muskeln und dem Gehirn. Den Auftakt bilden meist Anekdoten oder persönliche Geschichten aus ihrem familiären Umfeld, bevor sie auf die Funktionsweise und Besonderheiten der jeweiligen Organe eingeht. Ergänzt werden diese Abschnitte durch kleine Alltagstipps, die den Inhalt greifbarer machen.

Die persönlichen Einblicke der Autorin haben bei mir einen gemischten Eindruck hinterlassen. Einerseits lockern sie die vielen Fakten auf, andererseits reißen sie den roten Faden immer wieder auf. So wirken die Übergänge zwischen den privaten Geschichten und den sachlichen Erklärungen stellenweise wenig bis kaum stimmig.

Insgesamt ist "Organisch" ein informatives Buch, das sicher viele Leser:innen neugierig macht. Für mich persönlich konnte es aber nicht an die Frische und den Charme des Vorgängers anschließen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere