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Veröffentlicht am 20.05.2026

Wenn Geschichte leise anklopft und mitten ins Herz trifft

Und sie schenkten ihnen ein Zuhause
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Manchmal liegt da so ein Buch vor einem und man weiß schon nach wenigen Seiten: Na gut, emotionaler Schutzhelm wäre jetzt angebracht gewesen. Und sie schenkten ihnen ein Zuhause ist genau so ein Roman. ...

Manchmal liegt da so ein Buch vor einem und man weiß schon nach wenigen Seiten: Na gut, emotionaler Schutzhelm wäre jetzt angebracht gewesen. Und sie schenkten ihnen ein Zuhause ist genau so ein Roman. Einer, der nicht laut brüllt, sondern sich leise neben dich setzt, dir die Hand auf die Schulter legt und dann trotzdem mitten ins Herz trifft.

Laura Baldini erzählt von Anna Freud, den Kriegswaisenhäusern und Kindern, die Dinge erlebt haben, für die es eigentlich keine Worte geben sollte. Das ist schwer, ja. Aber nie reißerisch. Nie billig auf Tränen gedrückt. Eher so, als würde jemand ganz vorsichtig eine alte Tür öffnen und sagen: Schau hin, auch wenn es weh tut.

Besonders stark fand ich diese Verbindung aus Vergangenheit und späterer Spurensuche. Rose entdeckt nach und nach, dass Herkunft manchmal kein gerader Weg ist, sondern ein ganzes Knäuel aus Schweigen, Liebe, Verlust und Mut. Und Helen? Puh. Diese Figur trägt so viel Wärme in sich, dass man zwischendurch wirklich kurz durchatmen muss.

Der Roman ist historisch, aber nicht staubtrocken. Er hat Herz, Haltung und diesen leisen Sog, bei dem man denkt: Nur noch ein Kapitel. Spoiler: Lüge. Es werden drei.

Für mich ist das kein Buch, das man mal eben nebenbei wegliest. Es bleibt hängen. Nicht, weil es einen kaputt macht, sondern weil es zeigt, wie viel Menschlichkeit selbst dort wachsen kann, wo vorher alles zerstört wurde.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Wenn ein Kochbuch nach Zuhause schmeckt

Einfach wie bei Oma
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Schon beim ersten Durchblättern riecht dieses Buch innerlich nach Sonntagsbraten, frisch gebackenen Waffeln und diesem einen Topf Suppe, der früher gefühlt den ganzen Tag auf dem Herd stand. Einfach wie ...

Schon beim ersten Durchblättern riecht dieses Buch innerlich nach Sonntagsbraten, frisch gebackenen Waffeln und diesem einen Topf Suppe, der früher gefühlt den ganzen Tag auf dem Herd stand. Einfach wie bei Oma ist kein Kochbuch, das laut sein muss. Es kommt leise, warm und vertraut daher und genau darin liegt sein besonderer Charme.

Mir gefällt besonders, dass die Rezepte nicht künstlich kompliziert wirken. Kartoffelsalat, Gulaschsuppe, Königsberger Klopse, Rotkohl oder Eierlikörkuchen lesen sich wie kleine Erinnerungen auf Papier. Viele Gerichte kennt man, manche hat man vielleicht lange nicht mehr gegessen, und plötzlich ist da wieder dieses Gefühl von Küche, Familie und einem vollen Teller, der nicht nur satt macht, sondern irgendwie auch tröstet.

Die Gestaltung wirkt herzlich und nahbar. Die Tipps von Oma geben dem Ganzen etwas Persönliches, fast so, als würde jemand neben einem stehen und sagen: Mach dir keinen Stress, das wird schon. Genau das macht das Buch so sympathisch.

Ganz perfekt ist es für mich nicht, weil ich mir an manchen Stellen noch ein bisschen mehr Überraschung oder Tiefe gewünscht hätte. Trotzdem ist Einfach wie bei Oma ein wunderschönes Wohlfühlkochbuch für alle, die traditionelle Küche lieben und beim Kochen gern ein kleines Stück Zuhause zurückholen möchten.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Wenn Liebe gefährlicher ist als jeder Fluch

Till the End of the Moon 3
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Band drei kommt rein wie ein höflicher Dolch im Seidengewand. Erst sieht alles wunderschön aus, dann merkt man: Moment mal, hier blutet ja wieder jeder emotional vor sich hin.

Tantai Jin bleibt einfach ...

Band drei kommt rein wie ein höflicher Dolch im Seidengewand. Erst sieht alles wunderschön aus, dann merkt man: Moment mal, hier blutet ja wieder jeder emotional vor sich hin.

Tantai Jin bleibt einfach so eine Figur, bei der man gleichzeitig die Augen verdreht, den Kopf schüttelt und trotzdem wissen will, was in seinem kaputten kleinen Dämonenherz als Nächstes passiert. Diese Mischung aus Macht, Einsamkeit, verletztem Stolz und aufkeimenden Gefühlen macht ihn unfassbar spannend. Und Li Susu? Die steht wieder mitten in diesem ganzen Chaos und versucht, irgendwie das Richtige zu tun, während um sie herum gefühlt jeder eigene Pläne schmiedet.

Gerade Ye Bingchang bringt in diesem Band ordentlich Gift in die Geschichte. Nicht laut, nicht plump, sondern so unterschwellig unangenehm, dass man beim Lesen innerlich schon die Teetasse abstellt und denkt: Na toll, die macht jetzt bestimmt wieder irgendwas.

Die Romance bleibt slow, tragisch und kompliziert. Genau richtig für diese Reihe. Hier gibt es keine einfache Liebe mit Händchenhalten im Sonnenuntergang, sondern Gefühle mit Messer zwischen den Rippen, politischen Intrigen und diesem ständigen Was wäre wenn.

Man muss sich auf Namen, Machtspiele und Drama einlassen, sonst wird es anstrengend. Wer aber chinesische Romantasy, tragische Schicksale und emotionales Hin und Her mag, bekommt hier wieder richtig viel Futter fürs Herz und für die Nerven.

4,5 Sterne, weil mich diese Reihe weiterhin komplett in ihren Bann zieht, auch wenn sie manchmal so viel Drama auffährt, dass mein innerer Ruhepuls freiwillig auszieht.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Wenn Erinnerungen leise Herzen heilen

Und wir versprachen uns ein Morgen
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Manche Bücher fühlen sich an wie eine alte Schachtel voller Dinge, die man eigentlich nur kurz öffnen wollte und dann sitzt man plötzlich mitten zwischen Erinnerungen, Schmerz und diesem leisen Ziehen ...

Manche Bücher fühlen sich an wie eine alte Schachtel voller Dinge, die man eigentlich nur kurz öffnen wollte und dann sitzt man plötzlich mitten zwischen Erinnerungen, Schmerz und diesem leisen Ziehen im Herzen.

Und wir versprachen uns ein Morgen hat mich genau dort erwischt. Jesca, die beruflich fremde Leben sortiert, findet in einem Karton einen Diamantring und damit nicht nur ein Schmuckstück, sondern den Anfang einer Geschichte, die viel größer ist als sie selbst. Gemeinsam mit Richard folgt sie der Spur bis zu Sören, einem fast hundertjährigen Mann, der von einer Liebe erzählt, die 1944 begann und nie wirklich vergangen ist.

Besonders schön fand ich, wie sich die einzelnen Lebensgeschichten langsam miteinander verbinden. Nichts wirkt laut oder aufgesetzt, eher wie ein Mosaik, bei dem jedes kleine Teil erst unscheinbar erscheint und am Ende doch genau an seinen Platz gehört. Verlust, Einsamkeit, Sehnsucht und Hoffnung liegen hier ganz nah beieinander.

Der Roman ist ruhig, poetisch und sehr gefühlvoll erzählt. Für mich war es ein Buch, das man nicht einfach weglegt, sondern noch ein wenig mit sich trägt. Eine Geschichte über Liebe, Erinnerung und darüber, dass Vergangenes manchmal genau das ist, was uns wieder näher zu uns selbst bringt.

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Wenn die Wahrheit tiefer liegt, als man atmen kann

Die Tiefe: Verloren
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Düster, angespannt und von Anfang an mit diesem unangenehmen Gefühl im Nacken, das gute Thriller einfach brauchen. Die Tiefe: Verloren hat mich sofort in diese beklemmende Stimmung gezogen, in der man ...

Düster, angespannt und von Anfang an mit diesem unangenehmen Gefühl im Nacken, das gute Thriller einfach brauchen. Die Tiefe: Verloren hat mich sofort in diese beklemmende Stimmung gezogen, in der man merkt, dass jeder Hinweis wichtig sein könnte und trotzdem nie genug ist.

Besonders stark fand ich die Mischung aus Ermittlungsdruck und persönlicher Bedrohung. Tom und Mascha stehen nicht nur vor einem grausamen Serientäter, sondern auch vor einem Fall, der immer näher an Mascha selbst heranrückt. Genau das macht die Geschichte so intensiv. Es geht nicht nur um Spuren, Opfer und verschlüsselte Briefe, sondern auch um Angst, Misstrauen und die Frage, wem man überhaupt noch trauen kann.

Die Atmosphäre ist kalt, unruhig und gefährlich. Dieses Gefühl, dass unter der Oberfläche etwas lauert, begleitet jede Seite. Für mich lebt der Thriller besonders davon, dass Maschas eigene Geschichte so eng mit dem Fall verwoben wird. Dadurch wirkt alles persönlicher, emotionaler und deutlich bedrohlicher.

Manchmal hätte ich mir an einzelnen Stellen noch etwas mehr Raum zum Durchatmen gewünscht, weil sehr viel Spannung und Information aufeinandertrifft. Trotzdem bleibt der Sog stark. Die Geschichte macht neugierig, drückt aufs Tempo und lässt einen mit diesem typischen Nur noch ein Kapitel Gefühl weiterlesen.

Für mich ein sehr packender, atmosphärischer Thriller mit starken Figuren, finsteren Geheimnissen und einer Bedrohung, die unangenehm nah kommt.

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