Nachdem Band 1 mit einem krassen Cliffhänger geendet hat, schließt Band 2 nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an. Der Schreibstil ist auch in der Fortsetzung flüssig und detailliert, sodass ich ...
Nachdem Band 1 mit einem krassen Cliffhänger geendet hat, schließt Band 2 nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an. Der Schreibstil ist auch in der Fortsetzung flüssig und detailliert, sodass ich schnell wieder in die Geschichte eintauchen konnte.
Franzi schaffte es in Band 2 mich immer wieder mit spannenden und überraschenden Wendungen zu unterhalten und den Fokus der Geschichte authentisch weiterentwickeln. So spielen bspw. die Love-Story zwischen Cass und Jax keine übergeordnete Rolle mehr und auch die Spiele treten größtenteils in den Hintergrund, um dem neuen Storystrang mehr Raum zu geben. Darüber hinaus hatte ich auch das Gefühl, dass sich alle relevanten Figuren charakterlich weiterentwickeln konnten und so mehr Tiefe in die fesselnde aber auch brutale Geschichte brachten.
Im Gegensatz zu Band 1 war mir Cass jedoch in diesem Buch etwas zu passiv. Zwar hatte sie indirekt eine relevante Aufgabe aber ich hatte größtenteils das Gefühl, dass sie eher mit der Menge mitschwimmt und weniger Eigeninitiative zeigt.
Aber man kann aufatmen. Das Ende war schlüssig und für mich sehr zufriedenstellend auserzählt, sodass ich die Reihe mit einem guten Gefühl an alle Fans von Dystopien weiterempfehlen kann.
Bronwick Hall ist für mich ein unerwartend düsteres Werk, das durch ein spannendes Worldbuilding und anspruchsvollere Verflechtungen zu überzeugen weiß. Dabei werden nicht nur die Rätsel der Welt im Laufe ...
Bronwick Hall ist für mich ein unerwartend düsteres Werk, das durch ein spannendes Worldbuilding und anspruchsvollere Verflechtungen zu überzeugen weiß. Dabei werden nicht nur die Rätsel der Welt im Laufe der Geschichte schlüssig gelöst, sondern auch die verschiedenen Geheimnisse aller Figuren aufgedeckt.
Blaine habe ich als Protagonistin sehr gemocht. Sie ist ein sehr spannender, gefangener Charakter, der unglaublich mit sich zu kämpfen hat und über sich hinauswachsen muss, um endlich frei zu sein. Dagegen empfand ich ihren Henry als Loveinterest etwas undurchsichtig. Zwar lernt man auch ihn während der Geschichte besser kennen, seine besondere Anziehungskraft konnte mich in jedoch noch nicht erreichen.
Besonders interessant empfand ich an dem Buch, dass es neben dem "großen" Geheimnis mich im Handlungverlauf vollkommen überraschte. Denn die Geschichte folgt meiner Meinung nach nicht den gängigen Erzählstruckturen, was frischen Wind in meinen Lesefluss brachte. So hatte ich nie das Gefühl genau zu wissen, was als nächstes passiert und musste mich voll auf die Geschichte einlassen. Das schaffen nicht viele Werke.
Ich bin schon sehr gespannt auf Band 2 und freue mich die letzten Rätsel darin lüften zu dürfen.
Kaum etwas wird so intensiv kommentiert wie Frauen in der Öffentlichkeit. Egal ob Aussehen, Auftreten oder Verhalten. Ständig scheint irgendjemand eine Meinung dazu zu haben. Genau mit dieser Dynamik beschäftigt ...
Kaum etwas wird so intensiv kommentiert wie Frauen in der Öffentlichkeit. Egal ob Aussehen, Auftreten oder Verhalten. Ständig scheint irgendjemand eine Meinung dazu zu haben. Genau mit dieser Dynamik beschäftigt sich Sophie Passmann und nimmt dabei besonders die digitale Welt unter die Lupe.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie Selbstinszenierung, Vergleichskultur und der Druck, im Internet jederzeit die „richtige“ Version seiner selbst zu präsentieren. Dabei greift Passmann aktuelle Phänomene wie die Clean Girl Aesthetic, Tradwives oder den Kult um prominente Frauen wie Taylor Swift oder Hailey Bieber auf und verbindet diese mit gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen.
Besonders interessant fand ich, wie reflektiert sie ihre eigenen Beobachtungen einordnet. Das Buch lebt weniger von fertigen Antworten als von Gedankenanstößen und der Frage, warum wir Frauen oft gleichzeitig bewundern und verurteilen. Viele Passagen haben mich deshalb wirklich zum Nachdenken gebracht.
Trotzdem hatte ich anfangs Schwierigkeiten, komplett in das Buch hineinzufinden. Einige Themen wirkten auf mich nicht gerade neu und ich konnte das Buch nur kapitelweise lesen, da ich die Zeit zum darüber Nachdenken brauchte.
Je weiter ich gelesen habe, desto spannender wurde das Buch für mich allerdings. Vor allem die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Rollenbildern und weiblicher Selbstwahrnehmung fand ich stark beobachtet. Passmann zeigt sehr deutlich, wie sehr soziale Medien unser Denken beeinflussen und wie schnell aus Beobachtung Selbstkontrolle wird.
Ein kluger, zeitgemäßer Essay über Frauenbilder, digitale Öffentlichkeit und den ständigen Druck der Bewertung. Nicht jede Passage konnte mich komplett abholen, insgesamt aber definitiv lesenswert und sehr reflektiert.
Jetzt steht Xaden also als Veneni da – und ehrlich gesagt bleibt erst mal nur Fassungslosigkeit zurück. Wie die Autorin daraus noch ein rundes Ende bauen will, ist mir ein Rätsel. Zwar hat er seine neue ...
Jetzt steht Xaden also als Veneni da – und ehrlich gesagt bleibt erst mal nur Fassungslosigkeit zurück. Wie die Autorin daraus noch ein rundes Ende bauen will, ist mir ein Rätsel. Zwar hat er seine neue Natur in diesem Band größtenteils noch unter Kontrolle, doch das Finale zieht noch einmal ordentlich die Schraube an und endet in einem echten Paukenschlag. Band 4 wirkt damit fast schon überfällig, denn aktuell bleibt vor allem ein Gefühl von Unsicherheit und Frust zurück.
Ein großer Teil der Handlung ist diesmal als Reisegeschichte angelegt: Violet zieht mit ihren Verbündeten los, um Andarnas Familie aufzuspüren. Die Spur der verschwundenen Drachenart scheint der Schlüssel zu vielen offenen Fragen zu sein, weshalb die Gruppe quer durch verschiedene Stationen reist. Diese wirken allerdings stellenweise eher wie lose Episoden aneinandergereiht als wie ein durchgehender Handlungsbogen. Trotzdem bieten sie Violet Raum, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen – besonders ihre wachsende Klarheit, ihr Durchsetzungsvermögen und ihre zunehmende Verantwortung haben mir gut gefallen. Dass sie für ihre Entscheidungen auch die Konsequenzen tragen muss, verleiht dem Ganzen eine angenehme Portion Glaubwürdigkeit, auch wenn es nicht immer leicht zu lesen ist.
Auch auf Gegenseite wird es nicht ruhiger: Neue Antagonisten tauchen auf, einige nur kurz, andere bleiben bis zum Schluss relevant, und wieder andere verschwinden scheinbar spurlos – mit dem Gefühl, dass sie später noch einmal dramatisch zurückkehren könnten. Insgesamt steigert sich die Spannung Richtung Ende deutlich, fast schon überbordend.
Xadens Situation als Veneni bleibt dabei natürlich das große Fragezeichen. Was genau das langfristig bedeutet, wird weiterhin nur angedeutet – vielleicht gibt es in Band 4 endlich mehr Klarheit. Zusätzlich wird er in diesem Band auch noch zu Violets Lehrer, was ihre Beziehung zusätzlich verkompliziert. Trotzdem bleibt ihre Verbindung bestehen, wenn auch unter enormem Druck. Xaden selbst durchläuft dabei eine erstaunliche Entwicklung, fast schon eine Karriere auf mehreren Ebenen – ohne zu viel zu verraten: da passiert einiges.
Der Roman punktet erneut mit überraschenden Wendungen und starken Momenten, auch wenn nicht jede Entwicklung logisch oder sauber ausgearbeitet wirkt. Gerade im Zusammenspiel mit den Drachen gibt es immer wieder humorvolle Szenen, und Figuren wie Ridoc sorgen zuverlässig für Auflockerung.
Mit der Zeit wird es allerdings zunehmend schwierig, den Überblick zu behalten: Namen, Nachnamen, Siegelkräfte und Drachenzuordnungen verschwimmen schnell, zumal nicht alle Figuren konsequent geführt werden. Wenn plötzlich nur noch der Nachname fällt oder ein Drache auftaucht, ohne dass sofort klar ist, wer darauf sitzt, wird es unübersichtlich – hier wäre eine klarere Struktur hilfreich gewesen.
Gegen Ende gibt es dann noch einen Perspektivwechsel: Einige Kapitel zeigen die Ereignisse aus Sicht von Violets Freunden. Das liefert zwar interessante Einblicke in parallele Handlungsstränge und die Bindungen zu ihren Drachen, wirkt in der Umsetzung jedoch etwas holprig und nicht ganz ausgereift.
Richard wird schließlich in eine ausweglose Lage gebracht und von seinen Gegnern festgesetzt. Durch einen Mutterbann verknüpft die Gegenspielerin ihr eigenes Leben untrennbar mit dem von Kahlan und zwingt ...
Richard wird schließlich in eine ausweglose Lage gebracht und von seinen Gegnern festgesetzt. Durch einen Mutterbann verknüpft die Gegenspielerin ihr eigenes Leben untrennbar mit dem von Kahlan und zwingt Richard damit, sich ihr zu fügen. Unter diesem Druck werden beide in die Alte Welt verschleppt, genauer nach Altur’Rang, dem Machtzentrum der Imperialen Ordnung.
Dort entsteht unter Kaiser Jagang ein monumentaler Palastkomplex, der als künftiger Herrschaftssitz über die gesamte bekannte Welt dienen soll. Richard wird dabei wie unzählige andere Gefangene als Zwangsarbeiter auf der riesigen Baustelle eingesetzt, während Kahlan den Kontakt zu den Truppen der Midlands wiederherstellt.
Die Lage spitzt sich dramatisch zu: Die Armee der Imperialen Ordnung hat Anderith bereits hinter sich gelassen und setzt ihren Vormarsch unaufhaltsam fort. Ein gnadenloser Eroberungsfeldzug beginnt, bei dem ein Reich nach dem anderen unter der militärischen Übermacht zusammenbricht.
Der Roman entfaltet dabei ein enorm dichtes und durchgehend spannendes Erzähltempo, das über viele Hundert Seiten kaum nachlässt. Gleichzeitig wird die Struktur der Imperialen Ordnung ausführlich beleuchtet – einschließlich ihrer ideologischen Fehlentwicklungen, die stellenweise wie eine Kritik an zentral gelenkter Wirtschaftsplanung wirken. Richards Versuche, die unmenschlichen Zustände zu verändern, wirken zunehmend wie ein aussichtsloser Kampf gegen eine übermächtige Realität.
Im Finale kulminieren seine Pläne in einer riskanten, beinahe selbstmörderischen Strategie, die letztlich den Widerstand gegen die Imperiale Ordnung entfacht. Auch wenn dieser Schluss stark pathetisch überhöht ist, bleibt er doch extrem wirkungsvoll und mitreißend.
Insgesamt präsentiert sich „Schwester der Finsternis“ als düsteres, apokalyptisches Fantasy-Epos, das sich problemlos in die Spitze des Genres einreiht und teilweise neue Maßstäbe setzt. Eine klare Empfehlung – allerdings nur sinnvoll, wenn die vorherigen Bände der Reihe bereits bekannt sind.