Zwischen Jugend und Alter
Sylt oder SehnsuchtRein in den Porsche und via Fähre ab nach Sylt, angepasst an die Reichen und Schönen - So startet Steffi zu ihrem Klassentreffen, 35 Jahre nach dem Abschluss. Man muss ja schließlich zeigen, was man nicht ...
Rein in den Porsche und via Fähre ab nach Sylt, angepasst an die Reichen und Schönen - So startet Steffi zu ihrem Klassentreffen, 35 Jahre nach dem Abschluss. Man muss ja schließlich zeigen, was man nicht hat. Als sie auf dem Treffen den jüngeren Bruder ihrer ehemals besten Schulfreundin kennenlernt, beginnt bei Steffi das Grübeln über eine Liebe, die es ihrer Meinung nach aufgrund des Altersunterschieds nicht geben sollte.
„Sylt oder Sehnsucht“ von Claudia Thesenfitz knüpft mit der Thematik an bereits vergangene an. Eine Frau in den besten Jahren, auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens während dieses einfach an ihr vorüber plätschert und sie sich mit diesem anspruchslosen Dasein abgefunden hat.
Steffi steht dabei auch wieder stellvertretend für viele Frauen, die sich in den Wechseljahren oder vielleicht auch schon an deren Ende befinden und sich fragen, was das Leben ihnen bisher gebracht hat und was noch vor ihnen liegen mag.
Steffi ist dabei pragmatisch, lustig, aber auch direkt. Im Umgang mit Yannick lernt man eine völlig neue Steffi kennen, während sie bei ihrem Partner Bernd meist den Weg des geringsten Widerstands wählt.
Ich finde dieses Thematik immer super spannend und wichtig und finde es daher umso besser, dass sich die Autorin diesem Thema annimmt. Auch das Thema Altersunterschied spielt in Beziehung oft eine große Rolle.
Aber auch wenn Claudia Thesenfitz hier die ungeschönte Wahrheit aufzeigt, konnte mich dieser Roman dieses Mal nicht begeistern. Das lag aber hauptsächlich an Yannick Rolle. Seine übertriebene Sprache und diese neuen Ausdrucksweisen fand ich sehr anstrengend. Ja, es mag sein, dass die jüngere Generation heute so spricht, aber Yannick ist nur wesentlich jünger, als ich selbst und ich kenne in meinem Umkreis niemanden, der so spricht, sondern kenne es nur von Personen, die deutlich jünger sind (da ist er wieder, der Altersunterschied). Das war mir wirklich viel zu überspitzt und Steffis Unsicherheit, wie man Nachrichten an ihn schreibt oder sich ihm gegenüber verhält, passte eher zu einem verliebten Teenie als zu einer gestandenen Frau. Das war für mich ein Widerspruch zu dem, was die Autorin vermutlich vermitteln wollte.
Mein Fazit: Ein netter Liebesroman über Liebe, die kein Alter kennt, über Thema, die oft ein Tabu darstellen und der aber dennoch hin und wieder Klischees bedient.