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Veröffentlicht am 01.06.2025

Emotionaler Wegbereiter für ein tabuisiertes Thema!

Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben
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Lou Bihl greift in ihrem Roman „Nicht Tod zu sein, ist noch kein Leben“ sehr wichtige, aber immer noch tabuisierte Themen auf - selbstbestimmtes Sterben und Suizidassistenz. Sie erzählt die sowohl emotionale, ...

Lou Bihl greift in ihrem Roman „Nicht Tod zu sein, ist noch kein Leben“ sehr wichtige, aber immer noch tabuisierte Themen auf - selbstbestimmtes Sterben und Suizidassistenz. Sie erzählt die sowohl emotionale, als auch konfliktbelade Geschichte zweier Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite Marlene, die lebenshungrige Journalistin und auf der anderen Seite Helene, sie solide und leidenschaftliche Ärztin. Als Marlene schließlich an Krebs erkrankt, begeben sich die beiden Frauen auf eine letzte gemeinsame Reise, „bis zum letzten Atemzug“.

In der letzten Zeit war ich, aufgrund aktueller Anlässe, leider sehr häufig gezwungen, über das Sterben, den Tod und auch Suizidassistenz nachzudenken. Wichtige Themen, die uns zwar alle irgendwo und irgendwann betreffen, aber dennoch weitestgehend totgeschwiegen werden. Um so überraschter war ich, erstmalig in einem Roman darauf zu stoßen. Zumal die Autorin die Thematik von zwei Seiten beleuchtet und beschreibt, was ich sehr interessant finde. Auf der einen Seite haben wir die Erkrankte(n), auf der anderen Seite haben wir die Freundin, Ärztin und auch die Angehörigen. Besonders bemerkenswert ist dabei, die zwar berührende und emotionale, aber dennoch sachliche und leichte Herangehensweise. Trotz der „Schwere“ des Themas, liest sich der Roman zu keiner Zeit „erdrückend“, sondern mit einer außergewöhnlichen Leichtigkeit, wie ich finde.

Die Story ist realistisch und hervorragend recherchiert, die Protagonisten wirklich sehr gut beschrieben und ebenso herausgearbeitet - auch wenn sie für mich nicht unbedingt alle Sympathieträger waren. In ihre Anliegen, Emotionen und auch in die Konflikte konnte ich mich jedenfalls mit Leichtigkeit hineinfühlen und -denken. In Sachen Denken und Verstehen hat mir das Glossar am Ende des Buches auch sehr gut gefallen. Dort ließen sich nicht nur, in alphabetischer Reihenfolge, nochmal alle medizinischen Fachbegriffe nachlesen, sondern auch Quellenangaben und weiterführende Literatur. Schade fand ich, dass in der zweiten Hälfte des Buches, das eigentliche Thema der Suizidassistenz, ziemlich verloren gegangen ist und auch den Schluss empfand ich ein wenig zu „idealisiert“, wenn man in dem Zusammenhang überhaupt davon sprechen kann.

Fazit: Zunächst einmal empfinde ich größte Hochachtung für Lou Bihl, dass sie sich diesem umstrittenen Thema angenommen hat - darüber wird viel zu wenig geredet und geschrieben!

Alles in allem hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen! Dass ich mit der zweiten Buchhälfte ein Problem habe, bzw. mir der Schluss nicht so gefallen hat, ist reine Geschmacksache. Das Buch ist schlichtweg wohldurchdacht, hat mich emotional berührt, zum nachdenken gebracht, mir eine andere Sichtweise vor Augen gehalten und mir viel Neues - gerade in Sachen Rechtsprechung - vermittelt. Gerade bei Romanen schätze ich es sehr, wenn ich nach einem Buch klüger bin als vor einem Buch. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Zu hohe Erwartungen

Dunkle Sühne
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Mit „Dunkle Sühne“ startet Karin Slaughter ihre neue Thriller-Reihe „North Falls“, die in gleichnamiger, amerikanischer Kleinstadt spielt. Eigentlich ein idyllischer Ort in dem noch jeder jeden kennt, ...

Mit „Dunkle Sühne“ startet Karin Slaughter ihre neue Thriller-Reihe „North Falls“, die in gleichnamiger, amerikanischer Kleinstadt spielt. Eigentlich ein idyllischer Ort in dem noch jeder jeden kennt, doch dann verschwinden plötzlich zwei Mädchen und Deputy Emmy Clifton wird sowohl beruflich, wie auch privat auf eine harte Probe gestellt.

Als großer Fan der Will Trent Reihe und nachdem das Buch so gehypt wurde, musste ich es mir natürlich auch zulegen und bin nun doch etwas enttäuscht. Oder doch nicht? Irgendwie bin ich da noch sehr unentschlossen. Ich hatte auf jeden Fall höhere Erwartungen was die Spannung angeht, die bei mir nicht so recht aufkommen wollte. Der Anfang hat sich, gefühlt, unendlich gezogen, so dass ich die ersten, gut 300 Seiten, sogar recht langweilig fand, was sich dann in der zweiten Hälfte jedoch geändert hat. Es mag allerdings auch daran liegen, dass ich zunächst das Hörbuch gehört habe, welches auf mich sehr einschläfernd gewirkt und Emmy als absolute Tranfunzel rübergebracht hat, die. Ihr nicht wirklich sympathisch war. Als ich dann selbst gelesen habe wurde es jedenfalls besser.

Gut gefallen haben mir die, von Frau Slaughter ausgelegten, falschen Fährten und die vielen überraschenden Wendungen, mit denen ich größtenteils wirklich nicht gerechnet habe. Im Nachhinein betrachtet, hat mir auch die ganze umfangreiche Familiengeschichte rund um Emmy sehr gut gefallen. Die hat mich zum Schluss wirklich gefesselt und neugierig darauf gemacht, wie es mit Emmy denn nun weitergehen mag.

Fazit: Vielleicht waren die Erwartungen zu hoch oder das anfängliche hören des Hörbuchs ist schuld - ich weiß es nicht. Jedenfalls konnte mich der erste Band in Sachen Spannung nicht wirklich überzeugen und abholen, obwohl ich ihn auch nicht richtig schlecht fand! Und weil mich Emmys Entwicklung und Geschichte nun wirklich interessiert, werde ich dem zweiten Band auch auf jeden Fall eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Solider Schwedenkrimi

Vega Varg – Das Schweigen der Insel
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Mit „Vega Varg - Das Schweigen der Insel“ von Åsa Hellberg geht eine neue schwedische Krimireihe an den Start, die auf den Kosterinseln an der Westküste Schwedens spielt. Neben der älteren Ermittlerin ...

Mit „Vega Varg - Das Schweigen der Insel“ von Åsa Hellberg geht eine neue schwedische Krimireihe an den Start, die auf den Kosterinseln an der Westküste Schwedens spielt. Neben der älteren Ermittlerin Vega Varg, steht auch deren langjähriger Freund und Kollege Leopold Posse aus Oslo im Mittelpunkt der Ermittlungen, der ihr sowohl bei der Aufklärung eines erschütternden Mordfalls, als auch bei der Suche nach einer Vermissten helfen soll.

Neben der Beschreibung hat mich in erster Linie das aussagekräftige Cover angezogen, wobei ich mich letztendlich für das Hörbuch entschieden habe. Dieses war einerseits zwar sehr gut eingesprochen und hörbar, andererseits hat es den beiden Ermittlern gleichzeitig den Stempel „Schlaftablette“ in meinem Kopf aufgedrückt. Was allerdings irgendwie auch schon wieder zu diesem ruhigeren Krimi gepasst hat. Herausstechend war für mich auf jeden Fall der atmosphärische Schreibstil der Autorin und auch die Story an sich war durchaus spannend, wendungsreich und ausgeklügelt und trotzdem wollte bei mir kein wirklicher Nervenkitzel aufkommen. Der besondere Pfiff, der einen das Buch nicht mehr aus der Hand, bzw. den Kopfhörer nicht mehr vom Kopf nehmen lässt, hat da irgendwie gefehlt.

Fazit: Ein durchaus solider und unterhaltsamer Schwedenkrimi, von dem ich mir jedoch mehr versprochen habe.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Ungewohnt fahle Dystopie des Autors

Ins fahle Herz des Sommers
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Unbarmherzig und schonungslos sticht die Sonne vom Himmel und brennt sich tagein und tagaus in das mittlerweile verdorrte Land und die wenigen, verbliebenen Menschen. Große Teile der Menschheit hat eine ...

Unbarmherzig und schonungslos sticht die Sonne vom Himmel und brennt sich tagein und tagaus in das mittlerweile verdorrte Land und die wenigen, verbliebenen Menschen. Große Teile der Menschheit hat eine Pest dahingerafft, der andere Teil kämpft ums Überleben, während ganze Landstriche mittlerweile unbewohnbar sind. Einer dieser Kämpfer ist Fausto. Sein Leben ist mühsam, schwer und nur von wenigen Nachbarn begleitet. Bis eines Tages Valérie im Haus neben ihm einzieht und mit ihr ein dunkles Geheimnis.

Normalerweise bin ich großer Fan von Andreas Eschbach und hatte mich schon sehr auf sein neues Buch „Ins fahle Herz des Sommers“ gefreut, zumal es mein erstes Hörbuch von ihm sein sollte. Sprecher Matthias Koeberlin hat seine Sache auch wirklich gut gemacht, so dass es eine Freude und sehr angenehm war seinen Worten zu lauschen. Leider verhielt es sich mit der Story und auch den Protagonisten, für meinen Geschmack, da anders. Diese konnten mich diesmal leider nicht überzeugen. Fausto & Co. erschienen mir nicht greifbar und blass gezeichnet, die Story eindimensional und vorhersehbar. Irgendwie in sich nicht schlüssig, bzw. unfertig, so als sei lediglich ein Kapitel aus einem Buch herausgenommen worden und während Dreiviertel so vor sich hin geplätschert sind, hat das letzte Viertel dann versucht alle „Action“ aufzuholen. Absolut grandios waren jedoch Eschbachs Schilderungen von Klima, Land und Leuten. Hier ist es ihm so meisterhaft gelungen die beklemmende Stimmung und düstere Atmosphäre zu transportieren, dass ich mich beim Hören, am Liebsten meines Shirts und der langen Hose entledigt hätte.

Fazit: Erstmals, dass ich zu einem Eschbach sagen muss - kann man hören/lesen muss man aber nicht. Ein interessantes, jedoch recht fahles Gedankenexperiment.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Spannend, jedoch kein Vergleich zu Love, Mom

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Nachdem Cara bei einem gemeinsamen Clubbesuch mit einem Mann verschwindet, sieht Natalie ihre beste Freundin erst wieder, als diese am nächsten Tag im Koma liegt. Was ist mit Cara geschehen und handelt ...

Nachdem Cara bei einem gemeinsamen Clubbesuch mit einem Mann verschwindet, sieht Natalie ihre beste Freundin erst wieder, als diese am nächsten Tag im Koma liegt. Was ist mit Cara geschehen und handelt es sich bei dem Unbekannten nicht genau um den Mann dort, der Nathalie von einem Zeitschriftencover aus entgegen lacht?

In ihrem neuen Thriller „Der Boss - Ist er ein Monster oder ein Genie?“ schleust Iliana Xander ihre Hauptprotagonistin Natalie Olsen als Hausmädchen in das Haus eines Bekannten Unternehmers und Millionärs ein, um ihm, auf der Suche nach der Wahrheit, eine Falle zu stellen und gerät dabei selbst in äußerste Gefahr.

Wie auch Iliana Xanders Vorgänger „Love, Mom“ ist das Buch fesselnd geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Auch blieb die Spannung nicht auf der Strecke, zumal die Autorin wieder die ein oder andere Überraschung in petto hatte und doch hat mir diesmal irgendwie das besondere „Etwas“ gefehlt. Genau beschreiben kann ich es nicht, nur dass ich das Buch diesmal (den Vorgänger habe ich verschlungen) nur mit mäßiger Begeisterung gelesen habe. Vielleicht lag es ein Stückweit an Nathalie, deren Handlungen, Motivation und Art ich nicht immer nachvollziehen konnte, vielleicht war es mir nicht düster bzw. geheimnisvoll genug, vielleicht hat es sich für mich teilweise auch zu sehr gezogen.

Fazit: Für mich ein solider, mittelmäßiger Thriller, den ich weder sonderlich gut, noch schlecht fand. Ich würde ihn zusammenfassend als „durchaus spannende, dennoch leicht verdauliche und nicht nachhaltig hängen bleibende Lektüre für zwischendurch“ beschreiben.

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