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Veröffentlicht am 27.05.2026

Bonhoeffers Gedichte aus dem Gefängnis

Gebete, Gedichte und Gedanken aus dem Gefängnis
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Dietrich Bonhoeffer hat seine Leidenszeit im Gefängnis kreativ verarbeitet. Er konnte sein Schicksal als von Gott gegeben ansehen, und verbitterte nicht. Zu dieser Einstellung ist er jedoch erst nach und ...

Dietrich Bonhoeffer hat seine Leidenszeit im Gefängnis kreativ verarbeitet. Er konnte sein Schicksal als von Gott gegeben ansehen, und verbitterte nicht. Zu dieser Einstellung ist er jedoch erst nach und nach gelangt, das war schon ein Stück Arbeit, dass sich in seinen Werken wieder findet. Bonhoeffers Werk ist über Deutschland hinaus bekannt, insbesondere sein Gedicht: „von guten Mächten, wunderbar geborgen“ ist als Liedtext mit verschiedenen Melodien und in vielen Sprachen aus unterschiedlichen Konfessionen nicht mehr wegzudenken.
Seine Haltung gegenüber dem Unrechtsstaat hat auch die Widerstandsbewegung gegen das Apartheidregime in Südafrika und das Engagement der Solidarnosc in Polen inspiriert. Seine Worte sind auch heute noch eine Mahnung von Gewicht.

Dieses Buch ist in viele kurze Kapitel eingeteilt, in denen teils ein einzelnes Gedicht mit Erläuterung zu finden ist oder auch eine Zusammenfassung von Gebeten oder Gedichten, jeweils auch mit Ergänzungen.
Die Texte regen zum Nachdenken an und sind teils keine leichte Kost. Für mich ein Buch, das ich gerne mal zur Hand nehme, um etwas daran zu lesen. Ein Buch, das man immer mal wieder zur Hand nehmen kann und nicht am Stück liest..

Ein bewegendes Stück Zeitgeschichte, das auch heute noch aktuelle Bezüge hat.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Über einen Herzenskämpfer

Mama, glaubst du, die brauchen im Himmel noch einen Feuerwehrmann?
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Dieses Buch kann man nicht ohne Taschentücher lesen, es ist sehr bewegend. Es ist der Bericht einer Mutter über ihr Leben mit ihrem palliativ erkrankten Kind. Mijo wurde 9 Jahre alt.

Laura wusste schon ...

Dieses Buch kann man nicht ohne Taschentücher lesen, es ist sehr bewegend. Es ist der Bericht einer Mutter über ihr Leben mit ihrem palliativ erkrankten Kind. Mijo wurde 9 Jahre alt.

Laura wusste schon während der Schwangerschaft, dass sie ein krankes Kind erwartet. Die Familie ist sehr gläubig und stellt sich dem Alltag mit einem behinderten Kind. Nach der Geburt scheint zunächst alles gut zu sein, doch schon bald treten erste Probleme auf. Viele Arztbesuche und Klinikaufenthalte bestimmen ihr Leben fortan, die Diagnose ist unklar. Für die Eltern, die auch für ihre anderen Kinder da sein wollen, eine Zerreißprobe. Dass Mijo nicht alt werden wird, ist bald klar, so sehr man als Leser*in auch auf ein Wunder hofft.

Die Berichte der Mutter sind liebevoll und ehrlich, sie schildern schöne wie schwere Stunden, zeigen den tiefen Glauben, der sie trägt, aber auch die Zweifel, die manchmal kommen.

Es ist ein Fest zu lesen, wie sehr sich die Familie aneinander freuen kann, wenn Mijo schöne Stunden hat. Die Dankbarkeit und die Hoffnung, die hier erlebt wurden, sind spürbar und berühren.

Letztlich muss die Familie von Mijo Abschied nehmen und zum Glück gelingt dies in einem liebevollen Kinderhospiz. "Obwohl ich sehe, wie schlecht es Mijo geht, kann ich nicht begreifen, dass er wirklich sterben wird. Mein Herz bleibt einen Schritt hinter der Realität zurück."

Der geschilderte Abschied und die Zeit danach, die Reden und Briefe über bzw. an Mijo sind berührend. "Mijo hat mir gezeigt, auf was es im Leben ankommt: zu lachen, wenn alle verzweifelt sind. Freude zu verteilen, wenn alle weinen. Auszuhalten, ohne zu verzweifeln. Er lehrte mich, dass das Leben kostbar ist und es keine zweite Chance gibt."

Diese Eltern wurden nach dem Zweifel von ihrem Glauben getragen, konnten das Schicksal annehmen, sich über kleine Momente freuen und Trost in der Hoffnung finden, dass Mijo im Himmel mit Gott Einrad fährt und sie ihn dort wiedersehen werden. Mich hat das Buch sehr berührt und bewegt, es lenkt den Blick auf die wesentlichen Dinge im Leben, die oft im Kleinen liegen.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Generationenroman

Ein Ort, der bleibt
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Sandra Lüpkes stellt in diesem Roman neben den interessanten Hauptfiguren einen botanischen Garten in Istanbul und die Botanik gekonnt ins Rampenlicht ihrer Geschichte. Geschickt hat sie reale Figuren ...

Sandra Lüpkes stellt in diesem Roman neben den interessanten Hauptfiguren einen botanischen Garten in Istanbul und die Botanik gekonnt ins Rampenlicht ihrer Geschichte. Geschickt hat sie reale Figuren rund um den angesehen Botaniker und Genetiker Alfred Heilbronn, der 1933 aus Münster vor den Nazis nach Istanbul floh, mit einer fiktiven Gestalt aus der Gegenwart verwoben. Die Erzählweise auf zwei verschiedenen Zeitebenen bringt viel Abwechslung und Dynamik mit sich, die Lust aufs Weiterlesen macht.

In der Vergangenheit lernen wir Schülerin Mehpare in der Türkei kennen, sie wird später die Assistentin von Alfred Heilbronn. Dieser hält die Nazis für ein vorübergehendes Ärgernis, doch auf dringenden Wunsch seiner Frau Magda nimmt er 1933 den Lehrauftrag in Istanbul an. Magda und die Kinder folgen ihm kurz darauf. In der Gegenwart reist die Stadtplanerin Imke nach Istanbul, sie soll bei einem Gutachten über den botanischen Garten mitwirken. Ihre Geschichte erhält neben den Studien zum Garten über ihre privaten Begegnungen eine politische Dimension.
Auf interessante Weise schließen sich immer wieder Kreise und die Leben der Figuren sind gekonnt miteinander verknüpft. Wobei es die Personen in der Vergangenheit tatsächlich gab, dieser Teil beruht auf wahren Gegebenheiten. Der Teil aus der Gegenwart ist hingegen eine Fiktion, die sich harmonisch einfügt. Dadurch das nur in der Gegenwart die Ich-Perspektive genutzt wird, baut man hier Nähe zur Figur auf.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die historischen Fakten werden im Schlussteil durch ein erklärendes Nachwort und Kurzbiografien ergänzt. Die Lebenswege der Figuren sind besonders, sie müssen die Heimat verlassen und in der Fremde neu anfangen. Ihr Mut und ihre Hoffnung sind nicht selbstverständlich, im Buch werden auch tragische Schicksale erwähnt, die diese Kraft zum Neubeginn nicht hatten.
Das Historische und Fiktive passen sehr gut zusammen. Ein tolles Zeit- und Familienpanorama, das Spaß macht, informiert und unterhält.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Mobbing für Kinder erklärt

Ferri
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"Wer zu anderen hässlich und gemein ist, ist nicht mutig, ist nicht stark, sondern schwach."

Ferri wird übel gemobbt, er versteht die Welt nicht mehr und sucht den Fehler bei sich selbst und zieht sich ...

"Wer zu anderen hässlich und gemein ist, ist nicht mutig, ist nicht stark, sondern schwach."

Ferri wird übel gemobbt, er versteht die Welt nicht mehr und sucht den Fehler bei sich selbst und zieht sich zurück. Ein übliches Muster, das schnelle Hilfe häufig verhindert.

Hier wird anschaulich aufgezeigt, wer Täter ist, wie Mobbing beginnt, wie Mitläufer die Situation ausnutzen und das Ganze schnell Fahrt aufnimmt. Auch das Freunde plötzlich nur noch insgeheim zu einem stehen und sich zurückziehen, damit sie nicht ebenfalls zu Opfern werden, wird deutlich. Die Geschichte um den kleinen Fisch Ferri ist tragisch, aber sehr authentisch, der Kleine verliert schnell seine Fröhlichkeit, verschweigt aber zu Hause das Drama um seine Person. Zum Glück hat der große Wal alles beobachtet und unterstützt Ferri, er baut ihn auf und bestärkt ihn. "So wie du bist, so ist es gut."

Das große stabile Kinderbuch ist wunderschön illustriert und eignet sich für Kinder ab 3 Jahren. Die großformatigen Bilder sind nicht zu überladen und zeigen die einzelnen Emotionen der Meerestiere deutlich, so werden die Texte wirkungsvoll unterstützt. Die Farben sind trotz des Themas nicht düster und wirken harmonisch. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Tiere zu entdecken, die im Anschluss noch entdeckt und benannt werden können. Im Fokus steht aber natürlich die Geschichte um Ferri und das Mobbing, die Strukturen werden behutsam aber klar aufgezeigt. Es wird deutlich, das man sich in so einem Fall Hilfe holen sollte, und das Petzen etwas völlig anderes ist. Die wichtige Botschaft wird ohne erhobenen Zeigefinder vermittelt und kann von den Kindern gut verstanden werden.

Das Buch wird durch eine Doppelseite mit Informationen für Eltern und Pädagogen abgeschlossen, was das Buch angenehm und wirkungsvoll abrundet. Hier wird erklärt, wann, wo und wie Mobbing vorkommen kann, welche Ursachen es gibt, was für Auswirkungen es haben kann und welche Maßnahmen man ergreifen kann. Ferner werden Quellen und weiterführende Literatur angegeben.

Ein sehr gutes Bilderbuch zum Thema Mobbing für Kindergartenkinder und Grundschüler.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Ganzheitlicher Ansatz, toll erklärt

Die spinnen, die Neuronen
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Der Autor ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Facharzt für Neurologie. Hier schreibt er verständlich und unterhaltsam über die ganzheitliche Psychotherapie und bringt viele Faktoren in ...

Der Autor ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Facharzt für Neurologie. Hier schreibt er verständlich und unterhaltsam über die ganzheitliche Psychotherapie und bringt viele Faktoren in Einklang, die gerne vernachlässigt werden. Er plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen (denn auch als Fachmann kann einen der Burnout ereilen) bringt gute Studien ein und reichert alles mit Fachkenntnissen an. Der humorvolle Stil deutet sich schon in dem markigen Titel an, der mich sofort angesprochen hat.

Nach dem eigenen Burnout konnte sich der Autor mit dem ganzheitlichen Ansatz helfen, der hier gut beschrieben wird. Schon im Innenteil des Einbands gibt es eine tolle Übersicht "Das innere Parlament", die gekonnt die Themen in Einklang bringt.

Das Buch ist in vier Bereiche unterteilt: Einleitung, Der Körper, Das Verhalten, Die Persönlichkeit. Diese Bereiche sind in diverse Kapitel und Unterkapitel untergliedert, die gelegentlich mit der Rubrik "Kurz und Knapp" jeweils nochmals zusammengefasst werden. Mir gefällt so eine gute Unterteilung immer sehr, da es bei einem späteren Nachlesen das Auffinden eines Themas erleichtert.

Die Tipps sind alltagstauglich und können gut umgesetzt werden, außerdem wird den Vorurteilen gegenüber Verhaltens- und Psychotherapien entgegengewirkt. Der Schritt zum "Kopfdoktor" ist zumindest bei uns auf dem Land immer noch schambehaftet, das ist schlimm, wenn es so Menschen von der wirksamen Hilfe abhält.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter.

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