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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2019

Beeindruckend und tiefgründig

Drei Frauen am See
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Dora Heldt ist mit „Drei Frauen am See“ ein wunderbarer Roman gelungen. Sie erzählt die Geschichte eines Kleeblatts: Vier Mädels, die ihre Kindheit und Jugend in tiefer Freundschaft miteinander verbringen, ...

Dora Heldt ist mit „Drei Frauen am See“ ein wunderbarer Roman gelungen. Sie erzählt die Geschichte eines Kleeblatts: Vier Mädels, die ihre Kindheit und Jugend in tiefer Freundschaft miteinander verbringen, sich gegenseitig helfen und unterstützen und die nichts trennen kann, wie es scheint. Die Leichtigkeit ihrer gemeinsamen Sommer am See begleitet sie in ihr Erwachsenenleben. Bis ein Missverständnis zu einem großen Unglück wird: sie wenden sich voneinander ab, meiden sich und jede geht ihren eigenen Weg ins Leben. Viele Jahre später stirbt Marie, und ihr Vermächtnis ist für die drei Zurückgebliebenen eine harte Herausforderung…
Dora Heldt kann einfach wunderbar erzählen. Man erlebt die Kindheit und Jugend der vier Freundinnen richtig mit, Eindrücke und Gefühle sind greifbar und berührend. Aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz, denn fast bis zum Schluss bleibt unklar, was zu dem Zerwürfnis geführt hatte. Das wahre Freundschaft auch verzeiht, das gemeinsame Erinnerungen und Erlebnisse Schätze fürs Leben sind, davon erzählt Dora Heldt in sanftem Ton, sehr beeindruckend und zu Herzen gehend!

Veröffentlicht am 25.02.2018

FERRANTE MAGIE

Die Geschichte des verlorenen Kindes
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Elena Ferrante erzählt von zwei Freundinnen, Elena und Lila, die einen ganz unterschiedlichen Lebensweg gehen, der sie jedoch immer wieder zusammenbringt. Eine Geschichte, gewoben, wie sie das Leben selbst ...

Elena Ferrante erzählt von zwei Freundinnen, Elena und Lila, die einen ganz unterschiedlichen Lebensweg gehen, der sie jedoch immer wieder zusammenbringt. Eine Geschichte, gewoben, wie sie das Leben selbst schreiben könnte, mit Höhen, Tiefen, voll menschlicher Gefühle, eingebettet in eine Zeit der Konventionen und politischer Veränderungen.
Elena Ferrante schreibt fesselnd: offen, schonungslos, menschlich. Liebe und Freundschaft auf dem Boden der Tatsachen: nicht immer romantisch und verträumt, auch Abstand, Loslösung und Schmerz bestimmen das Leben. Es ist spannend zu lesen, wie die beiden sich völlig unterschiedlich entwickeln und ihren Weg suchen. Geht es der einen gut, scheint es der anderen eher schlecht zu gehen - was mich im dritten Band nicht so ganz überzeugt hat, macht Band 4 wieder wett. Diese Mischung aus Schicksal, das man nicht wirklich beeinflussen kann und dem, was man daraus macht, ist irgendwie magisch. Auch die Gefühlswelten sind so real geschildert, von Glück und Trauer, schlechtem Gewissen, Abhängigkeit - eine Welle, die durch die ganze Geschichte wogt und mich als Leser dazu bringt, mitzufühlen, aber manchmal auch kritisch zu betrachten, ob das Verhalten der beiden natürlich irgendwie „typisch Frau“ ist? Der Wunsch, perfekt zu funktionieren, erfolgreich zu sein, die große Liebe zu finden und zu leben, und nebenbei die beste Mutter der Welt zu sein? Sind da Versagen und Aufgeben nicht sowieso vorprogrammiert?
Für mich eine große Geschichte, wie das Leben sie schreiben könnte, sehr real und fesselnd erzählt!

Veröffentlicht am 02.06.2026

Wie die Natur den Menschen wieder erden kann

Im Sommer der Wildbienen
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Das farbenfrohe Cover voller Blüten stimmt auf einen herrlichen Sommer ein, und Nina Mayen nimmt ihre Leserschaft mit aufs Land und in die wunderbare Natur.
Flora ist in Aufbruchsstimmung und entscheidet ...

Das farbenfrohe Cover voller Blüten stimmt auf einen herrlichen Sommer ein, und Nina Mayen nimmt ihre Leserschaft mit aufs Land und in die wunderbare Natur.
Flora ist in Aufbruchsstimmung und entscheidet sich, Köln und ihre Familie hinter sich zu lassen, um in das alte Häuschen ihrer Großmutter in der Eifel zu ziehen. Für Flora ein schwerer Entschluss, denn sie leidet an einer Form von Autismus, die ihr einen normalen Alltag unmöglich macht.
Nina Mayen beschreibt sehr sanft und liebevoll, wie Flora sich durch ihr neues Leben kämpft und versucht, Struktur zu finden. Erst nach dieser Diagnose kann sie sich selbst besser verstehen und lernen, damit umzugehen und offener zu werden. Die Autorin versteht es, lebendig und detailreich das Landleben zu beschreiben, zarte Liebe und Gefühle in Worte zu fassen und einem die überwältigende Natur näher zu bringen. Es ist eine romantische Geschichte, mit leisen Tönen erzählt und sehr bewegend dargestellt.
Vanessa Bolder erzählt mit angenehmer Stimme, perfekt pointiert und mit liebevollem Einfühlungsvermögen. Sie schafft es spielend, die Charaktere vor dem inneren Auge erstehen zu lassen und sorgt so für ein wunderbares Hörvergnügen!

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Erfrischend, liebenswert und ganz schön verrückt!

Bonjour Agneta
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Agneta ist ein graues Mäuschen. Bis zur Selbstaufgabe ist sie ganz für ihre Familie da, erfüllt deren Erwartungen und vergisst dabei sich selbst. Dabei glimmt doch noch Leidenschaft in ihr, und so werden ...

Agneta ist ein graues Mäuschen. Bis zur Selbstaufgabe ist sie ganz für ihre Familie da, erfüllt deren Erwartungen und vergisst dabei sich selbst. Dabei glimmt doch noch Leidenschaft in ihr, und so werden Käse und ein Glas Wein zu ihrer heimlichen Freude. Bis sie eines Tages eine Anzeige liest und den ungeheuren Mut zu einer großen Veränderung fasst.

Die fröhlich leuchtenden Farben auf dem Cover deuten schon auf die großartige Veränderung und auch Leichtigkeit hin, die Agneta bevorstehen. Doch der Weg dahin ist erst einmal steinig und nicht gerade einfach. Sehr warmherzig und kurzweilig beschreibt Emma Hamberg, wie ihre liebenswerte Protagonistin zwischen Hoffen, Bemühen und Aufgabe schwankt, ihre Komfortzone doch verlässt und sehr bald auf unglaubliche, völlig verrückte Erlebnisse zurückblicken kann. Die Geschichte hat viel Tiefgang, ist sensibel und macht Mut, sich selbst in den Fokus zu rücken. Und sie ist lebendig, erfrischend und überraschend, und ganz ehrlich, mit Einar begegnet uns auch ein herrlich abgehobener Charakter, dessen beginnende Demenz zwar traurig ist, aber auch für reichlich humorvolle Ereignisse sorgt. Ein Buch zum Lachen, Schmunzeln, aber auch nachdenken!

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Alte Vorurteile erwachen bei undurchsichtigen Todesfällen

Strandopfer
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Die junge BKA-Ermittlerin Lena Schuldt wird nach Usedom beordert. In der Gemeinde Misdroy an der Grenze stößt Adam Krawczyk, ein polnischer Kommissar, zu ihr um gemeinsam in dem mysteriösen Mordfall des ...

Die junge BKA-Ermittlerin Lena Schuldt wird nach Usedom beordert. In der Gemeinde Misdroy an der Grenze stößt Adam Krawczyk, ein polnischer Kommissar, zu ihr um gemeinsam in dem mysteriösen Mordfall des Deutschen zu ermitteln. Beide geraten schnell in ein rätselhaftes und widersprüchliches Geschehen, denn es stellt sich heraus, dass die 10-jährige Luisas, die ebenfalls zur Reisegruppe gehört, spurlos verschwunden ist. Eine scheinbar endlose, verzweifelte Suche beginnt.

Das Cover finde ich ansprechend, aus der Schwärze eröffnet sich der Blick auf ein friedliches Küstenstädtchen, aber der Inhalt ist kontrovers.
Frank Goldammer schreibt sehr lebendig und detailreich und entsprechend gut und ausgesprochen fesselnd und einfühlsam wird das Hörbuch von Oliver Siebeck gelesen. Allerdings hat mich die Geschichte nicht wirklich überzeugen können. Sie erschien mir als ein ewiges Hin und Her zwischen alten Vorurteilen, seltsamen Ein- und Ansichten, die Ermittlungen schritten in meinen Augen, sicher auch durch die Verständigungsschwierigkeiten, nur schleppend voran, änderten ständig ihre Richtung und waren die längste Zeit recht erfolglos. Dafür durfte ich mich mit Lenas Misstrauen, ihrem Selbstmitleid und ihren diversen Befindlichkeiten ausreichend auseinandersetzen, wogegen von Adam nur wenig ans Tageslicht kam. Eine Story von Schein und Sein, wie sie womöglich auch vorkommt, aber mit Lena konnte ich absolut nicht warm werden und verstand auch über weite Strecken ihre Impulse nicht. Der Fall selbst war undurchsichtig und verwirrend, genau das hat aber dann die Spannung doch einigermaßen gehalten.

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