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Veröffentlicht am 01.06.2026

Enttäuschend

Mord mit Schwips
1

Seit ihrer Scheidung lebt die ehemalige Münchner Investigativ-Journalistin Romy Fuchs wieder bei ihrer Familie im Bayerischen Wald und verdient sich ihren Lebensunterhalt mit kunstvollem Töpfern. In der ...

Seit ihrer Scheidung lebt die ehemalige Münchner Investigativ-Journalistin Romy Fuchs wieder bei ihrer Familie im Bayerischen Wald und verdient sich ihren Lebensunterhalt mit kunstvollem Töpfern. In der nahe gelegenen Schnapsbrennerei des Hofguts Luisenau gibt es einen kuriosen Todesfall: Der Brennmeister wird in einem Fass Waldmeisterlikör ertränkt. Ausgerechnet Romys Ex-Mann, der Münchner Kriminalhauptkommissar Ben Jacobs, wird dorthin versetzt und soll den Fall lösen. Spätestens als die Freundin des Brennmeisters ebenfalls auf skurrile Weise ermordet wird, ist Romys journalistische und detektivische Neugier erwacht, und sie beginnt in Eigenregie zu ermitteln.

Leider konnte mich dieser Regionalkrimi nicht überzeugen. Die Figuren sind durchweg eindimensional und agieren teilweise einfältig. Erst ab der zweiten Hälfte des Romans kommt ein bisschen Lokalkolorit rüber, allerdings nur in Form von lehrbuchhaften Beschreibungen. Viele Szenen bringen die Handlung nicht voran, bei manchen habe ich mich gefragt, ob das jetzt wirklich nötig war. Einige familiäre Zusammenhänge von Romy bleiben bis zum Schluss unklar. Dann tauchen mehrmals Sinnfehler auf, beispielsweise heißt eine Nebenfigur mal mit Nachnamen Hagen, dann plötzlich Huber. Die Überschriften der Kapitel erscheinen zwar auf den ersten Blick originell, bieten aber keinen Bezug zu deren Inhalt, und bei den eingestreuten Rückblenden war mir nicht klar, wann genau sie stattgefunden haben.

Alles in allem ist dieser Bayernkrimi zu vordergründig, den Showdown finde ich einfach nur unglaubwürdig. Außerdem fehlt der bayerische Touch. Die Protagonistin und ihre Familie erscheinen wie Zugereiste, nicht wie echte Niederbayern. Da hilft es auch nicht, wenn ab und zu ein Servus oder ein urbayerischer Kraftausdruck eingestreut wird. Schade.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Viel Blabla, wenig Nutzen

Die LET THEM Theorie
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Das Cover und der Klappentext versprechen eine phänomenal neue Methode, um den Widrigkeiten des Lebens entgegenzutreten. Die Autorin hat ein starkes Mitteilungsbedürfnis. In lockerem Plauderton teilt sie ...

Das Cover und der Klappentext versprechen eine phänomenal neue Methode, um den Widrigkeiten des Lebens entgegenzutreten. Die Autorin hat ein starkes Mitteilungsbedürfnis. In lockerem Plauderton teilt sie mit uns ihre zahlreichen einschlägigen Erlebnisse und entpuppt sich dabei als ausschweifend erzählende, dominierende Person. Kein Wunder, dass sie damit im zwischenmenschlichen Bereich auf Probleme stieß.

Die von Mel Robbins aufgeführten Beispiele haben wir sicher alle schon mal erlebt. Insofern ist es nicht verkehrt, Lösungsvorschläge zu bekommen, die man unmittelbar umsetzen kann, um im Alltag zu mehr Gelassenheit und Verständnis füreinander zu gelangen. Vielleicht. Allerdings kratzt die Autorin mit ihren Beispielen und Erkenntnissen nur an der Oberfläche. Es geht ihr in erster Linie um Harmonie und Anpassung um jeden Preis. Oft sucht sie die Schuld bei sich selbst und gibt sich damit zufrieden. Tiefergehende Probleme kann man damit schwerlich lösen.

Die Fülle dieses Buches täuscht darüber hinweg, dass auf den vielen, vielen Seiten nur sehr wenig Konkretes präsentiert wird. Es ist erstaunlich, wie man mit so vielen Worten immer wieder nur das gleiche aussagen kann. Um die Hälfte reduziert, wäre das Buch erträglicher gewesen. Schon nach einem Viertel verspürte ich den dringenden Wunsch, es zuzuklappen und wegzustellen. Aber ich habe bis zum Schluss durchgehalten in der Hoffnung, dass da vielleicht doch noch etwas Überraschendes herauskommt. Tatsächlich bietet dieser Ratgeber nur einen einzigen Tipp, mit dem ich etwas anfangen konnte. Alle anderen in epischer Breite dargestellten Probleme erschienen mir konstruiert und aufgeblasen. Das von der Autorin gleich einem Mantra heruntergebetete LASS SIE! und LASS MICH! ist zu banal, um bei echten Sorgen und Nöten eine Hilfe darzustellen.

Mein persönliches Fazit: Dieses Buch ist, wenn man viel Zeit hat, recht unterhaltsam. Es hält absolut keinem Vergleich mit dem Klassiker von Dale Carnegie stand. Vielmehr habe ich den Verdacht, dass die Autorin da eine Geschäftsidee entdeckt hat, mit der man viel Geld verdienen kann. Was ja offenbar auch funktioniert.

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Veröffentlicht am 11.08.2023

Abscheuliche Szenen

Rattensommer
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Sonnys Mutter wurde getötet wegen einem Cheeseburger, auf dem kein Käse war. So erfahren wir es am Anfang dieses „Jugendbuches“. Nur ihre Freundin Lou hat noch echten Zugang zu dem schwer traumatisierten ...

Sonnys Mutter wurde getötet wegen einem Cheeseburger, auf dem kein Käse war. So erfahren wir es am Anfang dieses „Jugendbuches“. Nur ihre Freundin Lou hat noch echten Zugang zu dem schwer traumatisierten Mädchen. Und dann wird der Mörder von Sonnys Mutter vorzeitig aus der Haft entlassen und taucht wieder in dem Dorf auf.
Hört sich eigentlich nach einer sehr interessanten und spannenden Geschichte an. In Wahrheit spielt sich das Ganze irgendwo im luftleeren Raum ab: Die Leser erfahren nicht, wo genau sich dieser Ort befindet. Nur, dass es ein sehr heißer und übelriechender Sommer ist.
Der Titel „Rattensommer“ ist durchaus zutreffend, allerdings handelt es sich bei den Ratten vor allem um die beiden Protagonistinnen. Sie sind nicht nur unsympathisch, sie sind widerlich. Sonny nimmt Rache, aber nicht an dem Mann, der ihre Mutter auf dem Gewissen hat, sondern an dessen Katze.
Mein persönliches Fazit: Eines der ekelhaftesten Bücher, die ich je in Händen gehalten habe. Man kann damit nur eins tun: Es in die Tonne werfen.

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