Eisenbahn
Komm spielenNach einem beruflichen Rückschlag und dem Verlust ihres Mannes braucht Annie eine Auszeit, weshalb sie für ein paar Monate aus dem turbulenten New York fliehen will. Allerdings passieren im beschaulichen ...
Nach einem beruflichen Rückschlag und dem Verlust ihres Mannes braucht Annie eine Auszeit, weshalb sie für ein paar Monate aus dem turbulenten New York fliehen will. Allerdings passieren im beschaulichen Castle Creek recht sonderbare Dinge, und kaum wundert sich Annie über die aktuellen Unfälle, scheint auch schon ihr Sohn Charlie in seltsame Geschehnisse verwickelt zu sein, seit er voller Enthusiasmus mit einer Modelleisenbahn spielt.
Kurze flotte Kapitel und ein eher einfach gehaltener Schreibstil lassen einen sehr rasch vorankommen in dieser bizarren Geschichte. Wir pendeln zwischen verschiedenen Handlungssträngen hin und her, begleiten einerseits Annie und ihren Sohn Charlie, beobachten andererseits recht ungewöhnliche Szenen in einem Ort namens Lucknow zu einem früheren Zeitpunkt, wo Polizeichef Harry Cook ratlos ist angesichts einer Reihe von merkwürdigen Todesfällen. Während es eingangs ein wenig dauert, bis die Sache Fahrt aufnimmt, spitzen sich die Ereignisse im Laufe der Zeit immer weiter zu, ja nehmen sogar noch mysteryhafte Züge an mit dem dargestellten Ende. Gut vorstellbare Charaktere gehören zu den Pluspunkten dieses ungewöhnlichen Thrillers, ebenso wie die gute Lesbarkeit der doch beachtlichen 500 Seiten. Die Richtung, in welche sich die Handlung zum Schluss entwickelt, überzeugt mich jedoch nicht so ganz, möglicherweise, weil ich diese so nicht erwartet habe; dennoch bietet das Buch unterhaltsame Lesestunden.
Nicht so sehr gruseliger Thriller als eher ein Schwenk in Richtung Mystery – für Freunde von Modelleisenbahnen und geheimnisvollen Vorfällen auf jeden Fall empfehlenswert.