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Veröffentlicht am 01.06.2026

Eisenbahn

Komm spielen
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Nach einem beruflichen Rückschlag und dem Verlust ihres Mannes braucht Annie eine Auszeit, weshalb sie für ein paar Monate aus dem turbulenten New York fliehen will. Allerdings passieren im beschaulichen ...

Nach einem beruflichen Rückschlag und dem Verlust ihres Mannes braucht Annie eine Auszeit, weshalb sie für ein paar Monate aus dem turbulenten New York fliehen will. Allerdings passieren im beschaulichen Castle Creek recht sonderbare Dinge, und kaum wundert sich Annie über die aktuellen Unfälle, scheint auch schon ihr Sohn Charlie in seltsame Geschehnisse verwickelt zu sein, seit er voller Enthusiasmus mit einer Modelleisenbahn spielt.

Kurze flotte Kapitel und ein eher einfach gehaltener Schreibstil lassen einen sehr rasch vorankommen in dieser bizarren Geschichte. Wir pendeln zwischen verschiedenen Handlungssträngen hin und her, begleiten einerseits Annie und ihren Sohn Charlie, beobachten andererseits recht ungewöhnliche Szenen in einem Ort namens Lucknow zu einem früheren Zeitpunkt, wo Polizeichef Harry Cook ratlos ist angesichts einer Reihe von merkwürdigen Todesfällen. Während es eingangs ein wenig dauert, bis die Sache Fahrt aufnimmt, spitzen sich die Ereignisse im Laufe der Zeit immer weiter zu, ja nehmen sogar noch mysteryhafte Züge an mit dem dargestellten Ende. Gut vorstellbare Charaktere gehören zu den Pluspunkten dieses ungewöhnlichen Thrillers, ebenso wie die gute Lesbarkeit der doch beachtlichen 500 Seiten. Die Richtung, in welche sich die Handlung zum Schluss entwickelt, überzeugt mich jedoch nicht so ganz, möglicherweise, weil ich diese so nicht erwartet habe; dennoch bietet das Buch unterhaltsame Lesestunden.

Nicht so sehr gruseliger Thriller als eher ein Schwenk in Richtung Mystery – für Freunde von Modelleisenbahnen und geheimnisvollen Vorfällen auf jeden Fall empfehlenswert.


Veröffentlicht am 18.05.2026

Die Podcasterin

Bachelorette Party
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Podcasterin Tessa ist zu einem Junggesellinnenabschied auf einer entlegenen Insel eingeladen. Gemeinsam mit fünf anderen Frauen wird sie einige Tage mit Yoga, Zurückgezogenheit und einfach viel Zeit mit ...

Podcasterin Tessa ist zu einem Junggesellinnenabschied auf einer entlegenen Insel eingeladen. Gemeinsam mit fünf anderen Frauen wird sie einige Tage mit Yoga, Zurückgezogenheit und einfach viel Zeit mit ihren Freundinnen verbringen. Tatsächlich aber ist Tessa daran interessiert, was zehn Jahre zuvor auf dieser Insel geschehen ist, warum damals vier Frauen spurlos verschwunden sind.

Auf unterschiedlichen Zeitebenen und aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt Camilla Sten vom Geschehen, weiters tragen die kurzen Kapitel dazu bei, die Neugierde auf die verborgenen Hintergründe zu wecken. Trotz der interessanten Andeutungen kommt allerdings keine wirkliche Spannung auf, bleiben die Figuren unnahbar und fremd, bis auf Tessa, welche über weite Strecken in der Ich-Form spricht. Ein kleines Eiland in der schwedischen Schärenwelt, eine Braut mit ihren Freundinnen und ein zehn Jahre lang zurückliegendes Unglück – beste Zutaten für einen fesselnden Thriller, der Klappentext verspricht diesmal leider mehr als das Buch tatsächlich hält. Ich habe mir mehr Atmosphäre erwartet und aufregendere Momente während der gesamten Handlung, das Ende war im Vergleich dazu fast zu intensiv.

Die perfekte Kulisse und etliche Gedankenspiele bieten Platz für vielfache Spekulationen, der Spannungsbogen ist allerdings nicht so hoch wie erwartet.

Veröffentlicht am 01.05.2026

Horror im Hotel

REM
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Horror im Hotel

Alysee hat Angst vor dem Schlaf, denn einst hat ihr Vater sie gewarnt: „Du darfst nicht einschlafen!“ Mit ihren vier Jahren hat sie das nicht geschafft und dafür ihren Vater in den Tod ...

Horror im Hotel

Alysee hat Angst vor dem Schlaf, denn einst hat ihr Vater sie gewarnt: „Du darfst nicht einschlafen!“ Mit ihren vier Jahren hat sie das nicht geschafft und dafür ihren Vater in den Tod geschickt. Als Erwachsene erbt Alysee ein Hotel, in welchem sie die Geheimnisse um ihre Familie ergründen kann, der Horror hält mit ihr Einzug.

Eine aufregende Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln nimmt ihren Lauf, Alysee und ihr Ziehbruder Nico versprechen Spannung, die Leute im VW-Bully Horror. Die flotte Schreibweise und die kurzen Kapitel samt häufigen Perspektivwechseln tragen ebenfalls zum Lesevergnügen bei. Allerdings sinkt dieses im Laufe der Geschichte deutlich ab, die Elemente aus dem Horrorgenre werden oft nur angedeutet oder beziehen sich auf Filme und Computerspiele, werden aber dann doch kaum szenisch umgesetzt. Die Handlung selbst wird – speziell zum Ende hin – immer skurriler und nimmt science-fictionartige Formen an, welche für mich nicht wirklich zum so fesselnden Beginn passen. Der Horror im Hotel, der Vorraum zur Hölle, hätte noch dramatischer ausfallen können, die Glaubwürdigkeit wäre mit einer weniger fantastischen Gedankenwelt wohl höher geblieben.

Ein interessantes Thema, das im Laufe der Kapitel leider an Spannung und Überzeugungskraft einbüßt. 3 von 5 Sternen.


Veröffentlicht am 27.04.2026

Gewitter über der Insel

Träume aus Salz
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Gewitter über der Insel

Flo und Matty sind noch in der „frisch verliebt“-Phase als sie einen erholsamen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel verbringen. Am Strand liegen, lesen, gutes Essen genießen ...

Gewitter über der Insel

Flo und Matty sind noch in der „frisch verliebt“-Phase als sie einen erholsamen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel verbringen. Am Strand liegen, lesen, gutes Essen genießen und die Seele baumeln lassen. Das ist der Plan, Flos nächtliche Träume und Erinnerungen jedoch ziehen wie dräuende Gewitterwolken herauf und überschatten die Idylle.

Aus verschiedenen Perspektiven erfahren wir, was auf der Urlaubsinsel – und nicht nur dort – geschieht, Flo, Matty und die Griechin Sofia leihen uns dafür ihren Blick auf die Dinge. Griechische Mythologie, Tarotkarten und Sofias richtige Gespür für ihre Mitmenschen bringen Knistern ins Geschehen, dazu Flos Gedanken an frühere Ereignisse, dennoch will der gewisse Funke nur schwer überspringen, verliert sich die Handlung immer wieder in alltäglichen Nichtigkeiten, bringt die Intention des Ganzen nie richtig auf den Punkt – das ist zumindest mein Eindruck. Melancholie und eine gewisse Schwere liegen über dem glitzernden Meer, den köstlichen kulinarischen Verführungen. Die zeitweise poetische und überaus angenehme Sprachmelodie vermag den zerfaserten Handlungsverlauf kaum wettzumachen. Obwohl nur wenige Figuren im Mittelpunkt stehen, bleiben diese ein wenig unnahbar, deren Gefühle zwar transparent, aber kaum spürbar. Die Auflösung ist dann auch deutlich weniger spektakulär als zu erwarten war.

Die Geschichte selbst überzeugt nicht unbedingt, aufgrund des schönen Urlaubssettings und der bemerkenswerten Sprachmelodie vergebe ich nun gerne drei Sterne.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Freundin des besten Freundes

The Night We Met
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Larissa trifft bei einem Konzert eine spontane Entscheidung, lässt sich von Mike heimbringen und ist kurze Zeit später mit ihm liiert. Dabei ist es Mikes bester Freund Chris, mit dem sie sich ohne Worte ...

Larissa trifft bei einem Konzert eine spontane Entscheidung, lässt sich von Mike heimbringen und ist kurze Zeit später mit ihm liiert. Dabei ist es Mikes bester Freund Chris, mit dem sie sich ohne Worte versteht. Probleme vorprogrammiert …

Ein Roman aus unterschiedlichen Perspektiven, der vielfältige Einblicke bietet. Abby Jiminez‘ Schreibstil ist locker und flüssig, sodass man rasch ins Geschehen findet und auf dieser Ebene gut unterhalten wird. Allerdings teile ich den Humor der Autorin nicht und kann daher mit etlichen bizarren Momenten, welche witzig gemeint sind, wenig anfangen. Insbesondere die Szenen mit einem Hund namens Wufferine finde ich persönlich nicht besonders spaßig. Die Handlung ist solide, nicht nur die Tatsache, dass Larissa besser mit Chris zusammenpassen würde als mit ihrem Freund Mike, sondern auch etliche andere Stolpersteine und Schwierigkeiten, beinhalten ernsthafte Themenkomplexe, welche hier angesprochen werden. Trotz allem hat mich die Geschichte nicht so berührt, wie ich es mir vom Klappentext her erwartet habe. Es sind leider nur einzelne Kapitel, welche ich als wirklich nahegehend empfunden habe beim Lesen. Das Ende hingegen wirkt stimmig als Abschluss des gemeinsam erlebten Jahres.

Ein ungewöhnliches Buch mit einem teils deprimierenden Unterton aufgrund der vielschichtigen Problemfelder. Der sehr spezielle Humor lockert das Ganze gut auf, sofern einem dieser gefällt.