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Veröffentlicht am 01.06.2026

Freunde für immer

Kein Sommer ohne August
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Charlie und August lernen sich bereits als Kinder im „One Last Chapter“ kennen, dem Buchladen von Augusts Tante Molly in Liberty Beach. Während Charlie in dem Ort lebt, wohnt August mit seinen Eltern in ...

Charlie und August lernen sich bereits als Kinder im „One Last Chapter“ kennen, dem Buchladen von Augusts Tante Molly in Liberty Beach. Während Charlie in dem Ort lebt, wohnt August mit seinen Eltern in New York. Deshalb sehen sich die beiden nur während der Sommerferien. Doch diese wenigen Wochen reichen aus, um eine ganz besondere Verbindung entstehen zu lassen.
Auch der Buchladen wird für Charlie zu einer Art zu Hause. Zwischen Büchern, Geschichten und gemeinsamen Erlebnissen wächst eine tiefe Freundschaft, die die beiden durch ihre Kindheit und Jugend begleitet. Mit der Zeit wird aus ihrer Verbundenheit jedoch mehr und Charlie und August verlieben sich ineinander. Allerdings hat Charlie bei ihrer Mutter erlebt, wie viel Schmerz die Liebe verursachen kann, und zieht die Reißleine, bevor ihre Gefühle die Freundschaft gefährden. Als schließlich eine folgenschwere Entscheidung die beiden für zehn Jahre trennt, scheint ihre gemeinsame Geschichte endgültig vorbei zu sein.
Erst als Tante Molly stirbt und Charlie überraschend den Buchladen erbt, kreuzen sich ihre Wege erneut…

Mit „Kein Sommer ohne August“ hat Lucy Astner einen Roman geschrieben, der sich anfühlt wie ein endloser Sommertag am Meer. Anfangs brauchte ich zwar etwas Zeit, um in die Geschichte hineinzufinden, doch irgendwann war ich mittendrin – und wollte Charlie und August nicht mehr verlassen.
Der Roman vermittelt ein Gefühl von Wärme, Sehnsucht und Vertrautheit. Man begleitet die Figuren durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens und fühlt sich ihnen dabei erstaunlich nah. Erzählt wird die Geschichte aus Charlies Sicht, die immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt. Nach und nach fügen sich die Erinnerungen an gemeinsame Sommer zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.
Dabei merkt man deutlich, dass Lucy Astner auch als Drehbuchautorin arbeitet. Viele Szenen wirken beinahe filmisch und laufen wie ein Kinofilm vor dem inneren Auge ab. Die Stimmungen, die Schauplätze und die Emotionen der Figuren werden so lebendig beschrieben, dass man sie regelrecht miterlebt.
Besonders gefallen hat mir die Verbindung zwischen Charlie und August. Ihre gemeinsame Liebe zu Büchern, Geschichten und dem Schreiben macht ihre Beziehung einzigartig. Die Dialoge sind humorvoll, herzlich und voller Vertrautheit. Selbst dann, wenn ich Charlies Entscheidungen nicht immer vollständig nachvollziehen konnte, waren ihre Gefühle stets greifbar.
Einen großen Teil seines Zaubers verdankt der Roman auch seiner sommerlichen Atmosphäre. Liberty Beach, der Buchladen „One Last Chapter“ und die vielen Erinnerungen an vergangene Sommer verleihen der Geschichte eine besondere Leichtigkeit. Passend dazu spielt auch der Titel mit einer schönen Doppeldeutigkeit: Gemeint ist nicht nur August, der Mensch, sondern auch der Monat August – der Höhepunkt des Sommers.
Lucy Astner beweist einmal mehr ihr Gespür für emotionale Geschichten. „Kein Sommer ohne August“ ist eine berührende Geschichte über Freundschaft, Liebe, zweite Chancen und die besondere Kraft von Geschichten.

Fazit:
Ein Lesehighlight meines Buchjahres, das sicher über den Sommer hinaus in meinen Gedanken bleiben wird.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Im Camp der guten Hoffnung

Zelten mit Juli
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In „Zelten mit Juli“, dem mittlerweile siebten Band der Reihe, geht es für Anna, Max und Paul gemeinsam auf Klassenfahrt. Ziel ist ein neu eröffnetes Camp an einem bayerischen See. Dabei dürfen natürlich ...

In „Zelten mit Juli“, dem mittlerweile siebten Band der Reihe, geht es für Anna, Max und Paul gemeinsam auf Klassenfahrt. Ziel ist ein neu eröffnetes Camp an einem bayerischen See. Dabei dürfen natürlich auch Juli, ihr Fohlen Juno und Hund Watson nicht fehlen. Doch kaum angekommen, läuft längst nicht alles so harmonisch wie gedacht. Die beiden CampleiterInnen Annika und Thomas wirken überraschend streng und haben eine Menge Regeln für ihre jungen Gäste. Noch merkwürdiger ist allerdings, dass der Badesee gesperrt ist, weil immer wieder große Mengen Plastikmüll angespült werden – und das ausgerechnet in einem Camp, das sich Nachhaltigkeit und Naturschutz auf die Fahne geschrieben hat. Schnell ist klar: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Ein neuer Fall für die tierischen Sechs beginnt.
In diesem neuen Juli Abenteurer erzählt Petra Eimer wieder mit viel Humor, Herz und einer großen Portion Charme von ihren sowohl menschlichen als auch tierischen ProtagonistInnen. Wir selbst haben ja zwei Bände der Reihe ausgelassen und waren deshalb wirklich überrascht, wie viele HeldInnen inzwischen zur Geschichte gehören. Alle Figuren sind unglaublich einnehmend und mit ganz viel Persönlichkeit ausgestattet. Man schließt sie sofort ins Herz und fühlt sich schnell wieder mitten in der vertrauten Welt angekommen.
Besonders schön ist außerdem, dass Petra Eimer die Illustrationen wieder selbst gestaltet hat. Dieses Mal wirkten sie auf uns sogar noch farbenfroher und detailreicher als in den vorherigen Bänden. Selbst wenn man zwischendurch einmal einen Teil ausgelassen haben sollte, findet man sofort wieder in die Geschichte hinein und weiß direkt, worum es geht. Das ist schön.
Der Autorin gelingt es zudem wichtige Themen wie Umwelt- und Naturschutz so in die Geschichte einzubinden, ohne dass es für die Kinder belehrend wirkt. Viel eher werden die LeserInnen informiert und zum Schutz der Natur animiert.

Fazit:
Ein spannendes und lustiges neues Abendteuer um Juli und Ihre FreundInnen, das man einfach lesen muss.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Peng, Peng, Peng

Solange ein Streichholz brennt
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Alina ist ehrgeizig, talentiert und endlich scheint ihre große Chance gekommen zu sein. Gemeinsam mit einem beim Sender hoch angesehenen männlichen Kollegen soll sie eine neue Fernsehshow auf die Beine ...

Alina ist ehrgeizig, talentiert und endlich scheint ihre große Chance gekommen zu sein. Gemeinsam mit einem beim Sender hoch angesehenen männlichen Kollegen soll sie eine neue Fernsehshow auf die Beine stellen. Das Konzept: Alina dreht eine eindringliche Reportage als Einstieg in das Thema, anschließend diskutiert ihr Kollege mit prominenten Gästen im Studio weiter.
Die erste Sendung steht unter dem Titel „Wie ein Leben entgleitet“. Für ihre Recherche begleitet Alina deshalb einen obdachlosen Mann über einen längeren Zeitraum mit der Kamera. Dabei begegnet sie Bohm, Mitte dreißig, seit fünf Jahren auf der Straße lebend und voller Rätsel. Niemand weiß so genau, weshalb er dort gelandet ist, und auch Bohm selbst schweigt beharrlich über seine Vergangenheit.
Während Alina versucht, hinter die Fassade ihres „Hauptdarstellers“ zu blicken, laufen parallel die Vorbereitungen für die große Livesendung. Anfangs scheint alles nach Plan zu verlaufen. Doch je näher die Ausstrahlung rückt, desto stärker geraten die Gefühle und persönlichen Abgründe der er Beteiligten außer Kontrolle, bis die Situation schließlich eskaliert.

Dass sich der deutsche Autor und Produzent Christian Huber in der Medienwelt bestens auskennt, merkt man seinen Schilderungen rund um den Dreh der Reportage sofort an. Alles wirkt dabei sehr authentisch. Besonders gefallen hat mir, wie er die Beziehungen zwischen den einzelnen Protagonist entwickelt. Sie entfalten sich sowohl für sich allein als auch im Zusammenspiel miteinander sehr überzeugend und nachvollziehbar.
Auch die Entscheidung, das Thema Obdachlosigkeit in den Mittelpunkt der Geschichte zu stellen, hat mir gut gefallen. Sehr eindringlich schildert der Autor die Not und das Leben auf der Straße und macht sie für die Leser- beziehungsweise Hörerschaft spürbar. An manchen Stellen hätte ich mir dennoch etwas detailliertere Einblicke gewünscht – sowohl in die konkreten Herausforderungen des Lebens auf der Straße als auch in die Arbeit und Versorgungsstrukturen entsprechender Hilfsorganisationen.
Sehr deutlich zeigt der Autor jedoch, wie stark obdachlose Menschen von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Wie schnell ihnen mit Ablehnung, Vorurteilen oder sogar Ekel begegnet wird. Und wenn man ehrlich zu sich selbst ist, ertappt man sich vielleicht dabei, ähnliche Unsicherheiten oder Ängste zu haben, weil man so wenig über die Schicksale dieser Menschen weiß. Gerade dieser unbequeme Blick auf gesellschaftliche Vorurteile ist Christian Huber unglaublich gut gelungen.

Da die einzelnen Kapitel abwechselnd aus der Perspektive von Alina und Bohm erzählt werden, hat man dies im Hörbuch perfekt umgesetzt: Die Kapitel aus Alinas Sicht werden von Maria Wördemann eingesprochen, die von Bohm von Robert Stadlober. Dadurch gewinnt die Geschichte noch einmal zusätzlich an Tiefe und man fühlt sich den Figuren deutlich näher. Im Kopf entsteht beinahe ein Film, der vor dem inneren Auge abläuft. Für mich war das absolut stimmig und großartig inszeniert.

Fazit:
Eine fesselnde Geschichte über gesellschaftliche Abgründe, Vorurteile und menschliche Schicksale, die als Hörbuch hervorragend umgesetzt wurde. Eines meiner Hörbuchhighlights in diesem Jahr!

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Wo ein Kirschbaum im Haus wächst und ein Hund auf zwei Beinen geht

Tanzende Frau, blauer Hahn
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Im Mittelpunkt dieses Romans steht die besondere Freundschaft zwischen Roxana und Camil, die sich bereits als Kinder im rumänischen Ort Busteni kennenlernen. Während Roxana aus Bukarest stammt und die ...

Im Mittelpunkt dieses Romans steht die besondere Freundschaft zwischen Roxana und Camil, die sich bereits als Kinder im rumänischen Ort Busteni kennenlernen. Während Roxana aus Bukarest stammt und die Sommer bei ihrer Tante und Großmutter in dem kleinen Ort verbringt, wächst Camil dort als Sohn einer Eisenbahnerfamilie auf. Jahr für Jahr begegnen sich die beiden wieder und verbringen gemeinsam die Sommer ihrer Kindheit und Jugend.
Dabei erzählen sie sich Geschichten erfundene ebenso wie tatsächlich erlebte über die Bewohner des Dorfes und über das Leben selbst. Zwischen Fantasie, Erinnerungen und Beobachtungen entsteht so eine ganz eigene Welt, die die beiden miteinander teilen. Doch während die Jahre vergehen, entwickelt sich nicht nur ihre Freundschaft weiter, sondern auch ihre gemeinsame Geschichte schreitet Stück für Stück voran bis zu ihrem Ende.

Dana Grigorcea erschafft in ihrem Roman eine ganz besondere Atmosphäre. Melancholisch, magisch und gleichzeitig voller Wärme. „Tanzende Frau, blauer Hahn“ ist eines jener Bücher, die weniger von großen dramatischen Ereignissen leben, sondern vielmehr von Stimmungen, Erinnerungen und den Geschichten zwischen den Zeilen.
Im Zentrum stehen Roxana und Camil, die gemeinsam aufwachsen, sich ineinander verlieben und über viele Jahre hinweg miteinander verbunden bleiben. Besonders schön fand ich dabei, wie die beiden über die Geschichten der Dorfbewohner oft eigentlich über sich selbst sprechen. Dinge, die sie nicht direkt auszusprechen wagen oder vielleicht selbst noch gar nicht richtig greifen können, spiegeln sich in ihren Erzählungen über andere Menschen wider. Dadurch entsteht eine stille, beinahe zärtliche Form der Annäherung zwischen den beiden Figuren.
Umrahmt wird diese Liebesgeschichte von der inzwischen erwachsenen Roxana, die gemeinsam mit einem Pianisten auf Lesereise unterwegs ist, nachdem sie ihre eigene Geschichte veröffentlicht hat, genauso, wie sie es sich als junges Mädchen immer erträumt hatte. Dana Grigorcea erzählt dabei von Träumen, Hoffnungen und Wünschen, die sich manchmal tatsächlich erfüllen können, aber auch davon, wie sehr Herkunft und gesellschaftliche Unterschiede Lebenswege prägen. Während diese Unterschiede für Roxana und Camil als Kinder kaum eine Rolle spielen, treten sie mit den Jahren immer deutlicher hervor. Durch unterschiedliche Bildungswege, berufliche Chancen und die Leben, die beide schließlich führen werden.
Gleichzeitig ist dieser Roman auch eine Liebeserklärung an den kleinen Ort Busteni und seine Menschen. Die Autorin schreibt über die Schönheit der Natur, aber auch über die Veränderungen der Zeit. Über Gentrifizierung, Städter, die Ferienhäuser bauen, und einen Ort, der langsam sein Gesicht verändert. Mit ihren Geschichten hält sie Busteni und seine Bewohner jedoch lebendig.

Dana Grigorcea, die 1979 selbst in Bukarest geboren wurde, in Rumänien aufgewachsen ist und heute in der Schweiz lebt, verleiht ihrem Roman dabei eine große Authentizität. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, stand mit ihren Büchern auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und kuratiert in diesem Jahr zudem das Münchner Literaturfest unter dem Motto „Freiheit“.

Ihr Roman folgt dabei einem ganz eigenen Rhythmus. Durch die vielen kleinen Episoden über die Dorfbewohner entsteht eine beinahe schwebende Magie, der man sich nur schwer entziehen kann.

Fazit:
Eine melancholische und poetische Geschichte über Liebe, Erinnerungen, Träume und Hoffnungen im Wandel der Zeit. Für mich ein absolutes Lesehighlight dieses Jahres.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Welche Schwester willst du sein?

Beth is dead
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Rezension zu gleichnamigen Hörbuch aus dem Der Audio Verlag:

In dem aktuellen Thriller von Katie Bernet, der von Katarina Ganslandt ins Deutsche übersetzt wurde, wird das Leben der vier March-Schwestern ...

Rezension zu gleichnamigen Hörbuch aus dem Der Audio Verlag:

In dem aktuellen Thriller von Katie Bernet, der von Katarina Ganslandt ins Deutsche übersetzt wurde, wird das Leben der vier March-Schwestern von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. Ihr Vater ist Schriftsteller und er hat ein Buch geschrieben. Über seine Töchter, über ihr Leben, über ihre intimsten Momente. Das Problem? Niemand hatte im Vorfeld eine Ahnung davon.
Als das Buch „Little Women“ dann schließlich erscheint, schlägt es ein wie eine Bombe. Nicht nur innerhalb der Familie sorgt die Veröffentlichung für Entsetzen, auch die Öffentlichkeit reagiert gespalten. Zwischen Faszination und moralischer Empörung entstehen schnell unterschiedliche Lager: Die einen feiern die Geschichte, die anderen verurteilen sie scharf, denn schließlich geht es um reale Kinder, deren Leben ungefragt zur Unterhaltung wird.
Mit der Zeit lässt der mediale Rummel nach. Doch für die Schwestern ist nichts mehr wie zuvor. Sie müssen lernen, mit ihrer neuen Rolle umzugehen – als Figuren, die plötzlich jeder zu kennen glaubt. Als Projektionsfläche, als Social-Media-Thema, als Personen, über die geurteilt wird. Besonders schwer trifft es Beth. Denn im Buch ihres Vaters stirbt sie. Ein fiktionales Ende, das sich wie ein Schatten über ihr echtes Leben legt. Bis zu dem Zeitpunkt als aus Fiktion Realität wird. Denn eines Nachts ist Beth plötzlich wirklich tot, nur diesmal war es kein geschriebener Schluss.

Was mir an dem Thriller besonders gut gefallen hat, ist die Erzählweise. Die Geschichte wird nämlich kapitelweise aus den Perspektiven der einzelnen March-Schwestern geschildert. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild, das sich Stück für Stück zusammensetzt. Immer wieder gibt es Zeitsprünge, mal befinden wir uns in der Zeit vor Beths Tod, dann wieder in der Gegenwart.
Gerade zu Beginn kann das zwar kurz etwas fordern, weil man sich erst orientieren muss, doch genau darin liegt auch der Reiz: Nach und nach greifen die einzelnen Erzählstränge ineinander und ergeben ein Gesamtbild.
Durch die unterschiedlichen Blickwinkel bleibt lange unklar, was eigentlich wirklich passiert ist. Jede Schwester bringt ihre eigene Wahrheit mit und genau dieses Spiel mit Wahrnehmung und Realität sorgt für eine Spannung, die sich kontinuierlich steigert und immer weiter zuspitzt.

Im Hörbuch wurde diese Vielstimmigkeit besonders gelungen umgesetzt. Die Perspektiven werden von unterschiedlichen Sprecherinnen getragen: Julia Nachtmann, Lisa Cardinale und Nina Reithmeier verleihen den Figuren jeweils ihre ganz eigene Stimme und machen sie dadurch greifbar und lebendig.
Durch die vielen Dialoge entsteht fast das Gefühl, als würde man den Gesprächen direkt beiwohnen. Man ist nah dran, an den Figuren selbst, aber auch an ihrem Umfeld und vor allem an ihren Gedanken sowie Gefühlen. Genau das hat es für mich so spannend gemacht: Ich habe wirklich lange gerätselt, was passiert ist und wer letztlich die Verantwortung für Beths Tod trägt.
Die Sprecherinnen setzen den Thriller atmosphärisch dicht um und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Denn eines wird schnell klar: Hier geht es nicht nur um eine spannende Handlung, sondern um weit mehr, um Wahrnehmung, Schuld und die Frage nach Wahrheit.

Fazit:
Eine ungewöhnliche, vielschichtige Geschichte, die sowohl als Buch als auch im Hörbuchformat hervorragend funktioniert. Intensiv, spannend und absolut hörenswert.

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