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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.12.2023

Ein spannender historischer Roman voller Dramatik

Die Hexe von Nassau
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Im Jahr 1676 beginnt Graf Johannes in der Grafschaft Nassau mit einer Hexenverfolgung. Katharinas Mutter wird grausam hingerichtet und auch sie selber gerät in das Visier des Henkers Leonhard Busch, der ...

Im Jahr 1676 beginnt Graf Johannes in der Grafschaft Nassau mit einer Hexenverfolgung. Katharinas Mutter wird grausam hingerichtet und auch sie selber gerät in das Visier des Henkers Leonhard Busch, der sie unbedingt als Hexe anklagen will.
Dieser Roman basiert auf historisch belegten Begebenheiten und ist mit fiktiven Ereignissen gekonnt verwoben. Es geht um Aberglauben, Verfolgung, Freundschaft und Hoffnung. Die Handlung ist voller Spannung, Dramatik und zum größten Teil nicht vorhersehbar. Die verschiedenen Charaktere sind bildhaft und lebendig dargestellt. Sie kommen nachvollziehbar und authentisch auf den Leser herüber. Der Schreibstil ist einfach gehalten, lässt sich jedoch flüssig und zügig lesen. Einige Längen und Wiederholungen in der Geschichte störten meinen Lesefluss kaum, denn dazu war die Handlung einfach zu fesselnd.
Mein Fazit:
Ein hervorragend penibel recherchierter Roman, den ich sehr gerne weiterempfehle. 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Menschlich und berührend

Was das Schicksal uns schenkt
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Manche Geschichten leben nicht von großen Ereignissen, sondern von Menschen, die sich unerwartet begegnen. Genau das macht diesen Roman aus. Die Handlung entwickelt sich in ruhigem Tempo und zeigt, wie ...

Manche Geschichten leben nicht von großen Ereignissen, sondern von Menschen, die sich unerwartet begegnen. Genau das macht diesen Roman aus. Die Handlung entwickelt sich in ruhigem Tempo und zeigt, wie aus einer spontanen Entscheidung nach und nach etwas entsteht, das zwei Leben verändert.
Addie arbeitet nach vielen Jahren bei Armee und Polizei als Sicherheitskraft in einem Mietlager. Dort trifft sie auf den obdachlosen Jugendlichen Jonathan und bietet ihm einen Platz in ihrem Gartenschuppen an. Aus dieser ungewöhnlichen Situation entwickelt sich eine Verbindung, die beiden neuen Halt gibt. Dabei geht es um Vertrauen, um alte Belastungen und darum, wieder offen für das Leben zu werden.
Die Figuren wirken über weite Strecken glaubwürdig. Addie trägt vieles mit sich herum und hält andere Menschen lieber auf Abstand. Jonathan bringt nach und nach Veränderungen in ihr Leben, ohne dass dies übertrieben oder konstruiert wirkt. Gerade diese ruhige Entwicklung macht einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus.
Vieles spielt sich in den kleinen Szenen des Alltags ab. Während Jonathan sich um den verwilderten Garten kümmert, verändert sich auch das Miteinander der beiden. Die Autorin beschreibt solche Momente einfach und unaufgeregt. Dadurch entstehen viele Situationen, die nachvollziehbar wirken und der Geschichte eine angenehme Nähe verleihen.
Das Buch spricht Themen an, die viele Menschen kennen. Einsamkeit, Verlust, Hoffnung und die Frage, ob ein Neuanfang noch möglich ist, ziehen sich durch die Handlung. Dabei wird nichts unnötig dramatisiert. Gerade diese zurückhaltende Art hat das Lesen angenehm gemacht.
Nicht alles konnte mich gleichermaßen fesseln. Einige Entwicklungen sind recht früh absehbar, und manche Abschnitte hätten etwas kürzer ausfallen dürfen. Dadurch verliert die Geschichte stellenweise etwas an Schwung. Für Leserinnen und Leser, die ruhige Romane mit Schwerpunkt auf zwischenmenschlichen Beziehungen mögen, dürfte das jedoch kaum ins Gewicht fallen.
Am Ende bleibt vor allem der Eindruck einer warmen und menschlichen Geschichte. Sie zeigt, dass manchmal schon eine einzige Begegnung genügt, um eine neue Richtung einzuschlagen. Auch wenn nicht jede Szene gleich stark ist, bietet der Roman viele schöne Momente und eine Botschaft, die lange nachwirkt.
Ein lesenswertes Buch über Vertrauen, Mitgefühl und die Chance, noch einmal neu anzufangen. Sehr gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Spuren eines Familienlebens

Luise. Die Erprobung des Abschieds
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Manchmal bleibt nach einer Lektüre nicht eine große Handlung im Kopf, sondern eher ein Geflecht aus Stimmen und Erinnerungen. Genau so wirkt dieses Buch, das sich Schritt für Schritt durch eine Familiengeschichte ...

Manchmal bleibt nach einer Lektüre nicht eine große Handlung im Kopf, sondern eher ein Geflecht aus Stimmen und Erinnerungen. Genau so wirkt dieses Buch, das sich Schritt für Schritt durch eine Familiengeschichte bewegt und dabei immer wieder zwischen persönlichen Erzählungen und historischen Einschnitten wechselt.
Die Gespräche mit Luise geben dem Ganzen eine besondere Nähe. Es hat etwas Unmittelbares, wenn Erinnerungen nicht nur erzählt, sondern fast wie festgehaltene Gesprächsfetzen wirken. Dadurch entsteht das Gefühl, sehr nah an dieser Lebensgeschichte zu sein, ohne dass alles streng sortiert oder glatt wirkt.
Innerhalb der Familie zeigt sich schnell, dass jeder anders mit den Umständen umgeht. Manche fügen sich, andere brechen innerlich weg oder müssen neu anfangen. Das passiert nicht laut oder dramatisch, sondern eher still, manchmal fast nebenbei erzählt, und genau das macht es schwerer als erwartet.
Die geschichtlichen Hintergründe ziehen sich durch viele Abschnitte. Es ist viel auf einmal, manchmal auch dicht, und genau dadurch spürt man, wie eng persönliche Leben und große Ereignisse miteinander verflochten sind. Es bleibt kein leichter Lesefluss, eher ein Stück Leben, das sich in vielen kleinen Bruchstücken zusammensetzt.
Am Ende bleibt keine klare Schlussnote, sondern eher ein ruhiger Nachklang. Einige Szenen bleiben hängen, andere verschwimmen, und genau das wirkt passend zu der Art, wie hier erzählt wird. Es ist keine Geschichte, die man schnell „wegliest“, sondern eine, die sich eher im Rückblick sortiert.
4 Sterne

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Wer war Nikolas wirklich?

Eine Liebe ohne Sommer
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Manche Geschichten erzählen von Liebe. Andere zeigen, was bleibt, wenn plötzlich Fragen offen sind. Genau dieses Gefühl begleitet die Geschichte über viele Seiten. Zwischen Trauer, Unsicherheit und der ...

Manche Geschichten erzählen von Liebe. Andere zeigen, was bleibt, wenn plötzlich Fragen offen sind. Genau dieses Gefühl begleitet die Geschichte über viele Seiten. Zwischen Trauer, Unsicherheit und der Suche nach einem Menschen, den man vielleicht nie ganz gekannt hat, entwickelt sich ein stiller Roman. Immer wieder tauchte beim Lesen der Gedanke auf, wie viel man von einem anderen Menschen wirklich wissen kann.
Am Anfang steht eine Begegnung, die leicht wirkt und Hoffnung mitbringt. Die kurze Zeit zwischen Rosa und Nikolas fühlt sich nah an und zeigt dieses vorsichtige Kribbeln, wenn etwas Neues beginnt. Umso härter wirkt alles, was danach passiert. Doch die Geschichte bleibt nicht beim Verlust stehen. Stattdessen macht sich Rosa auf die Suche nach Antworten und stößt auf Menschen, die Nikolas von einer anderen Seite kannten. Mit jeder Begegnung verändert sich das Bild von ihm ein wenig mehr. Dadurch entsteht oft das Gefühl, gemeinsam mit Rosa nach Puzzleteilen zu suchen.
Rosa wirkt dabei meist glaubwürdig. Ihre Unsicherheit und ihr Wunsch zu verstehen, was wirklich hinter manchen Dingen lag, sind nachvollziehbar. Einige Begegnungen berühren eher leise, andere sorgen dafür, dass frühere Eindrücke plötzlich anders wirken. Besonders die ruhigeren Momente haben mir gefallen, weil sie den Figuren Zeit geben.
Der Schreibstil liest sich angenehm und lässt den Gefühlen Raum, ohne zu schwer zu werden. Neben der Liebesgeschichte geht es auch darum, wie Erinnerungen entstehen und wie unterschiedlich Menschen einen anderen sehen können. Diese Gedanken ziehen sich unauffällig durch das Buch.
Nicht jede Entwicklung lässt sich sofort erahnen. Dadurch bleibt die Geschichte interessant. Es ist kein Roman, der auf große Dramatik setzt. Manche Szenen bleiben noch im Kopf, weil sie traurig wirken, ohne übertrieben zu sein.
Wer Bücher mag, die Liebe, Verlust und offene Fragen miteinander verbinden, könnte hier gut aufgehoben sein. Die Geschichte entfaltet sich langsam und nimmt sich Zeit. Dafür gebe ich 4 Sterne, weil die Mischung aus Gefühlen, Geheimnissen und der Suche nach Wahrheit berühren konnte, auch wenn an manchen Stellen etwas mehr Tiefe schön gewesen wäre.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Zurück in einer engen Welt

John of John
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Ein Leben zwischen Pflicht und eigenen Wünschen steht im Mittelpunkt dieser Geschichte.
Cal kommt zurück auf die Insel, die er hinter sich lassen wollte. Dort ist alles von festen Abläufen geprägt. Arbeit, ...

Ein Leben zwischen Pflicht und eigenen Wünschen steht im Mittelpunkt dieser Geschichte.
Cal kommt zurück auf die Insel, die er hinter sich lassen wollte. Dort ist alles von festen Abläufen geprägt. Arbeit, Familie und die kleine Gemeinschaft geben den Ton an. Besonders schwierig bleibt das Verhältnis zu seinem Vater John. Nähe ist da, aber auch viel Abstand, vieles bleibt unausgesprochen.
Das Leben auf der Insel folgt klaren Regeln. Der Vater lebt nach strengen Vorstellungen, während Cal innerlich nach etwas anderem sucht. Zwischen beiden entsteht eine Spannung, die nicht offen ausgesprochen wird, aber fast in jeder Szene spürbar bleibt.
Im Alltag findet Cal nur langsam wieder Fuß. Die Arbeit, die Erwartungen der anderen und die alten Strukturen lassen wenig Raum für eigene Wege. Trotzdem gibt es kleine Augenblicke, in denen sich etwas verändert.
Auch die Begegnungen mit Innes bringen eine andere Ebene in die Geschichte. Die Verbindung entwickelt sich vorsichtig und wirkt zurückhaltend. Gerade diese leisen Momente prägen vieles stärker als große Ereignisse.
Douglas Stuart erzählt oft über Andeutungen. Vieles passiert zwischen den Zeilen. Vieles passiert hier eher leise. Oft reicht ein Blick oder ein kurzer Satz, um etwas zu zeigen, das nicht ausgesprochen wird.
Die Insel wirkt dabei rau und zugleich lebendig. Wind, Arbeit und die Abgeschiedenheit prägen alles. Es gibt kaum Ablenkung, was die innere Unruhe der Figuren noch stärker hervortreten lässt.
Die Geschichte bleibt ruhig im Ton. Sie entwickelt sich ohne Hektik und nimmt sich Zeit. Der Alltag wirkt eng und fordernd, und genau das spiegelt sich in den Figuren wider.
Manches wird nicht weiter erklärt. Es bleibt einfach stehen, so wie es ist. Das passt zu dieser Erzählweise und macht ihren Reiz aus.
Am Ende bleibt eine stille Geschichte über Pflicht, Sehnsucht und innere Konflikte.
Insgesamt ein Vier-Sterne-Roman mit starker Atmosphäre und glaubwürdigen Figuren.

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