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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.12.2023

Ein spannender historischer Roman voller Dramatik

Die Hexe von Nassau
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Im Jahr 1676 beginnt Graf Johannes in der Grafschaft Nassau mit einer Hexenverfolgung. Katharinas Mutter wird grausam hingerichtet und auch sie selber gerät in das Visier des Henkers Leonhard Busch, der ...

Im Jahr 1676 beginnt Graf Johannes in der Grafschaft Nassau mit einer Hexenverfolgung. Katharinas Mutter wird grausam hingerichtet und auch sie selber gerät in das Visier des Henkers Leonhard Busch, der sie unbedingt als Hexe anklagen will.
Dieser Roman basiert auf historisch belegten Begebenheiten und ist mit fiktiven Ereignissen gekonnt verwoben. Es geht um Aberglauben, Verfolgung, Freundschaft und Hoffnung. Die Handlung ist voller Spannung, Dramatik und zum größten Teil nicht vorhersehbar. Die verschiedenen Charaktere sind bildhaft und lebendig dargestellt. Sie kommen nachvollziehbar und authentisch auf den Leser herüber. Der Schreibstil ist einfach gehalten, lässt sich jedoch flüssig und zügig lesen. Einige Längen und Wiederholungen in der Geschichte störten meinen Lesefluss kaum, denn dazu war die Handlung einfach zu fesselnd.
Mein Fazit:
Ein hervorragend penibel recherchierter Roman, den ich sehr gerne weiterempfehle. 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Insel, Sturm und zwei Generationen

Ruf der Wellen
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Der Roman führt an einen Ort, an dem das Leben seit jeher stark vom Meer bestimmt wird. Wind, Sturm und Gezeiten gehören zum Alltag der Menschen. Sehr früh zeigt sich, wie eng das Leben der Inselbewohner ...

Der Roman führt an einen Ort, an dem das Leben seit jeher stark vom Meer bestimmt wird. Wind, Sturm und Gezeiten gehören zum Alltag der Menschen. Sehr früh zeigt sich, wie eng das Leben der Inselbewohner mit den Kräften der Natur verbunden ist. Besonders die Szenen aus dem Jahr 1855 schaffen eine dichte Stimmung. Während ein schwerer Sturm über die Insel zieht, suchen Frauen und Kinder Schutz im Kirchturm, während die Männer draußen versuchen, das Wenige zu retten, das ihnen gehört.
Viele Jahre später führt die Geschichte erneut nach Borkum. Diesmal begleitet sie die Geologin Helen, die für ihre Doktorarbeit über die Wanderbewegungen der ostfriesischen Inseln forscht. Zunächst sieht sie die Insel vor allem mit dem Blick einer Wissenschaftlerin. Die Natur fasziniert sie, doch sie bleibt vorerst Beobachterin. Erst durch Carl, dessen Familie seit Generationen auf Borkum lebt, beginnt sie langsam zu verstehen, was es bedeutet, hier wirklich zu Hause zu sein.
Im weiteren Verlauf steht vor allem die Atmosphäre der Insel im Mittelpunkt. Das Meer ist immer präsent und zeigt sowohl seine ruhige als auch seine harte Seite. Gerade die historischen Passagen machen deutlich, wie viel Mut und Zusammenhalt nötig waren, um auf einer solchen Insel zu leben.
Auch die Figuren tragen viel zur Wirkung des Romans bei. Grete steht für eine Zeit, in der das Leben stark von Sturm, Armut und gegenseitiger Hilfe geprägt war. Helen bringt als Außenstehende einen anderen Blick auf die Insel mit. Durch ihre Begegnungen verändert sich nach und nach ihr Verständnis für diesen Ort und seine Menschen.
Beim Lesen entsteht schnell das Gefühl, auf der Insel zu sein. Wind, Meer und die Veränderungen der Natur begleiten die Geschichte durchgehend. Immer wieder zeigt sich, wie stark das Leben der Menschen von Sturm, Wasser und dem Zusammenhalt der Bewohner abhängt. Besonders die historischen Szenen bleiben dabei im Gedächtnis.
Die Handlung entwickelt sich ruhig und lässt den Figuren und der Insel genug Raum. Dadurch entsteht ein glaubwürdiges Bild vom Leben auf Borkum. Man spürt sowohl die Schönheit der Landschaft als auch die Schwierigkeiten, mit denen die Menschen dort früher leben mussten. An einigen Stellen hätte die Geschichte etwas mehr Tempo vertragen können, insgesamt passt das ruhige Erzählen aber gut zur Atmosphäre des Romans.
Der Roman verbindet Inselhistorie, Natur und persönliche Schicksale zu einer ruhigen und stimmigen Geschichte. Besonders die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart macht den Reiz des Buches aus. Wer Romane über das Leben an der Nordsee mag und sich für die Geschichte der Inseln interessiert, findet hier den gelungenen Auftakt einer neuen Reihe.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Eine Reise in die Vergangenheit, die berührt

Die Liste der Lebenden
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Mitten auf dem Meer beginnt diese Geschichte. Eine Frau treibt allein im Wasser und hält sich an einem Stück Holz fest. Während sie ums Überleben kämpft, kehren ihre Gedanken immer wieder nach Dänemark ...

Mitten auf dem Meer beginnt diese Geschichte. Eine Frau treibt allein im Wasser und hält sich an einem Stück Holz fest. Während sie ums Überleben kämpft, kehren ihre Gedanken immer wieder nach Dänemark zurück.
Schon nach wenigen Seiten entsteht ein klares Bild von Henriette Wulff. Ihr Leben in Kopenhagen, ihre vielen Kontakte und vor allem die enge Verbindung zu Hans Christian Andersen werden ruhig und verständlich gezeigt. Es braucht keine großen Worte, um zu spüren, was sie bewegt.
Im weiteren Verlauf wechseln sich die Gedanken auf dem Meer mit Erinnerungen an ihr früheres Leben ab. So entsteht nach und nach ein stilles Bild von Henriette und dem, was sie erlebt hat. Besonders die Briefe zeigen, was sie denkt und fühlt, auch wenn vieles unausgesprochen bleibt.
Die Verbindung zu Hans Christian Andersen ist wichtig für die Geschichte. Sie entwickelt sich nach und nach und bleibt ruhig.
Der Schreibstil ist klar und einfach. Die Geschichte braucht etwas Zeit, entfaltet aber eine eigene Wirkung. Vor allem die leisen Töne bleiben im Gedächtnis.
Historische und erfundene Ereignisse greifen dabei gut ineinander, sodass ein glaubwürdiges Gesamtbild entsteht. Die Übergänge wirken ruhig und passend.
Manche Stellen sind länger erzählt oder wiederholen sich leicht, wodurch der Lesefluss zwischendurch langsamer wird. Trotzdem fügt sich am Ende alles gut zusammen.
Es ist eine Geschichte, die lange nachklingt. Wer historische Geschichten mag und sehen möchte, wie Gedanken, Erinnerungen und Gefühle Menschen über Zeit und Entfernung verbinden, sollte dieses Buch lesen. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Ein Sommer, der alles verändert

Und dann kam unser Sommer (Liebesroman)
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Der alte Hof Sommerfeld ist mehr als nur ein Stück Land mit bröckelnden Mauern. Zwischen leeren Gebäuden, offenen Rechnungen und vielen unbeantworteten Fragen versucht Jule, ihren eigenen Weg zu finden. ...

Der alte Hof Sommerfeld ist mehr als nur ein Stück Land mit bröckelnden Mauern. Zwischen leeren Gebäuden, offenen Rechnungen und vielen unbeantworteten Fragen versucht Jule, ihren eigenen Weg zu finden. Sie trägt Verantwortung, obwohl sie selbst oft unsicher ist. In diese angespannte Stille tritt Lukas, ein Fremder mit ruhiger Art, der nicht nur Arbeit sucht, sondern etwas Tieferes.
Schon früh wird klar, dass es in dieser Geschichte nicht nur um einen Sommer geht. Es geht um ein Geschehen in der Vergangenheit und um das Hoffen auf ein Verstehen.
Jule wirkt nach außen stark, doch innerlich trägt sie viele Sorgen. Der Hof bringt Schulden, Verantwortung und Fragen mit sich, auf die sie keine Antworten hat. Sie versucht, alles zusammenzuhalten, auch wenn ihr manchmal selbst die Sicherheit fehlt.
Lukas bleibt zunächst zurückhaltend. Er hilft auf dem Hof und packt mit an. Seine ruhige Art tut gut, doch man merkt, dass er etwas verschweigt. Zwischen ihm und Jule entsteht langsam Vertrauen. Es sind die kleinen Momente im Alltag, die sie einander näherbringen.
Doch die Vergangenheit spielt eine wichtige Rolle. Nach und nach kommen Dinge ans Licht, die lange verborgen waren. Das sorgt für Spannung. Der Sommer wird zu einer Zeit, in der sich entscheidet, ob man den Mut findet, die Wahrheit anzunehmen.
Die Geschichte nimmt sich Zeit für die Figuren. Es geht nicht um schnelle Wendungen, sondern darum, wie Menschen mit Sorgen, Erinnerungen und Hoffnungen umgehen. Manche Gespräche bleiben kurz, manches wird erst später klar. Das passt zur ruhigen Stimmung des Romans.
Besonders gelungen sind die Szenen auf dem Hof. Arbeit, Sorgen und kleine Hoffnungen im Alltag wirken echt. Die Entwicklung zwischen Jule und Lukas verläuft langsam, was die Handlung glaubwürdig macht.
Im letzten Drittel zieht die Spannung an, als die Wahrheit ans Licht kommt. Die Entscheidung, vor der Jule steht, wirkt ernst und nachvollziehbar. Am Ende wird nicht alles glatt gelöst. Manche Dinge bleiben schwierig, und genau das passt zur Geschichte.
Insgesamt ist es ein ruhiger Roman über Vertrauen, alte Schuld und die Frage, ob man trotz einer Lüge an einer Liebe festhalten kann. 4 Sterne, weil die Geschichte stimmig erzählt ist, glaubwürdig bleibt und noch lange nachwirkt, auch wenn einige Passagen etwas ausführlicher hätten sein können.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Wenn die Vergangenheit nach Jahrzehnten zurückkehrt

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Viele Geschichten aus der Vergangenheit bleiben lange verborgen. Auch auf Sylt gibt es eine solche Geschichte. Als Journalistin Anna März im Spätsommer auf die Insel zurückkehrt, hilft sie der alten Fenja ...

Viele Geschichten aus der Vergangenheit bleiben lange verborgen. Auch auf Sylt gibt es eine solche Geschichte. Als Journalistin Anna März im Spätsommer auf die Insel zurückkehrt, hilft sie der alten Fenja Lorenzen bei der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester. Martje verschwand im Jahr 1958 nach einer stürmischen Nacht. Schon bald wird deutlich, dass hinter ihrem Verschwinden mehr steckt, als man lange glaubte.
Der Roman führt zurück in eine Zeit, die viele Fragen offen gelassen hat. Zwei Schwestern, die sich als Kinder sehr nahestanden, wurden durch ein Ereignis auseinandergerissen. Nach und nach kommen Erinnerungen und lange verschwiegene Wahrheiten ans Licht.
Im Mittelpunkt steht eine Suche, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Während Anna versucht, herauszufinden, was damals mit Martje geschehen ist, fügen sich nach und nach einzelne Erinnerungen und Hinweise zusammen. Dabei zeigt sich, wie eng das Leben der beiden Schwestern miteinander verbunden war und wie sehr die Ereignisse von damals noch bis in die Gegenwart hineinwirken.
Die Handlung spielt auf Sylt, Amrum und Föhr. Die Inseln sind ein wichtiger Teil der Geschichte und geben ihr einen stimmigen Rahmen. Viele Szenen lassen sich dadurch gut vorstellen.
Auch die Figuren sind glaubwürdig dargestellt. Fenja hat viele Jahre mit der Ungewissheit über das Schicksal ihrer Schwester gelebt. Anna versucht geduldig, die alten Spuren zu ordnen und die einzelnen Hinweise zusammenzufügen. So entfaltet sich die Geschichte Schritt für Schritt.
Mit der Zeit wird immer deutlicher, wie viele Missverständnisse, Hoffnungen und auch Verletzungen hinter der Geschichte der beiden Schwestern stehen. Die Vergangenheit wird nach und nach verständlicher, ohne dass die Handlung an Spannung verliert. Dabei bleibt der Blick immer auf den Menschen und ihren Entscheidungen.
Der Roman verbindet Familiengeschichte, Geheimnisse und die besondere Atmosphäre der Nordseeinseln. Die Handlung entwickelt sich in einem angenehmen Tempo und lässt genug Raum für die Figuren und ihre Erinnerungen. Gerade das macht die Geschichte glaubwürdig und nahbar.
So entsteht eine stimmige Geschichte über Familie, über lange verschwiegene Wahrheiten und über die Frage, wie sehr die Vergangenheit ein Leben prägen kann. Nach und nach fügt sich zusammen, was so viele Jahre unklar geblieben ist. Wer Romane über Familiengeheimnisse und die besondere Stimmung der Nordseeinseln mag, wird diese Geschichte gern lesen.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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