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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2026

Psychologisch raffiniert, tiefgründig und überraschend bis zur letzten Seite

The Exes
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Neben der Gegenwart, in der Natalie mit James zusammen ist, springen wir immer wieder in ihre Vergangenheit. In verschiedene Lebensphasen, zu unterschiedlichen Ex-Beziehungen, zu Momenten, die tiefe Spuren ...

Neben der Gegenwart, in der Natalie mit James zusammen ist, springen wir immer wieder in ihre Vergangenheit. In verschiedene Lebensphasen, zu unterschiedlichen Ex-Beziehungen, zu Momenten, die tiefe Spuren bei Natalie hinterlassen haben. Am Anfang wirkt das Ganze wie ein Puzzle, bei dem man noch nicht weiß, welches Teil wohin gehört. Aber die Autorin schafft es auf den nachfolgenden Seiten, jeden Faden wieder aufzunehmen. Was erst wirr erscheint, entpuppt sich rückblickend als sehr klug konstruiert.

Natalie ist so vielschichtig, dass die paar Zeilen hier gar nicht ausreichen, um sie zu beschreiben. Wir erleben vor allem tiefe Gedanken in einen Mensch, der viel durchgemacht hat - selber aber auch nicht unschuldig ist. Diese Spiel zwischen Engel und Teufel war einfach nur genial inszeniert. Zudem werden zwischen den Zeilen wichtige Themen angesprochen.

Hervorheben möchte ich auch den Schreibstil: melodisch, tiefgründig, voller Metaphern, aber trotzdem total flüssig zu lesen. Außerdem ist die Anzahl der kleinen Plot-Twists mit großer Wirkung hier schon fast absurd. Eine Theorie zu entwickeln ist hier sinnlos. Das Ende hab ich bis jetzt zwar nicht ganz verstanden, aber je länger ich drüber nachdenke - vielleicht war auch das genau der Plan haha.

Fazit: Die Geschichte könnte wahrscheinlich auch ein Roman sein, weil es kein klassischer Thriller ist. Aber ob Roman oder Thriller…für mich war die psychologische Tiefe hier brutal genial in Zusammenspiel mit der Erzählweise, dem Schreibstil. Ich bin ohne große Erwartungen reingegangen und hab unfassbar viel bekommen.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Ab auf die Schanze

Die Schanze
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Obwohl Ellen, die Hauptfigur, mit der Vergangenheit abschließen wollte, wagt sie trotzdem die Rückkehr in ihr Heimatdorf. Ob das so eine gute Idee ist? Die alte Heimat löst viele Erinnerungen in ihr aus, ...

Obwohl Ellen, die Hauptfigur, mit der Vergangenheit abschließen wollte, wagt sie trotzdem die Rückkehr in ihr Heimatdorf. Ob das so eine gute Idee ist? Die alte Heimat löst viele Erinnerungen in ihr aus, auch die Bewohner des Dorfes stehen ihr misstrauisch gegenüber – denn, in der Vergangenheit ist etwas passiert, was sich wohl bis auf die Gegenwart auswirkt. Was das ist, wird erst im Verlauf der Geschichte klar. Als kurz nach Ellens Rückkehr ein grausamer Mord passiert, geht’s dann erst richtig los mit der wilden Fahrt die Schanze runter.

Der Schreibstil von Lars Menz ist flott und fesselnd, die Stimmung bedrückend und düster. Durch die kurzen Kapitel bin ich wie die weltbeste Skispringerin nur so geflogen und hätte das Buch auch an einem Tag beenden können. Die unterschiedlichen Erzählperspektiven sowie die Eindrücke der Vergangenheit fand ich toll und haben die Geschichte von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Ein paar Erzählpassagen fand ich ein bisschen unlogisch und nicht so passend, das ist hier aber mein einziger Kritikpunkt. Deswegen: Ab auf die Schanze mit euch und guten Flug!

FAZIT: Eine Vergangenheit, die extrem nachhallt – das finden wir vor allem in dieser Geschichte Schneller, fesselnder und spannender Thriller mit tollem Setting und authentischen Figuren. Ganz klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 09.06.2026

Fordernd, psychologisch stark und stimmig

Home Before Dark
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Auf den ersten Seiten lernen wir Marsi kennen und erfahren von ihrem geheimnisvollen Brieffreund, den sie bis heute noch nie getroffen hat – der aber vermutlich etwas mit dem Tod ihrer Schwester zu tun ...

Auf den ersten Seiten lernen wir Marsi kennen und erfahren von ihrem geheimnisvollen Brieffreund, den sie bis heute noch nie getroffen hat – der aber vermutlich etwas mit dem Tod ihrer Schwester zu tun hat. Ein stärkeres Motiv herauszufinden, was passiert ist, gibt es also wohl kaum für sie. Auch hat mir gefallen, dass Marsis Gefühle dabei total offengelegt wurden: ihre innere Zerrissenheit, ihre Schuldgefühle und diese ständige Unsicherheit, was sie eigentlich glauben kann und was nicht. Die Belastung ist hoch und als Leser merkt man, wie sie immer mehr den Halt verliert.

Im ersten Drittel hatte ich noch etwas Probleme mit den vielen Namen und den ständigen Zeitsprüngen, aber das hat sich mit jeder Seite gelegt. Vor allem die Perspektive aus der Vergangenheit rund um ihre Schwester Stina hat noch mal zusätzliche Spannung und wichtigen Kontext reingebracht.

Das Ende hat mich dann tatsächlich noch mal positiv überrascht und am Schluss hat vieles Sinn ergeben – auch wenn die Geschichte insgesamt stark auf die Psyche ausgelegt ist, was ich aber ziemlich gut und gelungen fand.

Fazit: Eine etwas fordernde, aber am Ende überraschend stimmige Geschichte mit starkem psychologischen Fokus. Da geht auf jeden Fall eine Empfehlung raus!

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ein düsteres winterliches Setting, eine abwechslungsreich erzählte Geschichte und eine sympathische Protagonistin - sehr empfehlenswert!

Coram House
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Der Klappentext hat mich hier sofort gepackt – und die Geschichte liefert endlich mal wieder genau das, was sie im Klappentext verspricht. Von der ersten Seite an konnte ich schnell in Alex’ Welt eintauchen: ...

Der Klappentext hat mich hier sofort gepackt – und die Geschichte liefert endlich mal wieder genau das, was sie im Klappentext verspricht. Von der ersten Seite an konnte ich schnell in Alex’ Welt eintauchen: eine gescheiterte Karriere als Autorin, verwitwet und ziemlich verloren. Am liebsten hätte ich sie mal fest gedrückt.

Doch sie bekommt die Chance auf einen Neuanfang: als Ghostwriterin soll sie die mysteriösen Ereignisse der späten 60er im Waisenhaus Coram House aufarbeiten. Dabei stößt sie auf alte Zeugenprotokolle und befragt ehemalige Waisenkinder. Diese Mischung aus dokumentarischer und persönlicher Spurensuche und der Wechsel der Zeitebenen hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt war die Geschichte durch den Erzählstil sehr lebendig. Je tiefer Alex gräbt, desto ungemütlicher wird ihr ihre Spurensuche.

Besonders mochte ich die Atmosphäre: Ich konnte die klirrende Kälte spüren, hatte das alte Waisenhaus und seine Bewohner deutlich vor Augen und konnte die Gefühle der Figuren nachempfinden. Zudem ist die Geschichte nicht so einfach gestrickt, wie man erst vermutet. Einziger Kritikpunkt: Manche Passagen wiederholen sich einen Ticken zu oft.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Spannende Geschichte für KI-Neugierige

Deep Fake
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Uiuiui…ein Nacktvideo, das gefaked ist, und die Karriere und das Leben von Mira total auf den Kopf stellt. In ihrer Situation hätte ich mich erstmal ein paar Wochen unter der Bettdecke verkrochen, aber ...

Uiuiui…ein Nacktvideo, das gefaked ist, und die Karriere und das Leben von Mira total auf den Kopf stellt. In ihrer Situation hätte ich mich erstmal ein paar Wochen unter der Bettdecke verkrochen, aber Mira ist mutig – und macht sich auf die Suche nach dem Täter. Die Spur führt sie in ihr altes Heimatdorf, dort warten alte Bekannte auf sie, deren Leben man ebenso digital manipuliert hat…und irgendwie hängt alles mit der Vergangenheit zusammen. Ich mochte Mira als starke Persönlichkeit gerne, die anderen Figuren blieben für mich immer etwas undurchschaubar, was mein Misstrauen aber nur verstärkt hat. Den mittleren Teil der Geschichte fand ich etwas lang, Auch hätte die Story etwas mehr Thrill vertragen können. Insgesamt mag ich den Schreibstil von Cleo Konrad aber sehr und fand die Story durch Tagebucheinträge trotzdem abwechslungsreich.

Vor allem den psychologischen Aspekt, was KI/Deep Fakes im Leben eines Menschen anrichten können, fand ich super aufgearbeitet. Dadurch ist mir wieder bewusst geworden, dass wir digital alle wahrscheinlich angreifbarer sind als wir wahrhaben wollen. Allgemein finde ich das Thema Künstliche Intelligenz sehr spannend und und mag moderne Bücher, die das Thema in Geschichten aufgreifen.

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