Platzhalter für Profilbild

mars754

aktives Lesejury-Mitglied
offline

mars754 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit mars754 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2026

spannende chinesische Fantasy

Dinghai Fusheng Records. Buch 1
0

Dieses Buch ist der Auftakt einer Fantasy-Reihe eines chinesischen Autors, die konsequenterweise im alten China spielt. Dies wird auch schon im wunderschönen Cover deutlich, das die beiden Hauptcharaktere ...

Dieses Buch ist der Auftakt einer Fantasy-Reihe eines chinesischen Autors, die konsequenterweise im alten China spielt. Dies wird auch schon im wunderschönen Cover deutlich, das die beiden Hauptcharaktere zeigt, sowie an der nützlichen Karte im Innenteil. Dieses ungewohnte Setting ist extrem reizvoll, weil es bedeutet, dass völlig andere Motive vorkommen als in den üblichen Fantasy-Geschichten und auch der Erzählstil ein anderer ist. Allerdings hatte das für mich auch eine Schattenseite, da ich es anstrengend fand, in die Geschichte reinzukommen. So sind z.B. die Namen für europäische Ohren ungewöhnlich und sperrig, aber auch einige mystische Konzepte wie Ba oder Yao müssen erst erklärt werden. Für viele Dinge, die dem europäischen Leser unbekannt sein dürften, gibt es zusätzlich zum Glossar im Text über fünfzig Fußnoten. Diese sorgen zwar für ein besseres Textverständnis, reißen einen allerdings auch aus dem Lesefluss und sind damit ein zweischneidiges Schwert. Mir persönlich hat aufgrund der Andersartigkeit des Settings das intuitive Textverständnis gefehlt, dass ich gewohnt bin, weshalb ich mich nicht so in die Geschichte fallen lassen konnte, wie ich es gerne getan hätte. Da dies aber mein erstes Buch dieses Genres ist, ist das vielleicht auch einfach meiner Unerfahrenheit geschuldet.
Auch wenn die Geschichte unter die Rubrik Danmei (also Boys Love) fällt, so merkt man davon in diesem ersten Band noch so gut wie nichts. Die Anziehung zwischen den beiden Hauptpersonen ist kaum vorhanden und muss sich erst noch entwickeln. Insofern ist das Buch ein perfekter Vertreter des Slow Burn-Tropes.
Auch wenn Romantik in diesem Buch keine Rolle spielt, ist die Handlung dafür um so spannender. Die Charaktere müssen sich immer wieder aus gefährlichen Situationen befreien, während sie einer Verschwörung, die das ganze Land gefährdet, auf der Spur sind. Wie nicht anders zu erwarten wird die Dramatik noch durch einige Plottwists gesteigert, die zumindest für mich absolut nicht vorhersehbar waren.
Der Schreibstil hat mich überrascht, da ich von einer eher ernsten Fantasy-Geschichte ausgegangen bin, und daher den reichlich vorhandenen Humor überhaupt nicht erwartet habe, der sich nicht nur in witzigen Szenen sondern auch in Dialogen zeigt. Mir gefällt, wie locker die Personen teilweise miteinander sprechen bzw. sich richtiggehend anschnauzen.
Auch das Buch für mich kein absoluter Selbstläufer war, weil mir zu viel Hintergrundwissen fehlte, habe ich die Geschichte sehr gern gelesen und bin auf die Fortsetzung gespannt, denn mit der Zeit sind mir die Charaktere ans Herz gewachsen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.06.2026

schöne New-Adult-Liebesgeschichte

Counting Days
0

Dieses Buch ist ein perfekter Vertreter der New-Adult-Liebesgeschichten. Dies liegt nicht nur am Alter der Protagonisten (21 Jahre), sondern auch an den Themen, die abseits der reinen Liebesgeschichte ...

Dieses Buch ist ein perfekter Vertreter der New-Adult-Liebesgeschichten. Dies liegt nicht nur am Alter der Protagonisten (21 Jahre), sondern auch an den Themen, die abseits der reinen Liebesgeschichte angesprochen werden. Dazu gehört das Flüggewerden und das Erkennen, was man aus seinem Leben eigentlich machen möchte. Außerdem wird thematisiert, dass manche Menschen länger brauchen, um den Mut zu finden, ihren Träumen zu folgen, oder auch um zu realisieren, worin ihre Stärken liegen. Auch der (zum Teil negative) Einfluss des Elternhauses bei der Berufswahl und der Gestaltung der eigenen Zukunft wird dabei nicht ausgelassen. Auf diese Weise werden durch dieses Buch alle Themen behandelt, die für junge Menschen von Relevanz sind. Ergänzend kommen noch die Folgen häuslicher Gewalt und ungünstige Familienkonstellationen dazu, durch die auch die Frage nach der mentalen Gesundheit mit in die Geschichte einfließt. Trotz all dieser doch eher ernsten Aspekte liest sich das Buch angenehm leicht und überhaupt nicht trübsinnig. Das liegt vor allem am lockeren Schreibstil, der die Charaktere und die Stimmung perfekt einfängt und es dem Leser leicht macht, in die Geschichte abzutauchen.
Zur Handlung lässt sich sagen, dass das Cover mit seiner klaren Optik eigentlich schon eine Kurzfassung der Geschichte ist, da es die beiden Protagonisten vor der Kulisse des Heidelberger Schlosses zeigt und damit auch den Ort der Geschehnisse vorgibt. Die Geschichte dreht sich um zwei junge Menschen, die nach Jahren der Trennung durch ein Unglück wieder in Heidelberg zusammenfinden. Dabei steht ihnen ihre Vergangenheit aber auch ihre Gegenwart im Wege, so dass sie erst viele Dinge aufarbeiten müssen, bevor sie bereit für eine erneute Beziehung sind. Auch wenn ich die Charaktere gemocht habe, fand ich die Päckchen, die die beiden zu tragen hatten, doch etwas extrem, vor allem da sie beide keine Versuche gemacht haben, sich Hilfe zu suchen. Dafür, dass sie ansonsten sehr abgeklärt agiert haben, war das für mich nicht richtig nachvollziehbar, hat die Handlung aber nicht weiter gestört.
Ich habe das Buch gern gelesen, auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.06.2026

Schöne Liebesgeschichte mit feministischem Touch

Rival Hearts
0

Dieses Buch ist schöner Liebesroman, der mich in mehrerlei Hinsicht überrascht hat. Auch wenn aus dem Klappentext schon hervorging, dass die Geschichte auf einer Japanreise spielt, hat mich das nicht darauf ...

Dieses Buch ist schöner Liebesroman, der mich in mehrerlei Hinsicht überrascht hat. Auch wenn aus dem Klappentext schon hervorging, dass die Geschichte auf einer Japanreise spielt, hat mich das nicht darauf vorbereitet, welch prominente Rolle die Beschreibung der Szenerie einnehmen würde. Stellenweise hatte ich den Eindruck, dass das Setting ein eigener Charakter in der Geschichte war, da die Beschreibungen schon fast eines Reiseführers würdig waren und die Atmosphäre Japans sehr gut eingefangen haben. Allerdings hat das für mich auch etwas von der Liebesgeschichte abgelenkt.
Das Buch hat mich auch durch seine immer wieder eingestreute Gesellschaftskritik überrascht. Es werden feministische Positionen eingebaut, ohne übermäßig belehrend zu wirken; es findet allerdings auch eine Kritik an den durch Social-Media gesetzten Erwartungen und den Auswirkungen auf den Einzelnen statt. All das ist für eine reine Liebesgeschichte eher ungewöhnlich und regt zum Nachdenken an.
Was die Liebesgeschichte betrifft, so sind beide Charaktere in ihrem Leben schon durch Abgründe gegangen, was sich realistisch in ihrem Verhalten spiegelt. Allerdings führen diese seelischen Verletzungen auf beiden Seiten dazu, dass sie sich mit der Zeit gegenseitig als Menschen wahrnehmen und trotz anfänglicher Abneigung Gefühle füreinander entwickeln. Auch wenn das meiner Meinung nach etwas schnell ging, ist die Grundidee aber nachvollziehbar und glaubhaft. Besonders gut haben mir die immer wieder bissigen Kommentare bzw. Sprüche gefallen, die die beiden Hauptcharaktere sich gegenseitig an den Kopf werfen.
Insgesamt betrachtet ist das Buch eine Liebesgeschichte mit Tiefgang, die zum Nachdenken anregt und Spaß macht zu lesen, aber dadurch auch mehr Aufmerksamkeit vom Leser fordert als übliche Liebesgeschichten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.05.2026

Solider Science-Fiction-Thriller

Das Ganymed-Fragment
0

Dieser Science-Fiction-Thriller verwirrt mit mehreren falschen Fährten. Dies betrifft vor allem die Frage, worum es sich bei dem titelgebenden Ganymed-Fragment überhaupt handelt. Wie das schlichte Cover, ...

Dieser Science-Fiction-Thriller verwirrt mit mehreren falschen Fährten. Dies betrifft vor allem die Frage, worum es sich bei dem titelgebenden Ganymed-Fragment überhaupt handelt. Wie das schlichte Cover, das eine der Schlüsselszenen des Buches einfängt, und auch der Titel schon andeuten, spielt der größte Teil der Handlung auf dem Jupitermond Ganymed. Dadurch verdichtet sich die Geschichte auf einen einzigen Ort und entwickelt mit fortschreitender Handlung immer mehr den Eindruck eines Kammerspiels, auch wenn der Beginn eher die typische Atmosphäre einer Science-Fiction-Horror-Geschichte ausstrahlt und etwas später stark an Blade Runner erinnert. Dies liegt zum einen am Stil, der das Leben im All mit seinen Abgründen und Zumutungen detailreich beschreibt, aber zum anderen vor allem am Hauptcharakter Alan Bishop, der zwar als Ermittler herausragend und zäh ist, aber doch das Leben eines einsamen Wolfes führt. Obwohl fast das gesamte Buch (mit Ausnahme des Prologs) konsequent aus Bishops Sicht geschrieben ist, bleibt der Ermittler als Charakter aus meiner Sicht allerdings relativ blass. Man erfährt im Lauf der Geschichte zwar etwas mehr zu seiner Vergangenheit, die in gewissem Maße auch relevant für den Fall ist, aber eine große emotionale Verbundenheit stellt sich nicht ein. Dies mag auch daran liegen, dass Bishop, der zum Ganymed geschickt wird, um einen Mordfall aufzuklären, immer tiefer in einen Strudel aus Intrigen und Verrat gezogen wird, so dass ein Notfall den nächsten jagt und der Fokus ganz klar auf der Handlung und nicht auf den Charakteren liegt. Dies ist für mich auch die größte Schwäche des Buches, denn so spannend auch die Handlung ist, fehlt für mich dadurch ein entscheidendes Moment, um wirklich mitzufiebern. Obwohl das Buch mit der Aufklärung des Mordfalls abgeschlossen ist und es keinen Cliffhanger gibt, bleiben etliche Fragen frustrierend offen und werden vermutlich in der angekündigten Fortsetzung aufgegriffen.
Insgesamt gesehen bietet das Buch einen soliden Science-Fiction-Thriller mit einer Menge Spannung an einem Ort am Rande der Zivilisation.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.05.2026

düstere und spannende Fortsetzung

Die Chroniken von Wetherid II
0

Das Buch ist eine großartige Fortsetzung des ersten Bandes. Als Leser sollte man sich allerdings darüber im Klaren sein, dass die düstere Grundstimmung des ersten Bandes sich hier noch weiter vertieft. ...

Das Buch ist eine großartige Fortsetzung des ersten Bandes. Als Leser sollte man sich allerdings darüber im Klaren sein, dass die düstere Grundstimmung des ersten Bandes sich hier noch weiter vertieft. Über weite Strecken hat mich das Buch daher ein wenig an Game of Thrones erinnert, da so ziemlich jeder gegen jeden kämpft und viele keine Probleme damit haben, ihren Verbündeten in den Rücken zu fallen. Allerdings fand ich, dass die ganzen Zwistigkeiten und politischen Ränkespiele in diesem Buch etwas zu sehr die Oberhand hatten und dadurch die Haupthandlung (der Kampf gegen den Dämon) etwas aus dem Fokus geriet.
Die Welt dieses Buches ist brillant geschrieben und die Eigenheiten der einzelnen Völker sind wunderbar herausgearbeitet. Das macht diesen Band damit aber auch zu keiner leichten Lektüre sondern zu knallharter klassischer Fantasy. Insofern wäre es nicht ganz korrekt zu sagen, dass es mir Spaß gemacht hat, diese Geschichte zu lesen (dafür war die Atmosphäre zu düster), aber ich konnte mich eindeutig nicht ihrem Sog entziehen. Wer den ersten Band gemocht hat, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere