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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.06.2026

Wie skrupellos möchtest du sein?

Die Klippe – Jede Lüge könnte deine letzte sein
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Marcus war einst ein gefeierter Starautor, doch nach seinem großen Erfolg will ihm kein weiterer Bestseller gelingen. Als sein Bekannter Ernst ihn bittet, ein von ihm geschriebenes Buch unter einem Pseudonym ...

Marcus war einst ein gefeierter Starautor, doch nach seinem großen Erfolg will ihm kein weiterer Bestseller gelingen. Als sein Bekannter Ernst ihn bittet, ein von ihm geschriebenes Buch unter einem Pseudonym zu veröffentlichen, scheint sich für Marcus eine einmalige Chance zu ergeben. Die beiden schließen einen Deal, und Marcus veröffentlicht das Werk unter seinem eigenen Namen. Das Buch wird ein riesiger Erfolg und Marcus steht wieder im Rampenlicht. Doch der Preis für seinen Ruhm ist hoch: Ernst beginnt Forderungen zu stellen, und Marcus verstrickt sich immer tiefer in ein Netz aus Lügen.
Besonders spannend ist die Entwicklung der Hauptfigur. Als LeserIn erlebt man hautnah mit, wie Marcus sein eigenes Handeln immer wieder rechtfertigt und moralische Grenzen überschreitet. Dadurch wandelt er sich zunehmend zu einem Antihelden, dessen Entscheidungen zwar nachvollziehbar, aber keineswegs richtig sind.
Der Thriller überzeugt durch kurze Kapitel, die sich sehr schnell lesen lassen und für ein hohes Erzähltempo sorgen. Der angenehme und atmosphärische Schreibstil trägt zusätzlich dazu bei, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Dabei konzentriert sich die Handlung nicht nur auf den Konflikt zwischen Marcus und Ernst, sondern greift auch immer stärker auf Marcus' Privatleben über. Dadurch werden die Konsequenzen seiner Entscheidungen noch greifbarer und die Spannung nimmt kontinuierlich zu.
Insgesamt ist „Die Klippe“ ein fesselnder Thriller, der nicht nur spannend unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Die Geschichte stellt die Frage, wie weit man selbst für Ruhm, Erfolg und den eigenen Ruf gehen würde und ob man dabei irgendwann die eigenen moralischen Grenzen aus den Augen verliert.

Veröffentlicht am 19.05.2026

Spannend bis zur letzten Seite

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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Mit „Im Morgengrauen“ liefert Marc Raabe bereits den vierten Band seiner Reihe rund um das BKA-Duo Art Mayer und Nele Tschaikowski. Wie bereits gewohnt, hat auch dieser Teil mich von der ersten bis zur ...

Mit „Im Morgengrauen“ liefert Marc Raabe bereits den vierten Band seiner Reihe rund um das BKA-Duo Art Mayer und Nele Tschaikowski. Wie bereits gewohnt, hat auch dieser Teil mich von der ersten bis zur letzten Seite komplett gefesselt.
Seit Wochen kursieren im Netz virale Videos einer jungen Frau namens Kessy X, die behauptet, eine Affäre mit dem Bundeskanzler Henrik Westphal gehabt zu haben. Während die Öffentlichkeit noch darüber rätselt, ob die Videos echt sind oder lediglich Teil einer Schmutzkampagne, verschwindet der Kanzler plötzlich spurlos. Zeitgleich entdecken Art und Nele in einem U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz eine grausam zugerichtete Leiche. Schnell stellt sich die Frage: Handelt es sich um die Frau aus den Videos? Und welche Rolle spielt Juli, die Ehefrau des Kanzlers und gleichzeitig Arts große Liebe?
Obwohl die Geschichte grundsätzlich eigenständig funktioniert, würde ich definitiv empfehlen, die vorherigen Bände zuerst zu lesen. Gerade die Beziehungen zwischen Art, Juli und Henrik Westphal entwickeln sich über die Reihe hinweg weiter und sorgen in diesem Band für besonders viele emotionale und spannende Momente.
Was mir wieder unglaublich gut gefallen hat, war die Mischung aus Thriller und Politik. Die knapp 600 Seiten vergehen dabei erstaunlich schnell, was vor allem an den unterschiedlichen Erzählsträngen liegt. Einerseits begleiten wir die junge Frau aus den Videos in der Zeit vor dem Verschwinden des Kanzlers und dem Fund der Leiche, andererseits verfolgen wir die Ermittlungen von Art und Nele danach. Dadurch entsteht ein permanenter Spannungsbogen, der es nahezu unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen.
Besonders gelungen finde ich außerdem die persönlichen Entwicklungen von Art und Nele. Ihre privaten Probleme lockern die Handlung auf, ohne jemals kitschig zu wirken. Stattdessen verleihen sie den Figuren mehr Tiefe und machen sie greifbar. Gerade wenn man die Reihe seit Band eins verfolgt, merkt man, wie stark sich die Charaktere weiterentwickelt haben.
Auch Marc Raabes Schreibstil konnte mich wieder überzeugen. Er schreibt sehr flüssig, erzeugt eine passende Atmosphäre und baut immer wieder überraschende Wendungen ein. Selbst als erfahrene Thriller-Leserin hatte ich bis zum Schluss keine Ahnung, wer wirklich hinter alldem steckt.
Im Morgengrauen ist spannend, atmosphärisch und voller unerwarteter Twists. Für mich definitiv eines der stärksten Bücher der Reihe und eine absolute Empfehlung für alle Thriller-Fans.

Veröffentlicht am 10.05.2026

Chancen im Leben

Fast ein Leben
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Dieses Buch hat mich tief berührt und wird mir sicherlich noch lange im Kopf bleiben. Die Liebesgeschichte von Laure und Erica ist intensiv, emotional und unglaublich authentisch erzählt. Besonders beeindruckend ...

Dieses Buch hat mich tief berührt und wird mir sicherlich noch lange im Kopf bleiben. Die Liebesgeschichte von Laure und Erica ist intensiv, emotional und unglaublich authentisch erzählt. Besonders beeindruckend fand ich, dass wir die beiden Frauen über mehrere Jahrzehnte hinweg begleiten dürfen. Dadurch erlebt man nicht nur ihre persönliche Entwicklung hautnah mit, sondern auch die Veränderungen der Gesellschaft im Umgang mit queeren Menschen.
Was zunächst 1978 als sommerliche Romanze in Paris beginnt, entwickelt sich zu einer Geschichte voller Sehnsucht, verpasster Chancen und der immer wiederkehrenden Frage, ob damals die richtige Entscheidung getroffen wurde. Gerade diese wiederholten Begegnungen der beiden Frauen machen die Handlung so spannend und emotional packend.
Ebenso eindrucksvoll ist die Darstellung der Anfeindungen und Schwierigkeiten, mit denen queere Menschen damals und teilweise auch heute noch, konfrontiert sind. Das Buch schafft es, diese Themen sensibel und realistisch in die Geschichte einzubinden, ohne dabei jemals belehrend zu wirken.
Zu Beginn haben mich die langen Kapitel etwas abgeschreckt, doch der ruhige, tiefgründige und zugleich fesselnde Schreibstil der Autorin hat dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Man verliert sich regelrecht in den Seiten und in den Gefühlen der Figuren.
Insgesamt ist es ein sehr bewegender, intensiver und wunderschön geschriebener Roman über Liebe, Zeit, Entscheidungen und das Leben selbst. Eine absolute Empfehlung für alle, die emotionale und tiefgehende Geschichten lieben.

Veröffentlicht am 08.04.2026

Lesefreude wecken mit Magie und Mitmachspaß

Lesewald, Der Zauber erwacht: Buch zum Lesen lernen mit der magischen Eule Ada | Erstleserbuch mit Treppenwörter-Methode für Leseerfolg statt Frust |
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„Lesewald – Der Zauber erwacht“ von Alexandra Wagner ist ein liebevoll gestaltetes Mitmachbuch, das Kinder auf spielerische Weise an das Lesen heranführt. Im Mittelpunkt stehen die beiden Kinder Lea und ...

„Lesewald – Der Zauber erwacht“ von Alexandra Wagner ist ein liebevoll gestaltetes Mitmachbuch, das Kinder auf spielerische Weise an das Lesen heranführt. Im Mittelpunkt stehen die beiden Kinder Lea und Tim, die ein geheimnisvolles, magisches Wäldchen entdecken. Dort begegnen sie Ada, einer kunterbunten Eule und Herrin des Lesewaldes. Das Besondere: Alles, was in diesem Wald gelesen wird, erwacht zum Leben.
Während Tim neugierig und mutig erste Leseversuche wagt, steht Lea dem Ganzen zunächst eher skeptisch gegenüber. Doch schon bald merkt sie, dass sie etwas verpasst, wenn sie sich dem Lesen verschließt. Auf kindgerechte und einfühlsame Weise wird so die Bedeutung des Lesens vermittelt, ohne belehrend zu wirken.
Die Grundidee des Buches ist originell und hebt sich deutlich von klassischen Erstlesebüchern ab. Es handelt sich nicht um eine reine Vorlesegeschichte, sondern um ein interaktives Konzept: Eine begleitende Person liest den Großteil der Geschichte vor, während das Kind aktiv eingebunden wird, indem es einzelne Wörter selbst liest. Dadurch schlüpft das Kind gewissermaßen in die Rolle der Figuren und wird Teil der Handlung.
Besonders motivierend ist das Belohnungssystem: Die vom Kind erlesenen Wörter sind stets mit kleinen „Erfolgen“ innerhalb der Geschichte verknüpft. Das schafft Anreize und stärkt das Selbstvertrauen beim Lesenlernen.
Didaktisch basiert das Buch auf der Methode des analytisch-synthetischen Lesens, bei der einzelne Buchstaben zu Wörtern zusammengesetzt werden. Hier ist jedoch zu beachten, dass diese Methode nicht in allen Schulen gleichermaßen verwendet wird. Es empfiehlt sich daher, vorab zu prüfen, welche Leselernmethode das Kind gerade erlernt (zum Beispiel Silbenlesen), um Verwirrung zu vermeiden.
Die vorlesende Person sollte sich das Buch vorab in Ruhe anschauen, um den Ablauf und die Interaktionen gut begleiten zu können. Dieser Aufwand lohnt sich jedoch, da das gemeinsame Lesen dadurch deutlich flüssiger und angenehmer wird.
Insgesamt ist „Lesewald – Der Zauber erwacht“ ein kreatives, durchdachtes und motivierendes Buch, das Kindern den Einstieg ins Lesen erleichtert und gleichzeitig die Freude an Geschichten fördert. Besonders für das gemeinsame Lesen eignet es sich hervorragend und schafft wertvolle, aktive Leseerlebnisse.

Veröffentlicht am 13.03.2026

Brisant und hochspannend

Die Praktikantin
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Carla Bergmann beginnt ihr Praktikum in der Lokalredaktion der Morgenpost. An ihrem ersten Arbeitstag geht sie einer Meldung im Polizeibericht nach und stößt dabei auf Ungereimtheiten. Bei regimekritischen ...

Carla Bergmann beginnt ihr Praktikum in der Lokalredaktion der Morgenpost. An ihrem ersten Arbeitstag geht sie einer Meldung im Polizeibericht nach und stößt dabei auf Ungereimtheiten. Bei regimekritischen Exilrussen wurde eingebrochen. Der Verdacht liegt nahe, dass der russische Geheimdienst dahintersteckt. Auch die deutschen Behörden scheinen in die Sache verwickelt zu sein und als dann auch noch ein Informant vor Carla ermordet wird, ist klar, dass hier etwas nicht stimmt. Gemeinsam mit Jan Koller, einem Investigativjournalisten und Hauptkorrespondenten der Morgenpost, hilft Carla bei der Aufklärung. Doch sie geraten immer mehr in einen Strudel aus Geheimnissen und Lügen und geraten dabei schnell selbst ins Visier der Mörder.
Der Thriller ist brisant und hochspannend und greift ein sehr aktuelles Thema auf. Am Anfang hat sich die Geschichte für mich zwar etwas gezogen, da zunächst viele Hintergründe aufgebaut werden, doch nach dem ersten Drittel wurde es von Seite zu Seite immer spannender und ich wollte unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt. Besonders gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel, die abwechselnd aus der Sicht von Carla und Jan erzählt werden. Dadurch entsteht ein sehr angenehmer Lesefluss und man kommt schnell durch die Geschichte. Auch der flüssige Schreibstil macht das Buch sehr gut lesbar.
Besonders gelungen fand ich den Mix aus Fakten und Fiktion. Gerade weil das Thema so aktuell ist, stellt man sich automatisch die Frage, wie sicher Pressefreiheit heute wirklich noch ist und in welcher Gefahr sich Journalistinnen und Journalisten befinden können.
Ein spannender und sehr aktueller Thriller, der nach einem etwas ruhigeren Einstieg immer mehr an Fahrt aufnimmt. Die Mischung aus politischem Hintergrund, Journalismus und Spannung ist sehr gelungen und sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Wer spannende Geschichten mit realistischem Bezug zur aktuellen Weltlage mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.