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Veröffentlicht am 22.07.2019

Interessante Erzählidee mit Vor- und Nachteilen

Songs of our past
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Bei „Songs of our Past“ habe ich aufgrund des sehr interessanten Klappentexts zugegriffen. Durch die angedeuteten 12 Liebeslieder schien die Geschichte einen sehr klaren Rahmen zu haben, was ich unbedingt ...

Bei „Songs of our Past“ habe ich aufgrund des sehr interessanten Klappentexts zugegriffen. Durch die angedeuteten 12 Liebeslieder schien die Geschichte einen sehr klaren Rahmen zu haben, was ich unbedingt erkunden wollte. Da ich ein sehr logisch denkender Mensch bin, ist für mich Struktur grundsätzlich immer sehr vielversprechend.

Schnell hat sich herausgestellt, dass die Geschichte wirklich ein klar herausgearbeitetes Konzept hat. Jedes Kapitel entspricht einem Song und jeder Song erzählt ein Teil der Geschichte von Evan und Carrie. Die jeweiligen Kapitel springen dann innerhalb der Zeit hin und her. Einerseits befinden wir uns in der Gegenwart, in der Carrie drei Jahren nachdem sie Evan verlassen hat auf einem Konzert von ihm ist. Die Songtexte, in denen er die gemeinsame Geschichte verarbeitet hat, werden immer wieder eingewoben und dann werden wir in die Vergangenheit kapituliert und erleben alles haargenau mit. Diese Idee fand ich wirklich schön, wenn sich auch im Laufe der Lektüre aufgetan hat, dass dies nicht nur Vorteile hatte.

Die Liebesgeschichte, die in der Vergangenheit dargestellt wurde, hat mich durchaus sehr berühren können, vor allem weil Carries Perspektive so deutlich dargestellt wurde. Durch sie sie konnte man alles fühlen und mitleiden. Evan war deutlich schwerer zu packen, zumal das Buch nicht dialoglastig ist, so dass man von ihm nicht viel bekommen hat. Ihn erlebt man dann eher in der Gegenwart durch seine Songtexte. Trotzdem habe ich die Liebesgeschichte mit etwas Wehmut gelesen, da ich durch die Gegenwart wusste, irgendetwas hat zum großen Knall geführt. Das hat dafür gesorgt, dass ich mich vor dem Blick in die Vergangenheit stellenweise schon fast gefürchtet habe, um diesen Schmerz nicht zu erleben. Ich wollte lieber in der Gegenwart sein, um dort das Happy End endlich mitzuerleben. Nur habe ich das in diesem Buch nicht bekommen, weil es noch einen zweiten Band gibt. Dieses Gefühl, dass man nicht das bekommt, was man sich erhofft und ersehnt, war manchmal schon erdrückend, aber ich habe mir auch bewusstgemacht, dass Emotionen auch mal durchlebt werden müssen.

Während dieser Kritikpunkt nun wirklich reine Geschmackssache war, finde ich meinen zweiten Punkt doch schon deutlich weniger diskutierwürdig. Ich fand die Erklärung, warum Carrie sich letztlich von Evan trennt, kaum nachvollziehbar. Zum einen weiß sie zunächst selbst nichts Genaues, lässt aber Hals über Kopf alles stehen und liegen, um ihn vermeintlich zu schützen. Was sie letztlich zuhause erwartet, ist dann nur noch übertrieben und diese negative Überraschung konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Hier war doch alles an den Haaren herbeigezogen, da hätte sich die Autorin definitiv eine bessere Erklärung einfallen lassen können. Schade fand ich auch, dass die Musik so eine große Rolle spielt, dass aber Carries Kunst dabei total zurückgeblieben ist. Es wird immer wieder deutlich, dass sie ein großes Talent hat, aber man erfährt nichts zu ihrem Stil, zu ihren Motiven. Hier fehlte mir einfach etwas Entscheidendes.

Fazit: „Songs of our Past“ hat wirklich ein gut durchdachtes Konzept, das der Geschichte einen wunderbaren Rahmen gibt. So sehr ich dann auch mitgefühlt und mitgelitten habe, hat sich mir doch gezeigt, dass die Erzählweise mich auch sehr belastet hat, weil ich die Katastrophe ja ahnen konnte. Zudem ist das Happy End in den zweiten Band verschoben worden, so dass das ganze Leid noch nicht mal belohnt worden ist. Aber diese Empfindung ist sehr subjektiv, denn vom Handwerk her ist das Buch allemal gelungen!

Veröffentlicht am 12.07.2019

Durchschnittliche Liebesgeschichte in tollem irischen Setting

Show me the stars
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Kyss, das neue Label von Rowohlt, ist mit Neuerscheinungen ja doch noch recht verhalten, was aber andererseits auch den Eindruck entstehen lässt, dass hier mit Sorgfalt ausgesucht wird. Zwar habe ich bisher ...

Kyss, das neue Label von Rowohlt, ist mit Neuerscheinungen ja doch noch recht verhalten, was aber andererseits auch den Eindruck entstehen lässt, dass hier mit Sorgfalt ausgesucht wird. Zwar habe ich bisher erst ein Buch aus dem Programm gelesen, das hat mich aber überzeugt. Dass es noch nicht mehr geworden ist, liegt also definitiv daran, dass ich zu wenig Zeit für zu wenig Bücher habe. Mit Kira Mohn hat man nun auch die erste deutsche Autorin unter Vertrag genommen und ich unterstütze einheimische Autoren wirklich immer gern und gerade in den letzten Jahren haben sich im NA-Genre doch einige Namen bewähren können. Mohns Auftaktband der Leuchtturmtrilogie, „Show Me the Stars“, habe ich nun in der gekürzten Hörbuchversion gehört.

Die Sprecherin, Marie-Isabel Walke, hat für mich gut auf das Buch gepasst, da sie eine Stimme hat, die wirklich gut ins Ohr geht. Zudem zeichnet sie sich durch Varianz in der Stimmfarbe aus, was doch immer wieder eine Herausforderung ist. Manches Mal wirkte sie bei den Frauenstimmen etwas aufgedreht, aber insgesamt ist sie vor allem zu Liv in meinem Ohr geworden und das ist ohnehin der wichtigste Schritt.

Das irische Setting der Geschichte finde ich wirklich traumhaft. Das Land gehört wirklich zu den Orten, die ich gerne mal mit eigenen Augen sehen würde, was für jemanden, der nicht ständig Fernweh verspürt, wirklich etwas aussagt. Diese Sehnsucht nach der grünen Insel konnte nun auch Mohn wieder in mir auflodern lassen, was definitiv aussagt, wie toll sie die Atmosphäre sprachlich kreieren konnte, die sich auch bei mir schon im Kopf eingenistet hat. Gerade der Leuchtturm und die Beschreibungen von der kleinen Insel drum herum waren greifbar und wunderschön. Eigentlich bin ich kein Fan von ausufernden Beschreibungen, aber hier hat sich jeder Satz gelohnt.

Bei der Liebesgeschichte wiederum konnte ich nicht so überzeugend abgeholt werden. Das liegt in meinen Augen vor allem an den beiden Hauptfiguren. Liz wird von der ersten Seite an unheimlich naiv dargestellt. Sei es ihre Schwärmerei für eine Schauspielerin, die sich bis ins höher Alter hineinzieht, die aber doch sehr an eine Teenagerin erinnert oder sei es ihre Unfähigkeit, sich im Haifischbecken Journalismus zu behaupten. Bei Liz ändert sich der Eindruck zum Glück auch schnell wieder, da sie der Aufenthalt auf dem Leuchtturm auch innerlich wachsen lässt. Dennoch bleibt diese naive Art immer unterschwellig bestehen. Bei Kjer wiederum finde ich es sehr schade, dass seine Vorzüge doch sehr lange über Äußerlichkeiten hergestellt werden. Er gewinnt lange kein richtiges Profil und da wir ihn nur durch Liz‘ Augen erleben, müssen wir uns eben mit ihren oberflächlichen Eindrücken zufrieden geben. Das führt zu einigen anderen Aspekten ihrer Liebesgeschichte, die jetzt schon sehr ins Detail gehen, wodurch ich mich aber nie gänzlich auf die beiden als Paar einlassen konnte. Das Ende wiederum war aber gut gemacht, das war ein Happy End, das genau das richtige Maß trifft.

Da ich das Hörbuch in einer Hörbuchrunde mitgehört habe, sind Vermutungen angestellt worden, was in der gekürzten Version alles rausgestrichen wurde. Ich kann es leider absolut nicht nachvollziehen, aber ich habe nach Beendigung der Geschichte das Gefühl, dass mir die Buchversion vielleicht besser gepasst hätte. Einige Nebenthemen wurden nicht ganz sauber beendet und gerade das Gefühl zwischen Kjer und Liz ist vielleicht auch auf der Strecke geblieben. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass nur Beschreibungen von der Insel weggekürzt wurden. Vielleicht sollte man da doch besser zur ungekürzten Version oder eben zum Buch greifen.

Fazit: Mit „Show Me the Stars“ habe ich die Autorin Kira Mohn für mich entdeckt. Nach der Lektüre kann ich sagen, dass sie definitiv eine tolle Erzählerin ist, die vor allem in ihren Beschreibungen viel vor dem geistigen Auge entstehen lässt, in diesem Fall Irland und sein Leuchtturm Matthew. Leider hat es für mich an der Liebesgeschichte etwas gehapert, da das Gefühl nicht so aufkommen wollte, wie es bei NA sein sollte. Hier habe ich aber den Verdacht, dass es möglicherweise auch an der gekürzten Hörbuchversion liegen könnte. Da ich das aber nicht nachprüfen werde, muss ich mich jetzt auf das Dargebotene verlassen und das bekommt von mir 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.06.2018

Einzelband oder Mehrteiler, das ist hier die Frage?!

Herz aus Schatten
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Eigentlich ist es eine Schande, dass es bei mir so lange gedauert hat, bis ich nun endlich ein Buch von Laura Kneidl gelesen habe. Ich verfolge ihre Erfolge schon länger sehr aufmerksam und gönne ihr das ...

Eigentlich ist es eine Schande, dass es bei mir so lange gedauert hat, bis ich nun endlich ein Buch von Laura Kneidl gelesen habe. Ich verfolge ihre Erfolge schon länger sehr aufmerksam und gönne ihr das als deutsche Autorin total. Ich habe immer gedacht, dass „Berühre mich. Nicht“ mein erster Roman von ihr werden würde, nun habe ich aber zu ihrem aktuellsten Buch, „Herz aus Schatten“, gegriffen, was für mich auch eher ungewöhnlich ist, da Fantasy in meinem Repertoire nicht unbedingt üblich ist. Aber der Klappentext klang wirklich vielversprechend!

Ich habe gut in das Buch hineingefunden, weil man als Leser direkt eine sehr intensive Beziehung zu Kayla aufbauen kann. Ihre Gefühle werden sehr transparent dargestellt, so dass ich schnell den Eindruck gewonnen habe, sie sehr gut zu kennen. Und ich kannte sie nicht nur, ich mochte sie auch. Kayla ist eine eigenwillige, junge Frau, die ihre eigenen Ideale hat und ihrer Vernunft vertraut. Das ist eine seltene Mischung und die hat mich wirklich sehr an ihr fasziniert. Natürlich gab es neben ihr noch zahlreiche andere Charaktere, allen voran natürlich Lilek, und auch die konnten mich schnell für sich gewinnen, aber man merkte schon deutlich, dass Kayla der Fixstern war, um den sich alles drehte und das war gut so. Manchmal ist mir aber schon aufgefallen, dass andere Figuren zwar tolle Ansätze haben, aber im Verhältnis sehr wenig Hintergrundgeschichte erhalten. Hier seien nur mal Jakub oder Marek genannt. Auch Kaylas Mutter taucht erst unheimlich spät auf und gewinnt dann wenig Profil. Aber dadurch dass die Kayla-Dominanz so eindrucksvoll umgesetzt wurde, hat mich das nicht allzu sehr gestört, weil es um die Figuren einfach weniger ging.

Die Fantasy-Welt finde ich sehr ansprechend und vom Prinzip her auch stringent aufgebaut, doch da ich eben nicht zu den fantasyerfahrenen Lesern gehöre, habe ich doch gemerkt, dass mir gerade die Erklärungen zum Bändigen und wie ich mir den Prozess genau vorzustellen habe, viel zu kurz kam. Auch die Ausbildung an der Akademie, die wirklich viel erzählerisches Potenzial gehabt hätte, wird eher kurz gehalten und an dieser Stelle habe ich mich gefragt, wie es eigentlich mit einer möglichen Fortsetzung aussieht. Ich habe dazu keine Information finden können und rätsle daher nun, ob man die Geschichte nicht viel mehr hätte aufbauschen können, um sie dann richtig gut über mindestens zwei Bücher erzählen zu können. Denn noch einmal: die Ansätze sind richtig gut, sowohl was die Welt, die Protagonistin und auch die Nebenfiguren angeht.

Das Buch endet nämlich eigentlich auch sauber. Die großen Handlungsbögen sind eigentlich alle gelöst und trotzdem schreit diese faszinierende Welt einfach nach mehr. Das liegt sicherlich zum Großteil auch am Schreibstil der Autorin, den ich mir aufgrund ihrer Erfolge zwar schon großartig vorgestellt habe, aber es jetzt noch mal selbst zu erleben, ist natürlich ein echter Gewinn. Man wird wirklich in einen unwiderstehlichen Sog gezogen und hinterher erst springen meine Gedanken an, wo ich überlege, was nicht so gut war. Bei anderen Büchern passiert mir das schon währenddessen und das ist definitiv die ärgerlichere Erfahrung.

Fazit: Fantasy von Laura Kneidl könnte immer etwas für mich sein, da mir die von ihr ausgedachte Welt sehr gefallen hat. Mir hat auch vor allem Kayla gefallen, die so eine Geschichte überzeugend anführen kann. Dennoch muss ich insgesamt sagen, dass man bei „Herz aus Schatten“ nicht so recht weiß, ob es ein Einzelband oder ein Auftakt zu etwas Großem sein soll. Denn ich denke, dass Vieles zu oberflächlich behandelt wurde und dass auch noch zu viel Potenzial in dem Ganzen steckt, um nun vorbei zu sein.

Veröffentlicht am 22.06.2026

Funken zu oft erloschen

Missing Page - Tödliche Worte
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Ich habe „Ambrosia“ von Katie Kento erst deutlich nach dem Hype gelesen, sodass ich bei „Missing Page“ jetzt doch eher in der frühen Phase dabei sein wollte, um nicht zu viele andere Meinungen von anderen ...

Ich habe „Ambrosia“ von Katie Kento erst deutlich nach dem Hype gelesen, sodass ich bei „Missing Page“ jetzt doch eher in der frühen Phase dabei sein wollte, um nicht zu viele andere Meinungen von anderen mitzubekommen. Gerade bei zweiten Büchern, wo das erste so gut war, da ist es immer schwierig, sich erneut zu beweisen und wenn man dann zusätzlich noch von anderen Stimmen beeinflusst ist, dann wird es ganz schwierig.

Ich habe auch diesen Jugendthriller wieder per Hörbuch konsumiert. Diesmal hatte ich die Stimme von Hannah Schepmann und ich fand es gut, dass hier eine andere Stimme als bei „Ambrosia“ gewählt wurde, weil so auch bei doch geringem Abstand beim Hören Robyn und Toni jeweils eigenständig bleiben konnte. Die Stimme von Schepmann ist mir auch schon sehr vertraut und ich höre sie immer wieder gerne. Für „Missing Page“ hat sie gut gepasst und ich hatte nichts zu meckern. Auch wenn also stimmlich der Teppich ausgerollt war, so muss ich doch leider sagen, dass mich das zweite Werk von Kento nicht gut bei der Stange halten konnte. Dabei fand ich viele Ideen des Buchs eigentlich richtig gut. Das wäre zum einen, dass Kento sich hier der klassischen Whodunnit-Struktur und Agatha Christie annähert, denn wir haben von Anfang an einen klar definierten Personenkreis und am Ende gibt es eine finale Aufklärrunde, bei der alle zusammen sind und wo Hauptfigur Toni sich als Hobbyermittlerin beweisen kann. Ich empfinde das keinesfalls als abgekupfert, weil die Struktur eine Erfolgsformel ist und inhaltlich immer wieder neu ausgestaltet werden kann.

Mir gefiel auch, dass wir uns in so einer Metawelt zu Büchern befanden. Buchliebhaberin und Autorin Katie Kento konnte sich hier ausleben und auch wir als Leserschaft konnten einiges wieder entdecken oder zumindest ganz viel Buchliebe vermittelt bekommen. So war der Schreibwettbewerb ein interessanter Kontext, all die Referenzen zu Büchern waren super, auch die verschiedenen Genres, wie man sich ihnen als Autor nähert. Das war alles vom Papier her echt gut. Und trotzdem hat die Geschichte mich erst am Ende überzeugt, als wirklich alle zusammen sind und alle Puzzlestücke zusammenfinden. Da war die Spannung hoch und ein Dominostein nach dem anderen fiel, sodass ich gebannt alles wissen wollte. Aber warum funktionierte das vorher nicht?

Es ist in Thrillern immer herausfordernd, wenn man Geheimnisse bewahren will und gleichzeitig aber etwas anbieten will, worüber Emotionalität entsteht. Bei mir ist mit den Figuren nicht wirklich was entstanden. Ich muss zwar auch eingestehen, dass Katie Kento fortan von mir lieber gelesen statt gehört werden sollte, denn bei ihrem Figurenrepertoire ist Lesen sicherlich hilfreicher, alles zu sortieren und richtig einzuordnen. Aber es war nicht nur Überforderung, wer ist wer, sondern auch dieser Abstand, weil da kaum Figuren waren, die mir etwas gegeben haben. Es gab zwischendurch auch immer wichtige Zwischenereignisse und da habe ich gemerkt, dass mich da das Interesse doch mal wieder mehr packte, aber dann wurde es wieder eher belanglos und ich war wieder am wegdriften. Aber mir ist klar, dass all das Beschriebene kaum als handwerkliche Nachlässigkeit zu sehen ist. Obwohl eigentlich so viel an Zutaten drin war, was mich sonst verlässlich packt, so hat es hier nicht funktioniert und warum das so war, konnte ich für mich leider auch nicht restlos klären.

Fazit: „Missing Page“ ist für mich im Vergleich zu „Ambrosia“ schwächer. Eigentlich hat mich von der Ausgangslage genug überzeugt, aber der Funke wollte immer nur kurzfristig übersprungen, dann wurde es zu zäh. Aber das Ende war echt gut, denn es hat wieder bewiesen, dass Kento am Ende immer raushauen kann. Den Endspurt zu können, ist ein riesiger Bonus.

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Kaum zu durchdringender Stimmungsschatten

Dunbridge Academy - Whoever
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Eigentlich ist die zweite Generation der „Dunbridge Academy“ doch gerade erst losgegangen, da haben wir mit „Whoever“ auch schon den zweiten Band parat stehen. Ich habe im Vorfeld schon geahnt, dass die ...

Eigentlich ist die zweite Generation der „Dunbridge Academy“ doch gerade erst losgegangen, da haben wir mit „Whoever“ auch schon den zweiten Band parat stehen. Ich habe im Vorfeld schon geahnt, dass die Lektüre wieder etwas schwerer für mich werden wird, denn wenn Sarah Sprinz tief verletzte Gefühle erzählt, dann aber so richtig und das hat sich bei Cleo und Alexander eindeutig bestätigt.

Ich musste bei „Whoever“ vom Schreibstil her viel an „Anyone“ denken müssen. Gideon und Grace zu ihrem Happyend zu begleiten, das war schon eine belastende Lektüre, weil da so eine intensive Melancholie war, die sich sofort auch auf meine Stimmung gelegt hat. Hier haben wir es sehr ähnlich, denn Alexander und Cleo waren einmal ein sehr glückliches Paar und davon ist nichts mehr da. Als er nun an die Dunbridge zurückkehrt, da müssen sich die beiden ihren Gefühlen stellen. Sprinz drückt das stilistisch immer durch abgrundtief-traurige Kapitel aus, wo es wirklich in eine Tiefe geht, die man nicht erahnen kann. Daher war es doch etwas schwerer für mich, in diese Geschichte einzutauchen. Ich habe gerne Gefühle, aber wenn man zu denen gehört, die Stimmungen sofort für sich selbst adaptieren, dann ist es schon mal gerne zu viel. Und das war auch hier der Fall. Hinzu kommt, dass Sprinz dann auch gerne mit nicht vollständigen Sätzen arbeitet, mehr mit Satzfetzen. Das ist auch nicht immer leicht zu lesen, weil ich mir dann den Satz in Gedanken vervollständige.

Insgesamt ist der Unterschied zwischen Band 1 und Band 2 der zweiten Generation echt gravierend. Band 1 hatte auch sein Drama, keine Frage, aber es hatte durch die Wortgefechte und den Austausch von lateinischen Weisheiten mehr Humor und aufbrechende Momente dabei. In Band 2 war es sehr schwer diese Leichtigkeit zu erzeugen, vielleicht auch zu empfinden, weil immer ein Schleier über dem Geschehen lag, wirklich immer. Zumal die Handlung dann auch sehr auf das zentrale Paar ausgerichtet war. Im ersten Band hatten auch die Gruppen immer wichtige Szenen, das ging hier unter. Aber positiv war, dass mir die Darstellung von Gus diesmal viel besser gefallen hat. Er hat immer noch das loseste Mundwerk und er hat keinen Filter, aber er hat sich als wirklich guter Freund erweisen. Das war für mich eine der Überraschungen hier. Überraschend war aber auch, was letztlich alles zur Trennung des Paares geführt hat. Da wir Alexander im ersten Band nur durch Erzählungen erleben, sind unweigerlich Spekulationen in meinen Kopf entstanden. Was muss so schlimm gewesen sein, um so endgültig verschwinden zu müssen?

Ich finde leider, dass das mit der finalen Auflösung nicht ideal zusammenpasste. Sprinz sagt in ihrer Danksagung selbst, dass sie sich schon länger das behandelte Thema vornehmen wollte, weil es wichtig sei. Und es IST wichtig und ich fand es inhaltlich mit all seinen Seiten auch gut und nachvollziehbar dargestellt. Aber die Zusammenhänge, was sich danach aufgebaut hat, das war für mich zu sehr Flickenteppich. Ich hatte mir eher etwas vorgestellt, was Alexander individuell betroffen hat, aber nicht, dass es seinen Ursprung in einer Entscheidung von Cleo hatte. Das Thema in einer anderen Konstellation, das hätte mir viel, viel besser gefallen. So war es gut, aber leider auch nicht mehr. Umgekehrt war positiv, dass wir hier das Thema Pferde so konsequent dabei haben. Yvy Kazi hatte gerade erst ihre „Goldchrest Manor“-Reihe und jetzt hat auch Sprinz die alten Wendy-Gefühle aufflammen lassen. Die Beziehung von Alexander und Nox wurde intensiv dargestellt, genauso aber auch die Krankheitsepisoden, weitere Szenen im Stall und auch Cleos Rückkehr zum Reitsport. Das fand ich als Handlungsrahmen neu in der Reihe und hat mir dementsprechend echt gut gefallen.

Zum Abschluss möchte ich auch noch mal zu den zentralen Figuren des Bandes kommen. Ich habe schon gemerkt, dass mein Bild von Alexander sehr davon geprägt war, dass wir ihn in Band 1 nicht erlebt haben und dann nur die Gedanken der anderen zu ihm hatten. Leicht hatte er es so nicht bei mir. Er hat sich auch später nicht vollends in mein Herz spielen können, aber das wird vor allem an der fehlenden Leichtigkeit liegen, weil ich ihn nicht einfach mal als den Jugendlichen ohne Ballast erlebt habe. Cleo dagegen hatte in Band 1 schon so viel Spielwiese. Sie war zwar auf eine Art anstrengend, aber sie hat mich auch gerührt. Daher war ich schon sehr gespannt auf sie. Durch die Auflösung, was alles passiert ist, habe ich sie auch nicht mehr so entspannt sehen können. Nicht wegen ihrer Entscheidung, aber weil ich einfach gesehen habe, was das alles für Konsequenzen hat. Trotzdem ist sie ein Mädchen mit großem Herz und ich fand es toll, dass durch sie auch Colin und Olive wieder so viel zu erleben waren. Gleichzeitig wird auch schon intensiv der nächste Band rund um Oscar und Elsa aufgebaut. Das hat richtig Lust auf mehr gemacht und weil die beiden Bänden auch so eng zusammenhängen, war es auch okay, dass noch nicht alle Handlungsbögen abgeschlossen wurden. Diese Bände fühlen sich wirklich mehr denn je wie ein Universum an.

Fazit: „Whoever“ hat bei mir ähnliche Gefühle wie „Anyone“ ausgelöst. Es fehlte mir am Ende mal ausgiebig Leichtigkeit, denn so lag durchgängig über allen Kapiteln (und es gab sehr viele!) ein dunkler Schatten. Das war für meine eigene Stimmung nicht immer so einfach. Da braucht man beim Lesen dann echt einen gewissen Panzer. Das gewählte Thema war wichtig, aber es war nicht das, was ich im Aufbau der Handlung erwartet hatte. Umgekehrt gab es aber auch Highlights wie der Pferdesport und dass es sich mehr denn je wie eine Familie anfühlt, aber es wird nicht mein Lieblingsband werden.

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