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Veröffentlicht am 29.07.2026

Wenig Bridgerton, mehr Selection

Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain
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Angesichts des ganzen Fantasy-Angebots auf dem deutschen Buchmarkt und dass ich nicht allzu viel aus dem Genre lese, gehen mir vielen Bücher völlig durch, also bin ich entweder neugierig wegen eines Covers ...

Angesichts des ganzen Fantasy-Angebots auf dem deutschen Buchmarkt und dass ich nicht allzu viel aus dem Genre lese, gehen mir vielen Bücher völlig durch, also bin ich entweder neugierig wegen eines Covers oder verlasse mich auf die überzeugende Meinung anderer Blogger. So bin ich auf „Hof der Dornen: The Rose Bargain“ gestoßen, das auch mit Parallelen zu „Bridgerton“ beworben wurde, da wurde ich dann doch etwas neugierig. Für Autorin Sasha Peyton Smith ist es im Übrigen nicht ihr Debüt, aber auf dem deutschen Buchmarkt ist sie ein Neuling.

Ich habe „Hof der Dornen“ als Hörbuch gehabt und habe die doch sehr erfahrene Hörbuchsprecherin Corinna Dorenkamp im Ohr gehabt. Sie gehört auch zu meinen liebsten Stimmen, hier hätte man aber der gesamten Produktion einen Gefallen getan, wenn man auf mehr Stimmen gesetzt hätte. Wir haben zwar überwiegend die Perspektive von Ivy, aber zwischendurch kommen für einzelne Kapitel auch die anderen Anwärterinnen um das Herz von Prinz Bram zu Wort und da wäre es doch einfacher gewesen, das stimmlich abzugrenzen, denn so habe ich doch manchmal zurückspulen müssen, um zu erkennen, ah, wir haben die Perspektive gewechselt. Ich fand auch manche Sprechweisen Dorenkamps für bestimmte Figuren etwas anstrengend. Also hier würde ich das Hörbuch nicht unbedingt empfehlen, aber abraten würde ich auch nicht. Hier kommt es wohl darauf an, wie hörbuch-erfahren man ist.

Kommen wir jetzt aber zum Inhalt und da finde ich, dass „Bridgerton“ sich nur sehr schwach als Parallele anbietet. Ja, es spielt in einer ähnlichen Zeit, aber durch den Fantasy-Aspekt war es für mich eine ganz andere Atmosphäre. Und auch wenn es in London ähnliche Regeln gibt, aber hätte ich dieses Buch als Erstes gelesen und dann ein Marketing-Konzept entwickeln müssen, da hätte ich statt „Bridgerton“ wohl eher auf „Selection“ oder ähnliche Reihen geblickt. Letztlich muss ich auch sagen, dass mich das Buch mal mehr, mal weniger mitgerissen hat. Für mich ist der größte Kritikpunkt wohl, dass die Phasen, in denen das Buch fast nicht wie Fantasy wirken, und dann das genaue Gegenteil, zu krass sind. Gerade beim Ende habe ich dann doch gedacht, woah, wir lesen jetzt etwas völlig anderes. Auch wenn durch die ständige Präsenz von Königin Moryen Magie immer ein Thema war, aber man konnte es etwas aus den Augen verlieren, wenn dann aber High Fantasy anklopft, dann fühlt sich der Bruch zu groß an.

Was ich auf der Habenseite verbuche, das ist die angesprochene Tatsache, dass von den letzten Frauen, die um Brams Hand werben, alle mal in den Fokus rücken, auch wenn es nur kurz ist. Aber ich fand es interessant, welch höchst unterschiedliche Schicksale sie haben, wie unterschiedlich sie als Menschen sind und warum sie mit welchen Interessen und Hoffnungen den Wettbewerb eingegangen sind. Ich fand auch, dass sich die Handlung gerade am Ende sehr clever zusammengesetzt hat. Smith hat zwischendurch vieles offen gelassen, dann am Ende aber bewiesen, dass sie immer einen klaren Plan im Kopf hatte. Stilistisch kann ich der Geschichte also nicht viel vorwerfen. Trotzdem ist der Funke einfach nicht übergesprungen, obwohl ich eine ereignislose Autofahrt vor mir hatte, wo ich leicht hätte gepackt werden können. Ich fand Ivy als zentralen Anker zu unbeständig. Ich fand Emmett nicht reizvoll genug, um ihn gegenüber Bram als totales Gegenteil zu erleben. Dementsprechend habe ich nicht gespannt alles verfolgt. Die einzelnen Wettbewerbe waren da schon wieder besser, aber auch hier, es gab einfach zu wenig Passagen, wo ich mir gewünscht hätte, eine noch schnellere Geschwindigkeit einstellen zu können, die ich noch verstehen könnte, weil ich es nicht mehr abwarten kann.

Fazit: „Hof der Dornen“ mit Band 1 ist sicherlich kein schlechter Auftakt, aber da Fantasy bei mir nicht die höchste Priorität hat, schaue ich doch mal genauer hin und hier muss ich sagen, dass ich die Reihe eher nicht weiterverfolgen werde. Solche Geschichten gibt es zum einen schon, zum anderen fand ich den Fantasy-Anteil über den Verlauf zu grob unterschiedlich. Auch die Figuren haben mich nicht alle wie gewünscht gereizt. So war mir das Hörerlebnis dann zu zäh.

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Veröffentlicht am 14.07.2026

Das war John Logan?!

The Mistake – Niemand ist perfekt
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Die „Off Campus“-Adaption von Prime Video ist wirklich sehr gut angekommen und das auch bei mir, der Hype war hier wirklich zurecht gegeben. Die Vorlage habe ich aber nicht gelesen. Dafür habe ich ein ...

Die „Off Campus“-Adaption von Prime Video ist wirklich sehr gut angekommen und das auch bei mir, der Hype war hier wirklich zurecht gegeben. Die Vorlage habe ich aber nicht gelesen. Dafür habe ich ein anderes Buch von Elle Kennedy gelesen, was mir einfach nicht so zugesagt hat, dementsprechend habe ich dadurch der Autorin wohl abgeschworen. Aber nach Staffel 1 kribbelt es jetzt natürlich doch. Da ich vielfach gelesen habe, dass die Serie gewisse Schwächen der Buchreihe ausmerzt, habe ich mir gedacht, von „The Deal“ lasse ich die Finger und lasse es als Serie perfekt stehen, aber die anderen Bände werde ich nun mir zu Gemüte fügen und so geht es los mit „The Mistake“ (wenn es wohl auch erst Staffel 3 werden wird).

„The Mistake“ hatte ich als Hörbuch, so wurde ich mit der Stimme von Sarah Dorsel durch die Geschichte geschickt. Das Hörbuch ist schon drei Jahre alt, aber das ist ja eigentlich keine Welt. Zum Glück gibt es im Romance-Genre eigentlich immer zwei Sprecher, wenn es beide Perspektiven gibt, das ist hier leider nicht der Fall. Auch wenn man der Sprecherin angemerkt hat, dass sie bemüht war, Logans Kapiteln mehr stimmliche Tiefe zu geben, aber es war doch eine Frauenstimme und so war das immer etwas irritierend. Es wird zu Anfang immer der Charakter angesagt, das war auf jeden Fall wichtig, aber alleine aufgrund der fehlenden männlichen Stimme wird dieses Hörbuch nicht als Highlight einzustufen sein.

Aber es ist es leider auch inhaltlich nicht. Ich kann leider hypothetisch nicht schlussfolgern, ob ich das Buch anders bewertet hätte, wenn ich Serien-Logan noch nicht gekannt hätte, aber für mich war dieses Buch so schwierig, weil ich den Serien-Logan zwar vor Augen hatte, ihn aber null im Buch-Logan entdeckt habe. Ich fand es in der Serie sehr gut ausgearbeitet, dass John Logan ein Gegengewicht zu Garrett und Dean ist, also viel einfühlsamer und empathischer. Aber hier im Buch habe ich diesen Unterschied nicht gemerkt. Ich fand ihn gerade im ersten Drittel auch eher unsympathisch. Vielleicht lag es auch daran, dass ihm mit Grace eine Figur an die Seite gestellt wird, die im ersten Drittel auch so unfassbar naiv wirkt. Dementsprechend mochte ich die Szenen zwischen ihnen auch nur bedingt. Ihre erste richtige Begegnung hatte etwas, auf jeden Fall, aber was sich von dort aus entwickelt hat, war mir dann zu sehr einseitig. Auch wenn Logan seine gewissen Helden-Momente hatte, aber ihm in den Kopf zu schauen, war nicht immer angenehm.

Charakterlich wurden beide aber immer besser. Gerade der Sommer-Break hat Grace unheimlich gut getan, die viel mehr für sich einsteht, die klarere Grenzen setzt, auch ihren Freunden gegenüber. Und Logan wiederum kam in die Position, richtig etwas tun zu müssen. Da habe ich dann etwas mehr erkennen können, restlos aber leider nie. Trotzdem hat Kennedy mich an manchen Stellen auch echt überraschen können, Stichwort Morris. Langweilig wurde die Lektüre so zum Glück nicht. Aber ich stimme auch anderen kritischen Stimmen zu, dass diesem Band hier die emotionale Schwere der ersten Staffel fehlt. Logans Familienleben wurde für die Serie etwas umgemodelt; im Kern ist sie aber geblieben und das ist hier auch der emotionale Anker. Aber Grace hatte für mich kaum etwas zu bieten, da fehlten mir bei ihr die Konflikte, denn so wirkt es leider zu einseitig.

Fazit: Es war auf jeden Fall richtig, jetzt zu „The Mistake“ zu greifen, um die Wartezeit auf die zweite Staffel von „Off Campus“ zu überbrücken. Zudem habe ich mir keine großen Hoffnungen gemacht und wollte nur die grundlegende Storyline mitnehmen. Aber hier war speziell schade, dass ich Logan nicht wiedererkannt habe. Umso schöner, dass ihm die Serie mehr Tiefe gibt. Dafür gab es überraschende Highlights am Buch. Als Highlight werde ich es aber sicherlich nicht verbuchen können.

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Funken zu oft erloschen

Missing Page - Tödliche Worte
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Ich habe „Ambrosia“ von Katie Kento erst deutlich nach dem Hype gelesen, sodass ich bei „Missing Page“ jetzt doch eher in der frühen Phase dabei sein wollte, um nicht zu viele andere Meinungen von anderen ...

Ich habe „Ambrosia“ von Katie Kento erst deutlich nach dem Hype gelesen, sodass ich bei „Missing Page“ jetzt doch eher in der frühen Phase dabei sein wollte, um nicht zu viele andere Meinungen von anderen mitzubekommen. Gerade bei zweiten Büchern, wo das erste so gut war, da ist es immer schwierig, sich erneut zu beweisen und wenn man dann zusätzlich noch von anderen Stimmen beeinflusst ist, dann wird es ganz schwierig.

Ich habe auch diesen Jugendthriller wieder per Hörbuch konsumiert. Diesmal hatte ich die Stimme von Hannah Schepmann und ich fand es gut, dass hier eine andere Stimme als bei „Ambrosia“ gewählt wurde, weil so auch bei doch geringem Abstand beim Hören Robyn und Toni jeweils eigenständig bleiben konnte. Die Stimme von Schepmann ist mir auch schon sehr vertraut und ich höre sie immer wieder gerne. Für „Missing Page“ hat sie gut gepasst und ich hatte nichts zu meckern. Auch wenn also stimmlich der Teppich ausgerollt war, so muss ich doch leider sagen, dass mich das zweite Werk von Kento nicht gut bei der Stange halten konnte. Dabei fand ich viele Ideen des Buchs eigentlich richtig gut. Das wäre zum einen, dass Kento sich hier der klassischen Whodunnit-Struktur und Agatha Christie annähert, denn wir haben von Anfang an einen klar definierten Personenkreis und am Ende gibt es eine finale Aufklärrunde, bei der alle zusammen sind und wo Hauptfigur Toni sich als Hobbyermittlerin beweisen kann. Ich empfinde das keinesfalls als abgekupfert, weil die Struktur eine Erfolgsformel ist und inhaltlich immer wieder neu ausgestaltet werden kann.

Mir gefiel auch, dass wir uns in so einer Metawelt zu Büchern befanden. Buchliebhaberin und Autorin Katie Kento konnte sich hier ausleben und auch wir als Leserschaft konnten einiges wieder entdecken oder zumindest ganz viel Buchliebe vermittelt bekommen. So war der Schreibwettbewerb ein interessanter Kontext, all die Referenzen zu Büchern waren super, auch die verschiedenen Genres, wie man sich ihnen als Autor nähert. Das war alles vom Papier her echt gut. Und trotzdem hat die Geschichte mich erst am Ende überzeugt, als wirklich alle zusammen sind und alle Puzzlestücke zusammenfinden. Da war die Spannung hoch und ein Dominostein nach dem anderen fiel, sodass ich gebannt alles wissen wollte. Aber warum funktionierte das vorher nicht?

Es ist in Thrillern immer herausfordernd, wenn man Geheimnisse bewahren will und gleichzeitig aber etwas anbieten will, worüber Emotionalität entsteht. Bei mir ist mit den Figuren nicht wirklich was entstanden. Ich muss zwar auch eingestehen, dass Katie Kento fortan von mir lieber gelesen statt gehört werden sollte, denn bei ihrem Figurenrepertoire ist Lesen sicherlich hilfreicher, alles zu sortieren und richtig einzuordnen. Aber es war nicht nur Überforderung, wer ist wer, sondern auch dieser Abstand, weil da kaum Figuren waren, die mir etwas gegeben haben. Es gab zwischendurch auch immer wichtige Zwischenereignisse und da habe ich gemerkt, dass mich da das Interesse doch mal wieder mehr packte, aber dann wurde es wieder eher belanglos und ich war wieder am wegdriften. Aber mir ist klar, dass all das Beschriebene kaum als handwerkliche Nachlässigkeit zu sehen ist. Obwohl eigentlich so viel an Zutaten drin war, was mich sonst verlässlich packt, so hat es hier nicht funktioniert und warum das so war, konnte ich für mich leider auch nicht restlos klären.

Fazit: „Missing Page“ ist für mich im Vergleich zu „Ambrosia“ schwächer. Eigentlich hat mich von der Ausgangslage genug überzeugt, aber der Funke wollte immer nur kurzfristig übersprungen, dann wurde es zu zäh. Aber das Ende war echt gut, denn es hat wieder bewiesen, dass Kento am Ende immer raushauen kann. Den Endspurt zu können, ist ein riesiger Bonus.

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Kaum zu durchdringender Stimmungsschatten

Dunbridge Academy - Whoever
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Eigentlich ist die zweite Generation der „Dunbridge Academy“ doch gerade erst losgegangen, da haben wir mit „Whoever“ auch schon den zweiten Band parat stehen. Ich habe im Vorfeld schon geahnt, dass die ...

Eigentlich ist die zweite Generation der „Dunbridge Academy“ doch gerade erst losgegangen, da haben wir mit „Whoever“ auch schon den zweiten Band parat stehen. Ich habe im Vorfeld schon geahnt, dass die Lektüre wieder etwas schwerer für mich werden wird, denn wenn Sarah Sprinz tief verletzte Gefühle erzählt, dann aber so richtig und das hat sich bei Cleo und Alexander eindeutig bestätigt.

Ich musste bei „Whoever“ vom Schreibstil her viel an „Anyone“ denken müssen. Gideon und Grace zu ihrem Happyend zu begleiten, das war schon eine belastende Lektüre, weil da so eine intensive Melancholie war, die sich sofort auch auf meine Stimmung gelegt hat. Hier haben wir es sehr ähnlich, denn Alexander und Cleo waren einmal ein sehr glückliches Paar und davon ist nichts mehr da. Als er nun an die Dunbridge zurückkehrt, da müssen sich die beiden ihren Gefühlen stellen. Sprinz drückt das stilistisch immer durch abgrundtief-traurige Kapitel aus, wo es wirklich in eine Tiefe geht, die man nicht erahnen kann. Daher war es doch etwas schwerer für mich, in diese Geschichte einzutauchen. Ich habe gerne Gefühle, aber wenn man zu denen gehört, die Stimmungen sofort für sich selbst adaptieren, dann ist es schon mal gerne zu viel. Und das war auch hier der Fall. Hinzu kommt, dass Sprinz dann auch gerne mit nicht vollständigen Sätzen arbeitet, mehr mit Satzfetzen. Das ist auch nicht immer leicht zu lesen, weil ich mir dann den Satz in Gedanken vervollständige.

Insgesamt ist der Unterschied zwischen Band 1 und Band 2 der zweiten Generation echt gravierend. Band 1 hatte auch sein Drama, keine Frage, aber es hatte durch die Wortgefechte und den Austausch von lateinischen Weisheiten mehr Humor und aufbrechende Momente dabei. In Band 2 war es sehr schwer diese Leichtigkeit zu erzeugen, vielleicht auch zu empfinden, weil immer ein Schleier über dem Geschehen lag, wirklich immer. Zumal die Handlung dann auch sehr auf das zentrale Paar ausgerichtet war. Im ersten Band hatten auch die Gruppen immer wichtige Szenen, das ging hier unter. Aber positiv war, dass mir die Darstellung von Gus diesmal viel besser gefallen hat. Er hat immer noch das loseste Mundwerk und er hat keinen Filter, aber er hat sich als wirklich guter Freund erweisen. Das war für mich eine der Überraschungen hier. Überraschend war aber auch, was letztlich alles zur Trennung des Paares geführt hat. Da wir Alexander im ersten Band nur durch Erzählungen erleben, sind unweigerlich Spekulationen in meinen Kopf entstanden. Was muss so schlimm gewesen sein, um so endgültig verschwinden zu müssen?

Ich finde leider, dass das mit der finalen Auflösung nicht ideal zusammenpasste. Sprinz sagt in ihrer Danksagung selbst, dass sie sich schon länger das behandelte Thema vornehmen wollte, weil es wichtig sei. Und es IST wichtig und ich fand es inhaltlich mit all seinen Seiten auch gut und nachvollziehbar dargestellt. Aber die Zusammenhänge, was sich danach aufgebaut hat, das war für mich zu sehr Flickenteppich. Ich hatte mir eher etwas vorgestellt, was Alexander individuell betroffen hat, aber nicht, dass es seinen Ursprung in einer Entscheidung von Cleo hatte. Das Thema in einer anderen Konstellation, das hätte mir viel, viel besser gefallen. So war es gut, aber leider auch nicht mehr. Umgekehrt war positiv, dass wir hier das Thema Pferde so konsequent dabei haben. Yvy Kazi hatte gerade erst ihre „Goldchrest Manor“-Reihe und jetzt hat auch Sprinz die alten Wendy-Gefühle aufflammen lassen. Die Beziehung von Alexander und Nox wurde intensiv dargestellt, genauso aber auch die Krankheitsepisoden, weitere Szenen im Stall und auch Cleos Rückkehr zum Reitsport. Das fand ich als Handlungsrahmen neu in der Reihe und hat mir dementsprechend echt gut gefallen.

Zum Abschluss möchte ich auch noch mal zu den zentralen Figuren des Bandes kommen. Ich habe schon gemerkt, dass mein Bild von Alexander sehr davon geprägt war, dass wir ihn in Band 1 nicht erlebt haben und dann nur die Gedanken der anderen zu ihm hatten. Leicht hatte er es so nicht bei mir. Er hat sich auch später nicht vollends in mein Herz spielen können, aber das wird vor allem an der fehlenden Leichtigkeit liegen, weil ich ihn nicht einfach mal als den Jugendlichen ohne Ballast erlebt habe. Cleo dagegen hatte in Band 1 schon so viel Spielwiese. Sie war zwar auf eine Art anstrengend, aber sie hat mich auch gerührt. Daher war ich schon sehr gespannt auf sie. Durch die Auflösung, was alles passiert ist, habe ich sie auch nicht mehr so entspannt sehen können. Nicht wegen ihrer Entscheidung, aber weil ich einfach gesehen habe, was das alles für Konsequenzen hat. Trotzdem ist sie ein Mädchen mit großem Herz und ich fand es toll, dass durch sie auch Colin und Olive wieder so viel zu erleben waren. Gleichzeitig wird auch schon intensiv der nächste Band rund um Oscar und Elsa aufgebaut. Das hat richtig Lust auf mehr gemacht und weil die beiden Bänden auch so eng zusammenhängen, war es auch okay, dass noch nicht alle Handlungsbögen abgeschlossen wurden. Diese Bände fühlen sich wirklich mehr denn je wie ein Universum an.

Fazit: „Whoever“ hat bei mir ähnliche Gefühle wie „Anyone“ ausgelöst. Es fehlte mir am Ende mal ausgiebig Leichtigkeit, denn so lag durchgängig über allen Kapiteln (und es gab sehr viele!) ein dunkler Schatten. Das war für meine eigene Stimmung nicht immer so einfach. Da braucht man beim Lesen dann echt einen gewissen Panzer. Das gewählte Thema war wichtig, aber es war nicht das, was ich im Aufbau der Handlung erwartet hatte. Umgekehrt gab es aber auch Highlights wie der Pferdesport und dass es sich mehr denn je wie eine Familie anfühlt, aber es wird nicht mein Lieblingsband werden.

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Veröffentlicht am 12.06.2026

Romance-Suspense braucht noch mehr Balance

FRAGILE. Niemand kennt dich so wie ich
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Manchmal ist es schon verrückt, dass man englischsprachige Bücher immer wieder in die Kamera gehalten bekommt und dann lange gar nicht merkt, dass es diese inzwischen auch schon auf Deutsch übersetzt gibt ...

Manchmal ist es schon verrückt, dass man englischsprachige Bücher immer wieder in die Kamera gehalten bekommt und dann lange gar nicht merkt, dass es diese inzwischen auch schon auf Deutsch übersetzt gibt und das mit einem völlig anderen Cover und mit einem ganz anders übersetzten deutschen Titel. So geht es mit mir „Fragile – Niemand kennt dich so wie ich“ von Catherine Cowles, das ich mir dann jetzt mal zu Gemüte geführt habe, um mir ein eigenes Bild zu machen.

Ich hatte das Hörbuch und wurde dementsprechend von den Stimmen von Michael Borgard und Simone Scheuer durch die Geschichte begleitet. Es ist natürlich Geschmackssache, aber seine Stimme war nicht so mein Fall, während sie mir doch sehr gut gefallen hat. Trotzdem hat es mich beim Hören nicht beeinflusst, zumal ohnehin alles Gewöhnungssache ist. Ich habe gerade erst „If Books Could Kill“ gelesen und habe mit „Fragile“ mal wieder gemerkt, dass Romantic Suspense einfach ein anderes Genre ist, weil wir vorrangig eine Liebesgeschichte haben und zwischendurch passieren gewisse gruselige, unheimliche Sachen und erst am Ende gibt es dann den großen Showdown. Es ist eine Mischung von Genre, die nicht jeder gut drauf hat. Da ich Cowles als Autorin nicht kenne, bleibt für mich offen, was sie ansonsten so schreibt, aber ich finde, dass „Fragile“ unterstreicht, dass die Autorin sich dort erst zurechtfinden muss. Da es als sechsbändige Reihe angekündigt ist, kann sie sich da auch fleißig erproben. Für mich wird sich erst noch beweisen müssen, dass ich am Ball bleibe. Hier nach Band 1 werde ich sicherlich noch eine Chance geben.

Aber warum hat es mich nicht völlig mitgerissen? Für mich passte vor allem das zusammengesetzte Bild nicht optimal. Deswegen war eigentlich der Einstieg der Beste, denn dort haben wir noch eine sehr fokussierte Erzählung, die uns in die Welt von Sparrow Falls einführt. So haben wir den sehr grummeligen Anson, der lieber Abstand hält und wir haben Rho, die etwas sehr Schlimmes erlebt hat, sich aber trotzdem ein großes, offenes Herz bewahrt hat. Dann wird es aber schon komplex, weil dieses Buch unheimlich viele Figuren hat. Alleine durch die riesige Pflegefamilie, die alle ihre Geschichte bekommen werden, haben wir viele Namen, aber dann noch mehr, denn wir brauchen schließlich auch genug Verdächtige, wer da sein Unheil treibt. Als Buch wäre das vielleicht für mich etwas klarer zu unterscheiden gewesen, aber es nur zu hören, hat es erstmal schwierig gemacht, alles zu sortieren. Zumal man schon im ersten Band deutlich merkt, wie viele Vorausdeutungen Cowles für die Zukunft macht. Ich hätte das intuitiv wahrscheinlich etwas runtergeschraubt und die Pflegegeschwister deutlicher charakterisiert. Auch am Ende war es für mich echt schwer, alle ordentlich auseinanderzuhalten.

Dann haben wir diesen Suspense-Anteil. Natürlich war klar, dass es am Ende nicht irgendeine Figur sein wird, die wir kaum erlebt haben. Es war schon offensichtlich, dass wir einen Verdächtigenkreis von etwas fünf Personen haben und dadurch konnte ich mich als Hörerin mehr auf diese fokussieren und überlegen, wer ist es wohl. Das war jetzt also per se nicht das spannendste. Aber zum Glück ist da doch mehr drin, denn wir haben durch Anson ebenfalls noch einen Serienkiller an Bord und so gibt es genug Fragen. Wie passt alles zusammen? Wen motiviert was? Und was wird alles auf dem Weg hin zu Antworten passieren? Weniger gefallen hat mir dagegen, dass ich zu oft eine entspannte Atmosphäre wahrgenommen habe. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Cowles ähnlich wie Elsie Silver Familiendynamiken toll erzählen kann. Aber das ist schwierig, wenn solche Gefahr über allem liegt. Trotzdem bekommt die Großmutter ihre Lacher, trotzdem wirkt Rho stellenweise viel zu glücklich und auch die Liebesgeschichte funkt nicht immer ideal dazwischen, weil es oft so unvernünftig erscheint. Ich mochte die gemeinsame Geschichte von Rho und Anson eigentlich, aber ich habe alles in allem zu viel nachdenken müssen, was gerade nicht iodeal ist. Trotzdem gab es einen guten Showdown, das hat geklappt.

Fazit: „Fragile“ ist jetzt nicht unbedingt der Auftakt einer Romance Suspense-Reihe, der mich restlos vom Hocker haut. Es scheint eher so, als müsste Autorin Catherine Cowles hier noch die richtige Balance finden. Aber es gibt genug Ansätze, um der Reihe in Band 2 definitiv noch eine Chance zu geben.

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