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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2016

Spannung von Anfang bis Ende...

Wenn du vergisst
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Das Cover des Buches ist wirklich etwas anderes und man erkennt gleich den Wert der Zeichnungen, die auch im Buch immer und immer wieder eine grosse Rolle spielen.
Stell dir vor, du wachst auf und weiss ...

Das Cover des Buches ist wirklich etwas anderes und man erkennt gleich den Wert der Zeichnungen, die auch im Buch immer und immer wieder eine grosse Rolle spielen.
Stell dir vor, du wachst auf und weiss nicht, wer du bist oder was du da machst, du weisst nicht mehr, was gestern oder letzte Woche passiert ist und es scheint auch niemanden zu geben, der dich vermisst, weil dich niemand zu kennen scheint. Das Mädchen, was diesen Albtraum durchlebt, stellt sich später als Zoe heraus, aber trotzdem weiss sie nicht mehr, was in der Zeit vor ihrer Amnesie geschehen ist.
Als dann ihre Eltern gefunden werden, sie ihren Namen erfährt, aber trotzdem nicht das Gefühl von zu Hause bekommt, zweifelt Zoe an sich selber. Sie spürt, dass da etwas nicht in Ordnung ist, vertraut ihrem Gefühl, kann es aber nicht weiter beschreiben...
Neben den Gefühlen in ihrer Familie lernt Zoe noch Elias und Niklas kennen und hat bei beiden erst das Gefühl, dass sie ihnen vertrauen kann, aber auch diese Gefühle werden immer und immer wieder durcheinander gewirbelt...
Zoe ist als Charakter für den Leser lange recht fremd, was aber daher kommt, dass sich Zoe selber fremd ist und sich selber nicht kennt, aber trotzdem ist Zoe eine interessant
Der Schreibstil von Heidrun Wagner ist flüssig zu lesen, wird aber immer wieder von den wirren Gedanken von Zoe unterbrochen. Diese Unterbrechungen sind aber passend zu der Geschichte, daher kann man das nicht als Negativpunkt für den Stil auslegen. Der Einstieg in die Geschichte verwirrt zu Beginn etwas, was aber auch an der Situation von Zoe liegt.
Die Spannung bleibt über die gesamte Buchlänge wirklich hoch, auch wenn es immer mal wieder etwas kleine Erholungsphasen gibt, in denen man glaubt, dass sich nun alles aufklärt, aber das passiert dann immer nicht und wird dann immer wieder durch äußere Einflüsse verhindert.
Miri D'Oro, die Illustratorin für das Buch ist, schafft mit ihren Zeichnungen wirklich eine Durchzeichnung des Buches und man sieht das, was auch Zoe in ihrem Kopf hat. Durch die Zeichnungen erlebt man die Geschichte wahnsinnig intensiv und taucht völlig ins Zoes Kopf und Gedanken ab.
Das Buch wird für Mädchen von 14 - 16 Jahren empfohlen, aber man kann es auch als älteres Mädchen oder junge Frau noch lesen, allerdings sollte man sich auf die Geschichte einlassen können, weil sonst langweilt man sich in der Geschichte.

Fazit:
Mit Wenn du vergisst schafft Heidrun Wagner einen spannenden Auftakt zu einer neuen interessanten Mystery-Romance-Thrill-Serie für Mädchen, die aber auch Mädchen über 16 Jahre anspricht. Miri D'Oro zeichnet wirklich das Buch so wahnsinnig gut, dass man immer und immer wieder aufs neue von den Zeichnungen begeistert ist. Die Geschichte um Zoe entspinnt sich erst langsam, aber gerade das biete den Raum, in Zoes Gedanken reinzuschauen und als Leser zu erleben, was alles passieren kann, wenn man sein Gedächtnis verliert.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Dornröschen mal anders...

Küss mich wach
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Ich konnte das Buch im Rahmen einer Wanderbuchaktion von Katis Bücherwelt lesen und habe mich wirklich darüber gefreut, weil ich schon lange mal ein Buch von Mila Summers lesen sollte.
"Küss mich wach" ...

Ich konnte das Buch im Rahmen einer Wanderbuchaktion von Katis Bücherwelt lesen und habe mich wirklich darüber gefreut, weil ich schon lange mal ein Buch von Mila Summers lesen sollte.
"Küss mich wach" ist der Debütroman von Mila Summers und sie befasst sich mit einem Thema, das in der Literatur immer und immer neu behandelt wird, mit der Liebe.
Als ich den Klappentext das erste Mal las, dachte ich etwas an die Geschichte von Aschenputtel, aber "Küss mich wach" hat nur entfernt damit zu tun, auch wenn die Konstellation im Buch an sich nicht neu ist.
Stacy, die eigentlich nur eine neue Stelle antreten will, verpasst einfach die Chance und Mitch erzählt immer seiner Familie von einer Frau, die er angeblich hat, aber die es gar nicht gibt und beide treffen sich mitten auf der Strasse und dann beginnt ein Abenteuer, das die Leben der beiden verändern soll...
Mila Summers versteht es einfach, eine Geschichte auch auf wenige Seiten zu verpacken, es sind zwar nur 166 Seiten, aber auf denen wird so viel erzählt, dass man am Ende meint, dass man dann einen recht dicken Roman gelesen hat, obwohl man das eigentlich nicht hat.
Der Schreibstil von Mila Summers ist sehr angenehm und einnehmend und man taucht so in die Geschichte ein und kann der Geschichte auch gut folgen.
Die 166 Seiten lesen sich weg wie nichts und man ist eigentlich traurig, dass man das Buch schon durch hat, weil man sich wirklich in Stacy und Mitch verliebt, auch wenn beide Charaktere manchmal etwas hart und unsympathisch wirken. Aber der Eindruck revidiert sich innerhalb des Buches sehr schnell, weil sie beide offenbaren, warum sie so sind, wie sie sind.

Fazit:
Mila Summers verpackt eine zuckersüße Liebesgeschichte mit Hochs und Tiefs wunderbar in einen kleinen Road-Trip, der dann am Ende in die Katastrophe gipfelt, weil Stacy und auch Mitch sich einfach nicht klar darüber sind, was sie eigentlich wollen und dann einfach Entscheidungen treffen, die sie eigentlich nicht wollen...
Durch den Schreibstil von Mila Summers ist das Buch ein echter Paigeturner und liest sich weg wie nichts. Wer gerne Märchenadaptionen mag, sollte das Buch unbedingt lesen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein tolles Jugendbuch...

Almost
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Das Buch habe ich bei Lovelybooks als Buch für eine Leserunde bekommen.
Jess hat es in ihrem Leben nicht leicht, weil ihr Leben nicht so ist, wie sie es sich wünscht. Durch einen Deal mit Gray schafft ...

Das Buch habe ich bei Lovelybooks als Buch für eine Leserunde bekommen.
Jess hat es in ihrem Leben nicht leicht, weil ihr Leben nicht so ist, wie sie es sich wünscht. Durch einen Deal mit Gray schafft sie es, nach aussen hin ein recht normales Leben zu führen, aber Gray hat doch mehr mit ihrem aus den Fügen geraten Leben zu tun als Jess ahnen kann und schlittert dadurch noch weiter in ihre Fügenlosigkeit...
Die Idee mit dem Fake-Freund-Vertrag ist irgendwie witzig, das ist mal etwas, was man nicht so oft in Bücher antrifft und auch dessen Umsetzung, die teilweise ja wirklich gut gelingt, ist echt gut von der Autorin in Szene gesetzt wurden.
Das Cover ist wirklich schön und ein Blickfang. Der Blick von Jess (also ich vermute mal, dass es Jess darstellen soll) ist leicht verträumt und romantisch und das passt auch sehr gut zum Buch und dessen Inhalt.
Der Schreibstil von Anne Eliot liest sich wirklich gut und die Geschichte, die sie dem Leser eröffnet, ist zwar etwas komplex, weil sich die Geschichte ja auch immer wieder um das Geschehen vor 3 Jahre dreht, aber trotzdem verliert man als Leser nicht den Faden der Geschichte. Anne Eliot schafft es auch immer wieder, die Liebenden schön in Szene zu setzen und schreibt recht blumig über Schmetterlinge im Bauch und verwendet viele recht romantische Metaphern.
Jess ist eher der unterkühlte Typ Mensch, der zu Beginn dann eher recht kratzbürstig. Erst im Laufe der Geschichte taut sie auf, was auf den Leser dann aber auch ihre anfängliche Kühle erklärt. Jess ist besonders ihre Familie wichtig, vor allem Kika, ihre kleine Schwester, die ihr immer mit Listen helfen will, was wirklich süss wirkt.
Gray ist eher ein Mensch, der weiss, was er will und trotzdem immer abwägt, was er will und was eben nicht. Durch sein Geheimnis wirkt er manchmal etwas unbeholfen, was sich dann aber trotzdem recht niedlich lesen lässt. Er versucht auch immer wieder, Jess aufzuklären, scheitert daran aber immer wieder.
Die Kombination zwischen Jess und Gray ist schon eine recht explosive, aber auch eine sehr spannende. Die Geschichte entspinnt sich immer wieder etwas neu und durch den Wechsel in der Perspektive zwischen Jess und Gray bekommt der Leser sehr viel von den beiden Charaktern mit und ehrlich, beide wachsen einem ans Herz, auch wenn es bei beiden etwas dauert.

Fazit:
Die Liebesgeschichte rund um Jess und Gray ist eine wirklich zuckersüsse Liebesgeschichte, die durch ihren Perspektivenwechsel besticht und dadurch eben die Charaktere sehr nah an den Leser bringt. Der Leser taucht in das Leben von Jess ein, was eben nicht so wirklich einfach ist, aber auch Gray ist nicht so ganz ohne und diese Kombination macht das Lesen interessant. Durch den wunderbar lockere und blumigen Schreibstil, der aber trotzdem nicht an Tiefe verliert, fliegt man durch die Seiten des Buches.

Veröffentlicht am 28.05.2026

In einem Zug – Daniel Glattauers feinsinnige Reise durch das Leben

In einem Zug
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Ein witziger, schlagfertiger und tiefgründiger Roman, den man am besten genau dort liest, wo er spielt: Im Zug.

Wer an Daniel Glattauer denkt, hat meist sofort die digitalen Wortgefechte aus „Gut gegen ...

Ein witziger, schlagfertiger und tiefgründiger Roman, den man am besten genau dort liest, wo er spielt: Im Zug.

Wer an Daniel Glattauer denkt, hat meist sofort die digitalen Wortgefechte aus „Gut gegen Nordwind“ im Kopf. Doch mit „In einem Zug“ schlägt der Autor leisere, klassischere, aber keineswegs weniger faszinierende Töne an. Ein Buch, das mich auf eine ganz unerwartete Weise berührt hat – und das, wie sich herausstellte, den absolut perfekten Leseort verlangt.

Mein Eindruck: Schlagfertig, feinsinnig und bittersüß

Ich habe dieses Buch wirklich von der ersten bis zur letzten Minute genossen. Glattauers Schreibstil besitzt hier eine wunderschöne Leichtigkeit, die einen mühelos durch die Seiten trägt. Das absolute Herzstück des Romans sind die Dialoge zwischen Eduard und Catrin: Sie sind witzig, teilweise herrlich schlagfertig und einfach ein purer Genuss beim Lesen.

Gleichzeitig schafft es der Roman, neben all dem Wortwitz sehr leise und feinsinnig daherzukommen. Zwischen den Zeilen stecken kluge, nachhaltige Gedanken über die Liebe, das Altern, das Scheitern und das Leben an sich, die mir noch lange im Kopf herumgegangen sind. Man bekommt als Leser einen tiefen, ungeschönten Einblick in Eduards Leben, begreift seine Schwächen und versteht plötzlich, woher seine jahrelange, lähmende Schreibpause rührt.

Mein absoluter Pro-Tipp für euch: Schnappt euch dieses Buch für eure nächste längere Bahnfahrt! Ich habe es genau so gemacht und die Atmosphäre im Zug verschmilzt beim Lesen eins zu eins mit der Geschichte. Das macht das Ganze noch intensiver.

Mein Fazit

Ein wunderbares Buch zum Abschalten und gleichzeitig zum Nachdenken. Es kommt nicht laut oder spektakulär daher, sondern überzeugt durch seine psychologische Tiefe und geschliffene Dialogkunst. Ein echter Glattauer eben, nur im Gewand eines klassischen Romans.

Meine Bewertung:

Feinsinnig, berührend und voller Wortwitz. 4,5 von 5 Rosen 🌹🌹🌹🌹🌿 (eine halbe Rose für das ganz besondere Reisegefühl)

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Veröffentlicht am 02.07.2026

Eine süsse Sprache gegen grosse Barrieren...

Sprichst du Schokolade?
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Mein Eindruck: Wichtige Themen, lebendig verpackt – aber mit kleiner Einschränkung
Das Buch punktet von der ersten Seite an mit seiner tollen, dynamischen Gestaltung. Die 51 Kapitel sind angenehm kurz ...

Mein Eindruck: Wichtige Themen, lebendig verpackt – aber mit kleiner Einschränkung
Das Buch punktet von der ersten Seite an mit seiner tollen, dynamischen Gestaltung. Die 51 Kapitel sind angenehm kurz gehalten und werden immer wieder durch kleine Textnachrichten, Notizen oder andere optische Kleinigkeiten aufgelockert. Das sorgt für einen wunderbaren Lesefluss.

Was mich an diesem Kinderbuch besonders begeistert hat: Es beschränkt sich nicht nur auf die typischen Probleme junger Mädchen. Natürlich spielen der obligatorische Schul-Zickenkrieg und der normale Alltagstrubel eine wichtige Rolle, um die Zielgruppe abzuholen. Aber das Buch geht tiefer: Es legt großen Wert darauf, der Flüchtlingsthematik einen hohen Stellenwert zuzuordnen – und den bekommt sie hier auch auf eine sehr empathische Weise.

Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich die Protagonistin Josie selbst. Sie ist als Charakter phasenweise ein bisschen schwierig zu greifen: Mal zeigt sie sich unglaublich tough und packt die Dinge an, im nächsten Moment agiert sie wieder sehr naiv. Aus diesem Grund lautet mein Pro-Tipp: Man sollte das Buch mit jüngeren Kids auf jeden Fall begleitet lesen, um über Josies manchmal unüberlegte Reaktionen oder die schweren Hintergründe von Nadimas Fluchtgeschichte sprechen zu können.

Mein Fazit
Ein absolut lesenswertes, wichtiges Jugendbuch, das schwere Themen wie Flucht und Integration federleicht, aber mit dem nötigen Respekt in eine typische Schulgeschichte einbettet. Die Botschaft, dass Empathie und Schokolade Mauern einreißen können, ist einfach wunderschön.

Meine Bewertung: Ein feinfühliges Buch über Verständigung, das im Gedächtnis bleibt.

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