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Veröffentlicht am 26.07.2026

Die Schwedin

Schlafende Vulkane
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Helga Jonsdottirs Wurzeln liegen zwar in Island, sie selbst ist jedoch in Schweden aufgewachsen. Deshalb hat es die Ermittlerin auch nicht einfach im Dezernat für Gewaltverbrechen, von jedem dort anerkannt ...

Helga Jonsdottirs Wurzeln liegen zwar in Island, sie selbst ist jedoch in Schweden aufgewachsen. Deshalb hat es die Ermittlerin auch nicht einfach im Dezernat für Gewaltverbrechen, von jedem dort anerkannt zu werden. Ausgerechnet bei einem schrecklichen Mord muss sie ihre erste Ermittlung leiten: Eine junge Frau wird nackt und geschändet in einem Reitstall gefunden, ihr zehnjähriger Sohn ist verschwunden. Hat er den Täter gesehen? Helfen kann hier nur Bjarki, ein zwei Meter großer Naturbursche, der bei der Verkehrspolizei arbeitet und sich aus Spaß in reißende Flüsse wirft, um Menschen zu retten. Er kennt die isländischen Vulkanebenen wie seine Westentasche, und tatsächlich gelingt es ihnen, den Jungen zu finden. Doch mit dem einen Mord ist es nicht getan, denn der Täter macht weiter und es kommt, wie es immer kommen muss: Helga gerät in seinen Fokus ...

Es ist jetzt nicht so, als hätte ich keinen Spaß beim Lesen gehabt. Der Schreibstil ist flüssig, Island ist düster und voller Vulkangestein und der Fall ist nicht uninteressant. Der Serienkiller macht sein Hobby dank Darknet auch noch zum beruf, der ihm ordentlich Kohle durch kranke Typen einbringt, das ist immerhin eine Art Alleinstellungsmerkmal. Was mir wirklich gegen den Strich ging, ist die Konstellation. Ohne den starken, schweigsamen, heldenhaften Mann ist Helga natürlich aufgeschmissen. Natürlich, weil sie einen Fehler begeht. Der heldenhafte Isländer ist so heldenhaft, dass er sich sogar zum Schluss für sie eine Kugel einfängt, und das auch noch ganz bewusst, so nach dem Motto: Hach, ein herrlicher Montag, so kann der Tag beginnen! So ein bisschen Schussverletzung stört mich doch nicht! Allgemein war der Schluss eher ziemlich hohl konzipiert und beruhte auf Zufällen und Handlungsweisen, die nicht nachvollziehbar waren. Ich mochte eigentlich den Cast ganz gern, aber von mir aus darf der Held gern ein bisschen weniger heldenhaft sein und das schwache Frauchen ein bisschen weniger von dem heldenhaften Helden und seinem heldenhaften Benehmen abhängig sein. Einem weiteren Band würde ich gern noch eine Chance geben, wenn sich alle ein bisschen aus dem Homo Sapiens Höhlenmenschus herausentwickelt haben - einschließlich der beiden Autoren.

Veröffentlicht am 06.06.2026

Feuer und Wasser

The Sea Spinner (Wind Weaver 2)
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Die Schlacht um Fyremas ist gewonnen - aber um welchen Preis? Die Stadt ist zerstört, viele Einwohner sind tot. Penn ist auch drei Monate danach nur damit beschäftigt, die Schutzbanne zu stabilisieren ...

Die Schlacht um Fyremas ist gewonnen - aber um welchen Preis? Die Stadt ist zerstört, viele Einwohner sind tot. Penn ist auch drei Monate danach nur damit beschäftigt, die Schutzbanne zu stabilisieren und entfernt sich immer mehr von Rhya. Nach einem Streit gerät Rhya in ein Portal und stolpert ausgerechnet im Badehaus von König Soren wieder heraus. Soren bietet ihr an, bei ihm zu bleiben und ihre Fähigkeiten von ihm trainieren zu lassen und sie nimmt das Angebot an. Am Water Court lernt sie nicht nur, ihre Magie zu beherrschen, sondern auch neue Freunde und Kreaturen kennen. Und natürlich auch, dass Soren zehnmal so cool ist wie Penn. Doch der Dunkle Kaiser sinnt noch immer auf Rache und ausgerechnet zu Arwens Hochzeit eskaliert die Situation.

Der zweite Teil schließt kurz nach dem ersten an und kann leider nicht mit ihm mithalten. Das liegt daran, dass sich der Mittelteil furchtbar zieht. Natürlich gibt es auch Action, aber die fügen sich nicht fließend in die Geschichte ein, sondern scheinen rein deshalb zu existieren, um herauszustellen, dass Soren zehnmal der Mann ist, der Penn gerne wäre. Penn ist mir ja schon im ersten Teil oftmals gewaltig auf die Nüsse gegangen - hier treibt er es geradezu auf die Spitze und nervt einfach nur noch. Im Gegenzug ist da Soren, der zwar immer als beinahe Feind von Penn dargestellt wurde/wird, aber sich eigentlich immer als hochanständiger Freund und Verbündeter erwies. So auch hier. Nicht nur, dass er Rhya auf Augenhöhe begegnet, er bringt ihr auch etwas bei. Probleme bereitet mir immer noch der Age Gap von etwa 200 Jahren zwischen Rhya und den Männern. Wobei sich Penn eher wie ein Vorpubertierender benimmt, aber trotzdem. Ihr merkt man ihre bisschen über 20 Jahre oft genug an, wenn sie zickig oder kindisch reagiert.

Zwischendrin fehlt es auch ein bisschen an der Logik. Bei einem Kampf richten Feinde Armbrüste auf einen der ihren und sie kann nicht verhindern, dass er von den Bolzen getroffen wird, erklärt sogar noch, dass alles viel zu schnell ging. Keine Seite später ist es ihr jedoch problemlos möglich, die Bolzen von einem ihrer beiden Loveinterests abzuwenden, obwohl die Situation keineswegs anders war. Auch dass die Person, die die ganze Zeit absolut keine Anstalten machte, sich als Freundin oder/und Verbündete einzuführen, nicht nur a) auf eine geheime Mission mitgenommen wurde, sondern b) auch die ganze Zeit Bauchschmerzen bei Rhya verursachte und c) auf eben jene Geheimmission mit einem Kleid unterwegs ist, war ein wenig arg too much. Auch dass der Antagonist einfach nur ein Oberschurke mit "Haha, ich erobere die Welt, weil ich es kann"-Ambitionen ist, fühlt sich sehr seicht an.

So richtig spannend und cool wurde das Buch erst wieder zum Ende hin. Da es zwischendurch so zäh war, hatte ich überlegt, ob ich überhaupt wissen möchte, wie es in Teil 3 weitergeht, aber bei dem Cliffhanger bleibt mir eigentlich keine andere Wahl, jetzt bin ich doch ein wenig hooked.

Veröffentlicht am 16.05.2026

Magiephilie

Seamere College 1. Strange Familiars
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Nach sieben Jahren Studium magischer Tiermedizin steht Gwen kurz vor dem Abschluss. Als chinesischstämmige Stipendiatin muss sie unbedingt Jahrgangsbeste werden, um den Job zu kriegen, bei dem sich am ...

Nach sieben Jahren Studium magischer Tiermedizin steht Gwen kurz vor dem Abschluss. Als chinesischstämmige Stipendiatin muss sie unbedingt Jahrgangsbeste werden, um den Job zu kriegen, bei dem sich am meisten verdienen lässt, sodass sie das Restaurant ihrer Eltern retten kann. Doch da gibt es noch Harrisford Briggs, Sohn eines reichen CEOs, der ebenfalls beste Chancen auf den Jahrgangsbesten hat. Als es zu unkontrollierten Ausbrüchen von Magie bei den magischen Seelentieren kommt, müssen sich Gwen und Harrisford zusammenschließen, um der Sache auf den Grund zu gehen und trotz ihrer Rivalität sind sie gezwungen, einander zu vertrauen.

Magische Akademie? Check! Magische Tiere/Magische Tiermedizin? Check! Rivals to Lovers? Check! Was also kann da noch schiefgehen? Vorneweg: ganz schön viel. Aber zuerst das Positive: Es gab einen diversen Cast und damit verbunden auch gut was zu lesen über Rassismus, Diskriminierung und Bevorzugung von weißen Leuten. Das fand ich echt gut und das ist auch der Grund, warum ich von 2.5 auf 3 Punkte aufgerundet habe. Der Rest ließ nämlich echt zu wünschen übrig. Die Familiars, also die sprechenden Seelentiere, waren genauso langweilig wie Hermine und Draco ... oh. Wait. Das wwar gar keine Fanfiktion? Hat sich aber genauso gelesen. Harrisford (was für ein selten bescheu... Name, ich wollte immer Harrison Ford lesen) war sogar vom Aussehen her Draco Malfoy auf Temu bestellt und Hermine bekam einen chinesischen Hintergrund. Sie streiten sich schon seit sieben (!) Jahren. Beide sind Mitte zwanzig und benehmen sich wie pubertierende Teens, sogar mit dem ständigen Wiederholens des "ER IST MEIN ERZFEIND!". Hermine ... ich meine Gwen wird ständig als die cleverste, klügste und intelligenteste Hexe bezeichnet, wobei sie dafür allerdings den Beweis schuldig blieb. Sie war kompetent und tierlieb, das stimmt immerhin.

Harrisford war äußerst unangenehm. Gwen wird von seinem Vater mit einer Waffe bedroht, er will sie töten, aber hey: Das können wir mal nicht der Polizei erzählen. Dafür erpresst er Gwen eiskalt, aber das ist schon okay, er sieht nämlich wahnsinnig gut aus. Außerdem ist er seit Jahren in Gwen verliebt, da macht man das eben so. Die Geschichte plätschert dann so vor sich hin, furchtbar langatmig und mit den immer selben Szenen. Gwen trifft auf Harrisford, sie streiten sich, der Typ wird mal kurz nett, sie schmilzt dahin, irgendwas passiert zwischen ihnen, dann macht er einen A-lochmove und sie ist eingeschnappt und beschließt, nie wieder mit ihm zu reden. Bis zur nächsten identischen Szene jedenfalls. Harrisford, der megareiche Junge aus gutem Haus, muss auch unbedingt Jahrgangsbester werden, weil sein Vater ihn erpresst. Entweder Jahrgangsbester oder er muss mit ihm arbeiten. Es gibt nämlich auf der GANZEN, WEITEN Welt keine Möglichkeit, zu arbeiten, ohne dass Daddy Superstar ihm eine reindrücken kann. Ja. Klar. Besonders bei magischen Tierarztpraxen. Harrisford ist zwar 25, hat aber nicht gelernt, dass Erwachsene auf eigenen Füßen stehen können.

Der Schluss war dann auch strange, aber eher nicht wegen der familiars. Immerhin kam jetzt mal etwas Bewegung in die Geschichte. Ach so, und Gwen hat einen Job gefunden, der fast genauso gut bezahlt wird wie der angestrebte. Warum jetzt also der ganze Terz von wegen Jahrgangsbeste? Alles in allem konnte mich die Geschichte nur wenig mitnehmen.

Veröffentlicht am 04.05.2026

Doppelkrone

Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain
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Die junge Adlige Ivy ist in Ungnade gefallen, seitdem ihre Schwester verschwunden und abrupt und ohne Erinnerung wieder aufgetaucht ist. Jetzt ist sie Debütantin und kann kaum auf einen Ehemann hoffen. ...

Die junge Adlige Ivy ist in Ungnade gefallen, seitdem ihre Schwester verschwunden und abrupt und ohne Erinnerung wieder aufgetaucht ist. Jetzt ist sie Debütantin und kann kaum auf einen Ehemann hoffen. Da verkündet der Faeprinz Bram, dass er in diesem Jahr eine Braut sucht und Ivy schafft es unter die letzten sechs Favoritinnen. Dafür muss sie die Demütigungen von Faekönigin Moryen ertragen und einen Pakt mit Brams Stiefbruder Emmett eingehen in der Hoffnung, die Königin zu stürzen. Und irgendwie versuchen zu überleben, ohne der blutrünstigen Königin einen Vorwand zu liefern, sie zu beseitigen.

Ich fand die Idee eigentlich ziemlich cool. Viktorianisches England, aber seit 400 Jahren sitzt eine Königin der "Anderen" auf dem Thron, die eine ungewöhnliche Magie besitzt, mit der sie Leute zu einem Handel versuchen kann. Aber um ehrlich zu sein, war die Geschichte ziemlich lahm. Ivy ist anfangs ganz cool, aber dann erlaubt sie sich ständig dämliche Fehler, die nur durch Glück gelöst werden können. Sie wiederholt sich ständig (Ich hasse meine Schwester, aber ich liebe sie auch abgöttisch/Ich muss meine Familie absichern, ohne mich geht alles den Bach runter - ja, das hatten die geneigten LeserInnen schon nach den ersten drei, vier Erwähnungen verstanden!). Sie lässt sich laufend auf kompromittierende Begegnungen mit Emmett, und hätte hundertmal erwischt werden müssen. Das hätte ich noch einfach dem Spannungsbogen zugeschrieben, wenn es denn einen gegeben hätte, aber im Großen und Ganzen plätscherte das Buch so vor sich hin. Ich konnte keinerlei Chemie zwischen Emmett und ihr entdecken und warum die anderen Mädchen, die kurzzeitig in eigenen Kapiteln zu Wort kamen, so viele Stücke auf ihre Konkurrentin Ivy hielten, war mir auch nicht klar. Es hat sich schnell lesen lassen, aber das Ende war wenig überraschend, wenn man ähnliche Bücher kennt, sodass mich der ach-so-geniale Twist nicht vom Hocker gehauen hat. Wahrscheinlich werde ich auf den zweiten Band dankend verzichten. .

Veröffentlicht am 27.03.2026

Hofjungfer

Lady Grace Mysteries
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England, 16. Jahrhundert. Königin Elisabeth I. regiert das Land. Lady Crace Cavendish, eine junge adlige Waise von nicht einmal 14 Jahren, dient ihr als Hofjungfer und soll sich beim nächsten Ball aus ...

England, 16. Jahrhundert. Königin Elisabeth I. regiert das Land. Lady Crace Cavendish, eine junge adlige Waise von nicht einmal 14 Jahren, dient ihr als Hofjungfer und soll sich beim nächsten Ball aus drei Verehrern ihren zukünftigen Gatten aussuchen. Grace fühlt sich noch gar nicht bereit dafür, aber ein Befehl der Königin ist ein Befehl der Königin. Da wird der unangenehmste ihrer Verehrer mitten auf dem Ball umgebracht und derjenige, mit dem sie noch am liebsten zusammen wäre, des Mordes bezichtigt. Lady Grace glaubt nicht an den offensichtlichen Tathergang und sie macht sich auf, den wahren Mörder zu finden. Zum Glück hat sie mit dem Dienstmädchen Ellie und dem Hofakrobaten Masou zwei tapfere Freunde an ihrer Seite.

Das Alleinstellungsmerkmal dieser Geschichte ist nicht, dass ein paar Jugendliche einen Mord und eventuell die ein oder andere Intrige aufklären, sondern wo genau das geschieht: am Hofe der Königin Elisabeth. Dabei vermittelt die Autorin schon ordentliches Wissen über diese Zeit und es macht auch Spaß, das Buch zu lesen. Auch die Jugendlichen selbst sind größtenteils sympathisch, wobei die beiden Nichtadligen nur oberflächig charakterisiert werden. Was mich jedoch mehr gestört hat, war, dass diese Geschichte einfach nur geradeaus ging. Es gab keine falschen Fährten, der zeitige Verdacht, den die geneigten LeserInnen fassen, bestätigt sich und das einzig wirklich Wichtige, was man sich am Schluss in Bezug auf Graces Mutter gefragt hat, wird nicht geklärt. Das ist ein bisschen unbefriedigend und es ist noch viel Luft nach oben für die nächsten Bände übrig.