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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2021

Herzerwärmender Wohlfühlkrimi

Tee? Kaffee? Mord! - Der doppelte Monet
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Es handelt sich um den ersten Band der Reihe Tee? Kaffee? Mord! Die in Liverpool lebende Natalie erbt von ihrer Tante auf dem Land ein Pub/Café/Pension nachdem diese bei einem Unfall ums Leben gekommen ...

Es handelt sich um den ersten Band der Reihe Tee? Kaffee? Mord! Die in Liverpool lebende Natalie erbt von ihrer Tante auf dem Land ein Pub/Café/Pension nachdem diese bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Dieses Erbe ist jedoch an Bedingungen geknüpft, die Natalie erst erfahren wird, wenn sie dem Pub einen Besuch abstattet. Also entschließt sie kurzer Hand mit ihrem Freund dort hinzufahren und sich alles anzuschauen. Dort angekommen, erhält sie einen Brief ihrer Tante, der die Bedingungen enthält. Diese klingen in Natalies Augen vernünftig und sie entschließt das Erbe anzutreten. Erst dann erfährt sie ein Geheimnis ihrer Tante und was sie noch geerbt hat. Von da an beginnt sie zusammen mit der Köchin "mysteriöse" Fälle aufzuklären.

Ich fand das Buch sehr herzerwärmend mit Humor an den passenden Stellen. Hierbei ist nichts unheimlich und die Spannung hält sich auch in Grenzen, aber die Charaktere sind mit so viel Liebe beschrieben, dass man diese sofort ins Herz schließt und in den weiteren Bändern gerne noch näher kennenlernen möchte. Der eigentliche Kriminalfall kommt in diesem Buch zwar sehr kurz, aber da es sich um den ersten Band handelt, musste hier natürlich erst einmal die Geschichte "ringsrum" erzählt werden. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich freue mich jetzt schon auf weitere Bänder der Reihe.

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Veröffentlicht am 14.08.2026

Eine Heiratssaison mit magischen Überraschungen

Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain
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London 1848: Die Heiratssaison steht bevor und Prinz Bram soll in diesem Jahr seine Braut wählen. Überraschend gehört auch Ivy zu den sechs jungen Frauen, die um seine Hand buhlen. Für sie ist ...

London 1848: Die Heiratssaison steht bevor und Prinz Bram soll in diesem Jahr seine Braut wählen. Überraschend gehört auch Ivy zu den sechs jungen Frauen, die um seine Hand buhlen. Für sie ist das die Chance, den angeschlagenen Ruf ihrer Familie wiederherzustellen. Doch dann ist da noch Brams Bruder Emmett, der Ivy deutlich mehr beschäftigt, als ihr lieb sein kann. Und am Hof der Fae-Königin ist sowieso nichts so harmlos, wie es zunächst scheint.

Ich war direkt neugierig auf The Rose Bargain, weil die Geschichte als eine Art Bridgerton mit Fae beworben wird. Und tatsächlich hat mir diese Mischung richtig gut gefallen. Das Regency-Flair mit Bällen, Heiratssaison und den ganzen gesellschaftlichen Regeln wird mit Magie, Intrigen und teilweise ziemlich brutalen Prüfungen verbunden. Dadurch ist die Geschichte nicht nur romantisch, sondern bekommt auch eine etwas düsterere Seite.

Besonders das Worldbuilding hat mir gefallen. Die Idee der Rose Bargains, bei denen Wünsche erfüllt werden, dafür aber immer ein Preis gezahlt werden muss, fand ich spannend. Dazu kommen jede Menge Geheimnisse und Wendungen, die dafür sorgen, dass es eigentlich nie langweilig wird. Einige Entwicklungen haben mich wirklich überrascht und gerade die vielen Plot Twists haben mir viel Spaß gemacht.

Auch die verschiedenen Perspektiven fand ich gelungen. Hauptsächlich erleben wir die Geschichte aus Ivys Sicht, zwischendurch gibt es aber auch Kapitel aus der Sicht der anderen Kandidatinnen und von Emmett. Dadurch bekommt man einen besseren Einblick in die verschiedenen Figuren und ihre Motive.

Ivy selbst mochte ich ebenfalls gerne. Sie ist mutig, intelligent und ihre Familie bedeutet ihr sehr viel. Trotzdem fand ich die Geschichten mancher anderer Kandidatinnen teilweise sogar noch interessanter. Die Liebesgeschichte konnte mich dagegen nicht ganz überzeugen. Die Gefühle entwickeln sich für meinen Geschmack etwas zu schnell und mir haben ein paar gemeinsame Momente gefehlt, damit ich die große Liebe zwischen den beiden wirklich nachvollziehen konnte.

Gegen Ende wurde mir die Geschichte dann auch etwas zu hektisch. Es passiert sehr viel auf einmal und die vielen Wendungen kommen teilweise Schlag auf Schlag. Außerdem bleiben noch ein paar Fragen offen.

Trotzdem hatte ich mit The Rose Bargain richtig viel Spaß. Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen und ich war schnell in der Geschichte drin. Das Ende macht auf jeden Fall neugierig auf den zweiten Band.

Für mich ist The Rose Bargain ein gelungener Auftakt der Dilogie und eine Empfehlung für alle, die Bridgerton-Flair mit Fae, Magie, Intrigen und einer etwas düsteren Note mögen.

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Veröffentlicht am 29.07.2026

Eine Liebeserklärung an Sizilien

Nostalgia Siciliana
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Als Tita die Nachricht erhält, dass ihr Onkel in Sizilien verstorben ist und ihr das Familienanwesen Magní hinterlassen hat, reist sie nach vielen Jahren in die Heimat ihres verstorbenen Vaters zurück. ...

Als Tita die Nachricht erhält, dass ihr Onkel in Sizilien verstorben ist und ihr das Familienanwesen Magní hinterlassen hat, reist sie nach vielen Jahren in die Heimat ihres verstorbenen Vaters zurück. Mit jedem Schritt über die Insel werden Erinnerungen an ihre Kindheit wach und sie beginnt, sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Parallel erzählt der Roman vom Leben ihres Vaters Gianni, der einst als einer der ersten Gastarbeiter Sizilien verließ, um sich in Deutschland eine Zukunft aufzubauen. Zwischen Heimweh, Neuanfang und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit entfaltet sich eine berührende Familiengeschichte über zwei Generationen.

Schon nach wenigen Seiten hat mich der Roman nach Sizilien entführt. Die Landschaften, die kleinen Orte, die Gerüche und die kulinarischen Köstlichkeiten werden so lebendig beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst durch die Gassen zu schlendern oder unter der sizilianischen Sonne zu sitzen. Dabei gelingt es der Autorin, nicht nur die Schönheit der Insel einzufangen, sondern auch ihre Gegensätze und Eigenheiten zu zeigen.

Besonders gut gefallen hat mir der Erzählstrang rund um Gianni. Seine Geschichte als junger Mann, der seine Heimat verlässt, in Deutschland ein neues Leben beginnt und dennoch nie ganz mit Sizilien abschließen kann, hat mich sehr berührt. Seine Zerrissenheit zwischen zwei Welten, das Heimweh und der Wunsch, sich gleichzeitig eine Zukunft aufzubauen, werden authentisch und nachvollziehbar geschildert. Dass der Roman auf der Familiengeschichte der Autorin basiert, verleiht ihm zusätzlich eine besondere Glaubwürdigkeit.

Auch Titas Rückkehr nach Sizilien hat mir gefallen. Nach und nach setzt sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinander und entdeckt die Heimat ihres Vaters neu. Themen wie Familie, Herkunft, Identität und Zugehörigkeit ziehen sich dabei durch die gesamte Geschichte und verleihen ihr viel Wärme und Tiefe.

Etwas stärker fand ich allerdings die Vergangenheitsebene. Giannis Lebensgeschichte konnte mich emotional deutlich mehr fesseln als Titas Gegenwartshandlung. Diese verläuft stellenweise etwas ruhiger und Tita blieb für mich insgesamt etwas blasser als ihr Vater.

Trotzdem ist Nostalgia Siciliana ein sehr stimmungsvoller Familienroman, der Fernweh weckt und gleichzeitig zum Nachdenken über Heimat, Familie und die eigenen Wurzeln anregt. Wer atmosphärische Geschichten mit viel Herz und italienischem Flair mag, sollte diesem Buch eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 23.07.2026

Zwischen Abschied und Neuanfang

Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens
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In Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens begleiten wir Mina und ihren besten Freund Caplan in den letzten Wochen vor ihrem Highschool-Abschluss. Während Mina sich auf ihre Zukunft an ...

In Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens begleiten wir Mina und ihren besten Freund Caplan in den letzten Wochen vor ihrem Highschool-Abschluss. Während Mina sich auf ihre Zukunft an einer renommierten Universität vorbereitet, merkt Caplan, dass sich nicht nur ihr gemeinsamer Alltag, sondern auch ihre Gefühle langsam verändern. Zwischen Abschlussball, Freundschaften und den Unsicherheiten des Erwachsenwerdens müssen beide ihren eigenen Weg finden.

Mir hat das Buch insgesamt richtig gut gefallen. Der Schreibstil von Daisy Garrison ist angenehm flüssig, ruhig und gefühlvoll. Die Geschichte nimmt sich viel Zeit für ihre Figuren und deren Gedanken, wodurch alles sehr authentisch wirkt. Gerade die Unsicherheiten, die viele am Ende der Schulzeit begleiten, wurden für mich glaubwürdig und einfühlsam dargestellt.

Besonders Mina und Caplan haben mir gut gefallen. Ihre langjährige Freundschaft steht im Mittelpunkt und entwickelt sich auf eine natürliche Weise weiter. Beide Figuren wirken sympathisch und nicht perfekt, was sie umso greifbarer macht. Auch die Nebenfiguren fügen sich gut in die Geschichte ein und verleihen ihr zusätzlich Leben.

Der Einstieg war für mich etwas ruhiger und die Handlung brauchte eine Weile, bis sie richtig Fahrt aufgenommen hat. Ab der zweiten Hälfte hat mich die Geschichte dann aber deutlich mehr gepackt. Die Emotionen wurden intensiver und ich habe gerne verfolgt, wie sich die Beziehungen zwischen den Figuren weiterentwickeln. Positiv fand ich außerdem, dass die Geschichte ohne übertriebenes Drama auskommt und dadurch sehr glaubwürdig wirkt. Einige ernste Themen hätten für meinen Geschmack allerdings etwas mehr Raum bekommen können.

Insgesamt ist Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens ein gefühlvoller Coming-of-Age-Roman über Freundschaft, erste Liebe und den Schritt in einen neuen Lebensabschnitt. Wer ruhige Geschichten mit authentischen Figuren und einer emotionalen Atmosphäre mag, wird hier schöne Lesestunden verbringen.

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Veröffentlicht am 23.07.2026

Eine faszinierende, aber nicht immer sympathische Sisi

Sisi
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In Sisi begleitet man die österreichische Kaiserin Elisabeth in einer späteren Phase ihres Lebens. Statt der jungen Märchenkaiserin steht hier eine selbstbewusste Frau im Mittelpunkt, die sich gegen die ...

In Sisi begleitet man die österreichische Kaiserin Elisabeth in einer späteren Phase ihres Lebens. Statt der jungen Märchenkaiserin steht hier eine selbstbewusste Frau im Mittelpunkt, die sich gegen die Zwänge des Hoflebens auflehnt und ihre Freiheit vor allem beim Reiten und auf ihren Reisen sucht. Als ihre Nichte Marie zu ihrer Vertrauten wird, entwickelt sich zwischen den beiden jedoch eine immer kompliziertere Beziehung, die von Bewunderung, Eifersucht und Macht geprägt ist.

Karen Duve zeichnet ein völlig anderes Bild von Sisi, als man es aus den bekannten Filmen kennt. Die Kaiserin wird weder idealisiert noch romantisiert, sondern als vielschichtige Persönlichkeit mit zahlreichen Ecken und Kanten dargestellt. Gerade das hat den Roman für mich so interessant gemacht. Sisi ist nicht immer sympathisch und trifft Entscheidungen, die man nicht unbedingt nachvollziehen kann. Trotzdem wirkte ihre Figur auf mich glaubwürdig und authentisch.

Besonders gut gefallen hat mir, wie sorgfältig der Roman recherchiert ist. Die vielen historischen Details vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Alltag am Kaiserhof und zeigen gleichzeitig, wie eng die gesellschaftlichen Regeln damals waren. Auch die Beziehung zwischen Sisi und ihrer Nichte sorgt immer wieder für spannende Momente und macht deutlich, wie widersprüchlich die Kaiserin sein konnte.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und eher ruhig erzählt. Dadurch wirkt die Geschichte sehr authentisch, auch wenn der Einstieg für mich etwas Zeit gebraucht hat. Manche Beschreibungen sind recht ausführlich, was das Erzähltempo zwischendurch etwas verlangsamt.

Insgesamt hat mir Sisi sehr gut gefallen. Wer eine romantische Geschichte über die berühmte Kaiserin erwartet, wird hier allerdings überrascht werden. Stattdessen bekommt man einen hervorragend recherchierten historischen Roman, der eine faszinierende, widersprüchliche Frau zeigt und einen realistischen Blick hinter die Fassade des Kaiserhofs wirft.

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