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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2026

Eine Liebeserklärung an Sizilien

Nostalgia Siciliana
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Als Tita die Nachricht erhält, dass ihr Onkel in Sizilien verstorben ist und ihr das Familienanwesen Magní hinterlassen hat, reist sie nach vielen Jahren in die Heimat ihres verstorbenen Vaters zurück. ...

Als Tita die Nachricht erhält, dass ihr Onkel in Sizilien verstorben ist und ihr das Familienanwesen Magní hinterlassen hat, reist sie nach vielen Jahren in die Heimat ihres verstorbenen Vaters zurück. Mit jedem Schritt über die Insel werden Erinnerungen an ihre Kindheit wach und sie beginnt, sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Parallel erzählt der Roman vom Leben ihres Vaters Gianni, der einst als einer der ersten Gastarbeiter Sizilien verließ, um sich in Deutschland eine Zukunft aufzubauen. Zwischen Heimweh, Neuanfang und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit entfaltet sich eine berührende Familiengeschichte über zwei Generationen.

Schon nach wenigen Seiten hat mich der Roman nach Sizilien entführt. Die Landschaften, die kleinen Orte, die Gerüche und die kulinarischen Köstlichkeiten werden so lebendig beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst durch die Gassen zu schlendern oder unter der sizilianischen Sonne zu sitzen. Dabei gelingt es der Autorin, nicht nur die Schönheit der Insel einzufangen, sondern auch ihre Gegensätze und Eigenheiten zu zeigen.

Besonders gut gefallen hat mir der Erzählstrang rund um Gianni. Seine Geschichte als junger Mann, der seine Heimat verlässt, in Deutschland ein neues Leben beginnt und dennoch nie ganz mit Sizilien abschließen kann, hat mich sehr berührt. Seine Zerrissenheit zwischen zwei Welten, das Heimweh und der Wunsch, sich gleichzeitig eine Zukunft aufzubauen, werden authentisch und nachvollziehbar geschildert. Dass der Roman auf der Familiengeschichte der Autorin basiert, verleiht ihm zusätzlich eine besondere Glaubwürdigkeit.

Auch Titas Rückkehr nach Sizilien hat mir gefallen. Nach und nach setzt sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinander und entdeckt die Heimat ihres Vaters neu. Themen wie Familie, Herkunft, Identität und Zugehörigkeit ziehen sich dabei durch die gesamte Geschichte und verleihen ihr viel Wärme und Tiefe.

Etwas stärker fand ich allerdings die Vergangenheitsebene. Giannis Lebensgeschichte konnte mich emotional deutlich mehr fesseln als Titas Gegenwartshandlung. Diese verläuft stellenweise etwas ruhiger und Tita blieb für mich insgesamt etwas blasser als ihr Vater.

Trotzdem ist Nostalgia Siciliana ein sehr stimmungsvoller Familienroman, der Fernweh weckt und gleichzeitig zum Nachdenken über Heimat, Familie und die eigenen Wurzeln anregt. Wer atmosphärische Geschichten mit viel Herz und italienischem Flair mag, sollte diesem Buch eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 23.07.2026

Zwischen Abschied und Neuanfang

Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens
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In Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens begleiten wir Mina und ihren besten Freund Caplan in den letzten Wochen vor ihrem Highschool-Abschluss. Während Mina sich auf ihre Zukunft an ...

In Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens begleiten wir Mina und ihren besten Freund Caplan in den letzten Wochen vor ihrem Highschool-Abschluss. Während Mina sich auf ihre Zukunft an einer renommierten Universität vorbereitet, merkt Caplan, dass sich nicht nur ihr gemeinsamer Alltag, sondern auch ihre Gefühle langsam verändern. Zwischen Abschlussball, Freundschaften und den Unsicherheiten des Erwachsenwerdens müssen beide ihren eigenen Weg finden.

Mir hat das Buch insgesamt richtig gut gefallen. Der Schreibstil von Daisy Garrison ist angenehm flüssig, ruhig und gefühlvoll. Die Geschichte nimmt sich viel Zeit für ihre Figuren und deren Gedanken, wodurch alles sehr authentisch wirkt. Gerade die Unsicherheiten, die viele am Ende der Schulzeit begleiten, wurden für mich glaubwürdig und einfühlsam dargestellt.

Besonders Mina und Caplan haben mir gut gefallen. Ihre langjährige Freundschaft steht im Mittelpunkt und entwickelt sich auf eine natürliche Weise weiter. Beide Figuren wirken sympathisch und nicht perfekt, was sie umso greifbarer macht. Auch die Nebenfiguren fügen sich gut in die Geschichte ein und verleihen ihr zusätzlich Leben.

Der Einstieg war für mich etwas ruhiger und die Handlung brauchte eine Weile, bis sie richtig Fahrt aufgenommen hat. Ab der zweiten Hälfte hat mich die Geschichte dann aber deutlich mehr gepackt. Die Emotionen wurden intensiver und ich habe gerne verfolgt, wie sich die Beziehungen zwischen den Figuren weiterentwickeln. Positiv fand ich außerdem, dass die Geschichte ohne übertriebenes Drama auskommt und dadurch sehr glaubwürdig wirkt. Einige ernste Themen hätten für meinen Geschmack allerdings etwas mehr Raum bekommen können.

Insgesamt ist Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens ein gefühlvoller Coming-of-Age-Roman über Freundschaft, erste Liebe und den Schritt in einen neuen Lebensabschnitt. Wer ruhige Geschichten mit authentischen Figuren und einer emotionalen Atmosphäre mag, wird hier schöne Lesestunden verbringen.

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Veröffentlicht am 23.07.2026

Eine faszinierende, aber nicht immer sympathische Sisi

Sisi
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In Sisi begleitet man die österreichische Kaiserin Elisabeth in einer späteren Phase ihres Lebens. Statt der jungen Märchenkaiserin steht hier eine selbstbewusste Frau im Mittelpunkt, die sich gegen die ...

In Sisi begleitet man die österreichische Kaiserin Elisabeth in einer späteren Phase ihres Lebens. Statt der jungen Märchenkaiserin steht hier eine selbstbewusste Frau im Mittelpunkt, die sich gegen die Zwänge des Hoflebens auflehnt und ihre Freiheit vor allem beim Reiten und auf ihren Reisen sucht. Als ihre Nichte Marie zu ihrer Vertrauten wird, entwickelt sich zwischen den beiden jedoch eine immer kompliziertere Beziehung, die von Bewunderung, Eifersucht und Macht geprägt ist.

Karen Duve zeichnet ein völlig anderes Bild von Sisi, als man es aus den bekannten Filmen kennt. Die Kaiserin wird weder idealisiert noch romantisiert, sondern als vielschichtige Persönlichkeit mit zahlreichen Ecken und Kanten dargestellt. Gerade das hat den Roman für mich so interessant gemacht. Sisi ist nicht immer sympathisch und trifft Entscheidungen, die man nicht unbedingt nachvollziehen kann. Trotzdem wirkte ihre Figur auf mich glaubwürdig und authentisch.

Besonders gut gefallen hat mir, wie sorgfältig der Roman recherchiert ist. Die vielen historischen Details vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Alltag am Kaiserhof und zeigen gleichzeitig, wie eng die gesellschaftlichen Regeln damals waren. Auch die Beziehung zwischen Sisi und ihrer Nichte sorgt immer wieder für spannende Momente und macht deutlich, wie widersprüchlich die Kaiserin sein konnte.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und eher ruhig erzählt. Dadurch wirkt die Geschichte sehr authentisch, auch wenn der Einstieg für mich etwas Zeit gebraucht hat. Manche Beschreibungen sind recht ausführlich, was das Erzähltempo zwischendurch etwas verlangsamt.

Insgesamt hat mir Sisi sehr gut gefallen. Wer eine romantische Geschichte über die berühmte Kaiserin erwartet, wird hier allerdings überrascht werden. Stattdessen bekommt man einen hervorragend recherchierten historischen Roman, der eine faszinierende, widersprüchliche Frau zeigt und einen realistischen Blick hinter die Fassade des Kaiserhofs wirft.

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Veröffentlicht am 20.07.2026

Eine charmante Friends-to-Lovers-Romance

Funny Story
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Nachdem Daphne völlig überraschend von ihrem Verlobten verlassen wurde, steht sie plötzlich allein in einer Stadt, in der sie eigentlich niemanden kennt. Ausgerechnet Miles, der ebenfalls von seiner Verlobten ...

Nachdem Daphne völlig überraschend von ihrem Verlobten verlassen wurde, steht sie plötzlich allein in einer Stadt, in der sie eigentlich niemanden kennt. Ausgerechnet Miles, der ebenfalls von seiner Verlobten sitzen gelassen wurde, wird zu ihrem Mitbewohner. Obwohl die beiden unterschiedlicher kaum sein könnten, entsteht nach und nach eine besondere Freundschaft. Als sie beginnen, ihren Ex-Partnern mit gemeinsamen Fotos etwas vorzuspielen, geraten ihre eigenen Gefühle allerdings immer mehr durcheinander.

Funny Story hat mir insgesamt richtig gut gefallen. Es ist eine lockere, humorvolle und gleichzeitig emotionale Geschichte, die sich wunderbar lesen lässt. Der Schreibstil von Emily Henry ist angenehm flüssig und die Dialoge haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Besonders Daphne und Miles sind mir schnell ans Herz gewachsen. Beide wirken authentisch und entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Es hat mir großen Spaß gemacht, ihre gemeinsame Zeit zu begleiten und zu beobachten, wie aus einer eher ungewöhnlichen Zweckgemeinschaft langsam mehr wird. Die Liebesgeschichte entwickelt sich in einem angenehmen Tempo und wirkt dadurch sehr glaubwürdig.

Auch das Setting am Lake Michigan hat mir gut gefallen. Die kleine Stadt versprüht eine gemütliche Atmosphäre und lädt zum Wohlfühlen ein. An manchen Stellen war mir das Ganze allerdings etwas zu idyllisch und klischeehaft. Außerdem hatte die Geschichte zwischendurch kleinere Längen, wodurch das Tempo gelegentlich etwas nachgelassen hat.

Besonders schön fand ich, dass sich die Handlung nicht nur um das Fake-Dating dreht. Stattdessen stehen die Entwicklung der beiden Hauptfiguren und ihre Gefühle im Mittelpunkt. Dadurch bekommt die Geschichte mehr Tiefe, als ich anfangs erwartet hatte.

Insgesamt ist Funny Story eine charmante Friends-to-Lovers-Romance mit viel Humor, liebenswerten Charakteren und emotionalen Momenten. Für mich war es die perfekte Lektüre für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Wenn eine Schneekugel die Zeit verändert

Adam und die Jagd nach der zerbrochenen Zeit
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Adam und die Jagd nach der zerbrochenen Zeit ist ein spannendes Kinderbuch, das Zeitreisen, Magie und Abenteuer auf gelungene Weise miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht der zwölfjährige Adam, der ...

Adam und die Jagd nach der zerbrochenen Zeit ist ein spannendes Kinderbuch, das Zeitreisen, Magie und Abenteuer auf gelungene Weise miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht der zwölfjährige Adam, der nach dem Tod seiner Eltern bei seinem Onkel lebt. Als ein geheimnisvoller Fremder ihm ein großes Abenteuer vorhersagt und Adam kurz darauf eine magische Schneekugel entdeckt, nimmt die Geschichte schnell Fahrt auf. Schon nach den ersten Seiten möchte man wissen, welches Geheimnis hinter den Zeitreisen steckt.
Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre. Die kleine Bäckerei, das winterliche New York und die Reisen in verschiedene Zeiten sorgen für ein stimmiges Gesamtbild. Adam ist ein sympathischer Hauptcharakter, mit dem man schnell mitfühlt. Seine Entwicklung im Laufe der Geschichte ist schön erzählt und auch die Freundschaften, die entstehen, machen das Buch sehr lebendig.

Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man immer noch ein Kapitel weiterlesen möchte. Gleichzeitig entfaltet sich die Handlung nach und nach. Nach und nach setzen sich die verschiedenen Handlungsstränge wie ein Puzzle zusammen, was die Geschichte spannend macht. Manchmal muss man aber etwas aufmerksam bleiben, um den Überblick zu behalten. Auch einige Dialoge hätten für meinen Geschmack etwas kürzer sein können.

Neben der spannenden Handlung greift das Buch auch Themen wie Freundschaft, Verlust und Hoffnung auf, ohne dabei zu schwer zu wirken. Die Mischung aus Fantasy, Zeitreise und Mystery ist gut gelungen und sorgt dafür, dass die Geschichte nie langweilig wird.

Insgesamt ist Adam und die Jagd nach der zerbrochenen Zeit ein unterhaltsames und atmosphärisches Buch mit einer originellen Idee und liebenswerten Figuren. Kleine Längen und die teilweise etwas komplexe Erzählweise kosten zwar einen Stern, trotzdem kann ich das Buch allen empfehlen, die spannende Geschichten mit Magie und Zeitreisen mögen.

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