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Veröffentlicht am 31.05.2018

Interessante Thematik mit Zwischenspielen

Invisible
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Zum Inhalt
Nina Salomon und Daniel Buchholz müssen in mehreren Mordfällen in Hamburg ermitteln. Ein Arzt sticht einem Patienten mitten ins Herz, ein Mann wird mit mehreren Messerstichen getötet, ein anderer ...

Zum Inhalt
Nina Salomon und Daniel Buchholz müssen in mehreren Mordfällen in Hamburg ermitteln. Ein Arzt sticht einem Patienten mitten ins Herz, ein Mann wird mit mehreren Messerstichen getötet, ein anderer mit einem Baseballschläger zu Tode geprüft. Die Täter haben einiges gemeinsam: sie werden schnell verhaftet und geben an, eine große Wut auf ihr Opfer gehabt zu haben, aber eigentlich haben sie ihre Opfer gar nicht gekannt. Es scheint, als ob jemand im Hintergrund die Fäden zieht.

Meine Gedanken zum Buch
Nachdem das erste Buch dieses Autoren-Duos mit dem Titel „Fremd“ mich nicht überzeugen konnte und ich deswegen den ersten Band um Nina Salomon und Daniel Buchholz („Anonym“) nicht gelesen habe, fehlten mir möglicherweise Vorkenntnisse über die beiden. Es war für mich zwar ersichtlich, dass sie ihre Schwierigkeiten miteinander hatten, aber die Hintergründe blieben für im Dunkeln.

Der Einstieg in  den Thriller war etwas anspruchsvoll, da er mit medizinischem Fachwissen unterlegt wurde, aber das passte natürlich zum Schausplatz des ersten Mordes, einer Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie. Die weiteren Morde sind sehr grausam, teilweise blutig, das mag nicht jedermanns Sache sein, mich hat es nicht gestört.

Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht der beiden Ermittler geschrieben. Zwischendurch tauchen Geschehnisse um eine weitere Person auf, die weiß, dass sie ein potentielles Opfer ist und daher auf der Hut sein muss.

Wie ich gelesen habe, wurde für einige Leser das Privatleben zu stark thematisiert, aber mir hat die Mischung gut gefallen. Kurioserweise haben mich die Nebenhandlungen das Buch kaum zur Seite legen lassen, wobei der Fall selbst auch sehr spannend war.

Der Fall an sich hat zwar keine überraschende Wendungen, denn man ahnt von vorneherein, dass jemand die Täter manipuliert hat, aber die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Fällen sind sehr gut konstruiert. Als Leser kann man zwar im Vorfeld überhaupt nicht erahnen, was zu den Taten geführt hat, aber gegen Ende folgt ein Kapitel, aus dem heraus die Motive für verschiedene Taten klar werden. Das war soweit ein runder Abschluss.

Leider waren einige Dinge überzogen, außerdem sind für mich einige Fragen offen geblieben.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Die Liebe zum geschriebenen Wort

Der Zauber zwischen den Seiten
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Sofia Bauer hat ihr Leben während ihrer Beziehung zu Alberto vollständig nach ihm ausgerichtet und ihren Beruf aufgegeben. Sie bemerkt, dass ihr etwas in ihrem Leben ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Sofia Bauer hat ihr Leben während ihrer Beziehung zu Alberto vollständig nach ihm ausgerichtet und ihren Beruf aufgegeben. Sie bemerkt, dass ihr etwas in ihrem Leben fehlt. Als sie bei einem alten Buchhändler ein abgenutztes Buch von Carl Philipp Fohr entdeckt, den sie sehr verehrt, beschließt sie, das Buch zu restaurieren. Bei dieser Arbeit entdeckt sie einen versteckten Brief einer gewissen Clarice Marianne von Harmel, die im 19. Jahrhundert gelebt hat.

Wie für Sofia selbst waren Bücher auch für Clarice die Möglichkeit, der Realität zu entfliehen und in andere Welten einzutauchen. Die junge Adelige erzählt in der Aufzeichnung aus ihrer Kindheit und Jugend und dass sie heimlich in der Kunst des Buchbindens ausgebildet wurde, was zu jener Zeit Männern vorbehalten war.

Sofia ist fasziniert von Clarice, sie findet ein Stück weit wieder zurück zu sich selbst und sie hofft, in zwei anderen Bänden weitere Briefe von Clarice zu finden, da deren Geschichte noch nicht abgeschlossen zu sein schien. Unterstützung findet sie dabei in dem Graphologen Tomaso Leoni. Bei ihrer Suche nach den Büchern, die sie quer durch Europa führt, stoßen die beiden auf eine unglaubliche Geschichte.

Meine Gedanken zum Buch
Cristina Caboni erzählt im Wechsel die Geschichten von Sofia und Clarice, wobei jedes Kapitel mit einem Zitat bedeutender Persönlichkeiten wie beispielsweise Johann Wolfgang von Goethe, Oscar Wilde, Charles Dickens, Victor Hugo und anderen überschrieben ist.

Wenngleich wir es nicht schaffen, die Dinge unseren Wünschen anzupassen, passen sich mit der Zeit unsere Wünsche an.

(Marcel Proust, Zitat aus Kapitel 13)

Die Autorin zeigt auf, wie sich das Leben von Frauen in den vergangenen Jahrhunderten verändert hat. Dabei hat sie wunderbar herausgearbeitet wie Clarice mit vielen Widrigkeiten ihrer Zeit zu kämpfen und sich den Männern unterzuordnen hatte. Im Gegensatz zu ihr hätte Sofia in der Gegenwart so viel mehr Möglichkeiten, die sie aber freiwillig aufgegeben hat, um sich den Wünschen ihres Mannes zu beugen. Was die beiden Frauen vereint ist ihre Liebe zu Büchern und der Buchbinderei, durch die sie sich verwirklichen können und die ihnen Sicherheit in ihrer jeweiligen Situation bietet, so dass sie sich beide weiterentwickeln können.

Das Buch hat mich nicht sofort eingenommen, aber es hat mich von Seite zu Seite mehr fasziniert. Obwohl ich kein Fan historischer Romane bin, hat mich die Geschichte um Clarice sogar mehr in den Bann ziehen können, als die Geschichte um Sofia. Die teilweise tiefgründige Thematik hat Cristina Caboni in einem wunderbar leichten Schreibstil verarbeitet. Leider ergibt sich dadurch auch ein Kritikpunkt, nämlich der, dass die Szenen, in denen Clarice mit Gewalt konfrontiert wird, durch den lockeren Schreibstil ein wenig verharmlost wurden.

Doch der Roman ist seinem Titel absolut gerecht geworden. Der Zauber von Büchern war zwischen den Seiten spürbar und es war herrlich, zu erleben, wie die beiden Frauen sich durch ihre Liebe zu geschriebenen Worten verändert und ihren Weg gefunden haben.

Veröffentlicht am 01.05.2018

Eine Thematik, über die man mal nachdenken darf

Vergiss nicht, dass wir uns lieben
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Inhalt
Auf der Seite des FeuerWerke Verlages habe ich einen Satz gelesen, der die Geschichte in wenigen Worten wiedergibt:

Der Roman, der wie ein Krimi beginnt, wird zu einer bewegenden Liebesgeschichte ...

Inhalt
Auf der Seite des FeuerWerke Verlages habe ich einen Satz gelesen, der die Geschichte in wenigen Worten wiedergibt:

Der Roman, der wie ein Krimi beginnt, wird zu einer bewegenden Liebesgeschichte in der sich alle Fragen letztlich auf die eine Frage reduzieren: Wie groß ist die Macht der Liebe wirklich?

Ohne von einander zu wissen, wachen eine Frau und ein Mann an verschiedenen Stellen eines Waldes auf. Sie können sich beide nicht daran erinnern, wie sie dort hin gekommen sind, sie wissen nicht einmal, wer sie sind. Nach dem ersten Schock beginnen sie beide die Gegend zu erkunden und gelangen zu einem Haus, wo sie aufeinander treffen.

Sie werden zunächst zu einer Zweckgemeinschaft, geben sich Namen, erkunden das Haus und die Umgebung und müssen feststellen, dass sie weder Kontakt zur Außenwelt aufnehmen, noch auf Hilfe hoffen können. Paula und Johannes, wie sie sich nun nennen, finden mit der Zeit zueinander und leben ihre Liebe in ihrem kleinen Paradies. Doch eines Tages tauchen Menschen auf und wollen ihnen die Antworten auf die Fragen geben, die sie sich vor vielen Monaten, bei ihrem ersten Aufeinandertreffen gestellt haben, für die sie sich nun aber gar nicht mehr interessieren. Doch es gibt kein Entkommen, schonungslos erfahren sie die ganze Geschichte und stehen vor den Trümmern ihres so kurzen gemeinsamen Lebens.

Protagonisten
"Sie" und "Er" wachen unabhängig von einander auf einer Insel auf und Treffen sich nach einiger Zeit, um festzustellen, dass sie das gleiche Schicksal teilen. Sie geben sich die Namen Paula und Johannes.

Die beiden sind schwer zu charakterisieren, da sie sich in einer Ausnahmesituation befinden. Sie müssen sich arrangieren, entdecken sich, entdecken den anderen, sind fernab von Zivilisation.

Die beiden Protagonisten wissen zu Beginn genau so wenig über sich, wie der Leser. In den Monaten ihres Zusammenlebens geschieht hin und wieder etwas, was sie auf ihr früheres Leben schließt lässt. Beispielsweise entdeckt Johannes seine Liebe zum Schreiben und Paula stellt fest, dass sie ärztliche Versorgung leisten kann. Im Nachhinein erfahren die beiden, dass sie damit sehr nah an der Wahrheit lagen.

Handlung
Ich fand den Einstieg in die Geschichte sehr schwer. Für mich hatte das eher weniger von einem Krimi, als vielmehr von einem Fantasy-Roman, denn welchen Grund sollte es auch geben, dass die beiden Protagonisten sich nicht mehr daran erinnern konnten, wer sie waren und woher sie kamen, wie sie aussahen und wie ihre Stimme klang.

Das hat mir auf den ersten Seiten viele Längen beschert. Doch das Durchhalten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Liebesgeschichte, die sich langsam zwischen den beiden entwickelt, ist wunderbar geschrieben. Die Macht der Liebe zeigt sich darin, dass die beiden sich zuerst an ihr kleines Paradies gewöhnen und sich später nicht mehr vorstellen können, in eine Zivilisation zurückzukehren, bzw. sogar Angst davor haben.

Die Auflösung über den Gedächtnisverlust fand ich sehr spannend konstruiert. Ich möchte nicht zuviel verraten, denn dieser Teil ist maßgeblich für die ganze Geschichte.

Schreibstil
Den Schreibstil von Barbara Leciejewski habe ich mehrfach unterschiedlich aufgenommen. Am Anfang war er etwas kühl, die Liebesgeschichte eher zart, während die Auflösung um die Vergangenheit etwas härter und manchmal sogar schonungslos war. Die Beschreibungen der Umgebung sind bildhaft, so dass man als Leser vor dem inneren Auge sehen konnte, was die beiden Protagonisten so fasziniert hat.

Fazit
"Vergiss nicht, dass wir uns lieben" von Barbara Leciejewski ist ein etwas anderes Buch, an das man keine Erwartungen stecken darf. Damit meine ich nicht die Wertung des Buches, sondern, dass man keine Liebesgeschichte erwarten darf und auch keinen Krimi. Als Leser muss man sich auf das Buch einlassen können.

Hier hat sich das Durchhalten ganz eindeutig gelohnt, denn obwohl ich anfangs einige Absätze nur quergelesen habe, hat mich die Handlung dann gepackt, mir eine zarte Liebesgeschichte und danach ein Thema beschert, über das man ruhig einmal nachdenken darf.

Veröffentlicht am 10.03.2018

War ich anfangs noch etwas skeptisch, hat mich das Buch von Seite zu Seite mehr fesseln können

DREAM ON - Tödliche Träume
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Der Protagonist und seine Geschichte
Nick Quentin ist in seinem bisherigen Leben noch nicht viel gelungen. Durch „Vitamin B“ hat er nun einen Job bei der Firma DREAM ON erhalten, die sich außerhalb von ...

Der Protagonist und seine Geschichte
Nick Quentin ist in seinem bisherigen Leben noch nicht viel gelungen. Durch „Vitamin B“ hat er nun einen Job bei der Firma DREAM ON erhalten, die sich außerhalb von Las Vegas befindet und eine in sich geschlossene Einheit ist, in der die beschäftigten nicht nur arbeiten, sondern auch wohnen und einkaufen können.

Die Firma hat eine lebensechte Traumwelt entwickelt, in die jeder Nutzer eintauchen kann. Nicks Aufgabe ist es, die Traumwelt weiterzuentwickeln, in dem er am PC beispielsweise Räume ausstattet oder Plätze ausbaut.

Doch kurz nach seiner Ankunft kommt es zu einem Todesfall und Nick ist der Hauptverdächtige des Sicherheitsdienstes und des leitenden FBI-Ermittlers. Zusammen mit seinen neuen Freunden von DREAM ON beginnt er mit eigenen Nachforschungen. Dabei geraten sie selbst ins Visier eines wesentlich stärkeren Gegners, der ihnen sowohl in der Traumwelt, als auch in der Realität nach dem Leben trachtet.

Meine Gedanken zum Buch
Nikolas Stoltz startet sein Buch mit der Vorstellung des Protagonisten und dessen Einführung bei DREAM ON sowie die damit verbundenen Tätigkeiten. Eine begehbare Traumwelt – was bis zu diesem Zeitpunkt abstrakt in der Luft hing, wurde damit zu einem immer klareren Bild, was gar nicht so fern der Realität war, wie ich zunächst angenommen hatte. Gedanken lesen, Wahrheitsseren, warum sollte es nicht irgendwann einen Hersteller von Konsolenspielen geben, der unsere Wünsche herausfiltert und diese in einer Traumwelt Wirklichkeit werden lässt.

War ich anfangs noch etwas skeptisch, hat mich das Buch von Seite zu Seite mehr fesseln können und entwickelte sich zu einem Pageturner. Allerdings waren mir die Einstiege in die Traumsequenzen zeitweise zu langatmig. Nick kommt in die Traumwelt, seine Traumbegleiterin wartet auf ihn, sie ist sexy angezogen, er schaut ihr nach, er muss sich umziehen. Das waren immer und immer wieder ähnliche Szenen. Sicherlich ist es notwendig, dass Nick zunächst „ankommt“, doch diese Absätze habe ich irgendwann übersprungen.

Was mir gar nicht gefallen hat, war, dass die FBI-Ermittlerin Lena so schlecht wegkommt. Sie ist eine sympathische Frau, die einen großen Fehler begangen hat, was sie fast ihren Job gekostet  hätte. Abgeschoben nach Las Vegas und dort als Anhängsel eines Macho-Partners mit etlichen Dienstjahren mehr auf dem Buckel, der bei den Ermittlungen ungern nach rechts und links sieht, wird sie mit ihren Ideen zur klein gehaltenen Einzelkämpferin. Sie trägt sehr viel zur Lösung des Falles bei und dennoch ist ihr am Ende kein Triumph vergönnt. Zugegeben, nach allem, was bis dahin passiert ist, hätte sie zwar ein grandioses Ende verdient, aber das Vorgehen des FBI dürfte realistischer sein als mein Wunsch vom Triumph.

Was der Autor hingegen sehr sehr gut gelöst hat, ist der stetige Wechsel von Realität zu Traumwelt. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die teils in der realen Welt und teils in den Traumsequenzen verlaufen, sich irgendwann vermischen, aber alle weitergeführt werden. Weitergeführt, nicht beendet, denn es wird wohl einen zweiten Teil geben und das macht in meinen Augen auch Sinn, denn gerade die Geschichte um Lena scheint mir noch nicht zu Ende zu sein. Vielleicht kommt sie ja doch noch wesentlich besser zur Geltung. Ich würde es ihr wünschen.

Dennoch bin ich der Meinung, dass man dieses Buch unabhängig von einem etwaigen zweiten Teil lesen kann, denn die Handlung wurde durchaus zu einem runden Ende gebracht.

Wie oben schon beschrieben, konnte mich der Thriller von Seite zu Seite mehr fesseln. Auch wenn ich kleine Einschränkungen gemacht habe, vergebe ich daher vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 10.03.2018

Geht unter die Haut

Die Melodie eines Sommers
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Kristina ist mit Peter verheiratet, lebt in Lüneburg und ist Mutter von zwei mittlerweile erwachsenen Kindern. Gerade als sie feststellt, dass ihre Kinder sie nicht ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Kristina ist mit Peter verheiratet, lebt in Lüneburg und ist Mutter von zwei mittlerweile erwachsenen Kindern. Gerade als sie feststellt, dass ihre Kinder sie nicht mehr brauchen, beschließt ihr Mann, für einige Wochen alleine nach Indien zu fliegen, um dort Yoga zu praktizieren.

Kristina weiß im ersten Moment nicht, was sie ohne Verpflichtungen mit ihrer Zeit anfangen soll, doch dann überredet ihre Freundin sie, die Koffer zu packen und ebenfalls alleine zu verreisen.

In Lissabon findet sie schnell Anschluss. Doch die Erinnerung an ihre große Liebe Luis, mit dem sie während des Studiums liiert war, zieht sie in dessen Heimatstadt Nazaré, wo ihr das Schicksal Luis vor die Füße spült. Obwohl er sie damals bitter enttäuscht hat, als er nicht bereit war, sich dauerhaft zu binden, verbringen die beiden glückliche Tage und Nächte miteinander. Doch Kristina hat nicht nur eine Familie in Deutschland, sondern auch ein Geheimnis, das sie Luis all die Jahre verschwiegen hat.

Meine Gedanken zum Buch
Verena Rabe hat eine Protagonistin gewählt hat, die gerade an einer neuen Schwelle ihres Lebens steht. Nachdem sie jahrelang für ihre Familie da war, wird sie auf einmal nicht mehr gebraucht. Es war schön, mitzuerleben, wie Kristina wieder Ziele ins Auge fasst und aus sich herauskommt.

Gleichzeitig trifft sie nach vielen Jahren erneut auf ihre große Liebe und gerät in einen Zwiespalt. Sie muss sich klar darüber werden, was sie will. Da ist einerseits ihr Mann, der zwar gerade eigene Wege geht, der ihr aber den Schutz eines geregelten und altbewährten Lebens bietet, während Luis andererseits Empfindungen hervorruft, die sie nach ihrer Beziehung mit ihm nie wieder erlebt hat.

In diesem Roman ist viel vom Fado zu lesen, einer Musik, die ich zuvor nur dem Namen nach kannte. Der Fado ist ein Gesang voller Wehmut und sanfter Melancholie. Verena Rabe beschreibt die Wirkung, die diese Musik auf ihre Protagonistin hat, richtig nachvollziehen konnte ich das erst, als ich mir Fado selbst angehört habe. Die Musik geht unter die Haut und ich kann gut nachvollziehen, dass sie viele Emotionen hochspült.

Kristina ficht einen inneren Kampf aus, allerdings konnte ich lange Zeit nur erahnen, in welche Richtung sie tendiert. Mir war nicht klar, ob es wirklich Liebe ist, die Kristina mit Luis verbindet, oder ob es lediglich der Reiz des Neuen und Verbotenen ist. Das hat mich ein wenig gestört, hier hätte ich mir für mich selber mehr Klarheit gewünscht. Was mir gut gefallen hat, waren einige Nebencharaktere wie Kristinas Freundinnen in Deutschland und in Portugal und auch Luis Mutter hat mich sehr fasziniert.

„Die Melodie eines Sommers“ ist kein ChickLit, den man einfach weg liest, sondern ein Roman der tiefer geht. Ich habe das Buch mehrfach unterbrochen, was aber nicht daran lag, dass es mir nicht gefallen hat, es gab einfach Momente, in denen der Verlauf der Geschichte zu schwermütig war, so dass ich eine Pause gebraucht habe.