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Veröffentlicht am 04.04.2018

Toller, bewegender Nachkriegsroman

Der Himmel über unseren Träumen
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In „Der Himmel über unseren Träumen“ erzählt Heidi Rehn die Geschichte der jungen Architektin Vera Cohn, die sich in den fünfziger Jahren in München den Traum einer Karriere als Architektin erfüllen will.
Vera, ...

In „Der Himmel über unseren Träumen“ erzählt Heidi Rehn die Geschichte der jungen Architektin Vera Cohn, die sich in den fünfziger Jahren in München den Traum einer Karriere als Architektin erfüllen will.
Vera, deren Vater Jude ist, war mit ihrer Familie während des Krieges in den USA und ist erst kürzlich zurückgekehrt in ihre Heimatstadt München. Dort hat sie eine Stelle in einem Architekturbüro gefunden, in dem sie Arthur kennenlernt, mit dem sie zusammenarbeitet.
Bald fühlt sie sich zu Arthur hingezogen und auch er verliebt sich in Vera.
Hat die Liebe eine Chance?

Wer denkt, es handelt sich nur um eine Liebesgeschichte, wird überrascht werden, denn Veras Geschichte ist weit mehr.
Sie zeigt sehr atmosphärisch das Leben in den frühen fünfziger Jahren, den Wiederaufbau und den wirtschaftlichen Aufschwung.
Auch wenn ich selbst diese Zeit nicht miterlebt habe, ist die Stimmung dieser Zeit gut bei mir angekommen.
Nachdenklich gemacht hat mich die Stellung bzw. die Rolle der Frauen in dieser Zeit. Während die Frauen als „Trümmerfrauen“ direkt nach dem Krieg als Arbeitskräfte noch gefordert waren, wandelt sich das in dieser Zeit langsam. Die Frau wird im Berufsleben höchstens als „schmückende“ Sekretärin oder Empfangsdame gebraucht, die anspruchsvolleren Tätigkeiten reklamieren die Männer für sich. Viele sind eher der Meinung, dass eine Frau sich darauf beschränken sollte, einen Haushalt zu führen und Kinder zu erziehen. Man kann sich das heute nur noch schlecht vorstellen, wenn man die Zeit selbst nicht miterlebt hat.
So hat auch Protagonistin Vera es in ihrem Beruf als Architektin nicht leicht sich durchzusetzen und zu beweisen, besonders da sie kreative moderne Ideen entwickelt.
Mir war Vera sehr sympathisch, besonders weil sie sich ihr Selbstbewusstsein nicht nehmen lässt und weiß, was sie kann. Sie lässt sich nicht einschüchtern und versucht sich in der Männerwelt der Architekturbüros durchzusetzen.

Natürlich spielt die Liebesgeschichte zwischen Vera und ihrem Kollegen Arthur eine große Rolle. Sie entwickelt sich sehr zaghaft und wird gefühlvoll, der Zeit angemessen, erzählt.
Aber sie wird auch von einem aktuellen Thema dieser Zeit berührt. Die Jahre von 1933 bis 1945 wurden von vielen Menschen später gerne totgeschwiegen bzw. ihre Handlungen und Entscheidungen verdrängt. Aber eben diese Ungewissheit anderer hat sicher das Vertrauen zwischen den Menschen sehr beeinträchtigt. Und genau das Thema bewegt auch Vera sehr, denn sie weiß nicht viel über die Vergangenheit von Arthur bzw. seiner Familie.

Es ist Heidi Rehn wunderbar gelungen, ihre fiktive Geschichte in die Ereignisse dieser Zeit einzubetten und alles miteinander in Verbindung zu bringen.
Veras Geschichte und ihr Schicksal hat mich berührt und bewegt aber auch sehr gefesselt, denn es ist lange Zeit nicht absehbar zu welchem Ende die Geschichte kommen wird. Dabei kommt auch gute Unterhaltung nicht zu kurz, denn es gibt auch romantische und humorvolle Momente.
Vor allem aber wurde die Zeit der fünfziger Jahre, die ich nur aus Erzählungen meiner Eltern kenne, für mich sehr lebendig.
Ich habe über vieles nachgedacht, manches sogar recherchiert, so dass der Roman noch eine Weile in mir nachklingen wird.

Dieser wirklich tolle Nachkriegsroman bietet eine Menge Themen, gut gezeichnete Protagonisten und erzählt sehr authentisch eine Geschichte, wie sie sich wirklich zugetragen haben könnte.
Für mich war es ein schönes Leseerlebnis, das ich gerne weiter empfehle!


Fazit: 5 von 5 Sternen


© fanti2412.blogspot.de

Veröffentlicht am 28.03.2018

Ein wunderschönes Leseerlebnis

Stellas Traum
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Stella ist Onkologin und lebt in München. Sie geht in ihrem Beruf auf, ist ein Workaholic und hat eigentlich kaum ein Privatleben.
Als sie die Nachricht erhält, dass ihre Tante Elisabetta bei einem Unfall ...

Stella ist Onkologin und lebt in München. Sie geht in ihrem Beruf auf, ist ein Workaholic und hat eigentlich kaum ein Privatleben.
Als sie die Nachricht erhält, dass ihre Tante Elisabetta bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, nimmt sie das Angebot ihres Chefs an und nimmt eine längere Auszeit. Sie reist nach Schleswig-Holstein in das kleine Haus am See, in dem ihre Tante lebte und wo Stella nach dem Tod ihrer Eltern ihre Kindheit verbrachte.

Schnell wird klar, dass Stella vor vielen Jahren nach einem traumatischen Erlebnis mehr oder weniger nach München „geflohen“ ist.
Dort hat sie sich ein neues Leben aufgebaut und das Erlebte förmlich verdrängt. Sie spricht auch nie über die Vergangenheit, pflegt kaum soziale Kontakte und besuchte nur ab und zu ihre Tante.
Aber nun kehrt sie zurück in das Haus, das viele Erinnerungen in ihr weckt und dort findet sie auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht von ihrem Jugendfreund Paul vor.
Stella muss sich nun mit der Vergangenheit auseinandersetzen und versuchen, das Geschehene endlich zu verarbeiten.

In Rückblicken erfährt der Leser nun die Geschichte von Stella, Paul und Tim. Die drei sind seit früher Kindheit miteinander befreundet und ein unzertrennliches Trio. Sie sind beste Freunde, teilen alles miteinander und sind für einander da. Als sie etwa 16 sind erleidet Stellas Tante einen Zusammenbruch und muss einige Zeit in einer Klinik verbringen. Tim kümmert sich um Stella und erstmals ist eine gewisse Anziehung zwischen den beiden zu spüren.
Später geht Stella mit Paul nach Kiel, um ein Studium aufzunehmen, während Tim in die Welt hinaus zieht. Als er nach einiger Zeit zurückkehrt, zieht er bei den beiden ein und die drei Jugendfreunde sind erneut in einer Wohngemeinschaft vereint.
Doch was ist geschehen, dass die drei Freunde so entzweit hat, dass sie sich nie mehr wiedergesehen habe und 20 Jahre auch nichts voneinander gehört haben?
Stella stellt sich ihren Erinnerungen, doch um alles aufzuarbeiten braucht sie ihre beiden Jugendfreunde.

In ihrem sehr ausdrucksvollen und empathischen Schreibstil erzählt Annette Hohberg die Geschichte von Stella, Paul und Tim.
Auch Stellas Tante Elisabetta spielte in der Jugendzeit der drei eine Rolle.
Die Geschichte hat schnell einen Sog auf mich ausgeübt und mich kaum losgelassen. Das liegt einerseits daran, dass die Autorin es schafft, wunderbare Bilder vor dem inneren Auge entstehen zu lassen und andererseits schafft sie zu allem entsprechende Stimmungen.
Die Geschichte der drei Freunde hat mich sehr gefesselt und auch berührt. Natürlich wollte ich wissen, welches Ereignis sie damals entzweit hat und ob sie sich wieder finden und es ihnen gelingt, die Vergangenheit aufzuarbeiten.
Im Wechsel erlebt man Stella in der Gegenwart und die Erinnerungen an damals. Das Ereignis, das die Freundschaft zerbrechen ließ, wird erst ziemlich zum Ende geschildert und er erklärt dann auch vieles.
Die drei Freunde sind als Protagonisten sehr facettenreich, lebendig und glaubhaft dargestellt und haben mir sehr gut gefallen.
Auch Tante Elisabetta, die man in den Rückblicken immer wieder erlebt, hat mich begeistert, da sie oft sehr lebenskluge Ansichten vertritt.
Das Setting mit dem kleinen Häuschen am See und dem schönen Garten ist gelungen und entsteht bildhaft vor dem inneren Auge.

Diese wunderbare Geschichte ist ein bisschen Drama, ein bisschen Liebesgeschichte aber vor allem die Geschichte einer Freundschaft. Sie zeigt deutlich, dass eine Freundschaft, so gut und eng sie auch sein mag, Risse bekommen kann und man Konflikte aufarbeiten muss.
Eine Geschichte, wie sie das Leben schreiben kann, die mich sehr berührt hat, ein wunderschönes Leseerlebnis ist und deren Ende mich glücklich gemacht und mit einem Lächeln zurück gelassen hat!


Fazit: 5 von 5 Sternen


© fanti2412.blogspot.de

Veröffentlicht am 22.03.2018

Wunderbare und berührende Geschichte mit sommerlichem Flair

Hortensiensommer
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Johanna, selbständige Landschaftsgärtnerin, ist geschieden und lebt alleine in einem großen Haus mit Garten. Aus finanziellen Gründen ist sie gezwungen, die Einliegerwohnung unten im Haus zu vermieten.
Nach ...

Johanna, selbständige Landschaftsgärtnerin, ist geschieden und lebt alleine in einem großen Haus mit Garten. Aus finanziellen Gründen ist sie gezwungen, die Einliegerwohnung unten im Haus zu vermieten.
Nach einer schlechten Erfahrung mit einer früheren Mieterin entscheidet sie sich nun für den Lehrer Philipp, der alleinstehend ist, als neuen Mieter.
Johanna lebt ganz zurückgezogen für sich, hat sporadischen Kontakt zu ihren Eltern und ihrer Schwester und gibt sich ansonsten mit Kontakten zu ein paar Nachbarn und ihren Kunden zufrieden. Wenn sie in ihrem Garten oder den Gärten ihrer Kunden arbeitet, sie gestaltet, pflegt oder gar neu anlegt, ist sie in ihrem Element.
Schnell ist klar, es muss ein schlimmes Ereignis in Johannas Leben gegeben haben, das sie so verschlossen werden ließ.
Philipp versucht einen freundschaftlichen, nachbarschaftlichen Kontakt zu Johanna herzustellen aber Johanna blockt anfangs nur ab.
Als es dann doch zu gemütlichen Abenden auf der Terrasse kommt, bei denen Philipp beginnt, ihr vorzulesen, taut Johanna langsam auf und beginnt Philipps Anwesenheit zu genießen und Gefühle zu entwickeln.
Doch dann kann sich Philipp endlich ein Umgangsrecht mit seiner kleinen Tochter Klara gegen seine Ex-Frau erstreiten und Klara verbringt Wochenenden bei ihm.
Johanna sieht rot, zieht sich zurück und bricht den Kontakt zu Philipp ab. Man kann schnell erkennen, dass Johannas Geheimnis etwas mit einem Kind zu tun hat, aber was genau passiert ist, erfährt man erst viel später.

Johanna und Philipp sind sympathische Protagonisten, deren Ausarbeitung und Charakterisierung gut gelungen ist.
Perspektivwechsel zwischen den beiden bei der Erzählung bringen jeweils Nähe und tiefe Einblicke in die Gefühle und Gedanken der Protagonisten.
Dabei bedient sich die Autorin eines einfühlsamen und lockeren Schreibstils, der mich schnell mitgenommen hat in die Welt von Johanna und Philipp. Die Themen sind nicht immer leicht sondern auch mal traurig und melancholisch aber es wird an keiner Stelle überzogen oder gar kitschig. Besonders die ernsten Themen behandelt die Autorin sehr gefühlvoll. Ich habe mit Johanna gelitten und war auch mal zu Tränen gerührt, konnte sie aber zu jedem Zeitpunkt gut verstehen und ihren Kummer und ihre Ängste nachvollziehen.
Die kleine Klara lockert mit ihrer kindlichen und erfrischenden, fröhlichen Art viele Situationen auf und sorgt auch für amüsante Momente.
Die vielen schönen Beschreibungen von blühenden und duftenden Gärten und Pflanzen sorgen für eine herrliche sommerliche Atmosphäre und ich hatte den Duft der Blumen förmlich in der Nase und hörte die Bienen summen.

Die Geschichte von Johanna und Philipp hat mich sehr berührt, denn sie zeigt, dass es immer einen Neuanfang gibt und egal wie schlimm das Schicksal es mit einem meint, es gibt immer wieder etwas oder jemanden, der die Sonne zurück ins Leben bringt und viele Gründe, das Leben doch wieder schön zu finden!

Dieses wunderbare Buch empfehle ich gerne weiter, denn es bietet einen schönen Mix aus bester Unterhaltung, nachdenklichen Momenten, sommerlichem Flair sowie vielfältige Themen und Emotionen.
Lesen und genießen!


Fazit: 5 von 5 Sternen



© fanti2412.blogspot.de

Veröffentlicht am 21.03.2018

Wunderschöner Wohlfühlroman

Barfuß im Sommerregen
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Die alleinerziehende Romy sucht mit ihrem kleinen Sohn Tommi nicht nur ein neues Zuhause sondern auch einen Neuanfang.
Ihre beste Freundin und deren kleine Tochter, mit denen sie eine Wohngemeinschaft ...

Die alleinerziehende Romy sucht mit ihrem kleinen Sohn Tommi nicht nur ein neues Zuhause sondern auch einen Neuanfang.
Ihre beste Freundin und deren kleine Tochter, mit denen sie eine Wohngemeinschaft hatte, ist von München nach Wien gezogen und alleine kann Romy die Wohnung aus finanziellen Gründen nicht halten.
Daher sucht sie dringend eine neue preiswertere Unterkunft und einen Job.
Da erscheint ihr der Aushang im Supermarkt wie ein Wink des Schicksals. Angeboten wird kostenloses Wohnen auf einem Bauernhof mit der Gegenleistung einen älteren Herrn zu unterstützen.
Es stellt sich heraus, dass Nichte und Neffe von Hofbesitzer Alfred diesen Aushang gemacht haben und Alfred selbst, davon gar nicht begeistert ist.
Doch er lässt sich schließlich auf eine Woche „Probezeit“ ein und Romy darf mit Tommi einziehen.
Und dann beginnt für beide eine spannende Zeit der Veränderung …

Romy erzählt uns ihre Geschichte selbst in der Ich-Form, was viel Nähe zu ihr und ihren Gedanken und Gefühlen bringt.
Es wird schnell deutlich, dass Romy von Existenzängsten geplagt ist. Denn wenn sie nicht bald einen Job findet, wird es für sie und ihren kleinen Sohn schwierig.
Und so setzt sie ihre ganze Hoffnung darauf, dass sie den Job auf dem Bauernhof bekommt und dort wohnen kann.
Die Eingewöhnungsphase zwischen Romy und Alfred, dem Hofbesitzer, gestaltet sich schwierig, denn Alfred möchte eigentlich niemanden auf seinem Hof haben. Aber schon nach kurzer Zeit bemerkt er, dass es doch von Vorteil sein kann, etwas Hilfe im Haushalt zu haben. Auch die Anwesenheit des fröhlichen kleinen Tommi, der viel Freude am Landleben und den Tieren auf dem Hof hat, gefällt ihm zunehmend mehr. Es kommt immer wieder zu humorvollen und amüsanten Momenten.

Romy und Alfred sind zwei gut gezeichnete und authentische Protagonisten. Romy ist zielstrebig und gibt nicht auf, egal wie die Situation auch sein mag. Allerdings gibt es ein Erlebnis in der Vergangenheit, das ihr nachhängt und deshalb ist sie besonders vorsichtig und tut einfach alles für ihren kleinen Sohn.
Alfred zeigt sich anfangs als richtiger Grantler, wortkarg und nicht besonders freundlich. Aber mit der Zeit taut er auf und zeigt sein wahres Gesicht. Auch in seiner Vergangenheit, die in Einschüben rückblickend erzählt wird, gibt es ein Ereignis, das ihn geprägt hat.
Mir haben die beiden richtig gut gefallen und es war wunderschön zu erleben, wie sie sich annähern, besser kennenlernen, Vertrauen aufbauen und sich dann gegenseitig viel geben können.
Diese ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem älteren Mann und einer noch jungen Mutter hat mein Herz wirklich berührt.
Der kleine Tommi ist seinem Alter entsprechend kindhaft und sehr herzerfrischend dargestellt. Er bringt viel Abwechslung und schöne Momente in die Geschichte.
Und dann ist da auch noch der nette Hannes, der nicht nur in der gemeinsamen Geschäftsidee von Romy und Alfred eine Rolle spielt.

Die Schauplätze in der ländlichen Gegend eines kleinen bayerischen Dorfes waren sehr gut gewählt und anschaulich und beschrieben. Auch das Dorfleben mit all seinen Facetten ist gut dargestellt und trägt zur Wohlfühlatmosphäre bei.

Der Schreibstil ist insgesamt sehr locker, flüssig und vor allem ausdrucksvoll und bildhaft. Der Autorin, die auch Drehbücher für TV und Kino schreibt, gelingt es wunderbar, mein Kopfkino zu inspirieren.

Im Anhang des Buches gibt es noch einige Rezepte zu Gerichten, die in der Geschichte eine Rolle spielen. Auf der Homepage der Autorin werden diese auch vorgestellt und mit Bildern präsentiert.

Dieser wunderschöne Wohlfühlroman ist eine berührende Geschichte über Vergangenheitsbewältigung, Neuanfänge, Vertrauen und die Liebe. Die sehr gelungene Mischung aus bayerischem Flair, humorvollen und nachdenklichen Momenten und Romantik hat mich begeistert, bestens unterhalten und mit einem Lächeln am Ende zurück gelassen!


Fazit: 5 von 5 Sternen



© fanti2412.blogspot.de

Veröffentlicht am 16.03.2018

Charmant, fröhlich und humorvoll

Ich bin alt und brauche das Geld
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Charlotte, die uns ihre Geschichte selbst erzählt, hat es nicht leicht.
Sie hat ihre Weinhandlung verkauft, ist zu ihrem Freund Klaus gezogen und hat ihm voller Vertrauen den Erlös der Weinhandlung geliehen.
Klaus ...

Charlotte, die uns ihre Geschichte selbst erzählt, hat es nicht leicht.
Sie hat ihre Weinhandlung verkauft, ist zu ihrem Freund Klaus gezogen und hat ihm voller Vertrauen den Erlös der Weinhandlung geliehen.
Klaus ist allerdings kein vertrauenswürdiger Zeitgenosse. Erst verschwindet er und der Gerichtsvollzieher erscheint bei Charlotte, um das gemeinsame Haus zu räumen. Sie steht plötzlich ohne Dach über dem Kopf da, hat keinen Job mehr und auch kaum noch Geld.
Während sie vorübergehend bei Freunden wohnt, verstirbt Klaus.
Auf seiner Beerdigung lernt sie dessen Tochter und die beiden Enkel kennen.
Sie zieht in eine renovierungsbedürftige Wohnung und versucht ihr Leben neu zu ordnen. Das Chaos bricht aus, als Klaus Tochter Jennifer ihr die beiden Kinder samt russischem AuPair-Mädchen aufs Auge drückt, weil sie dringend zu ihrem Mann nach London muss.

Eva Völler hat mit Charlotte eine sympathische Haupt-Protagonistin geschaffen, die authentisch wirkt und handelt.
Auch die anderen Figuren sind liebevoll ausgearbeitet und sehr lebendig dargestellt. Besonders die beiden Kleinkinder mit ihrer herrlichen kindlichen Logik und typischem, altersgemäßen Verhalten haben es mir angetan.

Die Geschichte ist wunderbar chaotisch und amüsant. Viele witzige Situationen und Dialoge strapazieren die Lachmuskeln. Mit viel Kreativität hat die Autorin viele Verwicklungen und Überraschungen eingebaut, so dass sich eine gewisse Spannung aufbaut. Ich dachte oft: Mein Gott, was kann denn noch alles passieren?
Sehr gut gefallen hat mir die Idee, die Erlebnisse von Jennifer in Form eines Blogs in die Geschichte einzufügen. Sie schreibt immer wieder die Ereignisse während ihres Aufenthalts in London in diesen Blog, den auch Charlotte dank der pfiffigen Hilfe von Jennifers kleiner Tochter mitlesen kann. So erfährt man als Leser gemeinsam mit Charlotte, was in London passiert.

Mit Charme und Humor erzählt Eva Völler die Geschichte einer Frau in den "besten Jahren", in der sich die Ereignisse oft überschlagen, einige typische Klischees bedient werden und auch eine kleine Lovestory nicht fehlt.

Insgesamt ist es ein gelungenes Buch, das mich durch den lockeren, flüssigen und fröhlichen Schreibstil in seinen Bann gezogen und bestens unterhalten hat.
Eine absolute Leseempfehlung für alle LiebhaberInnen des Genres.

Fazit: 5 von 5 Sternen


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