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Veröffentlicht am 23.04.2018

Humorvoller Krimi der etwas anderen Art

Friesenguru
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Der aufgrund von Fernkursen zum Detektiv avancierte Reent Reents wird von Susi Schöpski beauftragt, nach ihrer Tochter Sassi zu suchen, die sie in den Fängen einer Sekte vermutet. Nach anfänglichem Zögern ...

Der aufgrund von Fernkursen zum Detektiv avancierte Reent Reents wird von Susi Schöpski beauftragt, nach ihrer Tochter Sassi zu suchen, die sie in den Fängen einer Sekte vermutet. Nach anfänglichem Zögern nimmt er die Ermittlungen auf und die Sekte „Ebbe und Flut“ unter die Lupe.

Bei „Friesenguru“ handelt es sich bereits um den zweiten Fall des Detektivs, der zwar in sich abgeschlossen ist, aber zum besseren Verständnis der Beziehungen der Protagonisten untereinander, macht es schon Sinn Band 1 vorher zu lesen.

Wer einen „normalen“ Krimi mit Kommissaren, Spusi und Ermittlungsarbeit erwartet, wird hier vergeblich danach suchen. Reent Reents ist etwas chaotisch bei seiner Arbeit und muss des Öfteren von der „inneren Stimme“ wieder auf Kurs gebracht werden. Er schreckt auch nicht vor - sagen wir mal - ungewöhnlichen Methoden bei seiner Arbeit zurück.

Auch die teilweise etwas überzeichneten Charaktere sind was Besonderes; kommen mit ihren Macken aber sympathisch und authentisch rüber. Ebenso außergewöhnlich wie die handelnden Personen ist der Schreibstil von Olaf Büttner. So benutzt er sehr gerne Vergleiche, die mit seiner friesischen Heimat zu tun haben oder lässt Ubbo Friesenplatt reden.

Das Jeversche Wochenblatt schrieb: Mit viel Humor und einer ordentlichen Prise Liebe zur Heimat. Dem kann ich mich nur anschließen. Auch wenn der Geschichte etwas die Spannung fehlte so habe ich mich doch gut amüsiert und bestens unterhalten gefühlt. Ich hoffe auf weitere Fälle mit Reent Reents und seiner „inneren Stimme“.

Veröffentlicht am 12.04.2018

Alte Fehde zwischen Fährleuten und familiäre Verwicklungen

Spreewaldrache (Ein-Fall-für-Klaudia-Wagner 3)
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Bei der Kripo Lübben geht es derzeit ruhig zu und so hat Klaudia Wagners Chef eine teambildende Maßnahme angeordnet – es geht zum gemeinsamen Wursten. Ich kann verstehen, dass sich die Kriminalobermeisterin ...

Bei der Kripo Lübben geht es derzeit ruhig zu und so hat Klaudia Wagners Chef eine teambildende Maßnahme angeordnet – es geht zum gemeinsamen Wursten. Ich kann verstehen, dass sich die Kriminalobermeisterin da lieber ein Verbrechen wünscht. Noch ahnt sie nicht wie schnell ihr Wunsch in Erfüllung gehen wird. Vor einer abgelegenen Datsche wird ein Jugendlicher blutüberströmt aufgefunden und kurze Zeit später ein Toter in einer anderen Datsche. Im Laufe der Ermittlungen ergeben sich viele Hinweise auf ein alte Familienfehde und verwandtschaftliche Besonderheiten.
Obwohl es sich hier bereits um den dritten Band der Spreewaldkrimis handelt, war es für mich die erste Begegnung mit Klaudia und ihren Kollegen. Ich denke für den Fall ist das nicht wirklich von Bedeutung.
Schwer getan habe ich mich mit den Wechseln zwischen aktuellen und vergangenen Geschehnissen. Mir war nicht immer klar in welcher Zeitebene ich mich gerade befinde und von welcher der verschiedenen Frauen gerade die Rede ist. Im Verlaufe der Geschichte wird es zwar immer klarer, aber es hat mir doch den Einstieg in das Buch erschwert.
Gut gefallen haben mir die atmosphärischen Beschreibungen des Flairs der Region mit seinen Fließen, Datschen und Menschen. Insgesamt hat es dazu geführt, dass ein weiteres Urlaubsziel auf meiner Liste gelandet ist.
Die Charaktere fand ich sehr realistisch geschildert; sei es bei den täglichen Ermittlungen oder im Privatleben. Auch die Mischung zwischen Berufs- und Privatleben passt hier.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, wozu auch die kurzen Kapitel beitragen.
Was meiner Meinung nach diesen Krimi von anderen abhebt, ist, dass für mich Polizeiarbeit realistischer dargestellt wird. Es ist eine akribische Recherche und nicht immer lässt sich alles restlos aufklären oder beweisen.
Trotz meiner anfänglichen Verwirrung vergebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 06.04.2018

Ein Sauerländer ermittelt auf Juist

Bis auf den Grund
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Bei „Bis auf den Grund“ handelt es sich um den zweiten Teil mit Anton und seiner polnischen Pflegerin Zofia, den man aber auch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen kann. Zofias Jugendfreund arbeitet ...

Bei „Bis auf den Grund“ handelt es sich um den zweiten Teil mit Anton und seiner polnischen Pflegerin Zofia, den man aber auch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen kann. Zofias Jugendfreund arbeitet als Musiker auf Juist, ist aber plötzlich verschwunden. Und schon erklärt sich Anton bereit, Zofia auf die Insel zu begleiten. Dann gibt’s eine Tote, die auch aus dem Sauerland stammt und schon ermitteln Anton und Zofia auf eigene Faust.

Mit den Sauerland-Krimis begann meine Liebe zu den Werken von Kathrin Heinrichs. Aber auch dieses Duo der neuen Reihe ist mir bereits ans Herz gewachsen. Bei den Krimis der Autorin ermittelt keine toughe Kommissarin oder erfahrener Ermittler sondern in diesem Fall ein halbseitig gelähmter Rentner mit seiner polnischen Pflegerin. Ganz ohne polizeiliche Hilfe geht es aber auch hier nicht.

Ich fühle mich mit diesen Krimis einfach wohl. Außerdem mag ich diesen Humor – vielleicht liegt es daran, dass ich auch eine waschechte Sauerländerin bin (und übrigens auch Nordsee-Fan).

Die Geschichte ist spannend und liest sich ratzfatz. Ich wäre gerne noch ein wenig mit den Beiden auf Juist geblieben.

Veröffentlicht am 29.03.2018

Erneut ein spannender Krimi mit Pia Korritki

Ostseerache
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Bei Ostseerache handelt es sich schon um den dreizehnten Band mit der Kommissarin Pia Korritki. Auch dieser Fall ist in sich abgeschlossen und man muss die Vorgänger nicht unbedingt gelesen haben, um hier ...

Bei Ostseerache handelt es sich schon um den dreizehnten Band mit der Kommissarin Pia Korritki. Auch dieser Fall ist in sich abgeschlossen und man muss die Vorgänger nicht unbedingt gelesen haben, um hier mitzukommen. Andeutungen und Hinweise auf frühere Ereignisse oder Fälle werden meistens kurz erklärt. Das macht Eva Almstädt übrigens sehr geschickt, denn die Erklärungen sind so kurz und prägnant, dass Neueinsteiger was damit anfangen können, die Serienleser aber nicht gelangweilt sind.

Flora Laubner kehrt nach 12 Jahren in ihr Heimatdorf zurück, um sich um ihre Mutter zu kümmern, die einen Herzinfarkt hatte. Sie ist in dem Dorf nicht gern gesehen, denn ihr wird die Schuld an dem Tod ihres Spielkameraden vor 12 Jahren gegeben. Flora kam damals in ein psychatrisches Heim und anschließend zu Pflegefamilien. Der Vater beging Selbstmord mit seiner Dienstpistole und die Mutter brach den Kontakt zu Flora ab. Als es im Dorf zu einem erneuten Todesfall kam, gerät Flora wieder in den Mittelpunkt der Ermittlungen.

Wie schon gewohnt schreibt Eva Almstädt sehr fesselnd und vor allen Dingen sehr bildhaft. Viele verschiedene Fährten ließen mich bis zum Schluss mitfiebern und rätseln. Es fiel mir schwer, das Buch zwischendurch zur Seite zu legen, was aufgrund der Leserunde notwendig war.

Ich mag es, wenn in Krimis auch das Privatleben der Ermittler einen Anteil in der Geschichte bekommt. Bei den Ostseekrimis gibt es auch immer einen gesunden Mix von Privat- und Berufsleben. Mir ist Pia im Laufe der Jahre ans Herz gewachsen und ich verfolge gerne die Entwicklung dieses Charakters.

Lediglich ein seit einigen Bänden immer wieder auftauchender Erzählstrang, der für mich keinerlei Bedeutung für diesen Fall hat und auch zu keinem Ende geführt wird, „nervte“ mich und bringt einen Punktabzug.

  • Einzelne Kategorien
  • Figuren
  • Atmosphäre
  • Handlung
  • Spannungsbogen
  • Cover
Veröffentlicht am 16.03.2018

Was Astrologie mit Mord zu tun hat oder Mord mit Astrologie

Planetenpolka
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Mit Planetenpolka beginnt Lotte Minck eine neue Reihe von Ruhrpott-Krimödien mit der Astrologin Stella Albrecht als Hauptakteurin. Als begeisterter Fan der Loretta-Reihe war ich gespannt auf das Debüt ...

Mit Planetenpolka beginnt Lotte Minck eine neue Reihe von Ruhrpott-Krimödien mit der Astrologin Stella Albrecht als Hauptakteurin. Als begeisterter Fan der Loretta-Reihe war ich gespannt auf das Debüt von Stella. Ich bin einerseits mit hohen Erwartungen aber andererseits auch mit einer Portion Skepsis an das Buch heran gegangen. Meine größte Sorge war, dass ich ständig Vergleiche zwischen Loretta und Stella anstellen würde.

Zum Glück ist Stella jedoch eine ganz andere Persönlichkeit und auch die anderen Protagonisten wie der Journalist Ben Glaeser (Stellas bester Freund) und der Kommissar Arno Tillikowski haben wenig Ähnlichkeit mit den Darstellern in den Loretta-Büchern. Ich denke mit diesen drei Personen werden wir es zukünftig überwiegend zu tun bekommen.

So sympathisch mir die oben genannten Personen sind, so unsympathisch werden die Gegenspieler dargestellt. Es ist relativ schnell klar, dass der Mörder im Kreis der Erben zu suchen ist. Nur welcher der drei Geschwister war es? Motive und Anzeichen gibt es viele.

In die Riege der unsympathischen Personen reiht sich noch Holger von Aalen – ebenfalls Astrologe – ein. Er gehört im Gegensatz zu Stella aber zu den Scharlatanen dieser Branche und ist nur darauf aus, möglichst viel Profit zu machen.

Insgesamt verläuft die Handlung recht unaufgeregt bis zum fulminanten Finale, das bei mir zu einem erhöhten Pulsschlag führte.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen und bevor man sich versieht, ist man am Ende angekommen. Wie gewohnt bei der Autorin ist die Geschichte gespickt mit Situationskomik und sehr unterhaltsam.

Stella und Co. sind nicht zu vergleichen mit Loretta und ihren Mitstreitern, brauchen meiner Meinung nach aber einen Vergleich nicht zu scheuen. Ich bin sicher, dass mir die Protagonisten ebenso ans Herz wachsen werden, denn wir sind ja erst am Beginn unserer Bekanntschaft.

Was ich ein wenig vermisst habe, waren mehr Dialoge im typischen Ruhrpottslang. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.