Sehr bewegend und ergreifend
Das Haus der VerlassenenTitel: Das Haus der Verlassenen
Autorin: Emily Gunnis
Verlag: Heyne Verlag
ISBN:978-3-453-27212-5
Preis: 20,00 € Gebundene Ausgabe
Mein Lesegrund:
Das Cover hat mich unheimlich angesprochen. Der Klappentext ...
Titel: Das Haus der Verlassenen
Autorin: Emily Gunnis
Verlag: Heyne Verlag
ISBN:978-3-453-27212-5
Preis: 20,00 € Gebundene Ausgabe
Mein Lesegrund:
Das Cover hat mich unheimlich angesprochen. Der Klappentext hat mich sofort überzeugt. Eine Geschichte über junge unverheiratete Mütter, auf die ein enormer Druck ausgeübt wird, ihre Kinder zur Adoption freizugeben, ist ein Lese-Muss für mich.
Handlung und meine Meinung:
2017: Die junge Journalistin Samantha Harper, Sam lebt seit der Trennung von ihrem Mann mit ihrer kleinen Tochter Emma bei ihrer Großmutter Nanna. Ihr verstorbener Großvater war Antiquitätenhändler. Dort entdeckt sie einen sehr alten Brief, einer ihr nicht bekannten Ivy Jenkins.
In diesem Schreiben von 1956 bittet das junge Mädchen verzweifelt, den Vater ihres ungeborenen Kindes um Hilfe. Gegen ihren Willen wurde Ivy von ihrem Stiefvater in das St. Margaret`s Heim für ledige Mütter nach Preston gebracht. In seinen Augen hat sie sich wie eine Hure benommen und sich auch noch schwängern lassen. Bis zur Geburt ihres Kindes und ein paar weiteren Jahren soll sie hinter verschlossenen Klostermauern bleiben, um ihre Schuld zu begleichen.
Sam ist erschüttert über die Worte und den Inhalt des Briefes und kann die unbekannte Ivy und dessen Geschehnisse vor über sechszig Jahren nicht vergessen. Ihre Neugierde ist geweckt und sie fängt an zu recherchieren.
Emily Gunnis schreibt flüssig, bildhaft und mit viel Spannung. Das Haus der Verlassenen wir auf zwei Zeitebenen und verschiedenen Perspektiven erzählt.
Schonungslos und ergreifend erfahren wir, was hinter den Klostermauern abgespielt hat. 1956 wurden Ivy und viele andere junge Mädchen grausam gequält, gefoltert und ihrer Babys beraubt. Die Autorin erzählt in ihrer Story von einem fiktiven Ort und Personen, solche Heime und Einrichtungen gab es allerdings damals tatsächlich.
Die Taten über die Misshandlungen und auch die psychische Brutalität wurden enorm authentisch beschrieben.
Einerseits hat die Geschichte mich nicht mehr losgelassen, andererseits musste ich Lesepausen einlegen, um das Gelesene zu verarbeiten.
Kapitel für Kapitel setzen sich die Puzzelstücke mit einer blutigen Spur aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart zusammen.
Fazit:
Das Haus der Verlassenen ist ein Roman mit einer spannenden, schockierenden, interessanten Thematik. Sie ist einzigartig konstruiert und nicht vorhersehbar. Mich hat sie gleichmaßen erschüttert, gefesselt und traurig gemacht.
Absolute Leseempehlung!
Vielen lieben Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!