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Venatrix

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Veröffentlicht am 22.04.2018

Wo ist der Menschenverstand geblieben?

White Rabbit oder Der Abschied vom gesunden Menschenverstand
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Ich muss zugeben, dass ich Matthias Matussek als Österreicherin und nur gelegentliche Spiegel-Leserin nicht wirklich kenne. Daher konnte ich völlig unvoreingenommen an dieses Buch herangehen.

Der Autor ...

Ich muss zugeben, dass ich Matthias Matussek als Österreicherin und nur gelegentliche Spiegel-Leserin nicht wirklich kenne. Daher konnte ich völlig unvoreingenommen an dieses Buch herangehen.

Der Autor spricht vieles an und aus, was viele Menschen über die derzeitige Politik denken. Das kommt bei seinem Arbeitgeber nun nicht so toll an und Matussek fliegt aus der Redaktion.
Warum man ihn aus dem Spiegel hinausgeworfen hat? Aus verschiedene Gründen. Zum einen ist es Matusseks Hinwendung zum Katholizismus und seine Abwendung von der Sympathie den Linken und deren Willkommenskultur von 2015 gegenüber.

Man zeiht ihn des rechten Gedankenguts, stellt in die Ecke von Pegida und AfD und macht ihn zum Outlaw. Nur deshalb, weil er sich vom gesunden Menschenverstand leiten lässt. Dieser ist ja leider längst abhandengekommen. Für Medien zählen nur Auflagen und nochmals Auflagen. Seriöse Berichterstattung, das Prüfen von Gerüchten auf deren Wahrheitsgehalt sind schon längst nicht mehr Teil des guten Journalismus. Intrigen, Fehden und Feindschaften sind seit je her Bestandteil der Medien, das ganze Ausmaß hat mich dennoch sehr überrascht.

Mit Beispielen aus sein umfangreichen Archiv liefert er treffende Beweise dafür, dass "Lügenpresse" keine bloße Behauptung ist und dennoch besser „Lückenpresse“ genannt werden soll(te). Das Weglassen und Hinzufügen von relevanten Details führt verfälschten Nachrichten im Sinne der jeweiligen Regierung. Dies scheint wieder salonfähig geworden zu sein. Was nicht ganz passend ist, wird eben passend gemacht.

Der Autor zitiert Franz Werfel, der in seinem 1946 erscheinen Roman „Stern des Ungeborenen" folgendes schreibt: „„Zwischen Weltkrieg II und Weltkrieg III drängten sich die Deutschen an die Spitze der Humanität und Allgüte. Und sie nahmen das, was sie unter Humanität und Güte verstanden, äußerst ernst. Sie hatten doch seit Jahrhunderten danach gelechzt, beliebt zu sein. Und Humanität schien ihnen jetzt der bessere Weg zu diesem Ziel. Sie fanden diesen Weg sogar weit bequemer als Heroismus und R*wahn. So wurden die Deutschen die Erfinder der Ethik der selbstlosen Zudringlichkeit.“ (S. 220)

Franz Werfel – ein Visionär? Immerhin war Werfel Jude und mit Alma Mahler, einer bekennenden Antisemitin verheiratet.

Meine Meinung:

Sprachlich ist das Buch gut gelungen. Viele ausgewählte Zitate unterstreichen, dass Matussek ein Vollblutjournalist ist. Allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass manche Passage ein wenig wehleidig klingt. Matthias Matussek kennt die Medien und ihre Zwänge vom Qualitätsmagazin bis zur Klatschpostille. Da sollte er doch um die Mechanismen Bescheid wissen. Ohne ihm nahe treten zu wollen, denke ich, dass er in seiner langen Laufbahn vielleicht dem einen oder anderen ans Bein gepinkelt haben wird. Nun rächst man sich eben auf diese Weise. In Zeiten der digitalen Medienverbreitung ist ein unüberlegter Satz blitzschnell draußen, das Einfangen desselben ist kaum möglich.

Was mich aber wirklich sehr gestört hat, ist das inflationäre Auftreten von Gilbert K. Chesterton, so als wäre der bereits verstorbene, geistige Vater von Pater Brown Matusseks Alter Ego.

Vermisst habe ich auch die apostrophierte Ironie. Allerdings kann das daran liegen, weil ich die Interna der deutschen Politik nicht gut genug kenne.

Es bleibt nur zu hoffen, dass das weiße Kaninchen doch noch den gesunden Menschenverstand wiederfindet.

Fazit:

Ein interessantes Buch, das vielen Leuten aus der Seele spricht und trotzdem oder genau deshalb polarisiert.


Veröffentlicht am 13.04.2018

Ein authentisches Sittenbild des 19. Jahrhunderts

Die Protestantin
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Die Protestantin/Gina Meyer/4 Sterne

In diesem historischen Roman erzählt Autorin Gina Mayer das Leben und Schaffen des Pastors Theodor Fliedner aus Kaiserswerth.

Wir befinden uns im Jahr 1822 und das ...

Die Protestantin/Gina Meyer/4 Sterne

In diesem historischen Roman erzählt Autorin Gina Mayer das Leben und Schaffen des Pastors Theodor Fliedner aus Kaiserswerth.

Wir befinden uns im Jahr 1822 und das Land ist nach den Napoleonischen Kriegen und Missernten mit den darauffolgenden Hungersnöten entvölkert bzw. von tiefer Armut geprägt. Wie immer treffen solche Katastrophen die Ärmsten der Armen, Kinder und Alte besonders. In diesem Umfeld versucht Pastor Fliedner den Menschen von Kaiserswerth nicht nur das Wort Gottes sondern auch Arbeit zu vermitteln. Mit Hilfe eines Armenfürsorgefonds und der Gründung des Lehr- und Erziehungsseminar versucht er den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Später werden seine Diakonissinnen, die sich vorbildlich der Krankenpflege widmen, Vorbild für zahlreiche ähnliche Institutionen werden und weit über Deutschland hinaus bekannt werden. Auch Florence Nightingale erhält in Kaiserwerth ihre Ausbildung.

Geschickt verknüpft die Autorin die Lebensgeschichten dreier (fiktiver) Frauen: Johanne König, Catharine, Johannes jüngster Schwester, und beider Pflegetochter Magdalena, deren Lebenswege eng mit der Person Fliedner verbunden sind.

Meine Meinung:

Die Autorin vermittelt den Lesern einen sehr guten Eindruck jener Zeit, der aufkommenden Industrialisierung und der Lebensweise breiter Bevölkerungsschichten. Anhand der drei Frauenschicksale, die wir lange Zeit begleiten, lassen die Beziehungen zwischen den Frauen zueinander und ihre Verknüpfung mit der Außenwelt gut miterleben. Insgesamt spiegelt der Roman trefflich die Zeit des 19. Jahrhunderts in Deutschland wieder.
Der Roman hat mich auch deshalb sehr angesprochen, weil die Rolle der Frau nicht isoliert betrachtet wird. Gina Mayer versucht, ihre Protagonistinnen durch kleine, aber stete private und dann politische Aktionen, das Los der Frauen dieser Zeit verbessern zu lassen. Vor allem während der Revolution 1848 zeigt sich, wie eng Erfolg und Scheitern nebeneinander liegen.

Die Geschichte ist gut recherchiert, interessant und informativ, der Schreibstil flüssig. Hin und wieder habe ich mich über Fliedner geärgert, mit welchem Selbstverständnis er seiner Mission, anderen zu helfen, nachgeht, ohne Rücksicht auf seine eigene Familie zu nehmen. In seinen kurzen Anwesenheiten schwängert er seine jeweiligen Ehefrauen mit denen er mind. elf Kinder hat. Die vielen Fehlgeburten gar nicht mitgerechnet. Rücksicht auf die angegriffene Gesundheit der Frauen scheint er da nicht zu kennen.

Eine kleine Kritik muss ich dennoch anbringen: Der Titel „Die Protestantin“ lässt einen historischen Roman aus der Zeit der Glaubenskriege im 17. Oder 18. Jahrhundert erwarten. Es ist natürlich richtig, dass der evangelische Pastor Fliedner als kleine Enklave in einer eher katholischen Umgebung wirkt, aber trotzdem ist der Titel hier nicht ganz passend.

Fazit:

Eine gelungene Darstellung der Lebensumstände im 19. Jahrhundert. Gerne gebe ich 4 Sterne.


Veröffentlicht am 06.04.2018

Von der Schwierigkeit, ein komplexes Thema kurz zu fassen

Der Dreißigjährige Krieg
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Der Dreißigjährige Krieg/Georg Schmidt/4 Sterne
Georg Schmidt versucht die politischen Zusammenhänge, die zum Dreißigjährigen Krieg führten und die Geschehen zwischen 1618-1648 auf rund 100 Seiten darzustellen. ...

Der Dreißigjährige Krieg/Georg Schmidt/4 Sterne
Georg Schmidt versucht die politischen Zusammenhänge, die zum Dreißigjährigen Krieg führten und die Geschehen zwischen 1618-1648 auf rund 100 Seiten darzustellen. Das ist auf Grund der Komplexität der Bündnisse und Interessen nicht ganz einfach.

Was zuerst als Problem der Habsburger in Böhmen beginnt, breitet sich wie ein Flächenbrand über ganz Mitteleuropa aus. Mehrmals haben es die beteiligten Herrscher in der Hand den Krieg zu beenden und Frieden zu schließen. Aus Ignoranz und auch mit falschen (oft geistlichen) Ratgebern unterlassen sie dies und so dauert der Konflikt eben die bekannten 30 Jahre.

Meine Meinung:

Das Kompendium ist in sieben Kapitel mit Unterpunkten geteilt, sodass der Inhalt in kleinen Abschnitten gelesen werden kann. Obwohl ich die Geschichte des Dreißigjährigen in groben Umrissen kenne, musste ich doch die eine oder andere geschilderte Begebenheit im Internet nachlesen.

Des Weiteren orte ich in diesem Buch ein wenig Parteilichkeit des Autors. Er scheint eine Vorliebe für das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ zu haben, das neben dem Habsburgerreich aus vielen kleinen und größeren deutschen Königs- und Fürstenhäusern besteht, nicht zu vergessen die kirchlichen Gebiete und deren Würdenträger, die in Glaubensfragen auch eine Menge mitzureden haben.
Die Habsburger und besonders Kaiser Ferdinand II. kommen nicht besonders gut weg.
Gut beschrieben sind die Entstehung, das Ausmaß und die Folgen des Krieges, an dessen enormen Verwüstungen das Reich und die Bewohner noch lange zu leiden haben.

Für Newcomer, die eine kompakte Darstellung des Geschehens lesen wollen, ist das Buch nur bedingt geeignet. Einige Vorkenntnisse sind hier doch von Nöten. Der Leser, der sich mit der Materie bereits intensiv auseinandergesetzt hat, wird hier einige interessante Details finden, die auf neuerer Geschichtsforschung basieren. Ein ausführliches Literarturverzeichnis ergänzt diese Zusammenfassung.
Was wirklich ärgerlich ist, ist das Fehlen von Karten, Übersichten und einer Zeittafel. Das kostet gleich einmal einen Stern.

Fazit:

Für Einsteiger in die Welt des 17. Jahrhundert kann ich das Buch leider nicht empfehlen. Dazu wird bei der Darstellung einfach zu viel Vorwissen vorausgesetzt. Da gäbe es anderes, wie z.B. „Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648“ von Johannes Arndt im Reclam Verlag erschienen.


Veröffentlicht am 03.04.2018

EIn nettes Mitbringsel

Wilhelm von Humboldt
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Alexander und Wilhelm von Humboldt: Zwei sehr unterschiedliche Brüder. Der eine, Alexander, immer auf Achse und die Welt entdeckend, der andere, Wilhelm, zwar ebenfalls reisefreudig, doch noch innerhalb ...

Alexander und Wilhelm von Humboldt: Zwei sehr unterschiedliche Brüder. Der eine, Alexander, immer auf Achse und die Welt entdeckend, der andere, Wilhelm, zwar ebenfalls reisefreudig, doch noch innerhalb Europas, den Geisteswissenschaften zugetan.

Die Autorin Dorothee Nolte betrachtet in ihrem kleinen, aber feinen Buch, Wilhelm und sein Umfeld in zahlreichen Anekdoten und zeitgenössischen Kommentaren.

»Gelehrte zu dirigieren ist nicht viel besser, als eine Komödiantentruppe unter sich zu haben!«
Mit diesem flapsigen Ausspruch wollte er seine Ernennung zum Kultusminister ablehnen, doch konnte er sich dem Willen/Befehl des Königs von Preußen schwer widersetzen. Was macht Wilhelm also: Er krempelt das Bildungssystem um (Einige seiner Errungenschaften leben bis heute im Schulsystem fort.) und schafft sich damit auch keine Freunde.

Wilhelm ist ein vielbeschäftigter Mann, doch wird er zeitlebens wenige seiner Aufgaben wirklich zu Ende bringen. Schnell verliert er die Freude an einem Projekt.

Eine interessante Einstellung pflegt Wilhelm der Ehe gegenüber: Er ist mit seiner Gemahlin Caroline völlig d’accord, beiderseits Liebschaften zu tolerieren. Ja, ich hatte sogar den Eindruck, dass er dies sogar gefördert hat - diese Mènage à trois. Vielleicht um seinen eigenen Gedanken und Beschäftigungen nachzugehen? Immerhin ist die Mutter der Kinder eindeutig bekannt, bei den Vätern gibt es hin und wieder Zweifel.

In dieser Beziehung ist Wilhelm wohl ein Kind der Französischen Revolution, die er in Paris miterlebt.

Er pflegt Freundschaft mit Schiller und Goethe und ist zweimal Gesandter Preußens und Minister.

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist flüssig, die Anekdoten gut ausgewählt.
Um sich ein umfassendes Bild von Wilhelm von Humboldt machen zu können, ist dieses Buch mit seinen nur 128 Seiten viel zu kurz. Als Auftakt, sich mit dem großen Gelehrten auseinandersetzen zu wollen, ist es jedenfalls gut geeignet.

Fazit:

Eine nette Anekdotensammlung, die bestimmt auch als Mitbringsel Anklang findet.

Veröffentlicht am 02.04.2018

Wer war zuerst in Amerika?

Die Karte des Piri Re'is
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Jedes Kind weiß, dass Columbus Amerika entdeckt hat. Oder hat er es etwa doch nicht?
Neuere Forschungen zeigen, dass bereits lange vor dem Genuesen in spanischen Diensten die Landmassen Amerikas bekannt ...

Jedes Kind weiß, dass Columbus Amerika entdeckt hat. Oder hat er es etwa doch nicht?
Neuere Forschungen zeigen, dass bereits lange vor dem Genuesen in spanischen Diensten die Landmassen Amerikas bekannt waren. Die Forscher gehen davon aus, dass dies neben den Wikingern auch arabischen Seeleuten gelungen ist.

Worauf stützt sich nun dieser Paradigmenwechsel, auf Grund dessen hunderte von Geschichts- und Lehrbüchern eigentlich umgeschrieben werden müssen?

Zum einem ist es die jahrlangen akribischen Arbeiten des Wissenschaftshistorikers Dr.Fuat Sezgin, die diesen Schluss zulassen.
Zum anderen bringt die Beschäftigung mit Kartografie, Nautik und Geodäsie genau jenes „Mysterium“ mit sich, dass plötzlich im 15./16. Jahrhundert auf wundersame Weise Erkenntnisse, die bislang noch als Häresie und Ketzerei bezeichnet wurden, den Europäischen Universitäten und Herrschaftshäusern einen gewaltigen Schub in Richtung Moderne verpassten.
Die Autorin weist auf Marco Polo hin, der als Handlungsreisender Gegenden beschreibt, die er vermutlich niemals gesehen hat. Hier könnte sich der Gedanke aufdrängen, dass Marco Polo Kenntnis von den Schriften der arabischen Geografen hatte.

Woher kommen nun diese Erkenntnisse?

Susanne Billing versucht ihren Lesern in fünf Abschnitten mit vielen Kapiteln jene Voraussetzungen darzulegen, die für diese Meisterleistung notwendig sind:

1. Konnten die Araber nach Amerika segeln?
Die Gretchenfrage, deren Antwort eigentlich schon feststeht. Ja, sie konnten.
2. Die arabische Astronomie
Hier erfahren wir von Babylonischen Sternwarten. Tolle Beschreibungen, die mit Abbildungen hinterlegt sind.
3. Die arabische Nautik
In diesem Kapitel bleibt den europäischen Landratten schier der Mund offen. Die Araber hatten das Problem der Bestimmung der Geographischen Länge schon gelöst, während die anderen noch auf hoher See herumirrten.
4. Die arabische Geographie und Kartografie
Erst in diesem Abschnitt wird Bezug auf die Weltkarten der Araber genommen.
5. Stiller Triumph der arabischen Wissenschaften
Der letzte Abschnitt untermauert nochmals Fuat Sezgins Thesen.

Meine Meinung:

Das Buch ist gut strukturiert. Manche Dinge werden zum besseren Verständnis wiederholt.

Außerdem ist klar, dem interessierten Laien müssen so elementare Dinge wie Winkelfunktionen, Trigonometrie, Astronomie, Nautik, Instrumentenkunde usw. erst beigebracht werden. Diese „Randwissenschaften“ verbrauchen rund zwei Drittel des Buches. Erst im letzten Drittel geht die Autorin auf die großartigen Weltkarten der arabischen Geografen/Geodäten ein. Das finde ich schade, denn diese Karten sind wahre Meisterwerke. Die Darstellung der damals bekannten Welt ist in vielen Bereichen exakt. Das heißt, Kartografen müssen vor Ort gewesen sein.

Die Autorin vertieft sich in Fuat Sezgins Arbeit. Das aber macht für mich (als Vermesserin) gleichzeitig auch die kleine Schwäche des Buches aus. Es werden ausschließlich Sezgins Erkenntnisse zur Untermauerung der Thesen herangezogen.

Mir ist noch aufgefallen, dass nicht alle Bilder auf die Textstellen referenziert sind. Das wäre für Leser, die nicht aus diesem Wissenschaftsbereich kommen aber hilfreich. Auch ein Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen wäre eine nützliche Ergänzung.

Ich selbst bin mit der Materie der Kartografie, der Vermessung und dem mathematischen Rüstzeug gut vertraut. Daher habe ich hier keine Berührungsängste. Doch wie viele von uns können dies von sich behaupten?

Hin und wieder ist die Grenze (sic!) zwischen Geografie und Geodäsie nicht scharf gezogen.

Der Duden definiert hier:

Geografie: Wissenschaft von der Erde und ihrem Aufbau, von der Verteilung und Verknüpfung der verschiedensten Erscheinungen und Sachverhalte der Erdoberfläche, besonders hinsichtlich der Wechselwirkung zwischen Erde und Mensch; Erdkunde

Geodäsie: Wissenschaft von der Vermessung der Erde und Technik ihrer Vermessung (von griechisch: geōdaisía = Erd-, Landverteilung)

Fazit:

Wer sich nicht scheut, ein wenig Nachhilfe in Winkelfunktionen. Trigonometrie und Astronomie zu erhalten, wird ein interessantes Buch lesen, das beweist, dass nicht ausschließlich die Erkenntnisse der Europäer der Weisheit letzter Schluss sind.

Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und vier Sterne.