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Veröffentlicht am 16.06.2018

Die Geschichte einer großen Liebe

Grün ist die Liebe
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„Grün ist die Liebe“ war mein erstes Buch von Marlies Ferber. Im Mittelpunkt steht Elisabeth, verheiratete Mittvierzigerin, deren Tage nach dem Auszug ihrer Kinder und einem Ehemann, der ständig auf Dienstreise ...

„Grün ist die Liebe“ war mein erstes Buch von Marlies Ferber. Im Mittelpunkt steht Elisabeth, verheiratete Mittvierzigerin, deren Tage nach dem Auszug ihrer Kinder und einem Ehemann, der ständig auf Dienstreise ist, zu viele Stunden haben. Daher arbeitet sie ehrenamtlich als „grüne Dame“ in einem Krankenhaus und bietet Patienten und Angehörigen das an, was sie reichlich hat: ihre Zeit. Dort trifft sie auf Herrn Grün, dessen Frau Lenya im Sterben liegt und der kurz nach ihrem Tod selbst als Patient aufgenommen wird. Die beiden nähern sich an und Herr Grün erzählt Elisabeth täglich ein Stück der Geschichte seiner großen Liebe. Elisabeth ist fasziniert von seiner Erzählung und vergleicht sie mit ihrem Leben, mit ihrer Liebe zu ihrem Ehemann Robert. Sehr schnell muss sie ernüchtert feststellen, wie wenig im Lauf der Jahre doch von Leidenschaft und Romantik übrig geblieben ist und wie unglücklich sie doch mit dem Ist-Zustand ist.
Sie beschließt, neuen Schwung in ihre Ehe zu bringen und das „dank“ der Mithilfe ihrer Freundin Tessa teils mit aberwitzigen Hilfsmitteln.

Der Schreibstil ist leicht und humorvoll und die Kapitel lassen sich flüssig lesen. Die gegenwärtige Handlung verbindet sich mit den Erzählungen aus der Vergangenheit zu einem harmonischen Ganzen. Marlies Ferber hat auch ein Händchen für Situationskomik. Es gibt immer wieder sehr lustig beschriebene Szenen, die bestens unterhalten. Gerade diese Mischung aus wohl dosiertem Humor, Romantik und ernstem Hintergrund hat mir sehr gut gefallen. Im Laufe der Handlung hat Marlies Ferber es auch geschafft, durch die eine oder andere Bemerkung falsche Fährten zu legen. Vieles entwickelt sich so anders, als ich es erwartet hatte und mit dem für mich völlig unerwarteten Ende hat sie mich doch überrascht. Auf jeden Fall regt das Buch zum Nachdenken an. Vor allem darüber, dass gar nichts selbstverständlich ist, auch nicht die große Liebe und selbst diese nicht nur aus Höhen sondern auch aus Tiefen besteht, die man aber gemeinsam meistern kann.
Dies ist ein Buch für Romantiker, für alle, die an die eine große Liebe glauben, ein Buch für Herz und Seele.

Veröffentlicht am 21.05.2018

Backen ist Liebe

Weil es dir Glück bringt
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Das war mein 2. Buch von Viola Shipman und wieder ist es ihr gelungen mich mit ihrem liebevollen und warmherzigen Schreibstil zu begeistern.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Sam, eine junge Konditorin, ...

Das war mein 2. Buch von Viola Shipman und wieder ist es ihr gelungen mich mit ihrem liebevollen und warmherzigen Schreibstil zu begeistern.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Sam, eine junge Konditorin, die auf der Suche ist nach ihrem Platz im Leben, ihrem Wohlfühlort und Lebensmittelpunkt.
Aufgewachsen auf einer in 4. Generation geführten Obstplantage mit eigener Bäckerei ist sie der ländlichen Idylle im Familienkreis entflohen, um im lärmenden, chaotischen, pulsierenden New York eine Konditorenschule zu besuchen. Dort ist es ihr auch gelungen, einen Job in einer bekannten und berühmten Konditoreirei zu bekommen – glücklich ist sie dort allerdings nicht, denn ihr Chef ist ein Riesenfiesling.
Nach ihrer Kündigung kehrt sie zum Firmenjubiläum sowie 75. Geburtstag ihrer Großmutter Willo nach Michigan zurück, auch um zu überlegen, wie es in ihrem Leben weitergehen soll.
Von klein auf geprägt von der sehr hoch gehaltenen Familientradition und den Erwartungen an sie fühlt sich Sam von ihrem Familienclan eher erdrückt statt umarmt, will sie doch „nur“ ihre eigenen Spuren hinterlassen und nicht nur in denen ihrer Vorfahren wandeln. Und dann ist da noch Angelo, der ihr nicht aus dem Kopf geht…

In diesem Roman geht es vorrangig um 5 Generationen starker Frauen, die die Obstplantage – natürlich mit Unterstützung ihrer Männer – zu dem gemacht haben, was sie nun ist. Neben der gegenwärtigen Handlung um Sam gibt es immer wieder Rückblenden auf wichtige und prägnante Stationen aus dem Leben der Vorfahrinnen und es wird deutlich, dass alle Frauen eines gemeinsam haben: die Leidenschaft zum Backen, Und so wurden geheime Familienrezepte von Generation zu Generation weitergegeben und weiterentwickelt, denn in einem waren sie sich alle einig- Backen macht sie glücklich. Und von den glücksbringenden Rezepten finden sich auch etliche im Buch wieder – und allein beim Lesen läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen und Kuchenduft liegt in der Luft.
Findet Sam ihr ganz persönliches Glücksrezept? Die Auflösung steht auf jeden Fall in diesem Wohlfühlroman, der mich (trotz ein bisschen sehr viel Familienklüngel) sehr gut unterhalten hat.

Veröffentlicht am 14.04.2018

Bretonische Krisenbewältigung

Alles außer Austern
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Inhalt: Eigentlich möchte Anne nach dem Tod ihres Mannes einfach nur ihre Ruhe haben. Ihre besten Freundinnen, Christine und Karin, überzeugen sie aber, die Ferien wieder in der Bretagne zu verbringen. ...

Inhalt: Eigentlich möchte Anne nach dem Tod ihres Mannes einfach nur ihre Ruhe haben. Ihre besten Freundinnen, Christine und Karin, überzeugen sie aber, die Ferien wieder in der Bretagne zu verbringen. Gute Traditionen bricht man nicht. Doch dieses Jahr ist irgendwie der Wurm drin: Karins Ehe steckt in der Krise, und Christine liegt im Clinch mit ihrer aufmüpfigen Tochter. Anne will die Wogen glätten und schlägt eine Fahrradtour vor. Eine gute Idee, aber Christine ist es zu anstrengend, und Karins Mann legt sich prompt mit der Polizei an. Nur Anne blüht auf. Liegt das vielleicht an ihrem neuen Tandempartner, mit dem sie die bretonische Küste erkundet?

Tessa Hennig hat es wieder einmal geschafft, einen unterhaltsamen Roman zu schreiben. Ihr angenehmer Schreibstil ist gespickt mit Situationskomik, die schmunzeln lässt. Ihre Charaktere sind so detailliert beschrieben, dass man sie sich lebhaft vorstellen kann.

Anne, Christine und Karin sind seit dem Studium befreundet und verbringen jeden Sommer den Urlaub - inzwischen mit Familie - zusammen in der Bretagne. Anne versucht gerade, sich etwas aus ihrer Trauerstarre zu lösen und wird von den Freundinnen erfolgreich mit gelockt. Am Urlaubsort entwickelt sich ein zartes Annähern an den blinden Nachbarn. Leider kriselt es aber auf vielen Ebenen bei den anderen Mitreisenden, so dass die Stimmung schnell im Keller ist. Eine gemeinsame Radtour entlang der bretonischen Küste soll Abhilfe schaffen, aber entlang der malerischen Landschaft taucht eine Problemzone nach der anderen auf....

Auch wenn es letztendlich ein Happyend an allen Fronten gibt, habe ich die Leichtigkeit wie bei Elli und Emma doch vermisst. Deshalb ist dies für mich auch kein typischer Urlaubsroman, denn dabei möchte ich beim Lesen entspannen und nicht Krisen mit bewältigen. Daher "nur" 4 Sterne

Veröffentlicht am 13.04.2018

Eine besondere Geschichte über besondere Menschen

Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid
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Inhalt: Oma ist 77, Ärztin, Chaotin und treibt die Nachbarn in den Wahnsinn. Elsa ist 7, liebt Wikipedia und Superhelden und hat nur einen einzigen Freund: nämlich Oma. In Omas Märchen erlebt Elsa die ...

Inhalt: Oma ist 77, Ärztin, Chaotin und treibt die Nachbarn in den Wahnsinn. Elsa ist 7, liebt Wikipedia und Superhelden und hat nur einen einzigen Freund: nämlich Oma. In Omas Märchen erlebt Elsa die aufregendsten Abenteuer. Bis Oma sie eines Tages auf die größte Suche ihres Lebens schickt - und zwar in der wirklichen Welt.



Besonders zu sein, ist die beste Art anders zu sein.

Und besonders sind so ziemlich alle Charaktere dieser Geschichte. Allen voran Oma, die Queen of Chaos, die Regeln ignoriert, keine Konflikte scheut und immer hinter ihrer Enkelin Elsa steht, koste es, was es wolle. Die 7-jährige Elsa, altklug, Wikipedia-"gebildet" und mit dem steten Drang zum Korrigieren - sei es verbal oder mit ihrem roten Filzstift - bildet mit Oma ein absolutes Dream-Team. Nebenbei ist Oma Elsas einzige Freundin, denn sie wird in der Schule auf das Übelste gemobbt und schikaniert.

Mit Oma erlebt Elsa die schönsten Abenteuer im Land Fast-noch-wach , denn Oma ist nebenbei auch noch eine begnadete Märchenerzählerin. Doch Elsas Oma stirbt ganz plötzlich und Elsa steht ganz allein da mit einem Brief, den sie im Namen ihrer Oma überbringen soll. So beginnt die Schatzsuche...

Die Geschichte ist aus der Sicht eines Kindes geschrieben und lässt sich auch deshalb sehr flüssig lesen. Der ständige Mix aus Märchen und Realität bedarf schon einer gewissen Aufmerksamkeit, damit man nicht den Faden verliert, aber wenn man sich darauf einlässt, kann man der Handlung insgesamt gut folgen. In dieser Geschichte liegen Trauer und Freude, Lachen und Weinen und eine Bandbreite weiterer Gefühle eng beieinander. Es fehlt nicht die Situationskomik und auch Lebensweisheiten finden ihren Platz und für viele Mitwirkende hat das Ende (von Oma) auch einen neuen Anfang bewirkt. Wenn auch die Geschichte zur Mitte hin etwas schwächelt und nur seicht dahinplätschert nimmt sie doch zum Ende hin wieder Fahrt auf.



Alles in allem eine ganz besondere Geschichte.


Veröffentlicht am 13.04.2018

Eine Frau geht ihren Weg

Weit hinterm Horizont
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Zum Inhalt:

Bremerhaven, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Clara Elkart träumt seit jeher davon, ihren Onkel in Hawaii zu besuchen, der dort eine Plantage führt. Als ihr Vater sie mit einem preußischen ...

Zum Inhalt:

Bremerhaven, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Clara Elkart träumt seit jeher davon, ihren Onkel in Hawaii zu besuchen, der dort eine Plantage führt. Als ihr Vater sie mit einem preußischen Offizier verheiraten will, flieht sie aus ihrem Elternhaus und reist mit Hilfe ihrer Tante nach Hawaii. Bei ihrer Ankunft erfährt sie jedoch, dass ihr Onkel vor Kurzem gestorben und sie seine Alleinerbin ist. Mithilfe des faszinierenden Hawaiianers Komo gelingt es ihr, die Plantage zu neuer Blüte zu bringen. Doch das Inselkönigreich ist in Gefahr, und bald schon gerät Clara zwischen die Fronten eines lange schwelenden Konflikts, der sie alles kosten könnte, was sie sich aufgebaut hat.


Die Hauptfigur, Clara Elkart, ist eine sympathische und mutige junge Frau, die mit ihrem Vater bricht und sich allein auf die Reise nach Hawaii aufmacht. Dort angekommen wird sie vor vollendete Tatsachen gestellt und ist gezwungen, sofort eine Entscheidung über den weiteren Verlauf ihres Lebens zu fällen - auf und mit der Plantage einerseits, ihres Liebeslebens andererseits. Clara übernimmt Verantwortung, folgt ihrem Herzen, geht ihren eigenen Weg und lässt sich auch durch Schwierigkeiten, Anfeindungen und Drohungen nicht davon abbringen. Mitunter getrieben vom Mut der Verzweiflung beweist sie - auch mit Unterstützung einiger Freunde - ein Durchsetzungsvermögen und eine Konsequenz, die in der damaligen und vor allem durch Männer dominierten Zeit Anerkennung verdient haben.

Die Autorin Tara Haigh versteht es geschickt, in die Geschichte Informationen zum damaligen politischen Geschehen sowie zum gesellschaftlichen Leben, insbesondere der ausgewanderten Deutschen, auf Hawaii einfließen zu lassen. Detailreiche Schilderungen von Land und Leuten komplettieren das Bild.

Das Lesen dieses Buches hat Spaß gemacht. Der historische Roman ist unterhaltsam und abwechslungsreich, da er von Mord über Intrigen, Freundschaft und Liebe alles beeinhaltet - und das Familiengeheimnis fehlt natürlich auch nicht.