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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2018

Schöner romantischer Roman und mehr

Wo mein Herz dich findet
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Wo mein Herz dich findet war mein erstes Buch von Kathryn Taylor.

Handy vergessen und Autopanne im Unwetter irgendwo im Nirgendwo – kein Problem für Cara. Hilfe findet sie auch bald in einer Waldhütte ...

Wo mein Herz dich findet war mein erstes Buch von Kathryn Taylor.

Handy vergessen und Autopanne im Unwetter irgendwo im Nirgendwo – kein Problem für Cara. Hilfe findet sie auch bald in einer Waldhütte in Gestalt des brummigen Liam, der ihr durch sein merkwürdiges Verhalten bald Rätsel aufgibt, was sie nur umso neugieriger auf ihn macht. Ob es zu einer Annäherung der beiden kommt erfährt man im Laufe der Geschichte in einem der Handlungsstränge.

Im Familienhotel laufen gerade die letzten Planungen für die bevorstehende Hochzeit zwischen Caras Bruder Patrick und seiner dominanten Verlobten Jessica, als Amy mit ihrem Sohn Charlie überraschend auftaucht. Und damit beginnen die Verwicklungen im zweiten Handlungsstrang, in dem nicht nur ein Familiengeheimnis gelüftet wird.

Vor der Kulisse der traumhaft schönen irischen Landschaft erlebt man eine abwechslungs-reiche Handlung. Beide Handlungsstränge stehen gleichberechtigt nebeneinander, ergänzen sich und bringen einen lebendigen Verlauf. Die Hauptcharaktere sind sympathisch und realistisch geschildert und man kann sich leicht in sie hineinversetzen. Besonders gut hat mir dabei Cara gefallen, die durch ihre Art, alles zu hinterfragen und hartnäckig allem auf den Grund zu gehen viel Licht in das Dunkel gebracht hat, selbst noch, als ihre Familie sie zusehends unter Druck gesetzt hat.
Obwohl vieles vorhersehbar war, hat mich das im weiteren Verlauf nicht gestört, für mich war die Geschichte rund und harmonisch.

Wer romantische Liebesgeschichten mag wird mit diesem Buch mehr als zufrieden sein. Wer darüber hinaus auch nichts gegen einen Hauch Drama, ein Geheimnis und Spannung hat wird begeistert sein. Für mich war es die perfekte Mischung für einige sehr unterhaltsame Lesestunden.

Veröffentlicht am 24.06.2018

Märchenhafter Zauber im Alltag

Der Sommer der Pinguine
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Das Glück liegt meist in den kleinen Dingen“. Diesen vorletzten Satz dieser warmherzigen Geschichte möchte ich gleich an den Anfang stellen, denn diese Aussage trifft auch auf das Buch zu.

Die Lehrerin ...

Das Glück liegt meist in den kleinen Dingen“. Diesen vorletzten Satz dieser warmherzigen Geschichte möchte ich gleich an den Anfang stellen, denn diese Aussage trifft auch auf das Buch zu.

Die Lehrerin Annetta Robington landet durch Zufall in einer kleinen einladenden Buchhandlung in London, wo ihr etwas schier Unglaubliches widerfährt. Ihr bisher recht geruhsam zwischen Schule, Bibliothek und Kirchenchor verlaufendes Leben wird ordentlich durchgerüttelt und so ganz nebenbei entdeckt sie etwas lang Verlorenes wieder.

Die Protagonistin Annetta war mir von Anfang an sympathisch Mit ihrer Art, Dinge wahrzunehmen, hat sie mich begeistert, vor allem in der Buchhandlung. Den Duft von Papier und Druckerschwärze inhalierend und dann vor einem Bücherstapel sitzend ganz in ein Buch einzutauchen und darüber Zeit und Raum zu vergessen, beneidenswert. Sie auf ihrer „Mission“ zu begleiten hat mich bestens unterhalten, zumal ich dabei auch Seiten an ihr kennenlernen durfte, die ich so nicht erwartet hatte.

Neben diesem Handlungsstrang tauchen immer wieder kleinere Abhandlungen zum Thema „Der Mensch aus Sicht der Pinguine“ auf, die amüsant waren, aber auch zum Nachdenken angeregt haben. Auch wenn ich mir an manchen Stellen nicht sicher war, ob es sich nun um Mensch oder Pinguin gehandelt hat und mir am Ende doch noch das „Und wenn sie nicht gestorben sind…“ gefehlt hat habe ich diese märchenhafte Geschichte von Thomas Montasser mit viel Freude gelesen. Man muss sich allerdings auf die Geschichte einlassen können, sonst geht ihr etwas vom märchenhaften Zauber verloren. Und das wäre sehr schade.

Aufgewertet wird dieses kleine, feine Buch noch durch die wunderschönen schwarz-weiß- Zeichnungen von Isabel Pin.

Für alle, die Märchen mögen oder sich ihren Alltag mit etwas märchenhaftem Zauber versüßen wollen.

Veröffentlicht am 16.06.2018

Die Geschichte einer großen Liebe

Grün ist die Liebe
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„Grün ist die Liebe“ war mein erstes Buch von Marlies Ferber. Im Mittelpunkt steht Elisabeth, verheiratete Mittvierzigerin, deren Tage nach dem Auszug ihrer Kinder und einem Ehemann, der ständig auf Dienstreise ...

„Grün ist die Liebe“ war mein erstes Buch von Marlies Ferber. Im Mittelpunkt steht Elisabeth, verheiratete Mittvierzigerin, deren Tage nach dem Auszug ihrer Kinder und einem Ehemann, der ständig auf Dienstreise ist, zu viele Stunden haben. Daher arbeitet sie ehrenamtlich als „grüne Dame“ in einem Krankenhaus und bietet Patienten und Angehörigen das an, was sie reichlich hat: ihre Zeit. Dort trifft sie auf Herrn Grün, dessen Frau Lenya im Sterben liegt und der kurz nach ihrem Tod selbst als Patient aufgenommen wird. Die beiden nähern sich an und Herr Grün erzählt Elisabeth täglich ein Stück der Geschichte seiner großen Liebe. Elisabeth ist fasziniert von seiner Erzählung und vergleicht sie mit ihrem Leben, mit ihrer Liebe zu ihrem Ehemann Robert. Sehr schnell muss sie ernüchtert feststellen, wie wenig im Lauf der Jahre doch von Leidenschaft und Romantik übrig geblieben ist und wie unglücklich sie doch mit dem Ist-Zustand ist.
Sie beschließt, neuen Schwung in ihre Ehe zu bringen und das „dank“ der Mithilfe ihrer Freundin Tessa teils mit aberwitzigen Hilfsmitteln.

Der Schreibstil ist leicht und humorvoll und die Kapitel lassen sich flüssig lesen. Die gegenwärtige Handlung verbindet sich mit den Erzählungen aus der Vergangenheit zu einem harmonischen Ganzen. Marlies Ferber hat auch ein Händchen für Situationskomik. Es gibt immer wieder sehr lustig beschriebene Szenen, die bestens unterhalten. Gerade diese Mischung aus wohl dosiertem Humor, Romantik und ernstem Hintergrund hat mir sehr gut gefallen. Im Laufe der Handlung hat Marlies Ferber es auch geschafft, durch die eine oder andere Bemerkung falsche Fährten zu legen. Vieles entwickelt sich so anders, als ich es erwartet hatte und mit dem für mich völlig unerwarteten Ende hat sie mich doch überrascht. Auf jeden Fall regt das Buch zum Nachdenken an. Vor allem darüber, dass gar nichts selbstverständlich ist, auch nicht die große Liebe und selbst diese nicht nur aus Höhen sondern auch aus Tiefen besteht, die man aber gemeinsam meistern kann.
Dies ist ein Buch für Romantiker, für alle, die an die eine große Liebe glauben, ein Buch für Herz und Seele.

Veröffentlicht am 21.05.2018

Backen ist Liebe

Weil es dir Glück bringt
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Das war mein 2. Buch von Viola Shipman und wieder ist es ihr gelungen mich mit ihrem liebevollen und warmherzigen Schreibstil zu begeistern.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Sam, eine junge Konditorin, ...

Das war mein 2. Buch von Viola Shipman und wieder ist es ihr gelungen mich mit ihrem liebevollen und warmherzigen Schreibstil zu begeistern.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Sam, eine junge Konditorin, die auf der Suche ist nach ihrem Platz im Leben, ihrem Wohlfühlort und Lebensmittelpunkt.
Aufgewachsen auf einer in 4. Generation geführten Obstplantage mit eigener Bäckerei ist sie der ländlichen Idylle im Familienkreis entflohen, um im lärmenden, chaotischen, pulsierenden New York eine Konditorenschule zu besuchen. Dort ist es ihr auch gelungen, einen Job in einer bekannten und berühmten Konditoreirei zu bekommen – glücklich ist sie dort allerdings nicht, denn ihr Chef ist ein Riesenfiesling.
Nach ihrer Kündigung kehrt sie zum Firmenjubiläum sowie 75. Geburtstag ihrer Großmutter Willo nach Michigan zurück, auch um zu überlegen, wie es in ihrem Leben weitergehen soll.
Von klein auf geprägt von der sehr hoch gehaltenen Familientradition und den Erwartungen an sie fühlt sich Sam von ihrem Familienclan eher erdrückt statt umarmt, will sie doch „nur“ ihre eigenen Spuren hinterlassen und nicht nur in denen ihrer Vorfahren wandeln. Und dann ist da noch Angelo, der ihr nicht aus dem Kopf geht…

In diesem Roman geht es vorrangig um 5 Generationen starker Frauen, die die Obstplantage – natürlich mit Unterstützung ihrer Männer – zu dem gemacht haben, was sie nun ist. Neben der gegenwärtigen Handlung um Sam gibt es immer wieder Rückblenden auf wichtige und prägnante Stationen aus dem Leben der Vorfahrinnen und es wird deutlich, dass alle Frauen eines gemeinsam haben: die Leidenschaft zum Backen, Und so wurden geheime Familienrezepte von Generation zu Generation weitergegeben und weiterentwickelt, denn in einem waren sie sich alle einig- Backen macht sie glücklich. Und von den glücksbringenden Rezepten finden sich auch etliche im Buch wieder – und allein beim Lesen läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen und Kuchenduft liegt in der Luft.
Findet Sam ihr ganz persönliches Glücksrezept? Die Auflösung steht auf jeden Fall in diesem Wohlfühlroman, der mich (trotz ein bisschen sehr viel Familienklüngel) sehr gut unterhalten hat.

Veröffentlicht am 14.04.2018

Bretonische Krisenbewältigung

Alles außer Austern
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Inhalt: Eigentlich möchte Anne nach dem Tod ihres Mannes einfach nur ihre Ruhe haben. Ihre besten Freundinnen, Christine und Karin, überzeugen sie aber, die Ferien wieder in der Bretagne zu verbringen. ...

Inhalt: Eigentlich möchte Anne nach dem Tod ihres Mannes einfach nur ihre Ruhe haben. Ihre besten Freundinnen, Christine und Karin, überzeugen sie aber, die Ferien wieder in der Bretagne zu verbringen. Gute Traditionen bricht man nicht. Doch dieses Jahr ist irgendwie der Wurm drin: Karins Ehe steckt in der Krise, und Christine liegt im Clinch mit ihrer aufmüpfigen Tochter. Anne will die Wogen glätten und schlägt eine Fahrradtour vor. Eine gute Idee, aber Christine ist es zu anstrengend, und Karins Mann legt sich prompt mit der Polizei an. Nur Anne blüht auf. Liegt das vielleicht an ihrem neuen Tandempartner, mit dem sie die bretonische Küste erkundet?

Tessa Hennig hat es wieder einmal geschafft, einen unterhaltsamen Roman zu schreiben. Ihr angenehmer Schreibstil ist gespickt mit Situationskomik, die schmunzeln lässt. Ihre Charaktere sind so detailliert beschrieben, dass man sie sich lebhaft vorstellen kann.

Anne, Christine und Karin sind seit dem Studium befreundet und verbringen jeden Sommer den Urlaub - inzwischen mit Familie - zusammen in der Bretagne. Anne versucht gerade, sich etwas aus ihrer Trauerstarre zu lösen und wird von den Freundinnen erfolgreich mit gelockt. Am Urlaubsort entwickelt sich ein zartes Annähern an den blinden Nachbarn. Leider kriselt es aber auf vielen Ebenen bei den anderen Mitreisenden, so dass die Stimmung schnell im Keller ist. Eine gemeinsame Radtour entlang der bretonischen Küste soll Abhilfe schaffen, aber entlang der malerischen Landschaft taucht eine Problemzone nach der anderen auf....

Auch wenn es letztendlich ein Happyend an allen Fronten gibt, habe ich die Leichtigkeit wie bei Elli und Emma doch vermisst. Deshalb ist dies für mich auch kein typischer Urlaubsroman, denn dabei möchte ich beim Lesen entspannen und nicht Krisen mit bewältigen. Daher "nur" 4 Sterne