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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.08.2018

Überleben im Dreißigjährigen Krieg

Das Geheimnis der Papiermacherin
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Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Nürnberg kämpft die junge Anna um das Überleben der väterlichen Papiermühle. Der Mangel an Rohstoffen für die Herstellung von Packpapier zwingt sie zu unerlaubten ...

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Nürnberg kämpft die junge Anna um das Überleben der väterlichen Papiermühle. Der Mangel an Rohstoffen für die Herstellung von Packpapier zwingt sie zu unerlaubten Unternehmungen und lässt sie auf Johann treffen.
Dieser historische Roman vermittelt gute Einblicke in die damalige Papierherstellung und mich dabei doch etwas überrascht. Auch erfährt man einiges über die Regelungen von spezi-ellen Privilegien und Berufen innerhalb einer Stadt. Die illegalen Machenschaften von Jo-hanns Bruder erschweren Annas Bemühungen zusätzlich, bringen sie in Gefahr.
Neben einer gut durchdachten und aufgebauten Geschichte und der fast nebensächlich einge-fügten Schilderungen der sich aufbauenden Gefühle zwischen den Hauptprotagonisten sind auch die anderen Charaktere gut dargestellt. Eine gute Geschichte, wo mir auch der Schreib-stil gefallen hat und die sich gut lesen ließ. Ein gelungener historischer Roman.

Veröffentlicht am 04.08.2018

Ein neuer Start

Rocky Mountain Horses
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Band 14 der Rocky Mountain Reihe, die im Ort Independence spielt. Hier geht es um An-nabelle, die nach einer enttäuschenden Beziehung der Universität in Boulder den Rücken kehrt, um auf der Ranch ihres ...

Band 14 der Rocky Mountain Reihe, die im Ort Independence spielt. Hier geht es um An-nabelle, die nach einer enttäuschenden Beziehung der Universität in Boulder den Rücken kehrt, um auf der Ranch ihres Onkels Pferde zu züchten. Jerome ist ihr Nachbar und wild entschlossen Annabelle näher zu kommen.
Dann werden Jerome Rinder gestohlen, seine Existenz ist bedroht und Annabelle entdeckt verdächtiges.
Nachdem ich bereits vor einiger Zeit einen Roman aus dieser Reihe gelesen habe war es Zeit für einen weiteren und der Titel hat es mir besonders angetan.
Die Handlung ist gut aufgebaut und umfangreich. Neben Jerome und Annabelle tauchen Charaktere der anderen Bände auf und es wird auch das Thema Demenz angesprochen.
Alles in allem eine runde und schöne Geschichte, die in einem guten Stil geschrieben ist, keine Längen aufweist. Neben einer Liebesgeschichte ist Spannung vorhanden und auch Humor bei den liebenswerten Schilderungen der Charaktere.
Das Lesen hat Spaß gemacht und sicherlich werde ich Independence noch öfter besuchen.

Veröffentlicht am 23.07.2018

Stricken hilft

Der Sommer der Wünsche
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Ein weiterer Roman, der in der Blossom Street spielt und wo der Leser viele bekannte Per-sonen der vorherigen Bücher wieder trifft. Aber, Der Sommer der Wünsche kann meiner Meinung nach auch ohne Vorkenntnisse ...

Ein weiterer Roman, der in der Blossom Street spielt und wo der Leser viele bekannte Per-sonen der vorherigen Bücher wieder trifft. Aber, Der Sommer der Wünsche kann meiner Meinung nach auch ohne Vorkenntnisse der anderen Bände gelesen werden. Gerade das finde ich sehr gut an dieser Reihe.
Lydias Wollladen bietet einen neuen Strickkurs an und Phoebe meldet sich als Erste an. Sie hat eine schlechte Beziehung zu verarbeiten. Hutch leitet eine bekannte Firma und muss dringend seinen Lebensstil ändern. Dazu stehen in Lydias Familie Veränderungen an, ebenso bei Anne-Marie und ihrer Adoptivtochter.
Die verschiedenen Personen sind wieder warmherzig beschrieben, ihre Probleme nach-vollziehbar und ohne allzu lange darauf zu beharren, dargestellt.
Das Treffen beim wöchentlichen Strickkurs ist ein guter Rahmen für die Geschichte um die verschiedenen Charaktere.
Es werden Themen wie Kinder in Pflegefamilien angesprochen, Männer mit gestörter Selbstwahrnehmung. Dabei bleibt aber diese Wohlfühlatmosphäre erhalten. Als Leser weiß man halt, dass am Ende alles gut wird. Auch wenn es dann durchaus ziemlich schnell geht und etwas übertrieben wirkt.
Alles in Allem ist dieser Roman wieder ein leicht und schnell zu lesendes Buch, was gut unterhält. Der Schreibstil ist locker und gut lesbar. Zwar nichts tief greifendes, aber gut unterhaltendes, was beim Lesen einfach gut tut.

Veröffentlicht am 16.05.2018

Alles hat seinen Preis

König der Hobos
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Hobos, bis zu diesem Buch wusste ich nichts über sie. Ja, dass es gerade in den USA Leute gibt, die illegal auf Güterzügen fahren, davon hatte ich mal gehört, aber nichts näheres ge-wusst und schon gar ...

Hobos, bis zu diesem Buch wusste ich nichts über sie. Ja, dass es gerade in den USA Leute gibt, die illegal auf Güterzügen fahren, davon hatte ich mal gehört, aber nichts näheres ge-wusst und schon gar nicht den Ausdruck Hobo gekannt.
Fredy Gareis war einige Monate mit Hobos unterwegs auf Güterzügen. Wobei es erst gar nicht mal so einfach war so einen Kontakt aufzubauen, dass der Autor auch mitgenommen wurde. Der Ritt auf den Zügen ist gefährlich, es droht Entdeckung durch die Polizei. Es ist ein Leben ohne Vorschriften und Zwänge, eine Abwendung vom Konsum und toller land-schaftlicher Eindrücke. Andererseits ist es die tägliche Sorge um eine sicheren Ort, Essen, Drogen. Eine völlig andere Welt, doch auch dort gibt es Zusammenhalt und jeder hat seine Geschichte, wie überall.
Fredy Gareis erzählt von seiner Zeit unter den Hobos. Von den verschiedenen Menschen und deren Eigenheiten. Den Erlebnissen in der Nähe der Bahngleise, von hilfsbereiten Menschen und dem Verstecken vor der Polizei. Dem Wetter, das wirklich nicht immer angenehm ist und dem grenzenlosen Freiheitsgefühl mit dem Zug durch menschenleere Landschaften zu fahren. Hier wird einem ein ganz anderes Leben gezeigt.
Dazu die Fotos, die einige Hobos und Eindrücke zeigen. Dadurch konnte ich mir vieles bes-ser vorstellen. Eine ganz andere Seite des Landes, die natürlich auch Frage aufwirft zu den einzelnen Lebensstilen. Die Frage, wer braucht all das Zeug, hat sich nachhaltig bei mir festgesetzt. Die Landschaft, das Gefühl der Freiheit, wer möchte das nicht mal erleben? Doch auch für mich wäre die Lebensweise der Hobos nichts.
Der Autor schreibt in einem guten Stil über seine Erfahrungen. Dabei werden zwangsläufig auch Probleme der Leute, des Landes angerissen.
Mal ein anderer Reisebericht und empfehlenswert.

Veröffentlicht am 27.04.2018

Extreme Religionsausübung

Unorthodox
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Deborah Feldman wächst in Williamsburg, New York auf, innerhalb der chassidischen Satmar-Gemeinde, einer der strengsten ultraorthodoxen jüdischen Gruppen. Es herrschen sehr strenge Regeln, die die Autorin ...

Deborah Feldman wächst in Williamsburg, New York auf, innerhalb der chassidischen Satmar-Gemeinde, einer der strengsten ultraorthodoxen jüdischen Gruppen. Es herrschen sehr strenge Regeln, die die Autorin anhand ihrer Kindheit und Jugend schildert. Dabei versteht man als Leser sehr schnell, wie unerträglich es für einen frei denkenden Men-schen sein muss. Sicherlich gibt es auch Regeln für die Männer, doch für die Frauen ist es wesentlich schlimmer und so viele befolgen sie, nehmen es als gottgegeben hin. Früh hei-raten, Kinder bekommen, den Haushalt machen und für die vielen Feiertage kochen. An-sonsten eher in Armut leben und wegen der abrasierten Haare eine Perücke tragen. Dann muss man sich ein Mal im Monat „reinigen“ und ist eine gewisse Zeit unrein. Nach und nach schafft Deborah es, sich ihre kleinen Freiheiten zu schaffen und sich dann zu trennen und ein ganz neues Leben zu beginnen.
Dann sind da noch so viele Kleinigkeiten, die mich als nicht sehr religiösen Menschen nur den Kopf schütteln lassen.
Deborah Feldman schildert ihr Leben in der Satmar-Gemeinde in einem guten Schreibstil. Wie sie es erlebt hat, aus ihren Erinnerungen und ihren Gefühlen. Aber nicht reißerisch oder bewusst emotional. Es reicht in dieser From vollkommen aus, damit ich mir als Leser die Verhältnisse annähernd vorstellen konnte. Es ist nachvollziehbar geschrieben und das Ende freut mich.
Sehr viel mehr kann und mag ich gar nicht erwähnen, weil man das Buch und die Ge-schichte von Deborah selber erlesen muss. Es ist zu Recht Bestseller genannt und gibt ei-nem einen Einblick in ein eher völlig unbekanntes religiöses Leben.
Es macht deutlich, dass alles Extreme mit Vorsicht zu genießen ist.