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Veröffentlicht am 14.06.2018

Die Kraft der Freundschaft

Du und ich und das Meer
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1954 lernen sich Dottie und Mary, beide 8 Jahre alt, in Brighton kennen und beschließen, von nun an Freundinnen auf immer und ewig zu sein. Dottie, ein eher scheues und zurückhaltendes Mädchen, die aufgrund ...

1954 lernen sich Dottie und Mary, beide 8 Jahre alt, in Brighton kennen und beschließen, von nun an Freundinnen auf immer und ewig zu sein. Dottie, ein eher scheues und zurückhaltendes Mädchen, die aufgrund ihrer Figur immer gehänselt wird, und Mary, eine kleines und zierliches Persönchen, da aber bereits jetzt schon ganz genaue Vorstellungen vom Leben hat und sich nichts gefallen lässt. Zwei so grundverschiedene Freundinnen, die vielleicht genau deswegen so gut zueinander passen und sich ergänzen.
Über den Zeitraum von 11 Jahren begleiten wir die beiden Freundinnen. Durch ihre Schul- und Jugendzeit erleben wir ihre Entwicklung und erfahren dabei neben ihrem familiären Umfeld auch ihre Hoffnungen und Träume und sind sogar bei der ersten großen Liebe mit dabei.
Dottie erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht in der Ich-Form; Marys Eindrücke stehen am Ende jedes Kapitels in Form von Tagebucheintragungen. Diese Art der Darstellung hat mir sehr gut gefallen, da dadurch beide „zu Wort“ kommen und ihre eigenen Wahrnehmungen wiedergeben können. Der Schreibstil ist leicht und der Roman lässt sich flüssig lesen. Während der ersten Abschnitte plätschert die Handlung eher so dahin, es gibt immer wieder kleine Höhen und Tiefen, eben die alltäglichen Probleme in Beruf und Familie. Spannend wird es erst, als sich beide verlieben und es zu einem Vertrauensbruch kommt. Doch nicht nur dadurch wird die Freundschaft auf eine harte Probe gestellt.
„Wir waren uns beide genug“ – dieser Satz von Dottie beschreibt sehr zutreffend diese ganz besondere Freundschaft zwischen ihr und Mary und es wird sich zeigen, wie krisenfest sie ist.
Es ist ein leiser Roman über Freundschaft und Liebe, der berührt und aufwühlt, in dem aber auch der Humor nicht zu kurz kommt, eine Geschichte, die inne halten lässt und zum Nachdenken anregt. Und es ist die Entwicklung von einem zurückhaltenden Mädchen zu einer jungen Frau mit dem Herz am rechten Fleck, die an einem Vertrauensbruch nicht zerbricht sondern daran wächst.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und 5 Sterne

Veröffentlicht am 23.05.2018

Eine kleine Auszeit zum Wegträumen

Die Inselgärtnerin
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Sonjas Leben befindet sich gerade auf Talfahrt – vom untreuen Ehemann getrennt wird ihr nun auch noch ihr Job als Landschaftsarchitektin gekündigt. Als Rettungsanker zum erforderlichen Tapetenwechsel erweist ...

Sonjas Leben befindet sich gerade auf Talfahrt – vom untreuen Ehemann getrennt wird ihr nun auch noch ihr Job als Landschaftsarchitektin gekündigt. Als Rettungsanker zum erforderlichen Tapetenwechsel erweist sich die Erbschaft ihrer nach Florida ausgewanderten Tante Sandra(Sandy) : ein Strandhaus auf Dolphin Island, dessen Verkaufserlös Sonja für ihren beruflichen Neustart nutzen möchte.
Aber es kommt ja irgendwie immer alles ganz anders als geplant. Das Grundstück erweist sich als kleines Stück vom Paradies, die Nachbarschaft als gesellige, offenherzige und hilfsbereite Runde, und dann tauchen auch noch völlig unerwartet Schmetterlinge in Sunnys, wie sich Sonja jetzt nennt, Bauch auf. Wenn das kein Grund zum Bleiben ist! Aber da das dann doch zu einfach wäre gilt es mit Hilfe der neuen Freunde viele Klippen zu umschiffen.

Sonja/Sunny ist eine sehr sympathische Protagonistin, die sich im Laufe der Handlung von der deprimierten grauen Maus zur selbstbewussten ideensprühenden Frau entwickelt. Auch alle anderen Mitwirkenden wirken authentisch und haben ihre eigene kleine Geschichte.
Der Schreibstil ist wunderbar leicht, dabei aber ausdrucksstark, und ich bin durch die Seiten geflogen. Fasziniert haben mich immer wieder die detaillierten Landschaftsbeschreibungen, die eine ganz eigene Atmosphäre hatten. Obwohl ich in Florida bisher nur mit dem Finger auf der Landkarte war kam es mir so vor, als hätte ich auch schon einige Urlaube dort verbracht. Während des Lesens hatte ich „Kopfkino“ und das Gefühl, dabei zu sein, egal ob bei Fahrten quer durch Florida, bei den Sonnenuntergängen oder den Mondscheinnächten am Strand oder beim Planen und Gestalten der faszinierenden Dünengärten. In die Handlung eingeflochten gibt es dann ganz nebenbei auch noch viele Informationen zu artgerechter Delfinhaltung, Umweltschutz und Klimawandel.
Das ist ein Buch zum Seele baumeln lassen, ein Roman zum Wegträumen, Genießen und Wohlfühlen für eine kleine Auszeit oder auch als Sommerlektüre.


Veröffentlicht am 30.04.2018

Sommerroman, der nach Sommer, (Meer)-Salz u. Zitronen duftet

Zwischen dir und mir das Meer
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Nachdem mich „Immer wieder im Sommer“ schon begeistern konnte, war meine Erwartungshaltung an dieses Buch schon recht hoch. Um es gleich vorweg zu nehmen: sie wurde noch übertroffen.


Die bodenständige ...

Nachdem mich „Immer wieder im Sommer“ schon begeistern konnte, war meine Erwartungshaltung an dieses Buch schon recht hoch. Um es gleich vorweg zu nehmen: sie wurde noch übertroffen.


Die bodenständige Lena sowie ihre jüngere Schwester Zoe sind nach dem tödlichen Badeunfall ihrer italienischen Mutter von ihrer Oma aufgezogen worden. Während Lena sich ihrer Familie verpflichtet fühlt und alle eigenen Wünsche immer hinten an stellt zieht es die freiheitsliebende und chaotische Zoe durch die Weltgeschichte.
Zufällig trifft Lena mit dem Italiener Matteo zusammen, der sie sofort fasziniert und über den sie mehr erfahren möchte. So plötzlich wie er aufgetaucht ist verschwindet er auch wieder, lässt aber ein Fotoalbum mit Bildern ihrer Mutter liegen, das Lena in die Hände fällt.
Da Lena sehr wenig über die Vergangenheit ihrer Mutter weiß beschließt sie, auf Spurensuche an die Amalfiküste zu gehen und wird spontan von ihrer Schwester begleitet.

Katharina Herzogs Schreibstil ist leicht und lebendig, so dass ich mir sehr schnell ein Bild über die bzw. von den Figuren machen konnte.

Die Geschichte gliedert sich in 2 Handlungsstränge – einen für Mariella, die Mutter, den anderen für Lena, die Tochter. Auf diese Weise reist man in die Vergangenheit und erfährt eine Menge über Mariellas Jugendzeit und begleitet parallel dazu Lena auf ihrer Reise nach Italien. Beide Erzählstränge ergänzen sich optimal und lassen sich flüssig lesen. Dabei fällt es schwer, das Buch wieder aus der Hand zu lesen, nicht nur wegen der sich anbahnenden wunderschönen Liebesgeschichte, sondern vor allem wegen der persönlichen Entwicklung, die Lena durchlebt. Das Ganze geschieht dann auch noch in der bezaubernden Landschaft der Amalfiküste – Leserherz, was willst du mehr. Und es gibt auch noch zum Ende eine für mich nicht vorhersehbare Überraschung, die den Buchtitel erklärt und mich sehr berührt hat.

Schade, dass es noch keine duftenden Bücher gibt. Dieses würde für mich nach einer Mischung aus Sonne, (Meer-)Salz und Zitronen duften.

Die perfekte Sommer-, Urlaubs-, Wohlfühllektüre

Veröffentlicht am 26.04.2018

Ein Buch, das in Erinnerung bleibt

Träume bleiben ohne Reue
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Und wenn es bis zum Ende nur noch einen einzigen schönen Moment gibt, einen, wie ich unzählige in den letzten Tagen erlebt habe, dann hat es sich gelohnt.« (Edda Mochnitz)



Nach dem Lesen des Klappentextes ...

Und wenn es bis zum Ende nur noch einen einzigen schönen Moment gibt, einen, wie ich unzählige in den letzten Tagen erlebt habe, dann hat es sich gelohnt.« (Edda Mochnitz)



Nach dem Lesen des Klappentextes bin ich von einem unterhaltsamen Roman über eine leicht renitente Omi ausgegangen, die es liebt, die Beschäftigten im Altenheim herumzuscheuchen.

Aber bereits nach den ersten Seiten war mir klar, dass sich in diesem Buch sehr viel mehr als nur Unterhaltung verbirgt. Edda erzählt ihre Geschichte in der „Ich-Form“, was mir gut gefällt und sich flüssig lesen lässt. Positiv finde ich auch die Rückblenden in die Vergangenheit, die erklären, wie Edda zu dem Menschen wurde, der sie heute ist.

Edda, eine vom Leben schwer gebeutelte Ex-Prostituierte und Puffmutter, fristet ihr Dasein im Altenheim. Die einzig verlässliche Konstante in ihrem Leben nach vielen bitteren Enttäuschungen ist nach eigener Meinung sie selbst.

Die fehlende Privatsphäre im Doppelzimmer und das tägliche Einerlei zehren an ihren Nerven, denn eigentlich will Edda nur ihre Ruhe. Sie pflegt ihren Standesdünkel, ist sie doch eine „von“ und flucht zeitgleich wie ein Droschkenkutscher. Edda ist schon ein ganz spezieller Charakter, der mir aber im Laufe der Handlung ans Herz gewachsen ist. Vielleicht auch gerade weil sie ihre Situation nicht so ohne Weiteres hinnimmt und gegen die starren Regeln und Abläufe aufmuckt. Außerdem steckt unter der vermeintlich harten Schale doch ein sehr weicher Kern, denn eigentlich hat Edda ein Herz aus Gold.

Auch alle anderen Mitwirkenden sind sehr authentisch beschrieben und ich hatte sehr oft Kopfkino – vor allem bei den Proben zum Krippenspiel.

Victoria Suffrage behandelt im Roman gleich mehrere heiße Eisen wie die Pflegesituation oder das selbstbestimmte Lebensende und schafft trotzdem den Spagat, bei der Ernsthaftigkeit der Themen den Humor nicht aus den Augen zu lassen, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften. Viele Szenen aber auch Eddas mitunter trockene Sprüche haben mich oft zum Schmunzeln, wenn nicht sogar zum Lachen gebracht.

Dieses doch eher dünne Buch hat sich als Überraschungsei in jeder Hinsicht erwiesen. Es unterhält nicht nur, sondern regt auch zum Nachdenken an; es hat mich berührt und ich habe unter Tränen gelacht.

Und wenn ich zum Schluss noch einmal Edda Mochnitz zitieren darf: „Gefühle kann man in Erinnerungen konservieren“ Ich hoffe, dass ich einst – alt und grau und klapperig – mich genau daran erinnern werde und mich an den Gefühlskonserven erfreuen kann, denn so ein kleines bisschen von Edda hätte ich im Alter schon ganz gerne.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung mit 5 ***** und ich freue mich schon auf den 2. Teil.

Veröffentlicht am 14.04.2018

Macht Lust auf mehr Meer

Das Meer in deinem Namen
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Zum Inhalt: Die liebenswerte Carly steckt voller Ängste vor dem Tod und dem Meer und in einer unglücklichen Liebe zu ihrem Professor. Er bittet sie, das von seiner Cousine Henny geerbte Reetdachhaus vor ...

Zum Inhalt: Die liebenswerte Carly steckt voller Ängste vor dem Tod und dem Meer und in einer unglücklichen Liebe zu ihrem Professor. Er bittet sie, das von seiner Cousine Henny geerbte Reetdachhaus vor dessen Verkauf in 4 Wochen zu entrümpeln. Carly muss sich nicht nur ihren Ängsten stellen sondern auch feststellen, dass das Haus am Meer ihr immer mehr bedeutet.



Schon das Cover macht Appetit auf mehr und versetzt in Urlaubsstimmung.

Zwei parallel verlaufende Lesestränge erzählen zum einen die Gegenwart von Carly, zum anderen das Leben von Henny seit den frühen 50ern bis zu ihrem Tod. Der Wechsel zwischen beiden Lebensläufen gibt der Geschichte eine gewisse Würze, da immer wieder neue Fragen auftauchen, die sich etwas später wie von selbst erklären und alle Geheimnisse früher oder später gelüftet werden.

Die Autorin beschreibt die verschiedenen Charaktere so lebendig, das man bei manchen das Gefühl hat, man kennt sie schon ewig. Überhaupt lebt dieses Buch von den detaillierten liebevollen Beschreibungen; wunderschön sind auch die Rezepte von Gerichten und Getränken, die in der Geschichte vorkommen.

Die Geschichte beinhaltet eine geballte Ansammlung von Emotionen, denen sich Carly auf ihrer Suche nach ihrem richtigen Platz im Leben stellen muss. Um die Antwort auf ihre Fragen "Wer bin ich, wo sind meine Wurzeln und was will ich vom Leben?" zu erhalten muss sie sich ihren tief sitzenden Ängsten stellen, ihre Vergangenheit an die Oberfläche zerren und auch ihre Liebe infrage stellen. Doch auch Freude, Freundschaft, Glück und natürlich wieder die Liebe kommen dabei nicht zu kurz. Wenn man sich erst einmal mit Carly auf die Reise begeben hat kann man sich der Anziehungskraft dieses Buches nicht mehr entziehen. Es entfaltet eine eigene "Magie" und man hat das Gefühl dabei zu sein und den gesamten Gefühlskatalog mit zu durchleben, wobei auch die leisen Töne nicht zu kurz kommen. Die malerische Darstellung der Landschaft und des Hauses tut ein Übriges - wer ganz genau hinhört, kann das Rauschen des Meeres, das Knirschen des Sandes und das Flüstern des Windes in den Bäumen hören ...

Das Meer in deinem Namen - ein must have nicht nur für den Sommer -