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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2018

Beklemmend

Die im Dunkeln sieht man nicht
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Frankfurt am Main, 11. Februar 1984: Der Fernsehjournalist Daniel Ross, Jahrgang 1937, ist am Ende. Er nimmt eine tödliche Menge Schlaftabletten. Was als Schlussstrich unter eine von Sucht und Ausweglosigkeit ...

Frankfurt am Main, 11. Februar 1984: Der Fernsehjournalist Daniel Ross, Jahrgang 1937, ist am Ende. Er nimmt eine tödliche Menge Schlaftabletten. Was als Schlussstrich unter eine von Sucht und Ausweglosigkeit gezeichnete Existenz gedacht war, wird jedoch zum Auftakt der vierzehn aufregendsten Wochen seines Lebens und zum Ausgangspunkt des aktuellsten und erregendsten Romans, den Johannes Mario Simmel je geschrieben hat. Wer ist Mercedes, die schöne, junge Frau, die Ross dem Tod entreißt und ihm die unfassliche Nachricht bringt, dass sein angeblich im Krieg gefallener Vater lebt? Was ist das für ein hochbrisantes Dokument, das ihm der 1945 in Argentinien untergetauchte Vater zuspielen will? Ross soll der Weltöffentlichkeit durch das Medium Fernsehen ein auf Film gebanntes Geheimprotokoll aus dem Jahre 1943 präsentieren, bei dessen Bekanntwerden ein Aufschrei der Empörung um den Erdball gehen wird. Haben Amerika und die Sowjetunion wirklich schon damals die Welt unter sich aufgeteilt? Oder möchte Daniels Vater, der ehemalige Naziagent, eine geniale Fälschung der Machthaber des Dritten Reiches propagandistisch auswerten? »Die im Dunkeln sieht man nicht« - doch sie reagieren blitzschnell. Verhindert werden muss die Ausstrahlung des ungeheuerlichen Filmdokuments auf alle Fälle, sagen die Geheimdienste der beiden Supermächte - und schon geraten Mercedes und Daniel in ein riesiges Netzwerk des Todes. Umnik Wayne Hyde, der eiskalte Killer, einsam und lyrikversessen, heftet sich auf ihre Spur. Wichtige Zeugen, welche die Echtheit des Films beweisen sollen, werden seine ersten Opfer. Doch Mercedes, die fanatische Friedenskämpferin, will die Welt aufrütteln.

In der Kanzlei eines vornehmen Londoner Anwalts, in den Diensträumen einer geheimnisvollen psychiatrischen Klinik bei Wien, wo Ross' große Liebe Sibylle erpresst und gezwungen wird, gegen den ärztlichen Eid zu verstoßen, kreuzen sich die Fäden weltpolitischer Intrigen, die in Cannes und Teheran, in Berlin und Buenos Aires ihre Endpunkte haben.

Johannes Mario Simmel zeigt sich mit diesem engagierten Roman zu einem Thema, das gewaltigen politischen Zündstoff birgt, auf dem Gipfel seines schriftstellerischen Könnens. Ein Meisterwerk: unerhört spannend, tempogeladen und erfüllt von einer Menschlichkeit, der sich niemand entziehen kann...

Ein wirklich sehr spannender Roman mit Diskussionspotential auch noch in heutiger Zeit.

Veröffentlicht am 26.02.2026

Konstrukt

Sieben letzte Tage
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Das Cover ist ohne Frage ein Blickfang. Die Kombination aus der düsteren Sanduhr, dem starken Schwarz‑Gelb‑Kontrast und dem leuchtenden Farbschnitt erzeugt sofort Thriller‑Atmosphäre. Optisch wirkt das ...

Das Cover ist ohne Frage ein Blickfang. Die Kombination aus der düsteren Sanduhr, dem starken Schwarz‑Gelb‑Kontrast und dem leuchtenden Farbschnitt erzeugt sofort Thriller‑Atmosphäre. Optisch wirkt das Buch hochwertig und modern – ein echtes Regal‑Highlight, das Erwartungen an Spannung und Dramatik weckt, die der Inhalt für mich jedoch nicht vollständig einlösen konnte.

Im Zentrum steht die Strafverteidigerin Alice Logan, deren Vater in sieben Tagen hingerichtet werden soll. Die Beziehung zu ihm ist zerrüttet: Er hat die Familie verlassen, die Mutter betrogen und Alice emotional im Stich gelassen. Als ihre Schwester sie bittet, den Fall zu prüfen, stößt Alice auf weitere Mordfälle mit identischem Muster. Der Countdown beginnt – ein Wettlauf gegen die Zeit, der Verschwörung, Zweifel und neue Hinweise miteinander verwebt.

Rutherford erzählt in kurzen Kapiteln, arbeitet mit Cliffhangern und orientiert sich klar am titelgebenden Countdown. Die Grundidee ist stark, die Struktur klassisch für Justizthriller: Schuldfrage, neue Spuren, Verdächtigungen, Enthüllungen. Doch trotz dieser Zutaten wirkt die Handlung stellenweise überladen und gleichzeitig vorhersehbar. Manche Wendungen überraschen, andere sind so auffällig vorbereitet, dass sie kaum Wirkung entfalten.



Meine Meinung:

Ich bin mit hohen Erwartungen gestartet – die Prämisse klang packend, das Cover versprach Intensität. Doch der Einstieg war für mich überraschend zäh. Die Spannung baut sich nur langsam auf, und der Mittelteil zieht sich spürbar. Viele Nebenfiguren bleiben blass, Dialoge wirken teils hölzern, und einige Entwicklungen fühlten sich konstruiert an. Dadurch fiel es mir schwer, emotional einzutauchen oder echtes Mitfiebern zu entwickeln.

Alice selbst ist jedoch ein Lichtblick: menschlich, widersprüchlich, kämpferisch. Ihre innere Zerrissenheit und ihr moralischer Konflikt sind glaubwürdig und tragen die Geschichte. Gerade ihre Hartnäckigkeit und Unvollkommenheit machen sie interessant. Leider reicht diese starke Hauptfigur für mich nicht aus, um die erzählerischen Längen und die kühle Atmosphäre vollständig auszugleichen.

Das Ende war mir persönlich zu glatt und zu versöhnlich – fast ein Bruch zu der düsteren Ausgangslage. Ein mutigeres, offeneres Finale hätte dem Roman mehr Nachhall verliehen.



Fazit:

Sieben letzte Tage hat eine starke Grundidee, eine eindrucksvolle Protagonistin und ein optisch herausragendes Cover. Doch der Thriller verliert sich für meinen Geschmack zu oft in Längen, konstruierten Wendungen und einer distanzierten Atmosphäre. Die Spannung bleibt über weite Strecken verhalten, und die emotionale Tiefe, die das Thema eigentlich hergeben könnte, wird nicht vollständig ausgeschöpft.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Geht so..

After love
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„After Love“ ist für mich der bisher schwächste Teil der Reihe. Obwohl Anna Todd ihren gewohnt fesselnden Schreibstil beibehält und es durchaus Kapitel gab, die ich schnell verschlungen habe, wirkt dieser ...

„After Love“ ist für mich der bisher schwächste Teil der Reihe. Obwohl Anna Todd ihren gewohnt fesselnden Schreibstil beibehält und es durchaus Kapitel gab, die ich schnell verschlungen habe, wirkt dieser Band insgesamt deutlich langatmiger und mit unnötigem „Puffer-Material“ gefüllt. Die ständigen Wiederholungen – sowohl in den Streitereien als auch in den erotischen Szenen – lassen die Handlung oft auf der Stelle treten.

Die Beziehung zwischen Tessa und Hardin zeigt hier ihre destruktivste Seite. Beide verhalten sich widersprüchlich, egoistisch und emotional unausgeglichen, was zwar zur Dynamik der Reihe gehört, aber in diesem Band besonders ermüdend wirkt. Tessas Entscheidung, nach Seattle zu gehen, fand ich grundsätzlich stark – umso unverständlicher war ihr anschließendes Hin-und-Her, das die dringend nötige Beziehungspause ad absurdum führt. Auch Hardins Verhalten bleibt problematisch: Er erwartet Kompromisse, die er selbst nicht bereit ist einzugehen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist Tessas Vater, dessen Auftauchen zwar Potenzial gehabt hätte, aber durch den extremen Zufall und die oberflächliche Behandlung seiner Probleme eher konstruiert wirkt. Ähnlich verhält es sich mit dem großen Twist am Ende: überraschend, ja – aber nicht organisch eingebettet und ohne echten Einfluss auf die bisherige Handlung.

Was mich am meisten gestört hat, ist die zunehmende Überzeichnung der Figuren. Tessa wirkt stellenweise fast überperfekt, während sich gefühlt jeder Charakter um sie dreht. Gleichzeitig bleibt Hardin in seinen Mustern gefangen, ohne dass die Geschichte diese Dynamik wirklich hinterfragt. Das Vierecks-Drama setzt dem Ganzen die Krone auf und wirkt unnötig aufgebläht.

Trotz all dieser Kritikpunkte bleibt die Reihe fesselnd – Todd versteht es, Emotionen zu schüren und Cliffhanger zu setzen. Doch „After Love“ verliert sich zu sehr im Drama und zu wenig in echter Entwicklung. Für Fans der Reihe sicher lesbar, aber im direkten Vergleich zu den Vorgängern deutlich schwächer.

Fazit: solide Fortsetzung mit starken Momenten, aber zu viel Wiederholung und zu wenig Substanz. 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Viel Potenzial, wenig Handlung

After truth
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Tessa ist innerlich zerrissen: Einerseits kann sie Hardin sein Verhalten nicht verzeihen, andererseits lassen sie ihre Gefühle für ihn nicht los. Zwischen Demütigung, Sehnsucht und der Hoffnung, dass Hardin ...

Tessa ist innerlich zerrissen: Einerseits kann sie Hardin sein Verhalten nicht verzeihen, andererseits lassen sie ihre Gefühle für ihn nicht los. Zwischen Demütigung, Sehnsucht und der Hoffnung, dass Hardin sich ändern kann, steckt sie in einem emotionalen Chaos fest. Doch die Frage bleibt: Haben die beiden wirklich eine Zukunft – oder wiederholt sich alles nur?

Nach dem starken ersten Teil hatte ich hohe Erwartungen, doch der zweite Band konnte diese leider nicht erfüllen. Auf fast 800 Seiten passiert erschreckend wenig, und am Ende steht man nahezu an derselben Stelle wie zu Beginn. Der Schreibstil ist zwar weiterhin angenehm und flüssig, sodass ich das Buch trotz allem schnell gelesen habe – aber wirklich hängen geblieben ist kaum etwas.

Die Beziehung zwischen Tessa und Hardin wirkt noch toxischer als zuvor, und eine echte Charakterentwicklung bleibt weitgehend aus. Das ständige Hin und Her, die immer gleichen Streitereien und Versöhnungen, Hardins Eifersucht und Tessas Naivität – all das wiederholt sich so oft, dass es irgendwann ermüdend wird. Eine straffere Erzählweise hätte der Geschichte definitiv gutgetan.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Perspektive nun zwischen Tessa und Hardin wechselt. Dadurch bekommt man einen besseren Einblick in Hardins Gedankenwelt, was im ersten Teil noch gefehlt hat. Auch die emotionalen Beschreibungen funktionieren weiterhin gut und sorgen dafür, dass man trotz allem mitfühlt.

Trotz meiner Kritik sehe ich nach wie vor Potenzial in der Reihe. Vielleicht wäre eine Nebenhandlung – etwa zwischen Tessa und Trevor – eine willkommene Abwechslung gewesen. Dennoch werde ich den dritten Teil lesen, denn mein Bauchgefühl sagt mir, dass es wieder bergauf gehen könnte.

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Veröffentlicht am 28.11.2025

Tropische Langeweile

Tropische Gefahr
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Cover:
Das Cover von Tropische Gefahr sieht sehr einladend aus und spiegelt das exotische Setting des Krimis gut wider. Die Darstellung der tropischen Landschaft mit Palmen und dem klaren, weiten Meer ...

Cover:
Das Cover von Tropische Gefahr sieht sehr einladend aus und spiegelt das exotische Setting des Krimis gut wider. Die Darstellung der tropischen Landschaft mit Palmen und dem klaren, weiten Meer im Hintergrund erzeugt sofort das Gefühl von Urlaub und paradiesischen Bedingungen. Der rote Papagei, der auf einem Baum sitzt, hebt sich farblich ab und zieht die Aufmerksamkeit auf sich, was das Cover visuell noch interessanter macht. Die Mischung aus Natur und Gefahr ist ein schönes Element, das die Spannung des Krimis andeutet.
Die Gestaltung passt hervorragend zu dem Inhalt des Buches und weckt sofort Interesse, insbesondere für Leser, die sich für Krimis in exotischen Settings begeistern.
Inhalt:
Detective Inspector Josefa Horseman kehrt nach einem langen Reha-Aufenthalt in den USA in seine Heimat auf den Fidschi-Inseln zurück. Kaum angekommen, wird er zu einem Mordfall in einem Urlaubsresort gerufen. Ein Zimmermädchen wurde tot aufgefunden, und der Fall entwickelt sich als zunehmend undurchsichtig. Zusammen mit seiner Kollegin, Detective Sergeant Singh, versucht Horseman, den Mörder zu finden, wobei sie nicht nur auf Widerstand von Einheimischen stoßen, sondern auch in die Sitten und Probleme der Inselgesellschaft eintauchen müssen. Die Ermittlungen führen Horseman immer wieder mit den Herausforderungen des tropischen Lebens und der lokalen Kultur zusammen – von überbordender Bürokratie bis hin zu den komplexen Verwandtschaftsverhältnissen der Inselbewohner.
Persönliche Meinung:
Ich bin grundsätzlich ein Fan von Krimis, die nicht auf übertriebene Action setzen, aber Tropische Gefahr hat es meiner Meinung nach mit der Langsamkeit ein wenig übertrieben. Die Charaktere, insbesondere Horseman, verlieren sich oft in Nebenschauplätzen, was die Spannung dämpft. Besonders anfangs fand ich es schwer, in die Geschichte einzutauchen. Der Wechsel zwischen den Kapiteln war für mich manchmal zu abrupt, was das Leseerlebnis zäh machte. Die vielen fremdsprachlichen Vokabeln und die exotischen Namen sorgten ebenfalls für Anfangsschwierigkeiten und bremsen den Lesefluss.
Auch mit Horseman als Hauptfigur konnte ich mich nicht wirklich anfreunden. Er ist mehr mit persönlichen Themen beschäftigt als mit der eigentlichen Mordermittlung, was die Geschichte für mich etwas aus dem Takt brachte. Ich hätte mir mehr Tiefe und Engagement von ihm als Ermittler gewünscht. Trotz dieser Schwächen fand ich die Mordgeschichte selbst aber durchaus spannend, vor allem weil sie einige Wendungen und ein durchdachtes Motiv bot. Der Fall bleibt lange rätselhaft und der Spannungsaufbau in dieser Hinsicht ist gut gelungen.
Was mir besonders gefallen hat, war die Authentizität, mit der die Autorin das Leben auf den Fidschi-Inseln beschreibt. Die landestypischen Gegebenheiten, die Kultur und die sozialen Spannungen werden gut in die Handlung integriert und tragen zur Atmosphäre bei.
Fazit:
„Tropische Gefahr“ ist ein solider Krimi, der mit einer faszinierenden Kulisse und einem gut konstruierten Fall aufwartet. Die langsame Erzählweise und der oft zu springende Erzählfluss trüben jedoch das Lesevergnügen. Auch der Protagonist ist nicht ganz der erhoffte, durchdachte Ermittler, was mir etwas gefehlt hat. Wer jedoch keine Probleme mit einem gemächlicheren Tempo hat und sich für exotische Kulturen interessiert, könnte trotzdem gut unterhalten werden. Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sternen – es hat Potential, aber hier und da könnte noch ein wenig mehr Spannung und Dynamik drin sein.

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