Kreativ und spassig im Hinblick auf Wortwitz und schlüpfrige Anspielungen
The Fix Up
n einem Möbelgeschäft rettet Imageberaterin Holly den nerdigen Ben vor einer aggressiven Verkäuferin, indem sie sich als seine Frau ausgibt. Ben hat gerade die Firma seines Vaters als CEO übernommen ...
n einem Möbelgeschäft rettet Imageberaterin Holly den nerdigen Ben vor einer aggressiven Verkäuferin, indem sie sich als seine Frau ausgibt. Ben hat gerade die Firma seines Vaters als CEO übernommen und findet sich noch nicht wirklich in seine Rolle ein. Es fehlt ihm das selbstbewußte Auftreten, die kompromißlose Art, Geschäfte zu tätigen, Präsentationen zu halten - einfach alles. Also engagiert er Holly, um ihn zu dem Mann zu machen, der er sein sollte.
Holly fängt zuerst bei seinem Kleidungsstil an, nachdem sie feststellt, dass er verschiedenfarbige, gruselig gemusterte Socken und ein Jackett mit Lederflicken an den Ellenbogen trägt. Im Verlauf des Coaching weiß sie aber irgendwann nicht mehr, wen sie mehr mochte - den Nerd, der er war oder den CEO, der er wird.
Klingt zunächst nicht nach einem dieser „besonderen“ Geschichten, aber tatsächlich ist es eines der witzigsten Bücher, das ich seit langer Zeit gelesen habe. Die Dialoge zwischen Holly und Ben sind zum Schreien komisch, spritzig und haben einen solchen Charme, dass ich ganz hingerissen davon war.
Und welch kreative Wortwahl man hier findet! Gleich am Anfang musste ich schon kichern bei „Schwalbenschwanzgratung“, später dann kommen so wunderbare Begriffe wie „respiratorische Elektronentransportkette“, „viskose Fingerbildung“, „Substratkettenphosphorylierung“ oder „stimulierte Emission“.
Und bitte, lasst Euch nicht davon abhalten, dieses Buch zu lesen, weil Ihr denkt, das versteht Ihr doch niemals. Ist auch letztlich unwichtig. Denn wie Tawna Fenske es hinkriegt, diese Worte und viele weitere dieser Art zu irre schlüpfrigen Unterhaltungen und Situationen werden zu lassen, ist enorm ausgefeilt und vor allem hinreißend sexy.
Bei manchen Szenen hat die Autorin vielleicht das Rad nicht neu erfunden (ohne zu spoilern - Beispiel Umkleidekabine), aber wie sie das umsetzt, ist einfach gelungen und man muss zum Taschentuch greifen, um die Lachtränen zu trocknen.
Fenske kreiert ihre Protagonisten ganz liebenswert und dabei sehr smart. Hier treffen zwei Intellekte aufeinander, die sich nichts schenken. Und alles in einem lockeren, flüssigen Stil, auch wenn es dann und wann ernste Untertöne gibt.
Ich freue mich schon, wenn Hollys Freundin Miriam ihre Geschichte bekommt!
Ich bedanke mich herzlich beim LYX Verlag und bei NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.