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Veröffentlicht am 08.06.2018

Ein spannender Krimi aus Thüringen zeigt wozu Menschen durch Rachegefühle fähig sind!

Der Tod vergisst nie
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Ein brutaler Dreifachmord in einem Architekturbüro in der Erfurter City erschüttert selbst die Ermittler. Hier hat jemand gezielt geschossen und auch scheinbar Erfahrung darin.
Der tote Mitinhaber Dr. ...

Ein brutaler Dreifachmord in einem Architekturbüro in der Erfurter City erschüttert selbst die Ermittler. Hier hat jemand gezielt geschossen und auch scheinbar Erfahrung darin.
Der tote Mitinhaber Dr. Bock hat sich nicht nur durch unsaubere Geschäfte Feinde gemacht, seine Frauengeschichten könnten ihm auch den Tod gebracht haben. Welche Hintergründe hat die Tat wirklich?

Hier liegt das gelungene Erstlingswerk eines Zahnarztes vor und die fesselnde Lektüre habe ich recht schnell gelesen.
Man mag mutmassen, ob der Autor von der Polizei durch eine Zahnbildüberprüfung eines Unbekannten zu Rate gezogen wurde und so auf die Idee des Schreibens kam. Auf jeden Fall hat er interessant aufgezogene Ermittlungen beschrieben und die Handlung logisch aufgebaut.

Dieser Krimi zeigt einerseits die typische Form eines "Whodonit" und hält für den Leser und Mitrater mehrere Verdächtige zur Verfügung, andererseits wird auch sehr ausführlich die Ermittlungsarbeit geschildert. Der Leser ist bei allen Ermittlungen hautnah dabei. Wie trotz intensiver Bemühungen erst ein neuer Mord aus derselben Tatwaffe Licht ins Dunkel bringt, zeigt wie zermürbend und schwierig Polizeiarbeit sein kann. Die Spannung bleibt konstant erhalten und ein spannender Showdown setzt dem Täter schliesslich ein Ende.

Auch wenn man als geübter Krimileser schon einen Verdacht hat, gibt es raffinierte Wendungen und neue Erkenntnisse, die verwirren und den Leser auf falsche Fährten locken sollen.

Zwischendurch erhält man durch innere Monologe tiefe Einblicke in die Gedankengänge des Täters. Dieses literarische Mittel lässt den Leser erschauern und direkt Anteil nehmen an den kranken Gedanken.

Was mir am meisten gefallen hat, ist die inhaltliche Einbindung von Pädophilie, Immobilienbetrug und Korruption, die wie im wahren Leben bis in höchste politische Kreise hineinreichen. Hier werden Themen angesprochen, die man der täglichen Presse entnehmen kann und unsere Gesellschaft beschäftigt. Solche aktuellen Bezüge gehören in echte Krimis.

An den Charakterzeichnungen sollte der Autor meiner Meinung nach noch ein wenig feilen. Hier gibt es zwar steckbriefähnliche Angaben über Alter, Haarfarbe, Kleidung und Äußerlichkeiten, gerade bei den Frauen, die wahren Charakterzüge bleiben aber weitgehend verborgen.
Eine Ausnahme bilden die beiden Ermittler, dieses Gespann ist sich trotz einiger Zankereien und Wortgefechte sympathisch und kommt gut miteinander aus. Wobei dem Kommissar Zeller hier die Rolle des nicht gerade professionell arbeitenden Kollegen zukommt. Man bemerkt seine Fehler, sieht seine Inkompetenz und das, obwohl ihm ein genialer Ruf nachgesagt wird. Er ist dennoch die interessanteste Person im Buch. Niemand hängt wie er jedem Rochzipfel nach, säuft was er kann und hat dennoch ein gutes Bauchgefühl. Diese Antihelden sind nun mal die Charaktere, von denen Bücher leben.

Der Erzählstil hat mich flott durch das Geschriebene geführt, es gibt einige amüsante Dialoge und Redewendungen, die für Auflockerung sorgen. Allerdings sind sie nicht neu und dadurch wirken sie wie reine Kalauer.

Dieser kriminelle Ausflug ins Thüringische stellt einen neuen Autoren vor, der durchaus schreiben kann, weiß was Krimifans interessiert und von dem man sicher noch einiges hören wird. Es sei denn, die Arbeit als Zahnarzt macht ihm mehr Spaß!

Veröffentlicht am 08.06.2018

Unblutiger Hiddenseekrimi mit Hobbyermittlerin Klara

Klara Klühs und die weiße Jade
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Klara Klühs lebt auf Hiddensee und ihre große Freude ist der regelmäßig stattfindende Lesetreff in der Inselbücherei. Bei einem Treffen erscheint der Dorfpolizist Schlieker. Er erklärt Greta Kersten für ...

Klara Klühs lebt auf Hiddensee und ihre große Freude ist der regelmäßig stattfindende Lesetreff in der Inselbücherei. Bei einem Treffen erscheint der Dorfpolizist Schlieker. Er erklärt Greta Kersten für vermisst und befragt die Anwesenden nach ihrem Verbleib. Angeblich soll sie ihren Bruder in Berlin besuchen, doch der betreut gerade ein Schulprojekt in Afrika. Wo steckt Greta also wirklich? Ihr Mann Paul bittet Klara Klühs um Mithilfe.

Dieser Krimi ist ein echter Cosy Crime und daher gibt es auch keine Gewaltszenen und es fließt kein Blut. Er liest sich leicht und man geniesst die frühsommerliche Stimmung an der Ostsee und den idyllisch wirkenden dörflichen Charakter der Insel, der schön beschreiben ist.

Hier scheint noch jeder jeden zu kennen, glaubt man zunächst. Doch dann erfährt Klara Näheres über die verschwundene Greta und ist überrascht. Alle kennen Greta lediglich als Frau eines Fischers und nette Backfischverkäuferin, sie hat jedoch in Mathematik promoviert und Statistik gehört zu ihren Leidenschaften. Das weckt natürlich Klaras Interesse und schon hängt sie sich in den neuen Fall. Sie findet schnell Hinweise, die die Vermisste selbst im Vorfeld gelegt hat. Ahnte Greta irgendeine Gefahr? Welche Rolle spielt das Armband aus weißer Jade?

Klara Klühs beweist ihr ambitioniertes Interesse für diesen kniffeligen Fall und versucht den verdächtigen Ehemann Gretas zu entlasten und hinter das Geheimnis mit den Lottozahlen zu kommen. Dass sie dabei ihre beiden Herzbuben Pastor Harmsen und Kommissar Krömer an ihrer Seite hat, findet sie besonders schön. Schliesslich hegt sie für beide Männer Gefühle und kann sich nicht so recht entscheiden. Auch die Männer empfinden mehr für Klara, Mut zu einer dauerhaften Beziehung haben sie aber auch nicht. Die entsprechenden Dialoge lesen sich sehr unterhaltsam und die drei Personen wachsen einem ans Herz.

Der Autor vergleicht Klara im Krimi häufig mit Miss Marple, diesen Vergleich sollten lieber die Leser ziehen. Zwar legt auch Klara definitiv eine große Neugierde für die Angelegenheiten ihrer Mitmenschen an den Tag, aber die von Miss Marple bewusst eingesetzte Vergesslichkeit oder Schrulligkeit alter Menschen vermisse ich bei Klara nicht nur aufgrund ihres Alters. Klara bewegt sich lediglich auf dünnem Eis, wenn sie fremdes Eigentum betritt. Echte Finten à la Miss Marple vermisse ich aber.

Christian Bauer legt schon den Kriminalfall in den Vordergrund der Handlung, er bringt aber auch die menschlichen Probleme und die unterschiedlichen Beziehungen der Inselbewohner zur Sprache.

Was aber besonders auffällt, ist sein nicht zu übersehendes Literaturinteresse! So baut er mehrfach fast schon als Bonmots Buchvorschläge in sein Werk ein, die den Leser zum Notieren auf der Leseliste verleiten. John Irving, Robert Gernhardt, Max Goldt und andere namhafte Autoren dürften von diesem Krimi profitieren. Leseratten fühlen sich in diesem Krimi automatisch wohl, sind ihnen Leserunden doch nur zu lieb und vertraut.
Der Krimi beginnt langsam, legt dann aber an Fahrt zu. Hier sind die Ermittlungen und neu gewonnenen Einblicke die entscheidenden Punkte, die dem Leser viel Raum zum Rätseln geben. Zum Ende hin kommt dann noch so manche Überraschung, die auch Ermittler in Gefahr bringt.


Mir hat der Krimi mit seinem regionalen Charakter gut gefallen und die Ostseestimmung mit Fischbrötchen und Meeresrauschen und die Inselbücherei hatten ihren eigenen Anteil daran.

Veröffentlicht am 08.06.2018

Eat drive love: eine Kultbloggerin zeigt vom Taxi aus ihre Erlebnisse und viele kulinarische Genüsse.

Taxi Gourmet
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Layne Mosler ist Anfang 30 und auf der Suche nach dem Geschmack des Lebens: Abenteuer, gutes Essen und Liebe inclusive.
Als aus einer Karriere als Köchin und ihrem Traum vom eigenen Restaurant nichts wird, ...

Layne Mosler ist Anfang 30 und auf der Suche nach dem Geschmack des Lebens: Abenteuer, gutes Essen und Liebe inclusive.
Als aus einer Karriere als Köchin und ihrem Traum vom eigenen Restaurant nichts wird, begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise nach Argentinien.
In der quirligen Hauptstadt Buenos Aires kommt sie auf die Idee, ihren Taxifahrer nach seinem Lieblingsrestaurant zu fragen.
Seinem Tipp verdankt sie das beste Steak, das sie je gegessen hat und kommt außerdem auf eine Idee, die ihrem Leben einen neuen Kurs gibt.
Lukullische Geheimtipps von Taxifahrern werden zu ihrem Markenzeichen auf ihrem eigenen Blog.
http://taxigourmet.com/

Nachdem sie sich nächtelang dem Tangotanz gewidmet hat, geht ihre Reise weiter nach New York. Dort erwirbt sie sich eine Taxilizenz und fährt Kunden durch die Millionenmetropole. Großstädte üben scheinbar eine unsichtbare Macht auf sie aus und so landet sie schliesslich in Berlin. Es kommt zu einer Begegnung, die ihr Leben erneut verändert.

Layne Moslers Buch ist biografisch, es ist aber auch eine unterhaltsame Lektüre über die Suche nach ihrem persönlichen Platz im Leben.
Der Titel ihrer Originalausgabe lautet "Driving Hungry". Das trifft es auf den Punkt. Zum einen wird man hungrig, wenn man von den vielen köstlichen Gerichten liest, die Layne auf ihrer Reise verzehrt, aber noch treffender beschreibt es das Gefühl der jungen Frau, die hungrig nach dem Leben ist.
Sie lernt Tango tanzen, dieses Gefühl bringt sie ihren Mitmenschen ein ganzes Stück näher. Sie tanzt aus Leidenschaft und es wird ihr Lebenselixir. Denn dieser Tanz erfordert, dass man sich auf den Tanzpartner einlassen und ihm vertrauen muss. Dinge, die sich mit Anfang 30 auf diese Art und Weise endlich lernt.
Sie fährt Taxi, das ist in New York schon fast eine Mutprobe.
Sie testet Restaurants für ihren Foodblog und führt den Leser dabei in die entlegensten Winkel Buenos Aires oder New Yorks. Dabei lernt man nicht nur die Stadtteile kennen, sondern man taucht ein in Laynes Leben. Es macht Spaß, sie dabei zu begleiten und ihre Suche nach neuen Restaurants steckt mit ihrer Lebenslust und Neugier auf Neues an.

Der Erzählstil ist locker, unbefangen und authentisch und führt den Leser bunt durch ihre Geschichte. Einige Episoden sind interessant, andere hätte man streichen können. Hier liegt die Ansicht individuell beim jeweiligen Betrachter/Leser.

Das große Schlüsselerlebnis erlebt Layne dann in Berlin. Einer Stadt, in der sie sich immer mehr wohl fühlt und ihren Fixpunkt im Leben findet. Ihre große Liebe! Und wie soll es anders sein? Es ist ein Taxifahrer.


Dieses Buch nimmt den Leser mit auf eine unterhaltsame Reise nach Buenos Aires, New York und Berlin und schaut den Menschen auf die Teller. Wie man daraus eine Lebensphilosophie machen kann, ist eine Seite, die große Liebe eine andere. Mal eine ganz andere Art der Unterhaltung!


Veröffentlicht am 08.06.2018

Ein Wettlauf mit dem Tod

Stirb ewig
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Als Junggesellenabschied bekommt Michael Harrison von seinen Freunden die Revanche für seine fiesen Streiche. Sie legen ihn in einen Sarg und wollen ihn für ein paar Stunden auf einem Acker begraben. Doch ...

Als Junggesellenabschied bekommt Michael Harrison von seinen Freunden die Revanche für seine fiesen Streiche. Sie legen ihn in einen Sarg und wollen ihn für ein paar Stunden auf einem Acker begraben. Doch nach erfolgtem Verscharren ereignet sich ein Unfall, den die Freunde mit ihrem Leben bezahlen. Außer ihnen weiß niemand von diesem schrecklichen Beerdigungs-Plan. Die Braut ahnt nichts und ist außer sich vor Sorge.


"Haaalloooo, hört mich jemand?" Diese Rufe Michaels haben bei mir schon fast panikartige Angst ausgelöst. Ich habe ein wenig Klaustrophobie und daher war dieses Buch schon eine echte Herausforderung für mich.

Denn die beklemmenden Gefühle Michaels in seinem engen dunklen Grab beschreibt Peter James so authentisch, dass beim Lesen eigene Ängste aufbrechen. Der Leser erlebt Michaels Angst und Überlebenskampf direkt mit.
Die verschiedenen Phasen des Begrabenen kann man nicht besser darstellen. Anfangs zeigt Michael lediglich Erschrockenheit und wundert sich über die Situation, in die man ihn gebracht hat. Dann kommt die Wut hinzu. Er hat aber noch Hoffnung. Aber je länger er in der vertrackten Situation ausharren muss, umso resignierter wird er. Doch sein Lebenswille verlässt ihn nicht und er mobilisiert seine letzten Kräfte. Mit einem Walkie-Talkie hält er Kontakt zur Außenwelt. Doch sein Kontakt mit dem hirngeschädigten Jungen Davey bricht ständig ab.

Die Suche der Polizei nach dem Verschwundenen und die Befragung bringt immer wieder neue Ansatzpunkte, der Autor reduziert den Thriller auf die wesentlichen Handlungen. Es gibt keine sozialen Hintergründe der Ermittler, die das Buch auflockern, der Thriller ist knallhart durchgezogen.


Wem nutzt das unerwartete Verschwinden oder der Tod von Michael? Diese Frage wird sehr spannend entwickelt, denn einige Vertuschungsversuche machen es dem Leser schwer, den Täter zu erkennen.
Die Story liest sich flüssig und wird durch verschiedene Orts- und Personenwechsel sowie inhaltlichen Wendungen immer auf einem konstanten Spannungslevel gehalten.

Wenn es zum Ende hin nicht so viele unnötige Zwischenfälle der Protagonisten gegeben hätte, wäre es für mich ein 5-Sterne-Buch geworden.


Ein toll inszenierter Thriller mit einer unglaublich nervenaufreibenden Spannung und einer Handlung, die in die menschlichen Beweggründe für so eine Tat schauen lässt. Echt gruselig!

Veröffentlicht am 08.06.2018

Gelungener Einblick in die menschliche Psyche und in Pferdetherapie

Inselfeuer
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Bei diesem Buch handelt es sich um den ersten Band einer Serie um die Opferanwältin Alasca Rosengren und den Strafverteidiger Stellan Qvist.
Im dünn besiedelten Norden der schwedischen Ferieninsel Öland ...

Bei diesem Buch handelt es sich um den ersten Band einer Serie um die Opferanwältin Alasca Rosengren und den Strafverteidiger Stellan Qvist.
Im dünn besiedelten Norden der schwedischen Ferieninsel Öland erschüttert eine Serie von Brandstiftungen und brutalen Morden die Inselbewohner. Sie verdächtigen Jorma Brolin, einen kräftigen Tischler und Hufschmied, der vor 10 Jahren schon einmal unter Verdacht stand, aber freigesprochen wurde. Damals wie heute gibt es Mangel an Beweisen für seine Schuld. Anwältin Alasca Rosengren übernimmt widerwillig Jormas Verteidigung. Auch sie hat etwas zu verbergen. Welche Geheimnisse verbergen die Bewohner und wer legt die Feuer?

Dieser Krimi kommt der Lösung der Brandstiftungen erst allmählich auf die Schliche. Die schrittweise Vorstellung der Öländer und ihres Alltagslebens zeigt die Lebenssituation und die verstrickten Beziehungen und enthüllt so manch grausames Verbrechen. Was die Bewohner verbergen, reicht von häuslicher Gewalt bis Kindes-Missbrauch und dennoch wird der Mantel des Schweigens über die grausame Wirklichkeit gedeckt.
Geschieht das aus Angst oder aus Selbstschutz, vielleicht aber auch nur aus Desinteresse? Man kann darüber nur spekulieren. Auf dem Inselinternen Internetforum Flashback allerdings sprechen die Bewohner ihre Anschuldigungen offen aus, verlieren die öffentlich gelebte Scheu und schwärzen Beschuldigte an.

Nebenbei entdeckt man die Insel Öland genauer, erfährt einiges über die Einsamkeit dort in den dunklen Wintermonaten und erkennt die verschwiegene Mentalität der Bewohner näher.
Dieser direkte Blick in das Seelenleben der Menschen, die Enthüllung von Familiengeheimnissen lässt den Leser erschreckende Schicksale entdecken.
Welche ungeahnten Schicksale hier offen gelegt werden, löst bei mir
Entsetzen und Abscheu aus. Auf diese psychologische Sichtweise zielt die Intention der Autorin ab.

Als die ersten Brände verübt werden, versucht man den Täter zu erraten, kommt ihm aber nicht auf die Schliche. Dass Mordopfer zu beklagen sind, nimmt man nur nebenbei zur Kenntnis.
Denn der Leser nimmt an den Verbrechen nicht direkt teil, sie werden im Hintergrund ausgeübt und nur die Folgen werden sichtbar. Genauso halten sich die Ermittlungen mehr oder weniger im Hintergrund. Wie die Personen in die Handlung verstrickt sind oder welche eigenen Geheimnisse sie verbergen, ist die vordergründige Handlung. Hier hätten der Geschichte ein paar weniger Missbrauchsopfer vielleicht gut getan und ein wenig mehr Information über die Verbrechen und über die Ermittlungen hätten das Buch mehr als Krimi erscheinen lassen. Gerade das Motiv des Täters hat mir am Ende gefehlt.


Mir hat die psychologische Sichtweise auf die Protagonisten recht gut gefallen, auch die Insel Öland lernte ich näher kennen. Dazu erhalten die Pferdebegeisterten noch ein wenig Therapiemöglichkeiten für schwierige Pferdecharaktere mitgeteilt. Ein interessanter Krimi, der den Fokus nicht in erster Linie auf die Ermittlungen legt und damit mal ein wenig aus der Reihe fällt.
Auch wenn am Ende nicht alle Rätsel gelöst werden, so hat mir doch die Ansatzweise der Autorin gut gefallen.

Ein interessanter Roman mit Krimi-Anteilen, psychologischer Betrachtung der Menschen und einem Einblick in Pferdetherapie. Das Debüt Inselfeuer finde ich durchaus gelungen und mir gefällt der etwas ungewöhnliche psychologische Ansatz.