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Veröffentlicht am 09.10.2018

Aus dem tollen Stoff hätte man mehr machen können

Victorian Rebels - Ein Herz voll dunkler Schatten
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Der Auftaktband der Reihe „Victorian Rebels“ konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Daher wollte ich diesen Folgeband unbedingt lesen. Den zweiten Teil der Reihe fand ich insgesamt spannender, und der ...

Der Auftaktband der Reihe „Victorian Rebels“ konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Daher wollte ich diesen Folgeband unbedingt lesen. Den zweiten Teil der Reihe fand ich insgesamt spannender, und der Protagonist Christoper Argent konnte gleich zu Beginn mein Interesse wecken.
Worum geht’s ?
Genretechnisch handelt es sich hier um einen Roman, der der Historical Romance Sparte zugeordnet werden kann, was man auch an der Nackenbeißer – Ästhetik der englischen Originalbände sehr schön sehen kann. Im Prinzip gefiel mir die Einbettung ins historische London gut, aber die Autorin machte Dinge, die mich während der Lektüre schnell wieder ins 21. Jahrhundert katapultierten, leider. So hat etwa die Schauspielerin Millie eine „Stylistin“, dieser Terminus ist für die beschriebene Zeit sicher zu modern.
Millie le Cour ist eine polnischstämmige Schauspielerin, die vom Auftragskiller Argent ermordet werden soll. Als er die schöne Mimin erblickt, kann er sie jedoch nicht töten, da er sich auf den ersten Blick in die junge Mutter verguckt. Das ungleiche Paar verliebt sich ineinander, und Christopher tut alles, um den Sohn seiner Angebeteten zu beschützen. Doch die Morde in London hören nicht auf, wer trachtet Millie und ihrem Sohn Jakub nach dem Leben ?

Die Autorin hat wirklich gute Ideen, es gibt neben der Liebesgeschichte auch noch eine Krimihandlung und das Theater – setting ist ein zusätzliches Bonbon. Leider musste ich, obwohl ich durchweg bereit war, der Autorin noch eine Chance zu geben, feststellen, dass sie einfach sehr schnell an ihre erzählerischen Grenzen stößt. Die Figuren sind nicht gut genug ausgearbeitet, aus ihrem Stoff hätte Byrne viel mehr machen können. Tortured hero, wunderschöne, resolute Aktrice. Vor allem Christopher hätte mit mehr Tiefe richtig spannend sein können, leider verhält er sich unlogisch, wobei mir schon klar ist, dass die Autorin versucht hat, eine Entwicklung der Figur zu zeigen, aber es gelingt ihr aufgrund ihrer mangelnden Fähigkeiten nicht, eine glaubwürdige Transformation zu zeigen. Sie trägt einfach immer zu dick auf, immer, wenn ich den Hauch von Rührung verspürte, artete alles in Kitsch aus. Byrne findet leider nicht das richtige Maß, es fallen Sätze voller Pathos und die Schriftstellerin tut sich schwer damit, auf den Punkt zu kommen. Argent ist der Angestellte von Dorian Blackwell, einem Gangsterboss von dem es heißt: „Blackwell verehrte allein die Hand seiner Frau mit mehr Inbrunst als ein Fanatiker seinen Gott.“
Paradoxerweise ist die story aber sehr spannend, ich wollte immer wissen, wie die Geschichte endet, und den kleinen plot twist am Ende fand ich nicht einmal schlecht, und ich musste auch einmal schmunzeln. Es gibt nicht viele Liebesszenen in der Erzählung, dafür aber Details, die mir ausgelutscht oder unnötig erschienen, etwa einen distinguierten Butler und einen nekrophilen (!) hitman, der mit Argent konkurriert.


Fazit:

Schade ! Aus dem großartigen Stoff hätte Kerrigan Byrne viel mehr machen können. Leider stößt sie erzähltechnisch schnell an ihre Grenzen.

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  • Handlung
Veröffentlicht am 23.06.2018

Anne und Rilla

Anne & Rilla - Zum ersten Mal verliebt
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Es gibt eine Serie auf Netflix, die eigentlich eine Literaturverfilmung ist: "Anne with an E".

Ich bin ein großer Fan der Romane rund um das Waisenkind Anne Shirley. Anne kommt als Kind auf die Farm der ...

Es gibt eine Serie auf Netflix, die eigentlich eine Literaturverfilmung ist: "Anne with an E".

Ich bin ein großer Fan der Romane rund um das Waisenkind Anne Shirley. Anne kommt als Kind auf die Farm der Geschwister Cuthbert, die ihre Farm "Green Gables" auf Prince Edward Island in Kanada haben. Eigentlich handelt es sich um eine Verwechslung, denn die Geschwister Matthew und Marilla hatten im Waisenhaus einen Jungen für die schwere Arbeit auf dem Hof angefordert. Nach einigem Hin und Her darf Anne, die rote Haare und ein hitziges Temperament hat, auf der Farm bleiben. In mehreren Bänden wird die Lebensgeschichte der Frau erzählt, die schließlich ihren Platz in der Welt findet und selbst Mutter wird. Im vorliegenden Band sind Annes Kinder Thema, vor allem Nesthäkchen Rilla:

"Rilla, die jüngste Tochter von Anne, erlebt ihre erste große Liebe. Kenneth Ford ist der umschwärmteste Junge in der Gegend - und er scheint Rillas Liebe zu erwidern. Doch auf einmal werden ganz andere Dinge wichtig: Krieg ist ausgebrochen, und Rillas Bruder Jem meldet sich als Freiwilliger. Rilla übernimmt zum ersten Mal Verantwortung. Ganz alleine organisiert sie eine Rot-Kreuz-Initiative. Als schließlich auch Kenneth in den Krieg zieht, ist Rilla froh, dass sie ihm vorher noch ein wichtiges Versprechen gegeben hat..."

Der Roman ist kurzweilig, ganz süß und etwas für Zwischendurch.

Veröffentlicht am 23.06.2018

Rillas Weg

Anne & Rilla - Der Weg ins Glück
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Den Roman habe ich als ebook gelesen, da ich ein großer Fan des Kinderbuch - Klassikers "Anne auf Green Gables" bin. In Avonlea gibt es eine Farm namens "Green Gables", die von den Geschwistern Matthew ...

Den Roman habe ich als ebook gelesen, da ich ein großer Fan des Kinderbuch - Klassikers "Anne auf Green Gables" bin. In Avonlea gibt es eine Farm namens "Green Gables", die von den Geschwistern Matthew und Marilla Cuthbert bewirtschaftet wird. Matthew ist ein schüchterner und feinsinniger Mann, der einfach nicht mutig genug für die Liebe war. Seine Schwester Marilla ist resolut und zupackend. Ihre große Liebe John Blythe verlor sie nach einem unsinnigen Streit. Eines Tages fordern die Geschwister in einem Waisenhaus einen Jungen an, der ihnen bei der schweren Farmarbeit zur Hand gehen soll. Am Bahnhof erwartet Matthew aber nur ein dürres, rothaariges Mädchen, das voller Fantasie und Leben ist. Dieser Zufall wird zum Glücksfall, und die Autorin erzählt in mehreren Bänden die Lebensgeschichte von Anne Shirley, die den sozialen Aufstieg schafft und ihren Traummann heiratet. Das vorliegende Buch hat das Schicksal von Annes Tochter Rilla zum Inhalt:

"Rilla hat alle Hände voll zu tun. Seitdem die Männer von Ingleside an der Front in Europa kämpfen, müssen die Frauen auch Männerarbeiten übernehmen. Rilla hilft im Laden von Mr Flagg. Daneben arbeitet sie für das rote Kreuz und kümmert sich liebvoll um die Erziehung ihres Pflegekindes Jim. Rilla liebt diese Aufgaben. Wenn da nur nicht die große Sorge um die Brüder und um Kenneth, ihre große Liebe wäre ..."

Ich habe das Buch gerne gelesen, die historische Einbettung hat mir gut gefallen. Wenn man die komplette Reihe kennt, hat man jedoch das Gefühl, dass sich manche Motive und Erzählelemente mit leichten Abwandlungen wiederholen. Für mich gab es daher keine allzu großen Aha - Momente oder Überraschungen mehr. Trotzdem eine süße Erzählung für's Herz, für die ich drei von insgesamt fünf möglichen Sternen vergebe!





Veröffentlicht am 11.06.2018

Erotikroman

Die Abenteurerin
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Bliss ist die Tochter einer Britin und eines Holländers. Die junge Frau ist extrem selbstbewusst und weiss in sexuellen Dingen, genau was sie will. Sie hat eine Reise nach Südamerika geplant, und als ihre ...

Bliss ist die Tochter einer Britin und eines Holländers. Die junge Frau ist extrem selbstbewusst und weiss in sexuellen Dingen, genau was sie will. Sie hat eine Reise nach Südamerika geplant, und als ihre Freundin verletzt ausfällt, fliegt sie eben alleine nach Peru, wo sie ein sexuelles Abenteuer nach dem anderen erlebt...

Am Anfang fand ich den Roman noch ganz unterhaltsam. Bliss ist frech und selbstbewusst, die Reise nach Südamerika war zunächst interessant. Trekking mal anders - in Peru gibt sich Bliss zunächst dem Freund eines Freundes hin, dann zwei Australiern, die sie als Backpackerin kennenlernt, und zahllosen anderen Affären.....
Zunächst war die Rahmenhandlung interessant und auch die sinnlichen Szenen passten gut ins Gesamtkonzept der Erzählung. Nach der Hälfte der Erzählung wurde die storyline aber immer verworrener und es wiederholte sich Vieles.

Fazit: Geschmackssache!

Veröffentlicht am 29.05.2018

Melodramatischer Liebesroman

Victorian Rebels - Mein schwarzes Herz
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„Victorian Rebels – Mein schwarzes Herz“ ist der Auftakt zu einer Reihe von historischen Liebesromanen.

Das Genre mag ich eigentlich ganz gern, Ähnliches kennt man von Sylvia Day oder Diana Gabaldon. ...

„Victorian Rebels – Mein schwarzes Herz“ ist der Auftakt zu einer Reihe von historischen Liebesromanen.

Das Genre mag ich eigentlich ganz gern, Ähnliches kennt man von Sylvia Day oder Diana Gabaldon.
An diesem Roman hat mich vor allem die Einbettung ins historische England bzw. Schottland fasziniert.

Worum geht’s ?

- Im Waisenhaus versprechen sich Dougan und Farah, einander immer zu lieben. Sie „heiraten“. Die Schilderung dieser Heirat ist voller Pathos.

Als Erwachsene treffen sich die beiden wieder, aber ihre Leben hätten nicht unterschiedlicher verlaufen können –Farah ist inzwischen als Sekretärin bei Scotland Yard in London angestellt, während aus dem Jungen ein grimmiger Mann geworden ist, ein wahrer Schurke. Er entführt Sarah sogar nach Schottland und behauptet, es sei nur zu ihrem Besten …


Eigentlich bietet die Erzählung alles, was ein unterhaltsamer Liebesroman haben muss: ein tolles setting, große Gefühle, Lust und Leidenschaft, geheimnisvolle Figuren und Gefahr!
Die Figuren hätten für meinen Geschmack aber etwas „runder“ sein dürfen, und für mich war auch die Geschichte nicht unvorhersehbar. Der Stil der Autorin war für mich teilweise auch etwas zu melodramatisch; außerdem hätte die Erzählung stellenweise eine Straffung gut vertragen können .
Beim Lesen musste ich manchmal an Emily Brontes „Wuthering Heights“ denken, wobei „Victorian Rebels – mein schwarzes Herz“ nicht ganz so geschliffen erzählt wird.


Fazit:

Bei „Victorian Rebels – mein schwarzes
Herz“ handelt es sich um einen Debutroman, was die kleinen stilistischen Schwächen erklären könnte.
Die Ausarbeitung der tollen Grundidee hätte für meinen Geschmack etwas eleganter sein dürfen. Gut gefallen hat mir aber das setting und die Tatsache, dass es sich um einen historischen Roman (1874) handelt.

Meine Erwartungen wurden leider nicht ganz erfüllt, daher vergebe ich für „Victorian Rebels – mein schwarzes Herz“ von Kerrigan Byrne drei von insgesamt fünf möglichen Sternen. Ich bin gespannt auf die Folgebände.

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