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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.07.2018

Guter Thriller mit aktuellem Thema

Fake
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Die Friedensverhandlungen zwischen Amerika und dem Nahen Osten sind ins Stocken geraten. Die anerkannte und sehr beliebte Aktivistin Catherine Finch befindet sich als Geisel in den Händen skrupelloser ...

Die Friedensverhandlungen zwischen Amerika und dem Nahen Osten sind ins Stocken geraten. Die anerkannte und sehr beliebte Aktivistin Catherine Finch befindet sich als Geisel in den Händen skrupelloser Entführer. Bei dem Versuch Catherine als Symbol-Figur der Friedensverhandlungen frei zu kaufen, wird sie Opfer eines Drohnen-Angriffs. Um die Verhandlungen nicht zu gefährden wird der renommierte CIA-Agent Pete Town hinzugezogen, um den ver-meintlichen Tod Catherine Finchs zu vertuschen. Pete Town gerät dabei zwischen die Fronten und es entwickelt sich für alle Beteiligten ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel.

Der sehr erfahrene und erfolgreiche Autor James Rayburn ist auch noch als Drehbuchautor und Regisseur tätig, was seinem vorliegen-den Thriller "Fake" auch sehr gut anzumerken ist. Er erzählt die Geschichte in einem sehr bildreichen und äußerst temporeichen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt und mich schnell in der Geschichte fesselte. Sein Hauptprotagonist Pete Town ist als ein erfahrener und mit allen Wassern gewaschener CIA-Agent interessant gezeichnet und verleiht dem Thriller seinen besonderen Charme. Der Spannungsbogen wird gekonnt mit dem Attentat auf Catherine Finch aufgebaut und durch die das Netz der Verstrick-ungen und überraschenden Verbindungen auf einem hohen Niveau gehalten. Interessant war dabei für mich, den Überlegungen und Handlungen der unterschiedlichen Seiten zu folgen, welche James Rayburn gut in Szene gesetzt hat. Auch das fulminante Finale konnte mich streckenweise überraschen und eine nachvollziehbare und zufriedenstellende Auflösung liefern.

"Fake" ist für mich ein spannungsgeladener und temporeicher Polit-Thriller, der mich überzeugen konnte, so dass ich das Buch mit guten vier von fünf Sternen bewerte und gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 25.06.2018

Mein liebster Mensch

Solange du lügst
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Iris und Will sind glücklich, sie führen eine harmonische Ehe und haben beschlossen, dass es der richtige Zeitpunkt für ein gemein-sames Kind sei. Als Will früh morgens zum Flughafen fährt, um an einem ...

Iris und Will sind glücklich, sie führen eine harmonische Ehe und haben beschlossen, dass es der richtige Zeitpunkt für ein gemein-sames Kind sei. Als Will früh morgens zum Flughafen fährt, um an einem Meeting in Orlando teilzunehmen, ist die Welt noch in Ordnung, als Iris kurze Zeit später erfährt, dass Will bei einem Flugzeugabsturz Richtung Seattle verunglückt ist, kommt der große Schock. Warum war Will an Bord des Fluges Richtung Seattle? Warum hat er Iris erzählt, er fliege nach Orlando? Ist Will wirklich beim Flug-zeugabsturz verunglückt?

In "Solange du lügst" beschreibt die Autorin Kimberly Belle ein spannendes Verwirrspiel aus Lügen und Intrigen. Sie erzählt die Geschichte in einem flüssig zu lesenden und lebendigen Schreibstil, der mich schnell gefesselt hat. Sehr gut vermittelt sie die hilflose und verstörende Situation der Hauptprotagonistin, für die nach dem vermeintlichen Tod ihres Ehemannes eine Welt zusammenbricht. Ihre gefühlte Verzweiflung steigt im Verlaufe des Buches mit dem Aufdecken immer neuer Wahrheiten und Kimberly Belle hält damit die Spannung auf einem hohen Niveau. Das aus meiner Sicht überraschende, aber auch überzeugende Finale rundet den Thriller aus meiner Sicht sehr gut ab.

"Solange du lügst" ist aus meiner Sicht ein gelungener Thriller, bei dem der Leser immer wieder in neue Richtungen gelenkt wird und der ganzen Wahrheit wohl erst im Finale auf die Schliche kommt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen!!

Veröffentlicht am 23.06.2018

Auf der Suche nach der perfekten Welle

Barbarentage
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William Finnegan verfällt schon in frühen Jahren einer großen Leidenschaft, die sein weiteres Leben stark beeinflussen wird, dem Surfen. Nachdem es ihm anfangs hilft sich in seiner eigenen Umgebung zu ...

William Finnegan verfällt schon in frühen Jahren einer großen Leidenschaft, die sein weiteres Leben stark beeinflussen wird, dem Surfen. Nachdem es ihm anfangs hilft sich in seiner eigenen Umgebung zu behaupten, war das Surfen in seinem weiteren Leben der Schlüssel zu unendlichen Erlebnissen und Abenteuern. In Barbarentage erzählt nun William Finnegan von seiner ständigen Suche nach der perfekten Welle und den dabei entstandenen Nebenwirkungen.

Der Autor ist Journalist beim "New Yorker" und schrieb beachtete Reportagen über brisante Themen, wie dem Bürgerkrieg in Sudan, oder dem Apartheidsregime in Südafrika. Sein Schreibstil lässt daher schon eine Professionalität erkennen, aber durch die eigene Leidenschaft für das Surfen erscheint das Buch auch sehr emotional. Finnegan beschreibt, wie er vor einem moralischen Konflikt steht, wenn er auf der Suche nach den optimalen Bedingungen für seine Freizeitaktivität, an Orte geführt wird, wo Probleme wie Hunger und Armut das Leben bestimmen. Dennoch kommt seine Leidenschaft immer wieder von Neuem zum Vorschein und bietet ihm somit auch eine Möglichkeit aus seinem teilweise belastenden Alltag zu entfliehen. Es gelingt ihm auch, trotz des großen Freiheitsstreben, welches er auf dem Ritt einer perfekten Welle empfindet, eine Familie zu gründen. Er beschreibt die damit verbundenen Herausforderungen, weiß sie aber auch zu meistern.

"Barbarentage" ist für mich eine beeindruckende Biographie eines weitgereisten interessanten Menschen, der uns den Zwiespalt der unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen in einer globalisierten Welt verdeutlicht. Das Buch ist mit viel Herzblut und einem großen erzählerischen Talent geschrieben, was in der Kombination die Auszeichnung mit dem Pulitzerpreis mehr als rechtfertigt. Mich konnte Barbarentage beeindrucken, so dass ich es mit guten vier von fünf Sternen bewerte und anderen Lesern gerne ans Herz legen möchte.

Veröffentlicht am 11.06.2018

Der gefährliche Alltag einer Ehe

Beim Morden bitte langsam vorgehen
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Das hat sich Irene komplett anders vorgestellt, nach 39 Ehejahren ist nichts mehr von ihren rosigen Vorstellungen und Träumen eines gemeinsamen Lebens mit Horst geblieben. Ihr Alltag besteht aus Routine ...

Das hat sich Irene komplett anders vorgestellt, nach 39 Ehejahren ist nichts mehr von ihren rosigen Vorstellungen und Träumen eines gemeinsamen Lebens mit Horst geblieben. Ihr Alltag besteht aus Routine und dem Unterdrücken der eigenen Wünsche, da die ihres Ehegatten Horst in aller Regelmäßigkeit Vorrang zu haben scheinen. Damit soll nun Schluss sein, beschließt Irene, als sie in ihren alten Kartons ein paar Bleibänder findet, die sie von ihrer Mutter bekommen hat und ursprünglich zum Beschweren von Gardinen gedacht waren. Die rudimentären Erinnerungen an ihren Chemie-Unterricht bringen sie auf eine giftige Idee...

Die schwedische Autorin Sara Paborn hat mit "Beim Morden bitte langsam vorgehen" einen bitterbösen Roman geschrieben. Sie erzählt die Geschichte in einem ruhigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der aus meiner Sicht hervorragend zum umgesetzten Thema passt. Die charmante Hauptprotagonistin wird als unterdrückte Ehefrau beschrieben, die sich aus der Umklammerung ihres Eheversprechens befreien möchte. Sie möchte dabei aber nicht auf die herkömmliche Art und Weise einer Scheidung zurückgreifen, da sie so nur unzureichend für die vergangenen 39 Jahre entschädigt werden würde. So kann der Leser im Verlaufe des Buches schön verfolgen, wie eine anfangs aberwitzige Idee zunehmend mit Leben gefüllt wird. Sara Paborn bedient sich dabei des schwarzen Humors, den sie wohldosiert und gekonnt in die Geschichte einbaut. So lädt der Roman zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken ein, denn die innere Botschaft, auch an sich selbst zu denken, wird gerne schon mal stiefmütterlich behandelt.

"Beim Morden bitte langsam vorgehen" hat mich sehr gut unter-halten und konnte aus meiner Sicht mit dem versteckten unterschwelligen Humor punkten. Aus meiner Sicht ein lesenswertes Buch, welches ich gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Tolle Mischung aus Spannung und Humor

Goldrausch
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Pit "Struller" Struhlmann ist bedient. Zuerst wird er zu einem vermeintlichen Mord gerufen, bei dem das Opfer noch lebt, und dann muss er auch noch als Kommissar der Mordkommission einen Einbruch klären, ...

Pit "Struller" Struhlmann ist bedient. Zuerst wird er zu einem vermeintlichen Mord gerufen, bei dem das Opfer noch lebt, und dann muss er auch noch als Kommissar der Mordkommission einen Einbruch klären, was ja eigentlich unter seiner Würde ist. Die ersten Ermittlungen zeigen dann aber, dass der Fall wohl etwas komplexer ist und Pit sucht sich in der Person des ehemaligen Praktikanten Jensen Unterstützung, da sein Partner beim letzten Einsatz an seinem Allerwertesten verletz wurde und zur Genesung im Krankenhaus verweilt. Als dann kurz darauf ein Mord direkt vor der Dienststelle geschieht, hat Pit auch noch seinen Toten, da die Tat mit dem Einbruch zusammen zu hängen scheint...

"Goldrausch" ist mein erstes Buch der Krimicops, welches ich gelesen habe. Ich bin auf die Autorengemeinschaft durch eine Empfehlung im Freundeskreis gestoßen, in der von legendären und unglaublich witzigen Lesungen berichtet wurde. Also bin ich nun ran an das Buch und die ersten Seiten zeigten gleich eine sehr gelungene und wohldosierte Mischung aus Spannung und Humor. Der Schreibstil ist sicherlich als sehr lebendig und flüssig zu lese zu beschreiben und es macht gleich Spaß in die Welt von Strulle einzutauchen. Gerade der Charakter des Hauptprotagonisten verleiht dem Buch sehr viel Charme und grenzt das Buch von vielen anderen Kriminalromanen deutlich ab. Die Spannung ist hier sicherlich auch gegeben, und Kommissar Struller hat es mit einem durchaus verzwickten Fall zu tun, aber die sehr unterhaltsamen Dialoge lassen die Tätersuche das ein oder andere mal in den Hintergrund fallen. Frei nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" macht es richtig Spaß den Ermittlern bei ihren Recherchen über die Schulter zu schauen. Da mir "Goldrausch" so gut gefallen hat und es bereits der sechste Band um den sympathischen Kriminalhauptkommissar ist, werde ich mich wohl mit den Vorgängern beschäftigen.

Aus meiner Sicht handelt es sich bei "Goldrausch" von den Krimicops um einen äußerst unterhaltsamen Kriminalroman, in dem es den Autoren gelungen ist die Spannung und den Humor in ein passendes Verhältnis zu bringen. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen!!!