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Veröffentlicht am 27.07.2018

(K)eine heile Welt

Kampfsterne
0

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: DuMont (20. August 2018)
ISBN-13: 978-3832197742
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

(K)eine heile Welt

Inhalt:
Drei Familien in einer Vorstadtsiedlung, wohlhabend, ...

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: DuMont (20. August 2018)
ISBN-13: 978-3832197742
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

(K)eine heile Welt

Inhalt:
Drei Familien in einer Vorstadtsiedlung, wohlhabend, Akademiker, intelligente und musikalische Kinder. Alles könnte so schön sein, doch hinter der Fassade brodelt es. Neid, Machtgier und falsch interpretierte Signale lassen die Idylle zerbrechen.

Meine Meinung:
Zwar ist die Handlung im Jahr 1985 angesiedelt, aber von ein paar Umständen abgesehen, ist sie doch ziemlich zeitlos und könnte genauso gut in der aktuellen Gegenwart stattfinden. Dass Ehepaare sich auseinanderleben und Menschen neidisch auf das schauen, was der Nachbar vermeintlich besser hat, gibt es schließlich zu jeder Zeit.

Mir gefiel bei diesem Gesellschaftsroman sehr gut die äußere Form. In sehr kurzen Kapiteln, die zwischen nur einem Satz und wenigen Seiten lang sind, kommen abwechselnd Mitglieder der drei Familien zu Wort, und zwar Erwachsene wie auch die Kinder. Anfangs braucht es ein paar Seiten, bis man die Kinder den jeweiligen Eltern zugeordnet hat, aber das Beziehungsgeflecht ist doch schnell durchschaut. Durch die Ich-Erzählung aller Personen kann man gut in deren Inneres blicken und die Handlungsweisen zumeist nachvollziehen.

In klaren Worten erzählt Alexa Hennig von Lange von Sehnsüchten und Hoffnungen, von Neid und Missgunst. Mit jeder Seite spürt man die drohende Katastrophe näher kommen. Auch wenn gar nicht so wahnsinnig viel passiert, war ich doch gefesselt und wollte wissen, wie sich die Situation weiter entwickelt.

Der Schluss ist mir ein wenig zu offen. Aber natürlich kann sich so jeder seine eigenen dazu Gedanken machen, wie es nun in der Vorstadt weitergeht.

★★★★☆

Veröffentlicht am 24.07.2018

Originelle Urban Fantasy

Bernsteinstaub
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Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Loewe (24. Juli 2018)
ISBN-13: 978-3785588604
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Preis: 19,95 €
auch als E-Book erhältlich

Originelle Urban Fantasy

Inhalt:
Als Ophelia ...

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Loewe (24. Juli 2018)
ISBN-13: 978-3785588604
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Preis: 19,95 €
auch als E-Book erhältlich

Originelle Urban Fantasy

Inhalt:
Als Ophelia anfängt, überall Staub zu sehen, wo keiner sein sollte, schickt ihre Mutter sie kurzerhand zu Verwandten nach Paris. Dies war der Wunsch ihres Vaters, der vor acht Jahren bei einem Unfall ums Leben kam. Hier erfährt sie, dass sie eine Zeitlose ist, die die Zeitströme beeinflussen kann. Sie kommt dabei auch einem großen Geheimnis auf die Spur und ganz nebenbei verliebt sie sich …

Meine Meinung:
Die Idee zu diesem Jugendroman, der auch für Erwachsene sehr unterhaltsam ist, finde ich einfach großartig. Die Zeit wird als eine Art Staub dargestellt, der in Bändern fließt. So kann man sich leicht vorstellen, wie die Zeit stehenbleibt oder sich verknotet.

Ophelia ist eine tolle Protagonistin. Sympathisch, aber nicht ohne Fehler. Hartnäckig, aber auch nachgiebig, wenn es sein muss. Ich hätte gerne noch viel mehr darüber gelesen, wie sie lernt, die Zeit zu beeinflussen. Die Übungen kamen mir ein wenig zu kurz und Ophelia erschien mir manchmal als Supertalent, so schnell, wie sie sich in die neue Situation einfinden konnte.

Der Großteil der Geschichte wird aus Ophelias Ich-Perspektive erzählt, sodass man sich am ehesten mit dieser interessanten Figur identifizieren kann. Es wird aber auch immer wieder zu Leander gewechselt, der anfangs sehr geheimnisvoll daherkommt und bald schon Ophelias Interesse weckt. So bekommt man sehr schön mit, was in diesen beiden Charakteren vorgeht, was sie denken, was sie fühlen. Das ist sehr schön gemacht.

Aber auch die Nebenfiguren sind sehr liebevoll gezeichnet, allen voran Ophelias Ururgroßmutter Pippa, die sich wie ein Teenie benimmt, oder die schöne Helena, die nur an einem bestimmten Ort leben kann. Mechthild Gläser hat hier einige witzige Einfälle eingebaut, über die ich mich sehr amüsiert habe. Auch fehlt es nicht an Überraschungen und gefährlichen Momenten. 

Der Schreibstil ist im Großen und Ganzen sehr geschmeidig, sodass man geradezu durch die Seiten fliegt. Der Roman ist ein gelungener Mix aus Fantasy, Spannung und Romantik.

★★★★☆

Veröffentlicht am 22.07.2018

Mankells Debütroman

Der Sprengmeister
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Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Paul Zsolnay Verlag (23. Juli 2018)
ISBN-13: 978-3552059016
Originaltitel: Bergsprängaren
Preis: 21,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Mankells Debütroman

Henning ...

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Paul Zsolnay Verlag (23. Juli 2018)
ISBN-13: 978-3552059016
Originaltitel: Bergsprängaren
Preis: 21,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Mankells Debütroman

Henning Mankells erster veröffentlichter Roman erschien in Schweden bereits 1973. Warum es so lange gedauert hat, bis er nach Deutschland kam, ist mir ein Rätsel.

Mankell erzählt darin das Leben des Oskar Johansson, 1888 -1969. Als junger Mann wird er bei einem Arbeitsunfall, bei einer Tunnelsprengung, aufs Schwerste verletzt. Kein Mensch hätte es für möglich gehalten, dass er den Unfall überleben könnte. Doch Oskar ist zäh. Er macht das Beste daraus und arbeitet sogar sein ganzes weiteres Berufsleben weiter als Sprengmeister. Elvira, die Frau an seiner Seite sorgt dafür, dass er sich nicht gehenlässt. Nach deren Tod kauft sich Oskar ein altes Saunahäuschen am Rand des Schärengartens, wo er die Sommer verbringt. Hier besucht ihn der namenlose Ich-Erzähler immer wieder und versucht, mehr über Oskar zu erfahren. Fragmentartig trägt er nach und nach einzelne Episoden aus Oskars Leben zusammen, nicht chronologisch, sondern so, wie Oskar zum Erzählen bereit ist bzw. sich erinnern kann. Manchmal habe ich dieses Sprunghafte als etwas verwirrend empfunden.

So entsteht schließlich ein mehr oder weniger komplettes Bild eines ganzen Arbeiterlebens und nebenbei auch ein Bild der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, da Oskar und Elvira auch politisch aktiv sind.

Trotz der relativ geringen Seitenzahl erreicht die Erzählung eine enorme Tiefe. Sicher ist es dabei auch nicht verkehrt, ein wenig zwischen den Zeilen zu lesen.

Sprachlich entwickelt sich der Roman ganz unterschiedlich. Teilweise sind es nur kurze Sätze, die dadurch umso eindringlicher wirken. Teilweise wird es richtig poetisch.

Und wie all die anderen Arbeitslosen bewegen sie sich langsam aus den dreißiger Jahren hinaus und in einen Krieg hinein, der fast sechs Jahre dauern wird. An diesem Abend im Jahr 1936 ist Oskar achtundvierzig, und er geht an Elviras Seite, den Blick auf den Bürgersteig gerichtet. (S. 116)

Für Liebhaber der etwas anderen Literatur sehr zu empfehlen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 19.07.2018

Wenn aus dem Spiel Ernst wird

Das Nachtfräuleinspiel
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Broschiert: 493 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (22. Juni 2018)
ISBN-13: 978-3423261999
Preis: 15,90 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Wenn aus dem Spiel Ernst wird

Inhalt:
Das siebzehnjährige ...

Broschiert: 493 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (22. Juni 2018)
ISBN-13: 978-3423261999
Preis: 15,90 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Wenn aus dem Spiel Ernst wird

Inhalt:
Das siebzehnjährige Pflegekind Annamaria träumt von einer liebevollen Zukunft. Als sie von Liane in deren Familie aufgenommen wird, kann sie ihr Glück kaum fassen. Doch bald schon muss das Mädchen erkennen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

Meine Meinung:
Anja Jonuleit kann mich immer wieder mit ihren Romanen überzeugen. Sie versteht es, interessante Themen unterhaltsam zu verpacken und fesselnd zu erzählen.

„Das Nachtfräuleinspiel“ erstreckt sich über einen Zeitraum von knapp 50 Jahren. Immer wieder springt die Handlung zwischen 1968 und 2017 hin und her, mit Zwischenstopps in den 1970er und 1980er Jahren. Die Perspektive wechselt zwischen Annamaria und Liane, die sich 1968 in den gut aussehenden Carl verliebt und wirklich alles tut, um ihn für sich zu gewinnen und vor allem, ihn zu halten, was gar nicht so einfach ist. Sie entwickelt sich dabei zu einer Meisterin der Manipulation.

Liane entpuppt sich immer mehr als egozentrische Person, die auch bereit ist, über Leichen zu gehen. Eigentlich kann man ihr den ebenso egoistischen Carl nur gönnen, denn er steht ihr in nichts nach.

Annamaria ist dagegen ein sehr liebes Mädchen, das sich einfach nur ein gutes Leben wünscht, nachdem das Schicksal es bisher mit ihr nicht allzu gut gemeint hat. Als die beiden ungleichen Frauen aufeinandertreffen, scheint sich zuerst auch alles zum Guten zu wenden. Doch nach und nach erfährt Annamaria immer mehr Dinge über Liane und Carl, die ihre Beziehung schwer belasten.

Häppchenweise lässt Jonuleit verschiedene Handlungsstränge zusammenlaufen. Einiges kann man sich schon bald denken, anderes ist wirklich überraschend. Nachdem die ganze Geschichte ziemlich ausführlich erzählt wurde, ging es mir dafür am Schluss ein klein wenig zu hastig zu.

★★★★☆

Veröffentlicht am 19.07.2018

Ein vielschichtiges Jugendbuch

Hyde
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Gebundene Ausgabe: 408 Seiten
Verlag: Beltz & Gelberg (16. Juli 2018)
ISBN-13: 978-3407754356
empfohlenes Alter: ab 15 Jahren
Preis: 17.95 €
auch als E-Book erhältlich

Ein vielschichtiges Jugendbuch

Inhalt:
Die ...

Gebundene Ausgabe: 408 Seiten
Verlag: Beltz & Gelberg (16. Juli 2018)
ISBN-13: 978-3407754356
empfohlenes Alter: ab 15 Jahren
Preis: 17.95 €
auch als E-Book erhältlich

Ein vielschichtiges Jugendbuch

Inhalt:
Die junge Katrina ist als Tischlerin auf der Walz. Sie wirkt anders als andere Menschen. Kein Wunder, hat sie doch ihre Heimat Hyde und ihre Familie verloren, und nicht nur das … Nun versucht sie, Geld in ihre Kriegskasse zu bekommen, um endlich Rache nehmen zu können. Sie nimmt eine Stelle als Verwalterin eines einsamen, verfallenden Hauses im Odenwald an und beginnt es zu reparieren. Mysteriöse Dinge gehen dort vor sich, aber Katrina fühlt sich dem Haus auf eine seltsame Weise verbunden.

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, am Anfang fiel mir das Lesen schwer. Zwar empfand ich die Ich-Erzählerin Katrina als eine spannende Figur, aber das Drumherum zog sich in die Länge. Zu Beginn befinden wir uns fast ausschließlich in der Gegenwart. Erst langsam sickert Katrinas Vergangenheit, die ich als interessanter empfand, in die Erzählung ein. In Erinnerungen haben wir an einer glücklichen Kindheit teil und schon bald schält sich heraus, dass etwas Schreckliches geschehen sein muss. Wer aufmerksam liest, wird schon frühzeitig in die richtige Richtung gelenkt. Aber Antje Wagner hat trotzdem immer noch eine Überraschung parat. Immer enger werden Vergangenheit und Gegenwart miteinander verflochten, bis schließlich alle verschlungenen Pfade von Katrinas Leben offenliegen. Das hat mir sehr gut gefallen.

Auch die Vielschichtigkeit der Geschichte ist toll. Sie lässt sich kaum einem einzigen Genre zuordnen, sondern bietet von allem ein bisschen. Man sollte daher am besten ganz offen an das Buch herangehen und sich einfach überraschen lassen, wohin es einen führt. Es greift viele verschiedene Themen auf, die zum Teil eine große Rolle spielen, zum Teil nur am Rand gestreift werden. Da wären zum Beispiel Liebe (aber nicht die romantische), Naturschutz, Leben mit Handicap, Rachegefühle, Trauer und noch viele mehr.

Zum Lesevergnügen trägt natürlich auch Antje Wagners bildhafter Schreibstil bei. Er kurbelt das Kopfkino gut an.

Nicht alle Ereignisse können logisch aufgeklärt werden, man sollte auch für Mystisches offen sein.

★★★★☆

Ich danke Beltz & Gelberg und vorablesen für das Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise zugeschickt wurde.