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Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Tragödie im September 1972 in München

September
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September 1972 – ein junger britischer Journalist, der Erzähler im Buch, wird Augenzeuge des Terrors bei den Olympischen Spielen in München und erlebt die Schrecken hautnah mit.

Wir erkunden das Olympische ...

September 1972 – ein junger britischer Journalist, der Erzähler im Buch, wird Augenzeuge des Terrors bei den Olympischen Spielen in München und erlebt die Schrecken hautnah mit.

Wir erkunden das Olympische Dorf mit ihm, lernen andere Journalistenkollegen sowie Sportler kennen und erfahren einiges über das alltägliche journalistische Tagesgeschäft. Gleichzeitig entwickelt sich eine besondere Beziehung zu seinem amerikanischen Kollegen Sam, die für ihn etwas völlig Neues darstellt. Er ist offen dafür und findet den anderen Mann ebenfalls attraktiv. Die Beziehung schwankt zwischen Kälte und Verführung.

Mit der Geiselnahme der israelischen Sportler durch arabische Terroristen ändert sich alles. Acht Mitglieder der palästinensischen Terrorgruppe „Schwarzer September“ stürmen das Quartier der israelischen Mannschaft und nehmen Sportler und Trainer als Geiseln.

Durch die Kontakte von Sam können wir die furchtbaren Geschehnisse aus nächster Nähe, dem Quartier der kanadischen Sportler direkt verfolgen. Wir werden Zeuge der dilettantischen Verhandlungen, erleben unprofessionelle Polizeiarbeit und erfahren vom furchtbaren Ende in Fürstenfeldbruck.

Da der Erzähler Journalist ist, recherchiert er weiter und wir erleben die Tragödie auch aus der Sicht von Angehörigen der Opfer und eines deutschen Polizisten.

Fazit: Das Buch enthält umfangreich Fakten und schildert den Hergang der Tragödie minutiös und spiegelt alles aus der privaten Perspektive des Erzählers. Sehr flüssig geschrieben und lesenswert für alle die mehr über München 19972 erfahren wollen.

Veröffentlicht am 28.11.2024

Leider keine schöne Bescherung

Elsässer Bescherung
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Major Jules Gabin, der eigentlich von der Atlantikküste stammt, lebt seit einiger Zeit im Elsass. Es ist ein sympathischer und recht scharfsinniger Polizist, der auch den angenehmen Seiten des Lebens nicht ...

Major Jules Gabin, der eigentlich von der Atlantikküste stammt, lebt seit einiger Zeit im Elsass. Es ist ein sympathischer und recht scharfsinniger Polizist, der auch den angenehmen Seiten des Lebens nicht abgeneigt ist, erst recht nicht in der Weihnachtszeit.

Jedes Jahr am 3. Advent findet traditionell ein Klassentreffen statt – dieses Jahr in seiner neuen Heimat in Colmar in Clotildes gemütlichen Restaurant der Auberge de la Cigogne. Wie jedes Jahr wollen alle, die Klassenkameraden und ihre Ehepartner, in Erinnerungen schwelgen und Neues erfahren – das passiert etwas Unerwartetes. Clément, ein mittelmäßiger Schriftsteller, bricht nach dem Genuss eines Plätzchens tödlich zusammen. Die traute Runde ist erschüttert, denn der Mörder muss unter ihnen sein.

Die Befragungen der Anwesenden die durch seine Frau, die Untersuchungsrichterin Joanna Laffargue, erfolgt, führen bald in die Vergangenheit, wo der Schlüssel zur Lösung des Falls vermutet wird. Leider kann die Spannung nicht wirklich gehalten werden, auch ein weiterer Toter aus dem Kreis hilft dem Krimi nicht wirklich.

Relativ schnell sind beide Fälle aufgeklärt. Der Autor beschreibt in diesem Krimi sehr anschaulich das liebenswerte Colmar mit seinen hübschen Fachwerkhäusern, den Ufern der Lauch und weihnachtliche Atmosphäre. Hier liegen auch die Stärken des Buches. Elsässer Spezialitäten aus Clotildes Restaurant, deren Zubereitung sehr gut beschrieben wird, macht Lust auf eine Reise in Elsass.

So könnte der Krimi einen gelungenen Abschluss haben, doch leider wird noch ein weiterer Fall an den Haaren herbei gezogen, der dem Krimi unnötige Längen und einen misslungenen Cliffhanger beschert. Schade.

Deshalb kann ich diesen Krimi nur mit Einschränkungen empfehlen und vergebe weihnachtliche 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.10.2019

Ein Serientäter im beschaulichen Ostfriesland?

Stille auf dem Fehn. Ostfrieslandkrimi
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„Stille auf dem Fehn“ von Jette Janssen ist der zweite Ostfriesland – Krimi in dessen Mittelpunkt der Psychologe Maxim Henndorf aus Leer steht. Diese Idee hat mir gut gefallen und immer wenn Maxim sich ...

„Stille auf dem Fehn“ von Jette Janssen ist der zweite Ostfriesland – Krimi in dessen Mittelpunkt der Psychologe Maxim Henndorf aus Leer steht. Diese Idee hat mir gut gefallen und immer wenn Maxim sich Gedanken macht, ist es sehr interessant seinen Überlegungen zu folgen. Ihn charakterisiert die Autorin in einem Interview wie folgt: „…, weil er oft schneller mögliche Motive eines Verbrechens erkennen kann und Täter aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten weiß“.

Worum geht es in diesem Fall? „ Am idyllischen Idasee in Ostfriesland wird eine Joggerin ermordet. Die Polizei sucht zunächst im Umfeld des Opfers nach dem Täter. Als aber in Idafehn eine weitere junge Frau getötet wird, ist es aus mit der friesischen Beschaulichkeit“ (aus der Inhaltsangabe des Klarant-Verlages).

Was nach einer sehr spannenden Geschichte klingt, fühlte sich während des Lesens der ca. 150 Seiten sehr zäh für mich an. Beim Versuch Lokalkolorit und ostfriesisches Setting zu vermitteln tummeln sich im Buch sehr viele Personen, die ich zunächst einmal sortieren und einordnen musste. Vielleicht lag es auch daran, dass ich den Vorgänger-Band nicht kannte. Die Nebenhandlungen werden sehr ausführlich geschildert und lenken die Aufmerksamkeit des Lesers vom eigentlichen Fall ab. Der Schreibstil selbst ist flüssig und das Buch in übersichtliche 27 Kapitel gegliedert.

Glücklicherweise wird Maxim Henndorf bald hinzugezogen und das Interesse auf die Mordfälle gelenkt. Bei der Suche nach Motiv und Täter tappt die Polizei lange im Dunkeln. Der Leser weiß bald mehr, da die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, auch aus der Sicht des Täters, erzählt wird.

Jetzt kommt tatsächlich, nachdem ich mehr als die Hälfte gelesen hatte, Spannung auf. Mit Maxim ist der Autorin eine sehr sympathische Person gelungen. Er kann zu hören und sich in andere hinein versetzen, obwohl er den Tod seiner Frau noch nicht verwunden hat. Seine Überlegungen hinsichtlich des Täters sind logisch und scharfsinnig. Dennoch konnte auch er nicht ahnen, was im hochdramatischen Finale passiert.
Obwohl die Lösung des Falls in sich schlüssig und stimmig war, blieb ich etwas ratlos zurück.

Da aber hier nur mein subjektiver Eindruck geschildert wird, empfehle ich diese Geschichte alles Freunden von Ostfrieslands-Krimis, die gern Ermittlungen aus einer anderen Sicht verfolgen möchten und vergebe 3 Sterne.

Mein Dank gehrt an den Klarant-Verlag, der mir kostenlos ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Meine ehrliche Lesermeinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Veröffentlicht am 02.01.2019

Neue Stadt - neues Glück

From Spring to Winter – London in Love
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“From Spring To Winter – London in Love”, erschienen bei O'Connell Press, war für mich das erste Buch der Autorin C.M. Hafen. Das Buch liest sich gut. Es ist flüssig und unterhaltsam geschrieben.

Zum ...

“From Spring To Winter – London in Love”, erschienen bei O'Connell Press, war für mich das erste Buch der Autorin C.M. Hafen. Das Buch liest sich gut. Es ist flüssig und unterhaltsam geschrieben.

Zum Inhalt möchte ich nicht viel verraten, denn es handelt sich um eine Liebesgeschichte, die eine junge Architektin in London erlebt. Dieser Stadt verdankt sie auch ihren Namen. Hier verliebten sich ihre Eltern und waren für eine kurze Zeit sehr glücklich.
London selbst hat Stuttgart nach einer verunglückten Beziehung verlassen, um in London beruflich und privat einen Neubeginn zu wagen. Ihr Vater lebt in der Stadt und unterstützt sie dabei tatkräftig. Auch zu ihrem alten Arbeitgeber hat sie noch Kontakt, was ihr den Jobwechsel erleichtert.

Dank der komfortablen Lebensumstände, kann sie sich auf das neue Umfeld ohne Probleme einlassen und lernt nicht nur die Stadt, sondern auch den einen oder anderen Mann kennen. Schließlich verliebt sie sich in ihren Arbeitskollegen Scott.
Ganz nebenbei löst sie auch das Beziehungsproblem zwischen ihren Eltern, die nach langer Pause endlich zu einander finden.

Für mich persönlich war die Story etwas zu glatt und problemlos. Echte Widerstände und spannende Moment fehlten mir völlig. Deshalb kann ich das Buch als leichte Unterhaltung zum Abschalten empfehlen. Etwas mehr Tiefe hätte der Liebesgeschichte gut getan.
Gut ist Autorin das Personenspektrum gelungen – die neuen Arbeitskollegen von London sind als Charaktere gut beschrieben und manche Szene, wie Londons Einstand im Pub, sehr humorvoll erzählt. Die Stadt London wird recht gut beschrieben und das Buch weckt manchmal Sehnsucht nach dieser tollen Stadt.

Wer gern mal eine lockere und leichte Geschichte mag, dem ist das Buch zu empfehlen. Von mir gibt es 3 Sterne.

Veröffentlicht am 06.10.2018

Leichte Kost

Zuckerküsse und Lamettaglitzern
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„Zuckerküsse und Lamettaglitzern“ von Candis Terry ist der dritte Teil ihrer Sunshine-Valley –Reihe, in der die Geschichte der Familie Kincade auf ihrem Weingut erzählt wird. Für mich war es das erste ...

„Zuckerküsse und Lamettaglitzern“ von Candis Terry ist der dritte Teil ihrer Sunshine-Valley –Reihe, in der die Geschichte der Familie Kincade auf ihrem Weingut erzählt wird. Für mich war es das erste Buch. Dank vieler Rückblenden und Hinweisen auf frühere Ereignisse habe ich die fünf Brüder und ihre beiden Schwestern bzw. Stiefschwester schnell kennengelernt.

Im Mittelpunkt steht Parker Kincade, der einen Food Truck betreibt. Seinen Traum, ein eigenes Restaurant auf dem Weingut, beginnt er sich zu erfüllen und steckt im Stress. Er baut eine alte Scheune um und aus. Alles soll rechtzeitig zur Hochzeit seines Bruders Jordan fertig sein, aber die Doppelbelastung zehrt ganz schön an seinen Kräften.

Da steht plötzlich eines Tages die attraktive Gabriella Montani vor ihm und bewirbt sich als Küchenchefin für das neue Restaurant. Es knistert gewaltig zwischen beiden und bald schwinden die Grenzen zwischen privaten Erlebnissen und geplanter Arbeitsbeziehung.
Die Geschichte, die von Candis Terry hier erzählt wird, benutzt viele Klischees. Beide Gabriella und Parker sind gutaussehend und sehr attraktiv. Die Schilderungen, wer wen und warum wie toll findet, variieren und wiederholen sich. Abwechslungsreich wird es nur wenn Gabriella kocht oder backt, denn auch hier hat sie ungeahntes Talent. Sie ist eine sympathische Protagonistin, die weiß was sie will, aber auch ein Familiengeheimnis bewahrt.

Die Handlung ist stellenweise gar nicht vorhanden, wenn man von heißen erotischen Szenen zwischen Parker und Gabriella absieht, die ausführlich zelebriert werden. Thanksgiving wird opulent mit köstlichem Essen gefeiert. Die Hochzeit rückt immer näher, nur die Restauranteröffnung ist noch nicht in Sicht. Ohne Gabriella kommt Parker nicht wirklich voran.

Der Schreibstil der Autorin ist unterhaltsam, kurzweilig und bisweilen witzig. Leider konnte mich das Buch nicht wirklich begeistern. Nach dem zauberhaften Cover und dem hübschen Titel hatte ich eine romantische Weihnachtsgeschichte erwartet.
Aber Weihnachten ist hier nur Anlass für eine neue Dekoration und den Austausch von erotischen Überraschungen, nein Geschenken.

Das Buch ist aus meiner Sicht allen Fans der Sunshine-Valley-Reihe und Liebhabern erotischer Geschichten zu empfehlen. Echte Romantiker dürften etwas enttäuscht sein. Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt. Die Story war für meinen Geschmack zu banal und ereignislos. Deshalb kann ich nur 3 Sterne vergeben.
Das Rezensionsexemplar wurde mir dankenswerter Weise von NetGalley zur Verfügung gestellt und hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.