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Veröffentlicht am 23.09.2018

Ein echter Wohlfühlkrimi!

Gschlamperte Verhältnisse
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Dr. Sofie Rosenhuth hat es nicht leicht – eine Reihe Toter und dann noch Reliquienraub. Dabei stellt sich heraus, dass diese Reliquien eventuell doch eher Morde sind. Zwischen Joe und Charly, Maria und ...

Dr. Sofie Rosenhuth hat es nicht leicht – eine Reihe Toter und dann noch Reliquienraub. Dabei stellt sich heraus, dass diese Reliquien eventuell doch eher Morde sind. Zwischen Joe und Charly, Maria und Vroni, Murmel und Dr. Iglu ist Sofie fast schon eine Pinn-Ball-Kugel. Langweilig ist ihr nicht …

Für mich ist dies das erste Buch des Autorenduos Brigitte Riebe/Gesine Hirsch, auch wenn es bereits der fünfte Band der Reihe ist. Ganz klar, ich habe schon gemerkt, dass ich die Entwicklung der Figuren und die Beziehungen untereinander nicht ganz so durchschaue, wie das wäre, hätte ich die Reihe schon gelesen. Aber es ist wie im richtigen Leben: man findet auch in bestehende Gemeinschaften hinein. Das ging sogar sehr gut und ich fühlte mich das ganze Buch durch richtig wohl mit den Charakteren. Sogar die weniger netten mochte ich recht gern. Niemand ist in diesem Buch extrem überzogen gezeichnet worden und dennoch sind alle Figuren gut voneinander zu unterscheiden. Dazu benötigt Felicitas Gruber nicht endlos lange Beschreibungen, dennoch hat man sofort Kopfkino.

Die Geschichte fließt rasant dahin. Es wird niemals langweilig. Auch die privaten Seiten der Figuren kommen recht stark zu Wort, dennoch driftet die Story niemals ab. Die Passagen im Dialekt sind auch für Nicht-Bayern gut lesbar. Es gibt viel Humor, ohne je billig oder platt zu werden. Humorvolle Bayernkrimis gibt es inzwischen ja so einige. Vom Eberhofer über den Kluftinger bis zur Sofie ist alles dabei. Und mir persönlich gefällt die Sofie eindeutig am besten. Hier wird nur dezent übertrieben – wie es das Leben eben auch gern mal macht. Alles könnte locker nebenan passiert sein und noch immer passieren, dennoch ist die Unterhaltung locker und „anspruchslos“ (dies aber im positiven Sinne!).

Die Wendungen sind in sich logisch. Vielleicht hin und wieder relativ absehbar, aber das mag ich doch lieber, als an den Haaren herbeigezogen und total schräg. Zumal die beiden Autorinnen doch noch genug Tricks aus dem Ärmel geschüttelt haben, um den Leser zu überraschen und zum Grinsen zu bringen. Besonders erwähnenswert ist für mich übrigens auch, dass man an keiner Stelle im Buch merkt, dass hier zwei Autorinnen am Werk waren. Alles ist rund und ohne „Übergänge“, wie ich das bei anderen Duos leider schon häufig hatte. Die beiden sind eindeutig gut aufeinander eingespielt!

Von den ersten Zeilen an war ich „im Bilde“. Es gab keine „Einlesephase“. Dieses Wohlfühl-Erlebnis ist mir wichtig. Fängt ein Buch so an, enttäuscht es selten. So auch hier – ich habe mich von Anfang bis Ende mehr als nur gut unterhalten gefühlt. Das Buch beendet zu haben, war fast, wie gute Freunde verlassen müssen. Darum gebe ich die vollen fünf Sterne!

Veröffentlicht am 21.09.2018

Fröhlich, bunt und für jeden machbar!

Julgodis - Weihnachtsbäckerei aus Schweden
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Koch-, Back- und Grillbücher, also alle Bücher, die mit der Herstellung von leckeren Speisen zu tun haben, liebe ich und bekomme einfach nie genug davon. Dieses weihnachtliche Buch ist eins der Highlights ...

Koch-, Back- und Grillbücher, also alle Bücher, die mit der Herstellung von leckeren Speisen zu tun haben, liebe ich und bekomme einfach nie genug davon. Dieses weihnachtliche Buch ist eins der Highlights meiner Sammlung. Ich bin hin und weg! Es ist wunderbar gestaltet und die Rezepte sind ausgefallen und abwechslungsreich. Ein buntes Buch, von den Rezepten bis zu den Farben!

Eva Hilden hat all die Leckereien fotografisch festgehalten. In ihren Fotos steckt sichtlich genauso viel Liebe und Mühe, wie in den Weihnachtsleckereien. Lena Söderström und Eva Hilden sind also ein wirklich tolles Team! Mit wunderschönen alten Dekorationsteilen haben die beiden gearbeitet. Das passt herrlich zum Thema und versetzt augenblicklich in Weihnachtsstimmung!

Die Rezepte sind teils einfach, teils etwas anspruchsvoller, aber immer machbar. Eine ganz besonders schöne Idee finde ich die Schokoladenlöffel. Da macht schon das Suchen nach passenden Löffeln riesig Spaß! Die Minzküsschen sind genau mein Geschmack und sehr einfach herzustellen. Karamellisierte Orangen, Tschaikowski-Kugeln, Popcorn- und Trüffelvarianten, Fuges, Kuchen, Lollis, Marmeladewürfel und sogar Cookie Dough finden sich in diesem wunderbaren Buch. Am liebsten möchte ich all die Rezepte auf einmal machen, denn alle sind einfach traumhaft lecker!

Es werden nie viele Zutaten benötigt und so ziemlich alles gibt es auch in jedem guten Supermarkt zu kaufen. Probleme hat man vielleicht mit Goldstaub und ähnlichen Produkten, doch das bekommt man dann schnell und einfach über das Internet. Viele der Rezepte verlangen auch gar nicht so große feinmotorische Fähigkeiten, denn Würfel schneiden schafft jeder, Bruchstücke machen ebenfalls. Das ist vielleicht zunächst ungewohnt, aber es sieht toll aus und es nascht sich besonders fröhlich weg!

Jedes Rezept ist gut beschrieben und sehr oft gibt es noch einen kleinen Tipp dazu. Jede Seite ist eine Entdeckung. Bunt und fröhlich, eine ganz herrliche Weihnachtsstimmung steckt in diesem Buch. Wie die fertigen Süßigkeiten lässt sich auch das Buch super gut verschenken an alle, die Freude daran haben, Selbstgemachtes aus der Küche zu verschenken und immer auf der Suche nach neuen Ideen sind.

Ja, ich bin total vernarrt in dieses Buch! Ganz klar: fünf Sterne!

Veröffentlicht am 19.09.2018

Ein Adventskalender zum Hören

Advent, Advent - Der Audiobuch-Adventskalender
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Pünktlich mit dem 1. September kommen die Weihnachtsleckereien in die Geschäfte und Läden. Und bei mir zieht Mitte September ebenfalls das erste weihnachtliche Produkt ein: der Audiobuch-Adventskalender! ...

Pünktlich mit dem 1. September kommen die Weihnachtsleckereien in die Geschäfte und Läden. Und bei mir zieht Mitte September ebenfalls das erste weihnachtliche Produkt ein: der Audiobuch-Adventskalender! Auch wenn aktuell noch hohe Temperaturen herrschen und weihnachtliche Gefühle noch nicht aufkommen wollen, kann ich nicht abwarten und habe die abwechslungsreichen 70 Minuten sofort hören müssen.

Frank Arnold und Ulrike Hübschmann lesen ganz zauberhaft die 24 „Türchen“ ein. Man freut sich auf und über jeden Text, auch wenn er noch so kurz ist. Das Prinzip, dass man jeden Tag im Dezember ein Türchen vom Cover aufmachen kann und dazu einen Text hören, ist inzwischen schon eine liebgewonnene Tradition bei mir geworden. Das gehört zur Weihnachtszeit dazu, wie die Weihnachtsbäckerei und die Dekoration. Es ist nicht immer leicht, nur einen Text am Tag zu hören – ganz wie früher, nicht mehr als eins der Schokostückchen aus dem Kalender zu holen.

Das Schöne ist, dass man zur Not auch jeden Tag alle Texte hören kann, wenn man mag. Und vielleicht auch, wie ich, jedes Jahr auch die „alten“ Audiobuch-Adventskalender zu hören. Sie sind so wunderbar zeitlos, auch wenn das seltsam anmuten mag bei den zumeist sehr alten Texten. Doch bringen genau diese doch den schönsten Weihnachtszauber ins Haus. Mal ist es eine kleine Geschichte, mal ein Gedicht, mal ein Liedtext. Von knackigen 27 Sekunden bis zu 7:32 Minuten gehen die einzelnen „Fensterchen“, mit Ausnahme der Tage 20 – 23: die gehören zusammen und ergeben einen Text von 13:23 Minuten. Von Abraham a Sancta Clara über Kurt Tucholsky und Karl von Gerok bis zu Wolfgang Borchert und Charles Dickens - die Zusammenstellung ist jedes Jahr ein Volltreffer und Wiederholungen habe ich noch keine entdeckt. Hier ist eben mit großer Sorgfalt jeder einzelne Jahres-Adventskalender zusammengestellt worden.

Ich freue mich jedes Jahr auf den neuen Audiobuch-Adventskalender und hoffe, die Reihe wird noch viele, viele Jahre fortgesetzt. Von mir bekommt er fünf blitzblank polierte, blinkende Sterne!

Veröffentlicht am 17.09.2018

Bushaltestellen rund um die Welt

Anhalten bitte!
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Wer hätte gedacht, dass Bushaltestellen so unterhaltsam und sehenswert sein können? Jens Bey hat hier eine zauberhafte Zusammenstellung geschaffen. Von extravagant über funktional bis archaisch ist alles ...

Wer hätte gedacht, dass Bushaltestellen so unterhaltsam und sehenswert sein können? Jens Bey hat hier eine zauberhafte Zusammenstellung geschaffen. Von extravagant über funktional bis archaisch ist alles vertreten. Mal aus der Not entstanden, mal gezielt von Künstlern geschaffen – es ist unbeschreiblich, wie vielfältig ein Wartehäuschen doch sein kann. Da bekommt man Lust, gezielt loszugehen und nachzusehen, ob nicht irgendwo im eigenen Umfeld eine Haltestelle ist, die in diese Sammlung passen könnte.

Die Fotos sind toll, die Texte lassen staunen und schmunzeln – und sind nicht immer bierernst gemeint. Eine kleine stilisierte Weltkarte zeigt immer an, wo sich diese Haltestelle befindet. Anders als in anderen Bildbänden dieser Art des Verlages sind hier keine Koordinaten angegeben. Muss ja auch nicht sein, aber ich fand diese Idee eigentlich zauberhaft.

Ist es nicht schön, dass DUMONT sich nicht nur für beliebte Ausflugs- und Reiseziele stark macht, sondern auch das Auge auf diese kleinen (teils großen) sonst völlig unbeachteten Plätze lenkt, auf die man wirklich viel mehr achten sollte? Auch als Anregung, am eigenen Wohnort eine ganz besondere Haltestelle zu kreieren, gefällt mir dieses Buch. Begeisterte fünf Sterne!

Veröffentlicht am 10.09.2018

Die Geheimnisse der Long Woods

Arlo Finch (1). Im Tal des Feuers
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Im Leben von Arlo Finch läuft einiges nicht so, wie sich ein Kind das wünscht. Deshalb muss er auch viel zu oft umziehen. Diesmal verschlägt es ihn, seine Schwester und die Mutter ins Elternhaus seiner ...

Im Leben von Arlo Finch läuft einiges nicht so, wie sich ein Kind das wünscht. Deshalb muss er auch viel zu oft umziehen. Diesmal verschlägt es ihn, seine Schwester und die Mutter ins Elternhaus seiner Mutter nach Pine Mountain. Doch was für ein Schreck – das Haus sieht aus, wie eine Bretterbude, sein Onkel Wade ist ein unheimlicher Tierpräparator und gleich zu Anfang begegnet ihm ein Geisterhund. Wie soll das nur weitergehen? Zum Glück gibt es die Ranger, bei denen er in Indra und Henry Wu Freunde findet. Gemeinsam erleben sie unglaubliche Abenteuer …

Auch wenn ich längst aus dem Zielgruppenalter heraus bin, lasse ich mich gerne auf gute Kinder- und Jugendbücher ein. Und obwohl ich um Harry Potter einen großen Bogen gemacht habe, weiß ich, dass Harry, Hermine und Ron stets zusammenhalten und gemeinsam durch die ganze Buchreihe zaubern. Nun, John August hat sich das Grundgerüst dieser Reihe zunutze gemacht. Bei ihm sind es Arlo, Indra und Wu, die sich von allen anderen unterscheiden und gemeinsam eine Einheit bilden. Dennoch ist dieses Buch kein billiger Abklatsch. Im Gegenteil. Mir gefällt, dass es zwar Magie und andere Welten gibt, diese aber quasi in die reale Welt eingewebt sind, es Übergänge gibt. Im Großen und Ganzen geht es um reale Ereignisse, die jedes Kind erleben kann. Die übersinnlichen Szenen sind wunderbar ausgearbeitet und gefallen mir sehr. Dass nur manche der Kids diese erleben und davon wissen, ist eine schöne Idee.

Die einzelnen Charaktere gefallen mir sehr. Zwar sind auch hier Parallelen zu denen bei Harry Potter nicht von der Hand zu weisen, dennoch bleibe ich dabei: John August hat hier ein wunderbares Buch geschaffen, auf dessen Fortsetzungen man sich ruhig freuen darf. Nur schade, dass Band zwei erst im Herbst 2019 erscheint. So lange warten!

Der Aufbau der Spannung, das Wachsen der Freundschaften, der Zusammenhalt, aber auch die Auseinandersetzungen hat John August sehr schön geschildert. Kleine Geheimnisse bleiben weiter offen, ohne dem Buch den Touch eines offenen Endes zu geben. Die Geschichte an sich ist erzählt, aber es bleiben genug Fädchen übrig, an die künftige Bände anschließen können. Das sind keine echten Cliffhanger, doch stark genug, um die Vorfreude zu schüren. Sicher wird in einem der nächsten Bände Arlos Schwester Jaycee mehr in den Fokus rücken. In diesem ersten Band taucht sie nur am Rande auf, ist aber eine typische pubertierende Teenagerin. Auch was genau es mit seinem Vater in China auf sich hat, dürfte künftig genauer erklärt werden. Man darf gespannt sein!

Ganz ohne erhobenen moralischen Zeigefinger erzählt der Autor von Zusammenhalt, Teamgeist, Freundschaft und Familie. Aber auch davon, dass man über manche Dinge reden muss, andere aber besser für sich (oder in der Familie bzw. dem allerengsten Freundeskreis) behält.

Sehr gut gefallen mir auch die Illustrationen. Obwohl (oder gerade weil) sie schwarz-weiß gehalten sind, regen sie die Fantasie beim Lesen an. Sie unterstützen die Geschichte, ohne das Kopfkino allzu stark zu beeinflussen. Auch das Cover ist toll gestaltet. Nach dem Lesen sieht man das eine oder andere Detail dann mit anderen Augen. Haptisch ist es ebenfalls ein Genuss.

Alles zusammen ergibt ein Buch, das sicher viele Fans finden wird. Verdient hat es das! Rundum gelungen, nicht zu brutal, aber auch nicht unspannend, weiß es die Leser in das Abenteuer mitzunehmen. Von mir gibt es dafür die vollen fünf Sterne!