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Veröffentlicht am 22.09.2018

Nach der Krise aufstehen, und mit neuer Kraft weitergehen

Stärker denn je
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Déborah Rosenkranz ist eine vielseitig begabte, hübsche, junge Frau. Sie kann mehrere Sprachen fließend sprechen und ist eine international bekannte Sängerin; vor allem aber gibt sie jungen Frauen Lebensmut, ...

Déborah Rosenkranz ist eine vielseitig begabte, hübsche, junge Frau. Sie kann mehrere Sprachen fließend sprechen und ist eine international bekannte Sängerin; vor allem aber gibt sie jungen Frauen Lebensmut, indem sie sehr offen aus ihrem eigenen Leben erzählt.

Ihr Herz schlägt für Frauen, die sich nur schwer selbst annehmen können. Sie war selbst sieben lange Jahre magersüchtig. Der Anstoß zu ihrer Heilung kam durch das Gebet ihrer Eltern. Auf ihren Tourneen lässt sie das Publikum gerne an ihren früheren Kämpfen und Schwierigkeiten teilnehmen, denn sie möchte ihren Zuhörern einen Ausweg aus zerstörerischen Verhaltensmustern zeigen. Sie ahnt jedoch nicht, dass ihr die schwerste Lektion noch bevorsteht.

Durch die Vermittlung von Freunden, lernt sie den attraktiven, vermögenden Luc kennen. Déborah und Luc haben sehr viel gemeinsam, schon bei der ersten Begegnung klickt es. Für Déborah ist es besonders schön, dass ihnen beiden der Glaube sehr wichtig ist. Luc unterstützt sie nach Kräften bei ihrer Arbeit unter jungen Frauen und ihrer Karriere als Sängerin. Die erste Phase der Freundschaft ist traumhaft schön. Da beide scheinbar perfekt zusammenpassen, wird schon bald über eine Hochzeit nachgedacht.

Lucs Interesse an Déborahs Karriere lässt aber schnell nach. Déborah hat immer mehr das Gefühl Lucs Ansprüchen nicht zu genügen, egal wie sehr sie ihre eigenen Träume aufgibt und versucht sich ihm anzupassen. Und doch hält sie lange an dieser großen Liebe fest. Dabei ist sie sich oft nicht sicher, ob ihre Liebe erwidert wird. Verletzende Bemerkungen häufen sich, und das nagt sehr an Déborahs Selbstwertgefühl. Als die Beziehung endgültig zerbricht, verfällt sie in eine Erschöpfungsdepression. Der Weg zur Heilung ist lang und schwierig, aber nach dieser großen Krise fühlt sich Déborah „stärker denn je“.

Dieses Buch besticht durch die Offenheit der Autorin. Nur eine sehr starke Frau hat den Mut so ehrlich über Liebeskummer, Antriebslosigkeit, Trauer und Hoffnungslosigkeit zu berichten. Stellenweise verweilt die Erzählung recht lange bei Déborahs Gefühlwelt, aber vielleicht hilft gerade das Lesern, die Ähnliches erleben.

Der Schreibstil ist überraschend anders als bei den meisten Büchern. Déborah berichtet detailliert über ihr Erleben, dabei reflektiert sie gleichzeitig über ihre Fehler und zitiert viele passende Bibelverse. Vor allem aber tritt sie ins persönliche Gespräch mit den Lesern. Sie macht deutlich, dass sie die Kämpfe und Schwierigkeiten, die vor allem Frauen zu schaffen machen, versteht. Ihre Worte sind dabei stets sehr ermutigend und positiv. Déborah betont immer wieder, wie wichtig die Weisheit der Bibel ist, und sie ermutigt den Leser sich oft in diesem wichtigen Buch zu vertiefen.

Ein Zitat fasst das Anliegen dieses Buchs gut zusammen. Déborah wünscht ihren Lesern, „Die Gewissheit, dass jede von uns einzigartig, wertvoll und in jedem Moment liebenswert ist. Dass sich nichts an uns ändern muss, damit wir Liebe verdienen.“

Fazit: Nur wenige Frauen würden sich trauen so schonungslos offen über eine zerbrochene Beziehung zu berichten. Déborah ist gestärkt aus diesem Kummer hervorgegangen, und diese Stärke möchte sie auch ihren Lesern vermitteln. Gerade Frauen, die sich in einer Beziehung nicht geliebt fühlen, oder die von einem geliebten Menschen verlassen wurden, und nun an ihrem Selbstwert zweifeln, werden durch das Lesen dieses Buchs gestärkt werden. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 02.09.2018

Christen sind Erwählte

Erwählt vor Grundlegung der Welt
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Es gibt zwei grundsätzliche Sichtweisen bei der Frage, warum ein Mensch sich entscheidet mit Jesus zu leben. Die einen sagen, dass Gott schon vor Grundlegung der Welt Menschen erwählt hat, die anderen ...

Es gibt zwei grundsätzliche Sichtweisen bei der Frage, warum ein Mensch sich entscheidet mit Jesus zu leben. Die einen sagen, dass Gott schon vor Grundlegung der Welt Menschen erwählt hat, die anderen sagen, jeder Mensch trifft selbst die Entscheidung. Es gibt für beide Meinungen gute Argumente, und auch Bibelstellen, die für die jeweilige Meinung sprechen.

Charles Spurgeon war davon überzeugt, dass Glaubende Erwählte sind. In diesem kleinen Buch sind sechs Predigten Spurgeons zum Thema Erwählung zu finden. Er erklärt, warum er der Meinung ist, dass diese Sichtweise richtig ist, und er greift Argumente seiner Gegner auf und entkräftet sie.

Diese Predigten sind Niederschriften von Ansprachen, die Spurgeon Mitte des neunzehnten Jahrhunderts gehalten hat. Ort und Zeit sind jeweils angegeben. Die Gedanken wiederholen sich teilweise, was nicht verwunderlich ist, da es in diesem Buch um ein zentrales Thema geht. Der Schwerpunkt der einzelnen Predigten unterscheidet sich aber. Es geht z.B. um Gottes Souveränität, darum, ob die Lehre der Erwählung dazu führt, dass ein Christ erst recht sündigt, oder um die Frage, ob Erwählung ungerecht ist.

Die Sprache ist manchmal etwas umständlich, denn der Herausgeber hat sich bemüht die Predigten möglichst wortgetreu wiederzugeben. Das ist kein Nachteil, aber man braucht Zeit zum Lesen. Die Argumente sind nicht immer überzeugend – es spricht schon auch einiges für eine andere Sichtweise.

Erwählung oder Entscheidung? Vielleicht stimmt ja beides. Im christlichen Glauben gibt es ja einige scheinbare Widersprüche, die wir einfach nicht begreifen können, z.B., dass Jesus ganz Gott und ganz Mensch ist.

Fazit: Ein interessantes Buch, vor allem für Menschen die Argumente für die Lehre der Erwählung suchen. Es ist schön, dass diese Predigten neu aufgelegt wurden, auch wenn Spurgeons Argumente nicht immer überzeugen.

Veröffentlicht am 24.08.2018

Ein Klassiker, neu aufgelegt

Friede mit Gott
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Dieses Buch wurde ursprünglich im Jahr 1953 geschrieben, 1984 überarbeitet, immer wieder neu aufgelegt, und in viele Sprachen übersetzt. Mit einfachen Worten erklärt Graham die Grundlagen des Glaubens. ...

Dieses Buch wurde ursprünglich im Jahr 1953 geschrieben, 1984 überarbeitet, immer wieder neu aufgelegt, und in viele Sprachen übersetzt. Mit einfachen Worten erklärt Graham die Grundlagen des Glaubens. Die drei Teile des Buchs beschäftigen sich mit dem Problem der Menschheit, der Lösung und den Folgen.

Im ersten Teil spricht Graham über die suchende Sehnsucht der Menschen, und er erklärt, dass Sünde zwischen den Menschen und Gott steht. Der Leser erfährt warum die Bibel zuverlässig ist, was sie über den Zustand des Menschen sagt, über das Böse und den Teufel, und über den Tod.

Im zweiten Teil erklärt Graham den Weg zu Gott. Wichtige Begriffe wie Buße und Wiedergeburt werden erklärt, und der Leser erfährt warum Jesus in diese Welt gekommen ist.

Im dritten Teil geht es um das Leben als Christ. Graham geht auf Gefahren ein, er erklärt wie das veränderte Leben aussieht, und wie wichtig Gemeinschaft ist. Er zeigt auch wie oft in der Bibel über das Ende der Welt und Jesu Wiederkunft gesprochen wird, um anschließend noch einmal zusammenzufassen warum es so wichtig ist Frieden mit Gott zu haben.

Obwohl dieses Buch vor über 60 Jahren geschrieben wurde, ist es immer noch aktuell. Einiges hat sich natürlich geändert; die Atombombe und der Kommunismus haben z.B. nicht dieselbe Bedeutung wie in den 50er Jahren. Graham scheut sich nicht über Sünde, den Teufel und Verlorenheit zu schreiben. Das ist gerade heute erfrischend. Es ist interessant, wie Entwicklungen, die Graham beobachtet, mittlerweile stark zugenommen haben. Er schreibt z.B. über die Langeweile der Menschen, und wie sie versuchen sich mit allerlei Zerstreuungen und Vergnügungen abzulenken. Diese Leere sei ein Hinweis darauf, dass wir Gott brauchen.

Seine klaren Worte sind nötiger denn je, auch wenn sie der allgemeinen Meinung heute widersprechen. Er schreibt über Sexualität, „Entblößt von der gegenseitigen Liebe, Achtung und dem aufrichtigen Wunsch, dem anderen Menschen Freude und Erfüllung zu schenken, wird das Geschlechtsleben einfach ein tierischer Akt, vor dem uns die Bibel in aller Deutlichkeit warnt.“

Seine Aussagen sind positiv und aufbauend. Über das christliche Leben schreibt er, „… das ist das Geheimnis. Du bist so erfüllt von den Dingen Christi, so begeistert von den Dingen Gottes, dass du keine Zeit für die sündigen Freuden dieser Welt hast.“

Fazit: Klare und deutliche Worte, die genau erklären wie ein Mensch neues Leben durch Christus findet, und wie man als Christ lebt. Manche Wahrheiten würde man heute anders ausdrücken, trotzdem ist dieser Klassiker sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 18.08.2018

Täter und Opfer

Nur Versöhnung kann uns retten
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Nicht nur, dass Burundi eines der ärmsten Länder der Erde ist; in den letzten Jahrzehnten gab es in diesem kleinen, ostafrikanischen Land immer wieder politische Turbulenzen und schwerwiegende Konflikte. ...

Nicht nur, dass Burundi eines der ärmsten Länder der Erde ist; in den letzten Jahrzehnten gab es in diesem kleinen, ostafrikanischen Land immer wieder politische Turbulenzen und schwerwiegende Konflikte. Unzählige Opfer wurden in den Bürgerkriegen brutal niedergemetzelt, teilweise von Menschen, mit denen sie jahrelang friedlich zusammengelebt hatten.

In diesem Buch porträtiert Angela Krumpen Erzbischof Simon Ntamwana, der sich in dieser bewegten Zeit in seiner Heimat für Versöhnung einsetzt. Obwohl die Autorin am Anfang des Buchprojekts nicht nach Burundi reisen konnte, da das zu gefährlich gewesen wäre, traf sie den Erzbischof und mehrere seiner Mitarbeiter in einem abgelegenen Haus im benachbarten Ruanda. In vielen Gesprächen sammelte sie Informationen über das Blutvergießen in Burundi, vor allem interessierte sie sich dafür wie Täter und Opfer Versöhnung erleben. Die Aufzeichnung dieser Gespräche bildet den Hauptteil dieses Buchs. Kurz wird auch über eine spätere Reise berichtet, bei der die Autorin die Armut dieser Menschen hautnah miterlebte. Eine schöne Ergänzung sind die farbigen Bilder in einem kurzen Bildteil.

Schon als Kind hörte der Erzbischof von seinem Vater, „Sich zu versöhnen, bedeutet, sich anders zu erinnern, sich so zu erinnern, dass alle eine Zukunft haben.“ Mit seiner ganzen Kraft setzt er sich nun dafür ein, dass Menschen in seinem Land sich versöhnen. Er ist davon überzeugt, dass alle Menschen miteinander verbunden sind, und er sagt, „Und, das ist das Entscheidende, diese Menschlichkeit als Ganzes nimmt Schaden, wenn irgendeines seiner Mitglieder in seiner Würde beschädigt ist, genauer, sich selbst durch seine Tat beschädigt hat.“

Aus diesem Grund fordert der Erzbischof die Opfer auf, sich mit den Tätern zu versöhnen. Das kann sogar bedeuten, dass das Opfer sich zuerst entschuldigt. Ein Mitarbeiter Simons erklärt es so; er würde jemandem, der ihn bestohlen hat, sagen, „… ‚Mein lieber Freund, wie kann ich dir helfen aufzuhören, als Dieb in der Welt zu sein? Wenn du weitermachst, wird man dich ins Gefängnis bringen. Wie kann ich dir helfen, diese schlechte Gewohnheit aufzugeben?“

Neben der Beschreibung von abscheulichen Taten und schlimmen Erfahrungen durch lieblose Angehörige, sprechen Opfer und Täter immer wieder darüber, wie sie Versöhnung erlebt haben. Die Autorin kann das Gehörte kaum fassen. Wie ist Versöhnung, angesichts solcher Schandtaten, überhaupt möglich? Die Spannung zwischen konsequenter Versöhnungsbereitschaft und der Unbegreiflichkeit einer solchen Liebestat bleibt bis zum Schluss des Buchs bestehen.

Der Schreibstil ist gut und fesselnd, auch wenn die Erzählweise ungewohnt ist. Es werden überwiegend Gespräche und Erinnerungen von Erzbischof Simon und seinen Mitarbeitern weitergeben. Durch die wechselnden Gesprächspartner ist es manchmal etwas schwer zu folgen, und einiges wird wiederholt.

Das Buch bietet einen spannenden Einblick in die Konflikte eines Landes, über das in der Weltöffentlichkeit nur wenig berichtet wird. Die Gedanken über Versöhnung sind sehr herausfordernd. So bewundernswert diese umfassende Versöhnung ist, frage ich mich, ob Menschen aus eigener Kraft überhaupt dazu fähig sind. Versöhnung wird hier als notwendige Tat im Rahmen der Menschlichkeit betrachtet, der Glaube spielt dabei keine große Rolle.

Veröffentlicht am 13.08.2018

Gott führt auf wunderbare Weise

Dann sorge ich für dich
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Tricia Seaman ist schon lange Krankenschwester. Sie arbeitet auf der Krebsstation. Fürsorglich kümmert sie sich um die wechselnden Patienten. Mit einer Patientin fühlt sie sich von Anfang an verbunden. ...

Tricia Seaman ist schon lange Krankenschwester. Sie arbeitet auf der Krebsstation. Fürsorglich kümmert sie sich um die wechselnden Patienten. Mit einer Patientin fühlt sie sich von Anfang an verbunden. Trish ist eine alleinerziehende Mutter eines 8jährigen Jungen. Als diese Mutter erfährt, dass sie nicht mehr lange zu leben hat, fragt sie Tricia ob sie sich nach ihrem Tod um den Jungen kümmern kann. Tricia ist zuerst entsetzt. Wie kann diese Frau ihr ihren Sohn anvertrauen, obwohl sie sich erst seit wenigen Tagen kennen? Später sagt die sterbende Trish, dass sie bei der ersten Begegnung schon gespürt hat, dass Tricia eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen wird.

Tricia hat schon vier Kinder, drei Mädchen im Teenageralter und einen 10jährigen Jungen. Sie und ihr Mann hatten schon eine Adoption in Erwägung gezogen, denn sie hätten gerne noch ein Baby oder Kleinkind, am liebsten einen Jungen. Aber sie werden das Gefühl nicht los, dass Gott diese beiden Familien zusammengeführt hat. Kann es sein, dass Gott den perfekten Jungen für ihre Familie bereits ausgesucht hat?

Tricia und Trish werden Freundinnen. Tricia und ihre Familie entscheiden sich Wesley zu adoptieren, denn trotz aller Hoffnungen, wird Trish nicht wieder gesund werden. Aus Liebe zu diesem Jungen nehmen sie Mutter und Sohn auf, und kümmern sich monatelang aufopfernd um die sterbende Mutter.

Es ist berührend zu lesen, wie Gott diese zwei Frauen zusammengeführt hat. Die Kraft des Glaubens, die sich in liebevolle Taten äußert, wird am Beispiel von Tricia und ihrer Familie deutlich. Sie beschreibt viele schöne Erlebnisse der beiden Familien, aber sie verschweigt nicht gelegentliche Schwierigkeiten. Das Zusammenleben ist nicht immer einfach, es gibt manchmal Konflikte, aber dann auch Versöhnung. Besonders schön ist, wie Tricias ganze Gemeinde die beiden Familien unterstützt, z.B. mit Fahrdiensten und vorbereitete Mahlzeiten.

Eine bewegende Geschichte darüber, wie Gott in einer entscheidender Situation Menschen zusammenführt, damit sie füreinander da sein können.