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Veröffentlicht am 04.10.2018

Wenn wir nicht bekommen, worum wir verzweifelt bitten

Selbst wenn du mich vergisst
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Laura und Martin sind erst ein Jahr verheiratet, als sie einen Anruf bekommt, der ihre Lebensträume zerstört. Dabei hat sie doch nur ganz normale Wünsche und Träume; ein schönes Zuhause, Kinder, und ein ...

Laura und Martin sind erst ein Jahr verheiratet, als sie einen Anruf bekommt, der ihre Lebensträume zerstört. Dabei hat sie doch nur ganz normale Wünsche und Träume; ein schönes Zuhause, Kinder, und ein gesichertes Einkommen, damit sie bei den Kindern zuhause bleiben kann.

Martin leidet seit einiger Zeit an merkwürdigen Symptomen; auffallend ist vor allem eine starke Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Mit diesem Anruf teilt er Laura mit, was sein Doktor festgestellt hat. Martin hat ein Gehirntumor. Froh wenigstens jetzt eine Diagnose zu haben, hoffen beide, dass sie nach einer OP dort weitermachen können, wo sie waren; aber es kommt anders.

Der Eingriff gelingt zwar, aber die Wunde am Kopf verheilt nicht richtig. Völlig unerwartet schwebt Martin auf einmal in Lebensgefahr. Eine Not-OP soll helfen, doch danach sind Teile seines Gehirns beschädigt. Er verlierst sein Kurzzeit-Gedächtnis, und auch seine Sicht ist nun stark eingeschränkt.

Laura und Martin beten jeden Tag verzweifelt um Heilung, und sie glauben auch, dass Gott die Macht dazu hat. Aber es geschieht keine spontane Heilung. Nur winzige Schritte zurück zum selbstständigen Leben sind bei Martin zu sehen. Laura ist nun so damit beschäftigt ihrem Mann zu helfen und finanziell für die kleine Familie zu sorgen, dass ihre Träume alle zerbrochen zu sein scheinen.

Wie gestaltet sich der Alltag mit einem Mann, der dieselbe Frage mehrmals stellt, weil er die Antwort sofort wieder vergisst? Der keine Freude mehr an Büchern und Filmen hat, weil er sich nicht an den Inhalt erinnern kann? Dessen Leben von der regelmäßigen Einnahme seiner Medikamenten abhängt, er sich aber nicht merken kann, wann er sie zuletzt eingenommen hat? Der nur schwer mit Freunden reden kann, da er sich nicht daran erinnert, was sie ihm zuletzt erzählt haben? Und ist es unter diesen Umständen überhaupt zu verantworten Kinder zu haben?

Durch diese Schwierigkeiten lernt Laura viel über Gott und sich selbst. Sie merkt, dass sie viele Mythen über Gott geglaubt hat, z.B., dass er nur nahe ist, wenn es ihr gut geht, oder dass Gott sie bestrafen will, wenn er das Gewünschte nicht gibt. Sie lernt, dass gerade die schweren Zeiten uns näher zu Gott bringen. Eine wichtige Erkenntnis für sie ist auch, dass Gott nicht nur Lebensgeschichten gebraucht, die gut ausgehen. Auch inmitten unserer Kämpfe und Schwierigkeiten können wir andere ermutigen, indem wir unsere persönliche Geschichte erzählen, auch wenn die Geschichte Versagen und Zweifel enthält.

Dieses Buch ist sehr ermutigend und hilfreich, vor allem, wenn man darunter leidet, dass Gebete nicht erhört werden. Sehr offen berichtet Laura von ihren Problemen, ihren Zweifeln und ihrem Versagen. Dabei betont sie immer wieder, dass Gott immer für uns da ist, und dass sein größter Wunsch eine Beziehung mit uns ist. So können Probleme ein Segen sein, wenn sie unsere Beziehung zu Gott vertiefen.

Auch wenn die Erkenntnisse in der zweiten Hälfte des Buchs gut und sehr wichtig und hilfreich sind, wechselt das Buch hier unvermittelt von einem Erlebnisbericht zu einem ermutigenden Sachbuch. In diesem Teil werden mehrere biblische Geschichten betrachtet und ausgelegt. Wer in erster Linie an Lauras Erfahrungen interessiert ist, findet diesen Teil vielleicht etwas zu lang. Schade ist, dass der Leser nur wenig über Martins Sicht der Krankheit erfährt.

Fazit: Eine junge Ehe und ein sehr schweres Schicksal, an der diese Ehe zu zerbrechen droht, lehrt die Autorin fest auf Gott zu vertrauen. Ihr Glaube wird durch die Schwierigkeiten echter und lebendiger, sodass sie schließlich auch das Schwere als Segen Gottes annehmen kann. Ein sehr ermutigendes Buch, vor allem wenn Gott Gebete nicht so erhört, wie wir uns das wünschen würden.

Veröffentlicht am 24.09.2018

Nach dem Knall geht’s gemeinsam weiter

Bäm!
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Bäm! Wenn es in einer Beziehung knallt, ist das nicht schön. Viele ziehen sich spätestens dann lieber zurück, denn sie haben Angst vor Konflikten. Und der Zeitgeist sagt uns, wenn es in einer Beziehung ...

Bäm! Wenn es in einer Beziehung knallt, ist das nicht schön. Viele ziehen sich spätestens dann lieber zurück, denn sie haben Angst vor Konflikten. Und der Zeitgeist sagt uns, wenn es in einer Beziehung Probleme gibt, sollte man vielleicht eine andere Person suchen, mit der man glücklicher werden könnte.

Das Autoren-Ehepaar erzählt in diesem Buch, was sie über die Gestaltung einer liebevollen Beziehung gelernt haben. Dazu gehören auch Konflikte, die eine Beziehung stärken können, wenn man dabei das richtige Werkzeug einsetzt.

Mit vielen Beispielen aus ihrem Leben, ganz praktischen Tipps, vielen Zeichnungen, und einer bunten Gestaltung, wird es beim Lesen nicht langweilig.

In der ersten Hälfte des Buchs werden viele grundsätzliche Hilfen und Konzepte zur Beziehungspflege weitergegeben. Als Grundlage einer funktionierenden Beziehung sehen die Autoren eine lebendige Beziehung mit Gott. Das heißt unter anderem, auch mit Gott über Konflikte sprechen, damit der eigene Blickwinkel zurechtgerückt wird, und man bereit wird den Standpunkt des anderen zu verstehen. Einige hilfreiche Modelle werden dem Leser schon bekannt sein, z.B. die Liebessprachen oder das verstehende Zuhören. Die Quellenangaben könnten auch als Literaturliste zur Vertiefung der einzelnen Konzepte angesehen werden.

Der zweite Teil will praktische Hilfen zur Konfliktbewältigung geben. Dabei geht es vor allem um konstruktive Kritik, Vergebung und Kommunikation. Die Beispiele sind sehr hilfreich. Manche Grafiken passen sehr gut zum Text, und fassen auf humorvolle Weise die wichtigste Aussage zusammen. Der konstruktive Umgang mit Konflikten wird immer wieder mit sportlichem Training verglichen. Es fällt vielleicht anfangs schwer sich zu überwinden, aber nachher ist man sehr froh, dass man sich eingesetzt hat. Zum Schluss wird der Leser ermutigt mit kleinen Schritten anzufangen, die stets vergrößert werden.

Fazit: Für junge und junggebliebene Menschen, die lernen wollen Konflikte konstruktiv zu bewältigen. Eine ausführlichere Rezension findet sich bei strickleserl.com.

Veröffentlicht am 22.09.2018

Nach der Krise aufstehen, und mit neuer Kraft weitergehen

Stärker denn je
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Déborah Rosenkranz ist eine vielseitig begabte, hübsche, junge Frau. Sie kann mehrere Sprachen fließend sprechen und ist eine international bekannte Sängerin; vor allem aber gibt sie jungen Frauen Lebensmut, ...

Déborah Rosenkranz ist eine vielseitig begabte, hübsche, junge Frau. Sie kann mehrere Sprachen fließend sprechen und ist eine international bekannte Sängerin; vor allem aber gibt sie jungen Frauen Lebensmut, indem sie sehr offen aus ihrem eigenen Leben erzählt.

Ihr Herz schlägt für Frauen, die sich nur schwer selbst annehmen können. Sie war selbst sieben lange Jahre magersüchtig. Der Anstoß zu ihrer Heilung kam durch das Gebet ihrer Eltern. Auf ihren Tourneen lässt sie das Publikum gerne an ihren früheren Kämpfen und Schwierigkeiten teilnehmen, denn sie möchte ihren Zuhörern einen Ausweg aus zerstörerischen Verhaltensmustern zeigen. Sie ahnt jedoch nicht, dass ihr die schwerste Lektion noch bevorsteht.

Durch die Vermittlung von Freunden, lernt sie den attraktiven, vermögenden Luc kennen. Déborah und Luc haben sehr viel gemeinsam, schon bei der ersten Begegnung klickt es. Für Déborah ist es besonders schön, dass ihnen beiden der Glaube sehr wichtig ist. Luc unterstützt sie nach Kräften bei ihrer Arbeit unter jungen Frauen und ihrer Karriere als Sängerin. Die erste Phase der Freundschaft ist traumhaft schön. Da beide scheinbar perfekt zusammenpassen, wird schon bald über eine Hochzeit nachgedacht.

Lucs Interesse an Déborahs Karriere lässt aber schnell nach. Déborah hat immer mehr das Gefühl Lucs Ansprüchen nicht zu genügen, egal wie sehr sie ihre eigenen Träume aufgibt und versucht sich ihm anzupassen. Und doch hält sie lange an dieser großen Liebe fest. Dabei ist sie sich oft nicht sicher, ob ihre Liebe erwidert wird. Verletzende Bemerkungen häufen sich, und das nagt sehr an Déborahs Selbstwertgefühl. Als die Beziehung endgültig zerbricht, verfällt sie in eine Erschöpfungsdepression. Der Weg zur Heilung ist lang und schwierig, aber nach dieser großen Krise fühlt sich Déborah „stärker denn je“.

Dieses Buch besticht durch die Offenheit der Autorin. Nur eine sehr starke Frau hat den Mut so ehrlich über Liebeskummer, Antriebslosigkeit, Trauer und Hoffnungslosigkeit zu berichten. Stellenweise verweilt die Erzählung recht lange bei Déborahs Gefühlwelt, aber vielleicht hilft gerade das Lesern, die Ähnliches erleben.

Der Schreibstil ist überraschend anders als bei den meisten Büchern. Déborah berichtet detailliert über ihr Erleben, dabei reflektiert sie gleichzeitig über ihre Fehler und zitiert viele passende Bibelverse. Vor allem aber tritt sie ins persönliche Gespräch mit den Lesern. Sie macht deutlich, dass sie die Kämpfe und Schwierigkeiten, die vor allem Frauen zu schaffen machen, versteht. Ihre Worte sind dabei stets sehr ermutigend und positiv. Déborah betont immer wieder, wie wichtig die Weisheit der Bibel ist, und sie ermutigt den Leser sich oft in diesem wichtigen Buch zu vertiefen.

Ein Zitat fasst das Anliegen dieses Buchs gut zusammen. Déborah wünscht ihren Lesern, „Die Gewissheit, dass jede von uns einzigartig, wertvoll und in jedem Moment liebenswert ist. Dass sich nichts an uns ändern muss, damit wir Liebe verdienen.“

Fazit: Nur wenige Frauen würden sich trauen so schonungslos offen über eine zerbrochene Beziehung zu berichten. Déborah ist gestärkt aus diesem Kummer hervorgegangen, und diese Stärke möchte sie auch ihren Lesern vermitteln. Gerade Frauen, die sich in einer Beziehung nicht geliebt fühlen, oder die von einem geliebten Menschen verlassen wurden, und nun an ihrem Selbstwert zweifeln, werden durch das Lesen dieses Buchs gestärkt werden. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 02.09.2018

Christen sind Erwählte

Erwählt vor Grundlegung der Welt
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Es gibt zwei grundsätzliche Sichtweisen bei der Frage, warum ein Mensch sich entscheidet mit Jesus zu leben. Die einen sagen, dass Gott schon vor Grundlegung der Welt Menschen erwählt hat, die anderen ...

Es gibt zwei grundsätzliche Sichtweisen bei der Frage, warum ein Mensch sich entscheidet mit Jesus zu leben. Die einen sagen, dass Gott schon vor Grundlegung der Welt Menschen erwählt hat, die anderen sagen, jeder Mensch trifft selbst die Entscheidung. Es gibt für beide Meinungen gute Argumente, und auch Bibelstellen, die für die jeweilige Meinung sprechen.

Charles Spurgeon war davon überzeugt, dass Glaubende Erwählte sind. In diesem kleinen Buch sind sechs Predigten Spurgeons zum Thema Erwählung zu finden. Er erklärt, warum er der Meinung ist, dass diese Sichtweise richtig ist, und er greift Argumente seiner Gegner auf und entkräftet sie.

Diese Predigten sind Niederschriften von Ansprachen, die Spurgeon Mitte des neunzehnten Jahrhunderts gehalten hat. Ort und Zeit sind jeweils angegeben. Die Gedanken wiederholen sich teilweise, was nicht verwunderlich ist, da es in diesem Buch um ein zentrales Thema geht. Der Schwerpunkt der einzelnen Predigten unterscheidet sich aber. Es geht z.B. um Gottes Souveränität, darum, ob die Lehre der Erwählung dazu führt, dass ein Christ erst recht sündigt, oder um die Frage, ob Erwählung ungerecht ist.

Die Sprache ist manchmal etwas umständlich, denn der Herausgeber hat sich bemüht die Predigten möglichst wortgetreu wiederzugeben. Das ist kein Nachteil, aber man braucht Zeit zum Lesen. Die Argumente sind nicht immer überzeugend – es spricht schon auch einiges für eine andere Sichtweise.

Erwählung oder Entscheidung? Vielleicht stimmt ja beides. Im christlichen Glauben gibt es ja einige scheinbare Widersprüche, die wir einfach nicht begreifen können, z.B., dass Jesus ganz Gott und ganz Mensch ist.

Fazit: Ein interessantes Buch, vor allem für Menschen die Argumente für die Lehre der Erwählung suchen. Es ist schön, dass diese Predigten neu aufgelegt wurden, auch wenn Spurgeons Argumente nicht immer überzeugen.

Veröffentlicht am 24.08.2018

Ein Klassiker, neu aufgelegt

Friede mit Gott
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Dieses Buch wurde ursprünglich im Jahr 1953 geschrieben, 1984 überarbeitet, immer wieder neu aufgelegt, und in viele Sprachen übersetzt. Mit einfachen Worten erklärt Graham die Grundlagen des Glaubens. ...

Dieses Buch wurde ursprünglich im Jahr 1953 geschrieben, 1984 überarbeitet, immer wieder neu aufgelegt, und in viele Sprachen übersetzt. Mit einfachen Worten erklärt Graham die Grundlagen des Glaubens. Die drei Teile des Buchs beschäftigen sich mit dem Problem der Menschheit, der Lösung und den Folgen.

Im ersten Teil spricht Graham über die suchende Sehnsucht der Menschen, und er erklärt, dass Sünde zwischen den Menschen und Gott steht. Der Leser erfährt warum die Bibel zuverlässig ist, was sie über den Zustand des Menschen sagt, über das Böse und den Teufel, und über den Tod.

Im zweiten Teil erklärt Graham den Weg zu Gott. Wichtige Begriffe wie Buße und Wiedergeburt werden erklärt, und der Leser erfährt warum Jesus in diese Welt gekommen ist.

Im dritten Teil geht es um das Leben als Christ. Graham geht auf Gefahren ein, er erklärt wie das veränderte Leben aussieht, und wie wichtig Gemeinschaft ist. Er zeigt auch wie oft in der Bibel über das Ende der Welt und Jesu Wiederkunft gesprochen wird, um anschließend noch einmal zusammenzufassen warum es so wichtig ist Frieden mit Gott zu haben.

Obwohl dieses Buch vor über 60 Jahren geschrieben wurde, ist es immer noch aktuell. Einiges hat sich natürlich geändert; die Atombombe und der Kommunismus haben z.B. nicht dieselbe Bedeutung wie in den 50er Jahren. Graham scheut sich nicht über Sünde, den Teufel und Verlorenheit zu schreiben. Das ist gerade heute erfrischend. Es ist interessant, wie Entwicklungen, die Graham beobachtet, mittlerweile stark zugenommen haben. Er schreibt z.B. über die Langeweile der Menschen, und wie sie versuchen sich mit allerlei Zerstreuungen und Vergnügungen abzulenken. Diese Leere sei ein Hinweis darauf, dass wir Gott brauchen.

Seine klaren Worte sind nötiger denn je, auch wenn sie der allgemeinen Meinung heute widersprechen. Er schreibt über Sexualität, „Entblößt von der gegenseitigen Liebe, Achtung und dem aufrichtigen Wunsch, dem anderen Menschen Freude und Erfüllung zu schenken, wird das Geschlechtsleben einfach ein tierischer Akt, vor dem uns die Bibel in aller Deutlichkeit warnt.“

Seine Aussagen sind positiv und aufbauend. Über das christliche Leben schreibt er, „… das ist das Geheimnis. Du bist so erfüllt von den Dingen Christi, so begeistert von den Dingen Gottes, dass du keine Zeit für die sündigen Freuden dieser Welt hast.“

Fazit: Klare und deutliche Worte, die genau erklären wie ein Mensch neues Leben durch Christus findet, und wie man als Christ lebt. Manche Wahrheiten würde man heute anders ausdrücken, trotzdem ist dieser Klassiker sehr lesenswert.