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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2018

Großartig konstruierter Gänsehautkrimi

Und dann gab's keines mehr
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Eine mysteriöse Einladung lockt zehn einander völlig fremde Menschen auf eine einsame Insel. Der erste Abend im luxuriösen Herrenhaus stellt ihnen nicht wie erhofft den Gastgeber vor, sondern kündigt ihren ...

Eine mysteriöse Einladung lockt zehn einander völlig fremde Menschen auf eine einsame Insel. Der erste Abend im luxuriösen Herrenhaus stellt ihnen nicht wie erhofft den Gastgeber vor, sondern kündigt ihren baldigen Tod an: Jeder von ihnen sei ein Mörder und würde die Insel nicht wieder verlassen. Noch am selben Abend beginnt der grausige Countdown.

Mit diesem Krimi hat Agatha Christie ein geniales Schauerstück vorgelegt, das den Leser zum elften Gast der Insel macht. Man spürt beim Lesen förmlich wie sich die Schlinge zuzieht. Wenn man sich den Originaltitel „Zehn kleine Negerlein“ vor Augen führt, weiß man wie perfide der unbekannte Mörder hier herunterzählt. Bitterböse, undurchschaubar und gnadenlos ist der Leser den Ereignissen ausgeliefert. Auch wenn jeder der Protagonisten zum Mörder gestempelt wird, sind sie bei weitem nicht alle unsympathisch. Im Gegenteil. Von der schüchternen Sekretärin über den warmherzigen Arzt bis zum liebenswerten General wachsen einem die Charaktere ans Herz. Als Leser steht man den Morden genauso hilflos gegenüber wie die Figuren. Obwohl man immer wieder die Perspektive wechselt und so stets einen neuen Blickwinkel gewinnt, kommt man dem Mörder nicht auf die Spur.

So brillant die Geschichte auch ist, das Motiv war mir am Ende zu dürftig. Deswegen bleiben 4 ½ Sterne.

Veröffentlicht am 02.10.2018

Liliths Rückkehr

John Sinclair - Hexenküsse
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Es beginnt mit harmlos, unzusammenhängend scheinend Vorfällen: ein seltsames Freudenhaus im Wald, ein ausgebrannter Jaguar, dessen Fahrer das Herz rausgerissen wurde, ein stümperhafter Banküberfall – doch ...

Es beginnt mit harmlos, unzusammenhängend scheinend Vorfällen: ein seltsames Freudenhaus im Wald, ein ausgebrannter Jaguar, dessen Fahrer das Herz rausgerissen wurde, ein stümperhafter Banküberfall – doch für John Sinclair ist es der Beginn eines Kampfes, bei dem seine mächtigsten Waffen versagen.

Wieder überzeugt John Sinclair mit einer pompösen Doppel-CD. Nichts ist, wie es scheint, doch puzzelt sich die Geschichte zu einem spannenden großen Ganzen. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings, dass Joachim Kerzel als Erzähler von Alexandra Lange abgelöst wurde. Die weibliche Stimme bleibt für mich erstmal ein Fremdkörper, wenn damit auch zum Glück das Überdramatisieren wegfällt. Ist aber alles eine Gewohnheitsfrage, denn Alexandra Lange macht ihren Job gut.

Die Soundeffekte sind gewohnt grandios gesetzt. Die düsteren und blutigen Szenen werden bildgewaltig inszeniert. Es ist und bleibt natürlich die Hörspielumsetzung eines Groschenromans und damit hat Frank Glaubrecht (als John Sinclair) sehr viel Text, um dem Hörer bis ins Kleinste zu beschreiben, was geschieht. Diese ausufernden, sich überschlagenden Beschreibungen dröhnen einem manchmal in den Ohren, doch trotzdem bleibt das Hörspiel spannend und unterhaltsam. Hut ab vor Herrn Glaubrecht, der das immense Textpensum so großartig bewältigt und immer glaubhaft bleibt.

Fazit: Die Sonderedition bietet mit ihren Doppel-CDs beste Unterhaltung mit dem bekannten Geisterjäger. Er hat es geschafft seine Schwächen zu Stärken zu machen, indem er sich selbst nicht immer ernst nimmt und damit jeder Kritik die Spitze nimmt. Als besonderes Bonbon sind am Schluss der CD Outtakes mit diversen Versprechern. Damit hat sich diese CD 4 ½ Sterne verdient!

Veröffentlicht am 02.10.2018

Ein neues Leben

Der Himmel über den Black Mountains
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Emma ist äußerst überrascht als ihr ihre Tante eine Farm an den Black Mountains vererbt. Auch das Vermögen soll Emma zufallen, wenn sie das Erbe antritt und ein Jahr lang die Farm bewirtschaftet. Sie wagt ...

Emma ist äußerst überrascht als ihr ihre Tante eine Farm an den Black Mountains vererbt. Auch das Vermögen soll Emma zufallen, wenn sie das Erbe antritt und ein Jahr lang die Farm bewirtschaftet. Sie wagt den Sprung ins Ungewisse und kehrt zurück an den Ort, an dem sie in ihrer Kindheit so glücklich war. Sie hat keine Ahnung, was sie erwartet.

Ein wunderbares Buch zum Abtauchen und Träumen! Von der ersten Minute an möchte man mit der Protagonistin Emma auf der Farm wohnen. Liebenswerte Charaktere, vom knurrigen Bauern über den gutgelaunten Jugendfreund bis zum charmanten Tierarzt schließt man die ganze Szenerie ins Herz und möchte das Buch nie wieder schließen. Jede Figur ist liebevoll gestaltet und lebt, sobald sie die Geschichte betritt. Dabei wird die Geschichte nicht zu einem kitschigen, rosaroten Landleben-Liebesroman. Die harten Seiten des Farmerdaseins, von Winterkatastrophen über den Balanceakten am finanziellen Abgrund bis zum Kampf gegen Raubtiere und Unwetter werden genauso realistisch und herzzerreißend dargestellt wie die Freundschaft und der bedingungslose Zusammenhalt der Farmer. Zusammen mit der wunderschönen Liebesgeschichte und einem guten Schuss überraschender Action ist dieses Buch unvergesslich.

Alles, was mich gestört hat, war die mir zu radikale Tierschutz- und Vegetariereinstellung der Protagonistin. Von ihr hätte ich ein bisschen mehr Verständnis für die Situation der Farmer erwartet. Ich kann nachvollziehen, dass sie gegen Giftköder und den Abschuss von Raubtieren ist, aber sie kann nicht erwarten, dass alteingesessene Farmer, die mit den Raubzügen der Füchse ihre ohnehin bedrohte Existenz vernichtet sehen, die Tiere von jetzt auf gleich zum Streichelzoo machen. Diese Szenen verdeutlichen zwar einerseits, dass Emma als Stadtmensch doch ein Fremdkörper in der eingeschworenen Gemeinschaft ist, andererseits fand ich diese Szenen anstrengend zu lesen.

Fazit: Ein wunderbarer Liebesroman zum Träumen und Abschalten. Ich werde das Buch bestimmt öfter lesen und kann es jedem, der Liebesgeschichten und Geschichten um erfüllte Träume mag wärmstens ans Herz legen!

Veröffentlicht am 29.09.2018

Dämonische Puppen

Dorian Hunter - Dämonen-Killer / Der Puppenmacher
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Die Ereignisse um Dorian sind nicht unbemerkt geblieben. Der Secret Service ist noch lange nicht bereit seinen absurden Erklärungen um Hexen und seinen dämonischen Brüdern zu glauben. Sie setzen Donald ...

Die Ereignisse um Dorian sind nicht unbemerkt geblieben. Der Secret Service ist noch lange nicht bereit seinen absurden Erklärungen um Hexen und seinen dämonischen Brüdern zu glauben. Sie setzen Donald Chapman auf Dorian an. Als Lord Hayward sich an Dorian wendet, um den dämonischen Puppen, die London unsicher machen das Handwerk zu legen, besteht Chapman darauf ihn zu begleiten. Er glaubt Dorian durchschaut zu haben und bemerkt dabei nicht, was direkt vor seinen Augen geschieht.

Die dritte Folge überzeugt mit viel Witz. Immer noch gibt es ein paar Szenen, die definitiv eine Zielgruppe anvisieren, zu der ich nicht gehöre, aber der Humor und die spannende Geschichte sowie die geniale Inszenierung machen alles wieder wett. Mit dieser Folge erhält Dorian endlich einen Partner in seinem Kampf gegen die Schwarze Familie. Noch ist alles Vorgeplänkel zu einer komplexen Hauptgeschichte, auf die ich mich mit jeder Folge weiter freue. Gerade Chapman begeistert mich hier mit seiner Ironie, seinem Biss und der geradezu niedlichen Naivität.
Dorian Hunter überzeugt wie John Sinclair durch die Tatsache, dass es sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Damit wird zum einem die verlustreiche und blutige Handlung aufgelockert und zum anderen werden Absurditäten plausibel statt nervtötend.

Die Hörspielreihe ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Man muss sich darauf einlassen können, sich zurücklehnen und genießen. Logische Erklärungen sollte man tunlichst vermeiden.

Für mich ein perfektes 4 ½-Sterne Hörspiel, das Unterhaltung und Spannung bietet. Ich freu mich auf die nächsten Folgen.

Veröffentlicht am 29.09.2018

Ein neues Leben

Happy End in Virgin River
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Mike Valenzuela steht nach einer Dienstverletzung wieder vor einem Neuanfang. Nichts liegt näher als zur Erholung nach Virgin River zu fahren, zu seinen alten Marine-Kameraden. Auch Jacks Schwester Brie ...

Mike Valenzuela steht nach einer Dienstverletzung wieder vor einem Neuanfang. Nichts liegt näher als zur Erholung nach Virgin River zu fahren, zu seinen alten Marine-Kameraden. Auch Jacks Schwester Brie hat sich nach einer großen Katastrophe dorthin zurückgezogen. Vielleicht wird aus dem zweifachen Neuanfang ein gemeinsamer.

Ein großartiger dritter Band, der wieder Handlungsstränge ausbaut, die in vorigen bereits angedeutet wurden. Genau das macht den Reiz dieser Reihe aus. Dazu kommt, dass es die Autorin meisterhaft versteht ein Pärchen in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig komplexe Nebenhandlungen zu entwickeln, die vorhandene Elemente fortführen oder für Folgebände aufbauen.

Der einzige Kritikpunkt für diesen Band ist, dass er streckenweise sehr pädagogisch wirkt. Ich weiß jetzt mehr über Geschlechtskrankheiten als ich je wissen wollte. Trotzdem bleibt die Reihe einfach mitreißend und unvergesslich. Wohlfühllektüre pur!