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Veröffentlicht am 07.11.2018

Survivaltraining im australischen Busch

Ins Dunkel
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Anfang des letzten Jahres habe ich den ersten Band "The Dry", der nun nochmals unter dem Titel "Die Hitze" erschienen ist, gelesen. Die mir damals unbekannte australische Autorin Jane Harper konnte mich ...

Anfang des letzten Jahres habe ich den ersten Band "The Dry", der nun nochmals unter dem Titel "Die Hitze" erschienen ist, gelesen. Die mir damals unbekannte australische Autorin Jane Harper konnte mich mit ihrem Debüt überzeugen, deswegen war ich schon sehr neugierig auf den zweiten Band in dem Aaron Falk ermittelt.

Zur Teambildung schickt die Firma Bailey Tennants jedes Jahr ihre Mitarbeiter und Führungskräfte zu Survival-Trails in den australischen Busch. Zwei Teams werden gebildet und diesmal sind diese geschlechterspezifisch getrennt. Es gibt ein Herren- und ein Damenteam, das in drei Tagen den Mirror Falls Trail auf unterschiedlichen Routen bezwingen und die Tage im Busch zur Teambildung beitragen sollen. Das Herrenteam erscheint pünktlich nach drei Tagen wieder an der Ausgangsposition, doch das Damenteam lässt auf sich warten. Als sie verspätet, total erschöpft und teilweise verletzt eintreffen, fehlt jedoch eine der fünf Frauen: Alice Russel.

Aaron Falk und seine Kollegin Carmen leiten die Ermittlungen, weil die verschwundene Alice eine Informantin zu einem Fall ist, den die Beiden gerade bearbeiten und in dem es um Geldwäsche geht. Umso interessierter sind Aaron und Carmen Alice lebend zu finden, damit diese ihre Zeugenaussage tätigen kann. In zwei abwechselnden Handlungssträngen begleiten wir Jill, Bree, Beth, Alice und Lauren bei ihrer Wanderung durch den australischen Busch. Und schon bald erkennt man, dass sich die fünf Frauen gegenseitig nichts schenken. Keine davon war mir wirklich sympathisch. Nach dem ersten Tag bemerken sie, dass sie sich verlaufen haben und der australische Busch seine Tücken hat. Als Alice die Gruppe verlassen will, nachdem auch noch der Proviant ausgegangen ist, kommt es zu immer größeren Streiteren und Handgreiflichkeiten. Zickenkrieg pur...wer kennt das nicht?! Und in einer lebensgefährlichen Situation kann das schon mal sehr interessant werden....aber auch tödlich?
Bei einer verschollen Hütte im Wald entdecken die Frauen ein Skelett und erinnern sich plötzlich, dass vor Jahren ein Mörder genau in dieser Gegend tötete. Die Leiche der letzten vermissten Frau wurde bis heute nicht gefunden....

Die Ermittlungen, die im zweiten Handlungsstrang erfolgen, sind anfangs schleppend. Sie nehmen auch nur einen kleinen Teil des Romans ein und werden erst zum Ende hin weiträumiger. Aaaron Falk ist im Roman eher eine Randfigur, wobei mir das Zusammenspiel mit seiner Kollegin Carmen sehr gut gefallen hat.
Der Spannungsbogen steigt leider erst sehr spät an.
Der Handlungsstrang mit den fünf Frauen hingégen nimmt den größten Teil ein. Er beginnt leise und subtil und artet immer mehr zu einem Drama aus. Dabei fragt sich der Leser: Handelt es sich hier um Mord oder einer Tat unter den Frauen? Oder sollte sich Alice als Zeugin nicht mehr äußern?
Das Ende ist perfekt gelöst und glaubwürdig, jedoch war es mir für einen Thriller mir eindeutig zu wenig.
Als Drama oder Abenteuerroman deklariert schneidet die Geschichte auf jeden Fall besser ab.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Obwohl das Buch einige Längen hat, ist die Erzählung sehr dicht und atmosphärisch. Die Umgebung und die Landschaft, als auch der australische Busch mit seinen Gefahren wird so bildhaft und detailliert beschrieben, dass man das Gefühl hat sich selbst im australischen Busch zu befinden. Absolut toll!
Die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben und direkt aus dem Leben gegriffen. Die Zickereien zwischen den Frauen und die Kämpfe um die Gruppenführung werden absolut authentisch beschrieben. Die Spannungskurve steigt jedoch leider sehr spät an.


Fazit:
Für einen Thriller war es mir zu wenig. Die Spannungskurve steigt erst gegen Ende an, aber die wirklich sehr atmosphärische Erzählung der Autorin und die grandiose Charakterdarstellung konnten bei mir, wie schon im ersten Teil, voll punkten. Im Großen und Ganzen aber schwächer als "The Dry/Die Hitze".

Veröffentlicht am 04.11.2018

Der Waldschrat

Wo mein Herz dich findet
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Kathryn Taylors neuer Wohlfühlroman führt uns diesmal nach Irland. Nachdem ich letztes Jahr "Wildrosensommer" gelesen habe, das mir überraschend gut gefiel, griff ich in der Bücherei gleich zu. Leider ...

Kathryn Taylors neuer Wohlfühlroman führt uns diesmal nach Irland. Nachdem ich letztes Jahr "Wildrosensommer" gelesen habe, das mir überraschend gut gefiel, griff ich in der Bücherei gleich zu. Leider kam "Wo mein Herz dich findet" nicht an ihren letzten Roman heran.
Für mich war nämlich bereits nach 100 Seiten klar, was hinter den Familiengeheimnissen und wer hinter welchen Intrigen steckt. Trotzdem fand ich die Geschichte rund um Cara, Liam, Patrick, Amy und Charlie unterhaltend und kurzweilig.

Cara Connelly steht mit nassem Haar und frierend vor einer einsamen Hütte, nachdem ihr Auto während eines Unwetters einfach liegengeblieben ist. Erst nach mehrmaligen klopfen und klingeln öffnet ihr ein eher griesgrämiger und wortkarger Mann, den sie im Geheimen "den Waldschrat" nennt. Als dieser sich doch noch erweichen lässt und sie in sein Zuhause bittet, erkennt Liam sehr schnell, dass es ein Fehler war. Nicht umsonst hat er sich die einsam gelegene Hütte als seinen neuen Wohnort ausgesucht. Die neugierige Jusstudentin, die wegen der Hochzeit ihres Bruders Patrick nach Hause gekommen ist, packt jedoch die Neugierde. Obwohl Liam sie gebeten hat ihr Treffen geheim zu halten, fängt Cara an ihn weiterhin zu besuchen und Nachforschungen anzustellen. Bald erkennt Liam, dass er sich auf die Besuche der jungen Frau zu freuen beginnt, doch niemand soll sein dunkles Geheimnis erfahren....

Die Kurzbeschreibung klingt in meinen Ohren fast wie die Inhaltsangabe eines Young Adult Romans, denn mit Liam haben wir eindeutig den "Bad Boy", der von der Gemeinschaft ausgestoßen wurde und sich schuldig fühlt. Eigentlich keine Beschreibung, die mich zu einem derartigen Buch greifen lässt!
Doch schon der Schreibstil der Autorin, den ich ja bereits kenne, lässt einem in diesem Wohlfühlbuch versinken. Und nachdem mir ihr letztes Buch gut gefallen hat, ist es kurzfristig zu Hause bei mir eingezogen.

Der Inhalt besteht eigentlich aus zwei Haupthandlungen, denn die in der Inhaltsangabe angegebene Geschichte von Cara und Liam ist nur ein Handlungsstrang. Der zweite, der genauso viel Spielraum einnimmt geht an Patrick und Amy, der mir sogar eine Spur besser gefallen hat. Die Gefühle zwischen den Beiden kamen für mich glaubwürdiger rüber. Amy, einstmals Patricks Freundin, tritt mit ihrem Sohn Charlie wieder in sein Leben und bringt es kurz vor der Hochzeit gehörig durcheinander. Es wird dramatisch, emotional und auch etwas kitschig.
Der Roman besteht allerdings nicht nur aus zwei Liebesgeschichten, sondern Kathryn Taylor versucht dem Leser in ihre Buch auch zu vermitteln, was vorschnelle Verurteilung und Dorftratsch alles anrichten können. Schuld und Vergebung, Familienzusammenhalt und auch Trauer und Verlust sind weitere Themen, denen sich die Autorin widmet.
Das Ende war rasant, dramatisch und spannend und hatte auch eine kleine Überraschung zu bieten.

Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und lebendig. Sie haben Ecken und Kanten und auch bei den unsympathischen "bösen" Charakteren kann man nachvollziehen, was sie angetrieben hat. Amys Sohn Charlie erobert dabei sehr schnell das Leserherz. Aber auch Amy mochte ich sehr, die einen schweren Stand gegen ihre Widersacherin hatte.

Und ja, die Geschichte ist wirklich vorhersehbar. Das hat mich trotz der netten Unterhaltung und dem Wohlfühlfaktor doch etwas gestört. Man kann zwar das Rad nicht neu erfinden, aber einige unvorhersehbare Wendungen oder einmal eine ganz neue Idee wären nicht schlecht gewesen. So ist es ein netter Wohlfühlroman, der sich gut lesen lässt, aber ob er mir länger in Erinnerung bleiben wird, ist abzuwarten...

Schreibstil:
Kathryn Taylor schreibt wunderbar lebendig und verzaubert durch ihren emotionalen Schreibstil. Die rauhe Landschaft Irlands wird bildhaft dargestellt. Auch ihre Figuren sind voller Leben und ich konnte mir jede Einzelnen sehr gut vorstellen. Emotionen und Ängste wurden realistisch dargestellt.

Fazit:
Ich habe "Wo mein Herz dich findet" in einem Rutsch durchgelesen. Es unterhält und hat so ziemlich alles, was ein Liebesroman braucht. Trotzdem war es mir zu vorhersehbar und ziemlich leichte Kost. Die Stunden im Flugzeug hat mir dieser Wohlfühlroman jedoch angenehm verkürzt. Leider reicht es meiner Meinung aber nicht an "Wildrosensommer" der Autorin heran.

Veröffentlicht am 07.10.2018

Mutter, wer bist du?

Ein Teil von ihr
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"Ein Teil von ihr" ist ein Stand alone der Autorin. Ich habe bis jetzt fast alle ihre Bücher gelesen und war schon sehr neugieig auf ihren neuen Thriller. Die Bewertungen waren ja eher durchwachsen...

Die ...

"Ein Teil von ihr" ist ein Stand alone der Autorin. Ich habe bis jetzt fast alle ihre Bücher gelesen und war schon sehr neugieig auf ihren neuen Thriller. Die Bewertungen waren ja eher durchwachsen...

Die Story beginnt allerdings mit einem Knalleffekt und mit einem großen Fragezeichen im Gesicht des Lesers. Wir begegnen Mutter und Tochter: Laura und Andrea.
Andrea ist Anfang 30 und hat ihren Weg im Leben noch nicht wirklich gefunden. Sie hat das Studium abgebrochen, kaum Freunde und ist noch Single. Ihre erfolgreiche Mutter ist Ärztin und hat soeben den Krebs besiegt. Andrea ist deswegen vor einiger Zeit aus New York zurückgekehrt, um sich um sie zu kümmern. An ihrem Geburtstag geht Andy gemeinsam mit ihrer Mutter in ein Diner, als plötzlich ein Amokschütze wild um sich schießt. Zwei Frauen hat er bereits getötet, als er auf Laura und Andrea zukommt. Laura stellt sich vor ihre Tochter und dem Täter entgegen...und tötet ihn. Auf einem Video, welches ein weiterer Besucher des Diners aufgenommen hat, sieht man wie emotionslos Laura den Mann tötet. Sie wird vom Opfer zum Täter und die Menschen beginnen sich gegen sie zu wenden. Laura befiehlt Andrea die Stadt zu verlassen und gibt ihr einige Koordinaten mit auf den Weg. Am ersten Ziel angelangt, stellt sie sehr bald fest, dass ihr Leben auf eine Lüge aufgebaut ist. Wer ist ihre Mutter wirklich? Und wer ist hinter ihnen her?

Die Geschichte besteht aus zwei zeitlich unterschiedlichen Handlungssträngen. Der Strang in der Gegenwart spielt 2018, der in der Vergangenheit 1986. In der Gegenwart hält sich Andrea an den Vorschlag un flüchtet. Sie begibt sich auf einen turbulenten Roadtrip. Die sehr unselbstständige Frau, die nicht wie Anfang 30 erscheint, sondern jünger und vorallem hilfloser wirkt, ahnt bald, dass sie verfolgt wird. In ihrer Not gelangt sie nach und nach zu mehr Selbstvertrauen. Trotzdem passieren ihr einige Fehler, bei der sie meiner Meinung nicht so glimpflich davonkommen würde, wie es hier erscheint...

Im Vergangenheitstsrang lernen wir die junge Jane kennen, eine erfolgreiche Pianistin, die jedoch in den Dunstkreis ihres Vaters und Freundes steht. Als es in Oslo zu einem Anschlag auf ihren Vater kommt, ändert sich Janes Leben von Grund auf...

Die Ausarbeitung der Charaktere blieb mir diesmal etwas zu oberflächlich. Zu Andrea konnte ich irgendwie kaum eine Verbindung aufbauen. Auch Laura blieb mir trotz der Rückblenden in die Vergangenheit fremd, obwohl mich ihre Vergangenheit anfangs fasziniert hat. Mit der Zeit konnte ich aber über sie nur mehr den Kopf schütteln. Auf der anderen Seite kann man aber auch ihr Verhalten nachvollziehen, da sie in ihrem Leben zuerst von ihrem Vater und danach von ihrem Freund manipuliert und beherrscht wurde. Einige Abschnitte fand ich jedoch ziemlich unglaubwürdig und kontruiert.

Der Spannungsbogen ist anfangs hoch, fällt jedoch sehr schnell ab und die Geschichte beginnt vor sich hin zu dümpeln. Trotzdem will man wissen, was alles hinter dem Ganzen steckt und liest und liest. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt fesselnd und eher einfach. So fliegt man durch die Seiten, auch wenn das Tempo nachlässt. Zum Ende hin zieht die Geschichte wieder an und alle Fragen werden überzeugend aufgelöst.

Die letzten Bücher der Autorin konnten mich leider nicht mehr so fesseln, wie damals die Grant County Reihe. Ich hoffe Karin Slaughter findet wieder zu ihrer alten Form.

Fazit:
Der hohe Spannungsbogen zu Beginn verliert sich mit der Zeit immer mehr und birgt einige Längen im Mittelteil. Mit den zwei Zeitebenen soll die Spannung aufrecht erhalten werden, was nur teilweise gelingt.
Ein solider Thriller, fast mehr Krimi - nicht mehr und nicht weniger. Die Autorin kann es auf jeden Fall besser...

Veröffentlicht am 15.09.2018

Meranas persönlichster Fall

Todesfontäne
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Diesen 6. Band sollte man nicht ohne Vorkenntnisse des Vorgängerbandes lesen!


Manfred Baumann legt uns mit seinem 6. Band rund um Chefinspektor Martin Merana einen sehr düsteren Krimi vor. Im letzten ...

Diesen 6. Band sollte man nicht ohne Vorkenntnisse des Vorgängerbandes lesen!


Manfred Baumann legt uns mit seinem 6. Band rund um Chefinspektor Martin Merana einen sehr düsteren Krimi vor. Im letzten Teil "Mozartkugelkomplott" wurde Merana schwer verletzt und hat außerdem einen schweren Schicksalsschlag erlitten. "Todesfontäne" ist sicherlich Meranas persönlichster Fall!

Durch die durchwegs eher düsteren Gedanken unseres Protagonisten schwebt über den Krimi eine eher negative Energie. Diese zieht zwar den Leser zu Beginn etwas runter, ist aber notwendig, da Merana im letzten Band einen schweren Schicksalschlag erlitten hat. Seitdem leidet er unter Depressionen. Seine Rücktrittserklärung hat er abgegeben, denn er möchte nicht mehr in den Polizeidienst zurückkehren. Im Rehabilitationszentrum, wo er seine Schussverletzung auskuriert, hat er bereits gedanklich mit seiner Polizeikarriere abgeschlossen. Da kontaktiert ihn seine Kollegin Carola wegen eines aktuellen Falles. Im Schlossgarten zu Mirabell wurde eine Leiche im Brunnen gefunden. Es ist der deutsche Geschäftsmann Hans von Billborn, der anlässlich eines Kongresses in Salzburg weilte. Auf seinem Notebook hatte er kurz vor seinem Tod ein Foto angesehen, welches vor ungefähr 40 Jahren genau vor demselben Brunnen aufgenommen wurde, wo nun seine Leiche entdeckt wurde. Darauf zu sehen sind ein fröhliches, junges Paar: Hans von Billborn und Meranas Mutter Rosalinde. Dieses Bild reißt Merana aus seinen Depressionen. Er versucht herauszufinden, wann und wie Hans von Billborn seine Mutter kennengelernt hat und warum er dieses Foto kurz vor seinem Tode auf seinem Laptop angschaut hat. Während seine Kollegen sich um den Mordfall kümmern, muss sich Merana seiner Vergangenheit stellen.

Bereits in den letzten Bänden wurde der tragische Tod seiner Mutter erwähnt, aber nie Genaueres darüber erzählt. Nun sieht sich Merana gezwungen, sich mit dem für ihn traumatischen Unglück auseinanderzusetzen und stößt auf einige Ungereimtheiten. Doch nach fast 40 Jahren ist dies ein schweres Unterfangen. Als Billborns Tochter Jennifer anreist, versuchen sie gemeinsam herauszufinden, in welcher Verbindung ihr Vater und seine Mutter standen. Doch da passiert ein weiterer Anschlag auf ihn und wieder gibt es einen Toten. Warum steht er im Fokus des Täters?

Wie von Manfred Baumann gewohnt, gibt es neben der Krimihandlung wieder eine bildhafte "Stadtführung" durch die Salzburger Innenstadt. Zentrum ist diesmal natürlich der Mirabellgarten und seine Brunnen und Figuren. Man merkt hier wieder sehr stark, dass sich der Autor mit Geschichte und der Kunstszene beruflich befasst hat und sich sehr gut auskennt. Auch die Umgebung rund um Salzburg kommt nicht zu kurz, wenn Merana seine Großmutter besucht oder die näheren Umstände des Todes seiner Mutter aufzuklären veruscht.

Die Spannungskurve steigt diesmal erst gegen Ende des Buches an. Der Leser versucht mitzurätseln, doch Merana ist uns und seinen Kollegen eine Spur voraus. Das Ende konnte mich leider nicht gänzlich überzeugen.

Schreibstil:
Im Gegensatz zum letzen Krimi schreibt Manfred Baumann diesmal nicht so detailverliebt. Die Sätze sind sehr kurz gehalten. Sie spiegeln Martin Meranas Gefühlwelt wider. Mit der Zeit werden sie etwas länger - passend zu seinem Gemütszustand. Die Stimmung ist großteils düster. Sie dauerte mir fast zu lange an.
Punkten kann der Autor wieder mit viel Lokalkolorit und seiner Mischung aus Krimi und Informationen über Salzburg.
Die Kapitelüberschriften zeigen den Wochentag und das Datum an.

Fazit:
Der neue Krimi aus der Reihe rund um Kommissar Martin Merana war mir diesmal zu schwermütig. Auch das Ende fand ich etwas konstruiert. Trotzdem hatte ich wieder sehr angenehme Lesestunden mit dieser wunderbaren Mischung aus Krimi und einem Spaziergang durch Salzburg. Ich hoffe, dass der kommende Band der Reihe wieder etwas mehr Heiterkeit versprüht.

Veröffentlicht am 05.09.2018

Zurück ins Mittelalter

Schwert der Hoffnung
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Schon länger bin ich auf der Suche nach einem neuen Zeitreiseroman, der mich unterhält und überzeugen kann. Ist es Tanja Riegel mit "Schwert der Hoffnung" gelungen? Teils, teils...

Der Roman ist im christlichen ...

Schon länger bin ich auf der Suche nach einem neuen Zeitreiseroman, der mich unterhält und überzeugen kann. Ist es Tanja Riegel mit "Schwert der Hoffnung" gelungen? Teils, teils...

Der Roman ist im christlichen Francke Verlag erschienen und somit ist auch klar, dass hier der Glaube ein Rolle spielt. Mit der Location Malta, den Ritterorden der Johanniter und der Jahreszahl 1564 sind wir damit auch schon beim Thema und zwar bei der Belagerung von Malta durch die Osmanen.

Doch bevor wir mitten im Kampf zwischen Christen und Muslimen stecken, befinden wir uns in der Gegenwart in Frankreich. Die Französin Anna und der Brite Edward sind sehr unterschiedliche Protagonisten. Anna ist sehr strukturiert, hat ihre Zukunft bereits geplant und sich für ein Medizinstudium eingeschrieben. Selbst bezeichnet sie sich als graue Maus und ist eher zurückhaltend. Edward kommt zwar aus reichem Haus, lebte aber die letzte Zeit als Anführer einer Gang auf der Straße. Er ist großspurig und weiß mit dem Messer umzugehen. Das ist auch der Grund warum er als Strafe im Schuppen seines Großvaters aufräumen muss. Anna, die Tochter des Gärtners, hilft ihm dabei. Sie finden eine Holzkiste mit einem Art Tagebuch, sowie ein mit Edelsteinen besetztes Rapier. Bei der Berührung wird der Dolch heiß und die Beiden verlieren das Bewusstsein. Als sie erwachen befinden sie sich in einer Höhle in Malta im Jahr 1564....

Der Zeitprung passiert bereits auf den ersten Seiten und es ist interessant zu lesen, wie sich Anna und Ed versuchen zurechtzufinden. Sie sind weder ansprechend gekleidet, noch haben sie eine Ahnung in welcher Zeit sie gelandet sind. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich als Ehepaar ausgeben und so unauffällig wie möglich zu bleiben. Doch vorallem müssen sie versuchen das Rapier zu finden, um wieder in ihre Zeit zurückzukommen.
Leider konnte mich der Roman nicht immer fesseln. Manche Abschnitte gehen viel zu schnell und überhastet voran. Einer davon war sehr spannend, jedoch überstürzen sich die Ereignisse dermaßen, dass ich am Ende verwundert zurückgeblättert und nachgeschaut habe, ob ich etwas überlesen hatte. Dem war nicht so und leider folgten auch später keinerlei Erklärungen dazu. Für mich waren diese Szenen nicht wirklich schlüssig und zu unglaubwürdig. Danach wurde die Geschichte wieder ruhiger und man begleitet Anna und Ed, die versuchen sich der Zeit anzupassen. Edward wird im Schwertkampf ausgebildet und Anna bekommt Einblicke in die mittelalterliche Medizin. Beide wachsen an der Situation und kommen sich auch etwas näher. Als sie bemerken, dass sie nicht vor dem großen Angriff der Osmanen in ihr altes Leben zurückkehren können, kämpfen sie nicht nur um ihr eigenes Überleben, sondern auch um diejenigen, die während des Aufenthalts zu ihren Freunden geworden sind. Im weiteren Verlauf des Romans stehen die Kämpfe im Mittelpunkt. Dies verleiht der Geschichte mehr Spannung und hat mich endlich etwas mehr an die Seiten kleben lassen. Auch wenn der Roman eine durchschnittliche Seitenanzahl von nicht ganz 500 Seiten hat, lässt er sich nicht schnell lesen. Man braucht dazu Zeit und Muße.

Die geschichtliche Komponente und den Glaubenskrieg hat die Autorin wunderbar recherchiert und dargestellt. Der rote Faden in diesem christlichen Roman ist das Vertrauen auf Gott. Auch in diesem Buch habe ich wieder eine Epoche näher kennenlernen dürfen, die bis jetzt an mir vorübergegangen ist. Ich kenne zwar das Malteser Kreuz und weiß ein bisschen über die Ritter des Johanniterordens, aber das war es schon. Ein weiteres Thema ist die Medizin des 16. Jahrhunderts und ein ganz besonderes Heilmittel, das nur auf der maltesischen Insel Gozo zu finden ist.
Laut Verlag soll es noch einen weiteren Teil geben. Ich bin allerdings noch unschlüssig, ob ich diesen lesen werde.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut lesen. Die Beschreibungen sind bildlhaft und detailliert. Die Autorin spricht viele Themen an und setzt sich damit auseinander.
Die unterschiedlichen Charaktere der beiden Hauptprotagonisten wurden sehr lebendig beschrieben. Im Laufe des Romans entwickeln sich beide weiter.
Zu Beginn des Buches gibt es zwei Orientierungskarten, am Ende Begriffserklärungen und historische Anmerkungen der Autorin.

Fazit:
Ein Roman, der mich etwas zwiegespalten zurücklässt. Interessanter historischer Hintergrund und Plot, Zeitreisen mag ich sowieso, aber manche Abschnitte waren mir zu "unausgegoren" und unlogisch. Für ein Erstlingswerk aber nicht schlecht, außerdem sehr gut recherchiert.