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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

gut durchdachter, kurzweiliger Schwarzwald-Krimi

Das Schweigen der Schweine
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Im tiefsten Schwarzwald, in einem kleinen Dorf, in dem jeder jeden schon seit Leben lang kennt und man vieles einfach ruhen lassen will, häufen sich die schrecklichen Ereignisse auf dem Hof von Lutz und ...

Im tiefsten Schwarzwald, in einem kleinen Dorf, in dem jeder jeden schon seit Leben lang kennt und man vieles einfach ruhen lassen will, häufen sich die schrecklichen Ereignisse auf dem Hof von Lutz und Erna: Zunächst findet Erna einen Hühnerfuß in der Wäsche, die später gestohlen wird, dann einen Schafskopf auf der Fußmatte, ihre Enkelin Leni, die unter der Woche von ihren Großeltern betreut wird, wird dort entführt, der Knecht Igor wird erschossen und Erna tot in der Scheune gefunden. Das alles passiert innerhalb weniger Tage und der Leser kann zusammen mit Kommissar Poensgen, der im Rollstuhl sitzt, und seiner Assistentin Lissy ermitteln – und das bis ganz zum Schluss, denn neue Erkenntnisse und Spuren werden genau zum richtigen Zeitpunkt geteilt.

Die Beschreibungen der Landschaft, der Dorfidylle und des Dorflebens, der Höfe und der zwischendurch geschwätzten Mundart, hat Alexa Rudolph sehr schön eingefangen, die Charaktere und Eigenheiten der Landbewohner liebvoll, detailliert und manchmal auch ein wenig klischeehaft gezeichnet.

Eine gut durchdachte Geschichte, flüssig, kurzweilig und mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor erzählt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

sehr gut erklärte Nähprojekte, in bunter Auswahl und verschiedenen Schwierigkeitsgraden – da ist für jeden etwas dabei

Geschenke aus dem Nähkästchen
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Ruth Laing erklärt in ihrem Buch „Geschenke aus dem Nähkästchen“ zunächst kurz Grundlegendes vom Stoffzuschnitt, Versäubern, der weiteren Verarbeitung bis zum Stoffe verstärken und stellt dann 32 verschiedene ...

Ruth Laing erklärt in ihrem Buch „Geschenke aus dem Nähkästchen“ zunächst kurz Grundlegendes vom Stoffzuschnitt, Versäubern, der weiteren Verarbeitung bis zum Stoffe verstärken und stellt dann 32 verschiedene Nähprojekte vor. Im Anhang finden sich die Schnittmuster in Originalgröße, bei denen praktischerweise schon die Nahtzugabe von 1cm berücksichtigt wurde.

Sehr gut gefällt mir, dass jedes Projekt nach Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand gekennzeichnet ist als „Stundenprojekt“, „Halbtagesprojekt“ oder „Tagesprojekt“; oft kann man das als Nähanfänger ja gar nicht abschätzen. Unter den Modellen finden sich z.B. Duftsäckchen, eReader-Hülle, eine Clutch, eine Handytasche zum Aufklappen mit Fächern und Extratäschchen,, ein Hundehalsband, eine Puppe, eine Schlafbrille, eine Boho-Wendetasche, ein Utensilo, eine Schürze, ein detailreiches Portemonnaie, Passhüllen, kleine Täschchen u.m.; jede Anleitung enthält mehrere Fotos, genaue Listen der Zuschnitte und Schritt-für-Schritt Erklärungen in Wort und farbigen Bildern. Die Anleitungen sind leicht verständlich, die Bilder sehr anschaulich. Die vielen Fotos der fertigen Modelle, in wunderschönen Stoffen, zeigen, wie vielfältig diese nachzuarbeiten sind, als persönliche Geschenke aus individuellen Stoffen und man möchte direkt damit beginnen.
Ich habe mir mehrere Modelle ausgesucht, die ich als Weihnachtsgeschenke nähen werde.... oder vielleicht doch selber behalte.

Fazit: sehr gut erklärte Nähprojekte, in bunter Auswahl und verschiedenen Schwierigkeitsgraden – da ist für jeden etwas dabei

Veröffentlicht am 15.09.2016

wunderschön gestaltetes Kochbuch mit abwechslungsreichen Rezepten, vielen Fotos und Hintergrundinformationen

Vietnamesische Strassenküche
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Zunächst geben Tracey Lister und Andreas Pohl eine Einführung in die vietnamesische Straßenküchenkultur, bei der oft die Haustür geöffnet und direkt auf der belebten Straße verkauft wird. Hier is(s)t man ...

Zunächst geben Tracey Lister und Andreas Pohl eine Einführung in die vietnamesische Straßenküchenkultur, bei der oft die Haustür geöffnet und direkt auf der belebten Straße verkauft wird. Hier is(s)t man nie allein, was sich in der vietnamesichen Redewendung „Allein essen ist schmerzhaft“ wiederfindet. Die aufgeführten Einflüsse anderer Küchen fand ich sehr interessant, wobei in diesem Buch eher traditionelle Rezepte Einzug gefunden haben - spannend auch, dass ebensolche „vererbt“ werden und Familiengeheimnisse bleiben.

Die Vielfalt der vietnamesischen Straßenküche ist ebenso groß wie die des Landes selbst und so verwundert es überhaupt nicht, dass es den beiden Autoren schwer gefallen ist, eine begrenzte Auswahl zu treffen. Diese wurden unterteilt in die Kapitel:
- Frühlings- und Sommerrollen
- Grillen und Braten
- Kochen und Dämpfen
- Frittieren
- Baguettes und Salate
- Süßes
- Saucen und Würzmittel

Die Rezepte sind in der Regel für 6 Personen berechnet; zu jedem Rezept gibt es zunächst Hintergrundinformationen, mindestens ein großes Foto, manchmal auch eine kleine Fotostrecke als zusätzliche Erklärung, eine Zutatenliste und die leicht verständliche Zubereitung.
Das Buch ist aber weit mehr als „nur“ ein Kochbuch; viele Fotos zeigen Szenen der Straßenküche; immer wieder finden sich zwischen den Rezepten Doppelseiten, auf denen Inhaber mit ihrer Straßenküche, ihrem Gericht und der Zubereitung vorgestellt werden und auch selber etwas über ihr Leben erzählen. Dadurch erhält man als Leser farbenfrohe Einblicke und zusätzliche Informationen. Am Ende des Buches werden verschiedene Nudelarten und Kräuter vorgestellt und findet das alphabethisch geordnete Rezeptverzeichnis.

Dieses Buch macht schon beim Durchblättern gute Laune, so farbenfroh und wunderschön gestaltet, macht es direkt Appetit auf die vorgestellten Speisen, die ganz abwechslungsreich sind. Die Rezepte, die ich nachgekocht habe, waren einfach zuzubereiten und sehr lecker.

Fazit: wunderschön gestaltetes Kochbuch mit vielen Fotos und Hintergrundinformationen

Veröffentlicht am 15.09.2016

beeindruckend, spannend und aktuell

Die Attentäter
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Antonia Michaelis beschreibt drei junge Menschen, deren Leben untrennbar verwoben sind. Cliff, Alain und Margarete wohnen im selben Haus, seit sie ungefähr vier Jahre alt sind. Magisch voneinander angezogen, ...

Antonia Michaelis beschreibt drei junge Menschen, deren Leben untrennbar verwoben sind. Cliff, Alain und Margarete wohnen im selben Haus, seit sie ungefähr vier Jahre alt sind. Magisch voneinander angezogen, lieben sie sich und können es doch nicht wirklich zugeben, sind auch immer wieder von einander abgestoßen und kommen doch nicht voneinander los. In manchem sind sie sich zu ähnlich und in anderem völlig verschieden.
Margarete und Alain wachsen in intakten Familien auf, eher wohlbehütet. Alain und Cliff sind beide begnadete Maler und Zeichner, wobei Cliff über ein fotografisches Gedächnis verfügt. Mararete ist die Bodenständige, Vernünftige der Drei und gibt den beiden anderen immer wieder Halt und Erdung. Cliff leidet sehr darunter, dass seine Mutter sich von ihm und seinem Vater getrennt hatte um Karriere zu machen, vielleicht auch gerade wegen ihrer türkischen Wurzeln etwas zu zielgerichtet und ehrgeizig; außerdem konnte sie die Wutausbrüche und Kontrollverlust ihres Sohnes einfach nicht mehr ertragen. Cliff ist völlig zerrissen, immer auf der Suche, nach ihr, nach Anerkennung, einem Sinn, versteht sich selber als „formbare Masse auf der Suche nach Form“ ( S.145), provoziert, sucht Ärger und immer wieder die Nähe „dunkler“ Gruppierungen; zwischendurch lebt er in einer Psychatrie oder ist im Ausland verschwunden. Alain und Margarete stellen dann mit Wehmut fest: „ Er ist schon wieder aus unserer Welt gefallen“ und, sobald Cliff zurückkommt haben sie ein Auge auf ihn, hoffen „alles würde in Ordnung kommen“. Immer wieder tauchen die Bilder von Flügeln und Engeln, bzw. einem gefallenen Engel auf, auch als Unterscheidung zwischen Hell und Dunkel, Gut und Böse, so wie Cliff Alain und sich selber sieht.

Cliff konvertiert zum Islam, radikalisiert sich. Gerade sein fotografisches Gedächnis sowie seine Fähigkeit zu zeichnen, machen ihn für den IS so interessant und er wird damit beauftragt, in Berlin „den Tag des Blutes“ zu organisieren...

Antonia Michaelis versteht es meisterhaft zu beschreiben, welche Entwicklung die Drei durchmachten, die Kämpfe und Zerrissenheit, dieses Schwanken und Hoffen und doch keinen anderen Ausweg mehr zu sehen um gerettet zu werden. Die ersten Seiten fand ich etwas anstrengend zu lesen und dann, plötzlich, war ich gefangen von der Sprache und der Geschichte, die ganz authentisch wirkt, bis zum Ende fesselt und dann noch nachwirkt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

zauberhafte Geschichten, wundervoll illustriert

Giesbert in der Regentonne
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An einem Tag, an dem es wie aus Eimern schüttete, wurde der Regenrinnen-Wicht Gisbert durch das Fallrohr in das darunterstehende Regenfass gespült, in dem er nun lebt.
Gisbert erforscht den Garten, lernt ...

An einem Tag, an dem es wie aus Eimern schüttete, wurde der Regenrinnen-Wicht Gisbert durch das Fallrohr in das darunterstehende Regenfass gespült, in dem er nun lebt.
Gisbert erforscht den Garten, lernt seine neuen Nachbarn kennen: verschiedene Wichte, den Kater Munz, ein Eichhörnchen, einen Frosch, eine Laufente..., mit denen er einiges erlebt, wobei er manches Mal etwas ungestüm ist und alles auf den Kopf stellt. Er liebt es, auf seiner Flöte zu spielen, Gedichte zu reimen und kann, wenn er genügend wütend ist, das Wasser überlaufen lassen.

Gisbert, ein echter Sympathieträger und eindeutig ein nettes Kerlchen, mit dem sich Kinder identifizieren können, weiß manchmal nicht so Recht, wie er mit seinen Gefühlen umgehen soll, z.B. mit Wut oder Liebeskummer; er ist immer neugierig, hilfsbereich und erforscht die Welt.
Auch seine Gedichte und Späße bereiten beim Vorlesen und Zuhören Spaß, genau wie die vielen wundervollen Bilder, die man auf jeder Doppelseite entdecken kann.
Mir gefällt auch sehr, dass die Geschichte in einzelne Kapitel unterteilt wurde, so dass die einzelnen Leseabschnitte in sich abgeschlossen sind.

Fazit: Eine ganz zauberhafte Vorlesegeschichten über einen liebenswerten und manchmal ungestümen Wicht, wundervoll illustriert.