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Veröffentlicht am 21.02.2019

Nicht so meins

Gefährdet
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„Gefährdet“ von Meike Dannenberg ist nach „Blumenkinder“ der 2. Fall für die Berliner BKA-Sonderermittlerin Nora Klerner. Schauplatz ist Hamburg. Worum geht es?
Die Kinder des Hamburger Reeders und Lokalpolitikers ...


„Gefährdet“ von Meike Dannenberg ist nach „Blumenkinder“ der 2. Fall für die Berliner BKA-Sonderermittlerin Nora Klerner. Schauplatz ist Hamburg. Worum geht es?
Die Kinder des Hamburger Reeders und Lokalpolitikers Justus Stein wurden entführt. Doch es gibt keine Lösegeldforderung. Nora wird nach Hamburg beordert. Unterstützt wird sie von Fallanalytiker Johan Helms. Bald ist klar, Lasse und Livia sind in einem Container eingesperrt. Wobei der Leser der Polizei hier einen Schritt voraus ist.
Und was hat der Tod eines russischen Ex-Zuhälters mit der Sache zu tun? Die Spur führt zu Tarek, der für Justus‘ Bruder Jürgen Container transportiert und im Drogenschmuggel durchstarten will. Können Nora und Johan die Kinder retten, bevor es zu spät ist?
„Gefährdet“ kommt anfangs trocken wie ein Sachbuch daher. Es fehlen Dialoge mit denen ein Autor die Handlung voran und die Spannung in die Höhe treibt. Dazu unsympathische Protagonisten. In der zweiten Hälfte überschlagen sich dann die Ereignisse und die Spannung steigt.
Mit ihren Alleingängen bringen Nora und Johan nicht nur sich, sondern auch andere in Gefahr. Beide plagen private Probleme. Nora kämpft zudem mit den Dämonen ihrer Vergangenheit. Um an Informationen zu kommen, überschreitet sie zunehmend jede Grenze.
Gefallen haben mir die wechselnden Perspektiven, denn sie sorgen für Dynamik - und die solide Ermittlertätigkeit. Ich bin gespannt, wie es mit Nora und Johan weitergeht.

Fazit: Solide Krimikost mit unsympathischen und unprofessionellen Protagonisten.

Veröffentlicht am 27.10.2018

Die Macht der Männer über die Frauen

Flucht in die Schären
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Auf das Wiedersehen mit Nora Linde und Thomas Andreasson habe ich mich sehr gefreut. Denn ich bin ein großer Fan der Autorin und habe alle Bücher dieser Reihe begeistert verschlungen, doch diesmal wurde ...

Auf das Wiedersehen mit Nora Linde und Thomas Andreasson habe ich mich sehr gefreut. Denn ich bin ein großer Fan der Autorin und habe alle Bücher dieser Reihe begeistert verschlungen, doch diesmal wurde ich enttäuscht. Worum geht es?
Es geht um häusliche Gewalt bzw. Gewalt in der Ehe. Wir lernen Mina kennen. Sie hat einen kleinen Sohn und wird von ihrem Mann Andreis immer wieder verprügelt. Wird es Mina gelingen, sich von Andreis zu lösen?
Nora versucht schon seit längerer Zeit, Andreis, der als Kopf der Stockholmer Drogenszene gilt, dingfest zu machen. Eine Aussage Minas würde da sehr helfen.
Währenddessen hat Thomas Stress mit seiner Frau Pia. Als ein Mord geschieht, wird Thomas in Noras Fall hineingezogen. Es eskaliert…
„Flucht in den Schären“ von Viveca Sten ist bereits der neunte Fall für das schwedische Duo Nora und Thomas. Doch die Geschichte ist ganz anders als die Vorgängerromane. Denn der erste Mord passiert nach über 300 (von ca. 500) Seiten.
Zwischendurch sind immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit eingestreut, aus Bosnien in den 90er Jahren. Sie erzählen die Geschichte des kleinen Andreis. Voll das Klischee. Denn natürlich hatte er eine schlimme Kindheit. Schließlich herrschte damals Krieg.
Anfangs fand ich diese Rückblenden ganz interessant. Aber zunehmend haben sie mich nur noch genervt, weil sie zu Lasten der Spannung gehen.
Kapitel 73, letzter Satz: „Wegen deinem Vater werden wir noch alle sterben.“ kreisch Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

Fazit: Deprimierender Thriller mit schockierendem Ende.

Veröffentlicht am 22.10.2018

Schlimmer geht immer

Totentanz am Strand
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„Totenstille im Watt“ hatte mich begeistert und so musste ich „Totentanz am Strand“ unbedingt haben. Doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Dr. Bernhard Sommerfeldt hat sich nach seinen Morden an der ...


„Totenstille im Watt“ hatte mich begeistert und so musste ich „Totentanz am Strand“ unbedingt haben. Doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Dr. Bernhard Sommerfeldt hat sich nach seinen Morden an der ostfriesischen Nordsee-Küste ins Ruhrgebiet zurück gezogen, wo er sich vor der Polizei versteckt. Er vermisst seine ostfriesische Wahlheimat, ist aber auch unentschlossen. Er hat Angst, in Norden von Kommissarin Ann Kathrin Klaasen geschnappt zu werden. Gleichzeitig will er eigentlich nach Bamberg, um endlich Rache an seiner Familie zu nehmen, die ihn aus der Firma ausgebootet hat.
Er fährt dann doch nach Ostfriesland, schleicht um das Haus seiner Ex-Freundin Beate herum - und tötet einen Mann, der ihr Probleme bereitet. Nun will er sich seiner Familie widmen - aber seine Schwäche gegenüber Frauen, vor allem gegenüber seiner Mutter, wird zu einem dramatischen Problem.
Erzählt wird die Geschichte wieder in der Ich-Perspektive aus Sicht von Sommerfeldt. Klaus-Peter Wolf präsentiert dem Leser diesmal allerdings eine eher seltsame Story. Spannung kommt eigentlich erst in der zweiten Hälfte auf, davor geht es vor allem um Sommerfeldt und seine diversen Befindlichkeiten.
Die Ostfriesenreihe und auch den Vorgängerroman habe ich geliebt. Aber „Totentanz am Strand“ war nicht mein Ding, nicht meine Art von Humor.

Fazit: Nicht so gut wie Band 1 und die Ostfriesenreihe. Ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss.

Veröffentlicht am 13.10.2018

Spannung in Savannah

Echo Killer
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Harper McClain ist Reporterin. Eines Tages gerät sie zusammen mit dem Fotografen Miles in eine Schießerei zwischen Gangmitgliedern. Polizist Luke Walker rettet sie.

Harper ist tough. Aber sie kämpft auch ...

Harper McClain ist Reporterin. Eines Tages gerät sie zusammen mit dem Fotografen Miles in eine Schießerei zwischen Gangmitgliedern. Polizist Luke Walker rettet sie.

Harper ist tough. Aber sie kämpft auch mit den Dämonen ihrer Vergangenheit. Sie war zwölf Jahre alt, als sie ihre Mutter tot in der Küche fand, ermordet. Der Fall ist bis heute ungeklärt.

15 Jahre später scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Marie Whitney, eine Frau Mitte dreißig, wird nackt und erstochen auf dem Küchenboden aufgefunden - von ihrer 12-jährigen Tochter.

Hat der Täter von damals erneut zugeschlagen? Der Modus Operandi ist derselbe. Es gibt keine Fingerabdrücke, keine DNA, keine forensischen Spuren. Zitat: „Es ist, als hätte der Mord an meiner Mutter vor all dieser Zeit einen Riesenlärm gemacht. Und dieser Mord ist das Echo.“

Harper verbeißt sich in den Fall. Sie bricht alle Regeln und bringt sich sogar in Lebensgefahr. Mit ihr bin ich nicht wirklich warm geworden. Auch die Love Story hätte ich nicht gebraucht. Zitat: „Sie brannte wie Feuer, wo er sie berührte. Sein Körper passte so perfekt zu ihrem.“

Dem starken Anfang folgt ein schwacher Mittelteil. Ständige Wiederholungen gehen zu Lasten der Spannung. Ab einem bestimmten Punkt wird die Geschichte daher ziemlich vorhersehbar. Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger, der zweifellos nach Fortsetzung schreit.

Fazit: Solides Thrillerdebüt mit romantischem Beigeschmack und vorhersehbarem Ende.

Veröffentlicht am 02.10.2018

Was für ein böser Thriller!

Bösland
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Max Broll war toll. Die Totenfrau kenne ich nicht. Aber Bösland? Naja... so lala. Doch worum geht es?
1984: Bens Vater hat sich auf dem Dachboden erhängt, nachdem er seinen Sohn immer wieder genau dort, ...


Max Broll war toll. Die Totenfrau kenne ich nicht. Aber Bösland? Naja... so lala. Doch worum geht es?
1984: Bens Vater hat sich auf dem Dachboden erhängt, nachdem er seinen Sohn immer wieder genau dort, im sogenannten Bösland, misshandelt hat. Damals war Ben gerade einmal 10 Jahre alt. Ein Schicksal, das berührt.
Sommer 1987: Auf dem Dachboden eben dieses Bauernhauses wird nun Mathilda brutal ermordet. Ben schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und richtet ein Blutbad an. Aber, stimmt das auch?
Dreißig Jahre lang bleibt die Geschichte im Verborgenen, denn Ben kann sich an nichts erinnern - bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt. Offenbar hat Ben nun seine Therapeutin ermordet.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Ben. Bernhard Aichner liebt knappe, schlichte Sätze und noch knappere Dialoge, bei denen er sogar auf Einleitungssätze und Anführungszeichen verzichtet.
Nichtsdestotrotz war mir schnell klar, wer der wirkliche Täter ist. Die Geschichte ist zudem leidlich spannend und vorhersehbar. Somit ist Bösland für mich nur ein mittelmäßiges Werk, das man lesen kann, aber nicht muss.

Fazit: Vorhersehbare Thriller machen keinen Lesespaß.