Der Camino verändert dich
Zum Glück gibt es Umwege
Zoe und Martin wandern den Jakobsweg, von Cluny in Frankreich bis nach Santiago de Compostela. Doch bis dahin ist es ein weiter, steiniger Weg. Zoe ist Künstlerin und kommt aus Kalifornien. Martin ist ...
Zoe und Martin wandern den Jakobsweg, von Cluny in Frankreich bis nach Santiago de Compostela. Doch bis dahin ist es ein weiter, steiniger Weg. Zoe ist Künstlerin und kommt aus Kalifornien. Martin ist Engländer und will eigentlich nur seinen Wanderkarren testen. Beide sind grundverschieden. Hieraus resultiert ein gehöriges Maß an Witz und Humor.
Graeme Simsion (Das Rosie-Projekt) und seine Frau Anne Buist sind den Jakobsweg zweimal gegangen. Örtlichkeiten und Wegbeschreibungen gehen auf eigenen Augenschein zurück, und so manche Begegnung auf dem Camino ist, fiktiv abgewandelt, in die Romanhandlung eingeflossen.
Erzählt wird die Geschichte in wechselnden Perspektiven aus Sicht von Zoe und Martin. Mit Zoe bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Martin dagegen habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Denn er ist ein Kopfmensch, der alles vorab geplant und strukturiert hat.
Zoe jedoch läuft morgens einfach los, ohne Karte und ohne zu wissen, wo sie am Abend übernachtet. Einmal landet sie in einer Kirche, ein anderes Mal - zufällig - in einem von Martins vorgebuchten, aber kurzfristig stornierten Zimmer. Immerhin, am Ende wächst sie über sich hinaus.
Die Gespräche der Pilger drehen sich meines Erachtens im Kreis: Woher kommst du? Wo bist du gestartet? Bis wohin gehst du? Waschen, Essen, Schlafen. Immer wieder geht es um Geld - und um Alkohol. Viel Alkohol. Das hat mir nicht gefallen. Interessant fand ich, dass es mehr als einen Jakobsweg gibt. Alles in allem hat das Buch mich nicht inspiriert, meine eigene Reise anzutreten.
Fazit: Ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Berührt hat es mich nicht.