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Veröffentlicht am 13.10.2016

Ein Top-Thriller, doch für den Sprecher gibt es einen Stern Abzug

Fenster zum Tod
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Inhalt
Thomas Kilbride sieht sich gerade in New York um, als ihn etwas stutzig macht: Im oberen Stockwerk eines Hauses beobachtet er ein Ding, das aussieht wie ein Kopf, über den eine Plastiktüte gezogen ...

Inhalt
Thomas Kilbride sieht sich gerade in New York um, als ihn etwas stutzig macht: Im oberen Stockwerk eines Hauses beobachtet er ein Ding, das aussieht wie ein Kopf, über den eine Plastiktüte gezogen wird. Da Thomas seine Spaziergänge nicht etwa im realen Leben macht, sondern online auf Whirl360 – das darf man sich als eine Art begehbares Google-Earth vorstellen – ruft er seinen Bruder Ray zu Hilfe. Ray zweifelt an der Theorie seines psychisch kranken Bruders, doch um Thomas zu beruhigen, muss er nach New York fahren, um sich das Fenster aus der Nähe anzuschauen. Dort steht er allerdings vor verschlossenen Türen und findet auch keinen Hinweis darauf, dass in der Wohnung ein Mord geschehen sein könnte. Doch nur weil Ray nichts sieht, bedeutet das nicht, dass er nicht gesehen wird und so beginnt eine Jagd, auf die niemand vorbereitet war.

Protagonisten
Thomas Kilbride war schon in seiner Kindheit ein Sonderling. Während er früher noch Landkarten gesammelt hat, verbringt er heute den ganzen Tag vor dem PC und lebt in einer virtuellen Welt. Mit seiner Begabung, sich alles merken zu können, durchstreift er online die ganze Welt, Stadt für Stadt, Straße für Straße, in der Überzeugung, dass eines Tages alle Karten dieser Welt verschwunden sind und die CIA dann auf ihn zurück greift, weil er alle Städte in seinem Kopf hat. Er ist ein sehr liebenswerter Protagonist mit einem kindlichen Gemüt, der trotzdem ernst genommen werden möchte.

Ray Kilbride ist Illustrator und lebt bereits seit Jahren sein eigenes Leben. Nach dem überraschenden Unfalltod seines Vaters muss er in das Haus seiner Familie nach Promise Falls zurück kehren, vieles regeln und vor allem versuchen, seinen Bruder in einem Heim unterzubringen. Alleine damit ist er zunächst überfordert, doch Thomas Überzeugung, einen Mord beobachtet zu haben, bringt noch größere Probleme mit sich. Er behandelt seinen Bruder sehr rücksichtsvoll und versucht alles, um auf ihn einzugehen.

Ihm zur Seite steht eine frühere Schulkameradin, Julie, die als Reporterin für die regionale Zeitung arbeitet. Sie findet einen ganz anderen Zugang zu Thomas als sein Bruder und hilft ihm gelegentlich in dieser Beziehung auf die Sprünge. Auch bei der Recherchen der beiden Brüder steht sie diesen hilfreich zur Seite.

Meine Meinung
Der Titel des Hörbuches hat mich sofort an den Film „Das Fenster zum Hof“ von Alfred Hitchcock erinnert, doch während der Protagonist im Film aufgrund einer Verletzung nur am Fenster sitzen und die Menschen beobachten kann, ist es bei Thomas Kilbride ein virtuelles Fenster und seine Handlungsmöglichkeiten sind dadurch noch eingeschränkter.

Während der Hörer zunächst die beiden ungleichen Brüder kennen lernt und auch nach und nach erfährt, wie schwierig die Beziehung zwischen den beiden ist, springt Linwood Barclay dann von Kapitel zu Kapitel, teils unter Zuhilfenahme von Zeitsprüngen, zu neuen Handelnden und neuen Schauplätzen bis der Hörer der Meinung ist, ein komplexes Bild davon zu haben, was passiert ist – von dem Zeitpunkt an, als der Aufnahmewagen durch New York fuhr und das verhängnisvolle Bild aufgenommen hat bis zu dem Moment, in dem Thomas das Bild entdeckt hat.

Doch dann bringt der Autor eine Wendung ein, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe und steigert die Spannung so noch weiter. Er macht weder vor Politikern Halt, noch vor der Mafia, weitet seine Geschichte immer weiter aus und schafft es dabei, dass man als Hörer jederzeit den Überblick darüber behält, wo man sich gerade befindet und ob die Situation in der Gegenwart spielt oder in der Vergangenheit.

Mich hat dieser Thriller von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann gezogen. Der Fortgang der Handlung ist logisch aufgebaut und ist ohne Schwächen. Die Charaktere sind ebenfalls bestens herausgearbeitet. Der Sprecher Frank Arnold versucht jedem, eine eigene Stimme zu geben, was ihm im Grunde auch gelungen ist, allerdings bedient er sich manchmal unterschiedlicher Lautstärken und das hat mir nicht gefallen. Während ich bei Thomas – aufgrund seiner Erkrankung – noch davon ausgegangen bin, dass dieser etwas lauter spricht, hatte ich manchmal den Eindruck, dass andere Handelnde sich anschreien, dabei war es nur die Stimme, die der Sprecher ihnen verliehen hat. Tatsächlich war ich davon hin und wieder so genervt, dass ich einem absolut überzeugenden Thriller, dem ich als Buch vermutlich fünf von fünf Sterne gegeben hätte, für das Hörbuch einen Stern abziehe.

Veröffentlicht am 06.05.2019

Konnte meine Erwartungen nicht ganz erfüllen

Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst.
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Die Protagonisten und ihre Geschichte

Beckford ist eine kleine Stadt in England. Seit vielen hundert Jahren ertrinken dort immer wieder Frauen an einer bestimmten Stelle im Fluss, die passenderweise ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte

Beckford ist eine kleine Stadt in England. Seit vielen hundert Jahren ertrinken dort immer wieder Frauen an einer bestimmten Stelle im Fluss, die passenderweise „Drowning Pool“ genannt wird.

Danielle „Nel“ Abbott war schon immer fasziniert, nicht nur von den Geschichten, die man sich über diese Frauen erzählt, sondern auch vom Wasser selbst. Ihre Faszination ging soweit, dass sie an einem Buch über den Drowning Pool und dessen Vergangenheit geschrieben hat.

Ihre kleine Schwester Julia genannt Jules hat den Kontakt zu Nel vor Jahren abgebrochen, sie reagiert nicht auf Nels Anrufe und hatte auch nie vor, noch einmal nach Beckford zurückzukehren. Das hat sie durchgehalten bis zu dem Tag, an dem die Polizei ihr mitteilt, dass Nel im Drowning Pool ertrunken ist. Angeblich sei sie freiwillig ins Wasser gegangen.

Meine Gedanken zum Buch

Dieser Roman ist sehr vielschichtig und das meine ich wörtlich. Paula Hawkins lässt eine Vielzahl von Charaktere in ihre Geschichte eintreten, erzählt die Kapitel im Wechsel aus der Perspektive mehrerer Personen und arbeitet auf verschiedenen Zeitebenen.

Dabei beleuchtet sie nicht nur den Tod von Nel Abbott, sondern auch die Umstände, unter denen viele andere Frauen ums Leben gekommen sind, die Vergangenheit mehrerer Charaktere, die Familiengeschichten, berufliche Entwicklungen und anderes mehr. Dadurch hat sich die Geschichte unnötig in die Länge gezogen, weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen.

Einzig die Lobeshymnen die ich über diese Autorin gelesen habe, haben mich dazu veranlasst, das Hörbuch nicht abzubrechen. Ich habe darauf gehofft, dass mich die Geschichte irgendwann abholen kann. Und tatsächlich, wenn man bereit ist, sich auf die oben dargestellten vielen Schichten einzulassen, kam bei mir der Punkt, ab dem ich das Hörbuch nicht mehr ausschalten wollte, weil ich wissen musste, was wem tatsächlich passiert ist und wie alles zusammen hängt.

Die Idee zum Plot gefällt mir gut und nach einiger Zeit ist das Potential hinter dieser Idee auch aufgeblitzt, aber die Umsetzung hat meine Erwartungen insgesamt nicht vollständig erfüllen können.

Veröffentlicht am 02.02.2019

Ich war oft hin und her gerissen

Vergeben & Vergessen
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Dieses Buch ist der erste Band der Reihe um die Basketball-Mannschaft der Boston Berserks.

Das Handlungsgerüst hat mir gut gefallen, da ist einerseits Grace, die nicht auf den Mund gefallen ist, die sich ...

Dieses Buch ist der erste Band der Reihe um die Basketball-Mannschaft der Boston Berserks.

Das Handlungsgerüst hat mir gut gefallen, da ist einerseits Grace, die nicht auf den Mund gefallen ist, die sich aber beruflich unterordnet, um weiter zu kommen. Auf der anderen Seite steht Trent, dessen Ruf sowieso schon ruiniert ist. Er gibt den großen Superstar, der sich einen Dreck um die Meinung anderer kümmert und doch überspielt er damit nur sein Gefühlsleben. Der Verlauf des Fotoshootings, bei dem sich die beiden kennenlernen erschien mir aber zu unrealistisch. Ich möchte hier gar nicht mehr verraten, wer das Buch liest, wird vermutlich schnell feststellen, was ich damit meine.

Was mir gut gefallen hat war, wie die Beziehung zwischen Grace und Trent langsame entsteht, nach und nach ist da mehr, als die kleinen Reibereien, Aurelia Velten taucht in die Vergangenheit ihrer Protagonisten ein, sie beschreibt tiefgründig, was die beiden ausmacht und warum sie sind, wie sie sind. Für mich ist es wichtig, dass mich eine Liebesgeschichte berührt und das hat die Autorin auf jeden Fall geschafft.

Allerdings war ich oft hin und her gerissen. Grace hat ein riesiges Herz und die Güte, vergeben zu können. Doch sie verzeiht so vieles, dass es nicht nur mir zuviel wurde, sondern dass dies sogar Trent als Beziehungspartner verwundert. Es handelt sich aus meiner Sicht aber NICHT um eine toxische Beziehung. Trent provoziert Grace anfangs und nutzt in diesem Moment auch ihre Schwäche, sich nicht wehren zu können, um ihren Job nicht zu verlieren, aus, doch grundsätzlich übt er keinen emotionalen Druck sie aus. Auch wenn der Buchtitel "Vergeben und vergessen" lautet und dies das das Thema des Buches ist, war es mir ein zuviel an Güte, was Grace hier an den Tag legt.

Da ich zuvor "Gekittete Herzen halten besser" von Aurelia Velten gelesen habe, ein Buch, das mich zutiefst berührt hat und das zu meinen Jahreshighlights gehört, werde ich noch zu mindestens einem weiteren Band dieser Reihe greifen und hoffe, dass diese Geschichte mich dann wieder mehr überzeugen kann.

Veröffentlicht am 16.12.2018

Freundschaft, Vertrauen, Zusammenhalt

Küsse zum Frühstück
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Die Protagonisten und ihre Geschichte

Lori Cumberland ist die Haus- und Hofanwältin der Agentur Alliance, die sich darauf spezialisiert hat, einem gut situierten Klientel Ehepartner auf Zeit zu verschaffen. ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte

Lori Cumberland ist die Haus- und Hofanwältin der Agentur Alliance, die sich darauf spezialisiert hat, einem gut situierten Klientel Ehepartner auf Zeit zu verschaffen. Lori begleitet die frisch Geschiedenen nach Ablauf dieser Ehe auf Zeit zurück ins normale Leben. Als sie sich um drei Frauen gleichzeitig kümmern muss, beschließt sie, mit ihren Klientinnen auf Kreuzfahrt zu gehen, um die Frauen von ihren Problemen abzulenken. Da sie selbst bereits einmal geschieden ist, ist sie einem kleinen Abenteuer zwar nicht abgeneigt, eine feste Beziehung steht aber nicht auf ihrem weiteren Lebensplan.

Reed Barlow ist Privatdetektiv und „zufällig“ auch auf dem Kreuzfahrtschiff. Dass es zwischen ihm und Lori knistert, kann er zwar nicht bestreiten, aber eine feste Beziehung kommt auch für ihn nicht in Frage, weswegen er eigentlich auf Abstand gehen müsste. Als aber Lori in Gefahr gerät, kann er nicht einfach wegsehen…

Meine Gedanken zum Buch

„Küsse zum Frühstück“ ist der Auftakt der neuen „Diesmal für immer“-Reihe von Catherine Bybee. Mit dabei ist auch wieder das Team der Agentur Alliance, die die treuen Leser von Catherine Bybee bereits aus der „Eine Braut für jeden Tag“-Reihe kennen.

Catherine Bybee gehört zu meinen Lieblingsautorinnen und da ich viele ihre Bücher bereits kenne, sind meine Ansprüche entsprechend hoch. Leider konnte sie diese mit „Küsse zum Frühstück“ nicht erfüllen. Nicht nur, dass die Emotionen mich nicht wirklich erreicht haben, es war sogar so, dass mich der Spannungsanteil der Geschichte mehr fesseln konnte, als die Romanze an sich.

Das war dann aber auch der Grund, warum mich der Roman dennoch in den Bann ziehen konnte. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass die Handlung langatmig wird. Aber es war einfach nicht der gefühlvolle Liebesroman, den ich erhofft habe, und das obwohl ich Reed sehr überzeugend und auch Lori nicht unsympathisch fand.

Ich werde den zweiten Band dieser Reihe aber auf jeden Fall lesen, denn die vier Frauen, die sich hier ursprünglich zu einer Zweckgemeinschaft zusammengefunden haben, um dann eine Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt aufzubauen, haben mir gut gefallen und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass meine Erwartungen künftig wieder erfüllt werden.

Veröffentlicht am 29.10.2018

Das war hin und wieder zuviel des Guten

Mein wunderbarer Küstenchor
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Die Protagonistin und ihre Geschichte
Britta arbeitet in einem Hotel in Klütz, einem kleinen Küstenort in Mecklenburg. Der Besitzer des Hotel möchte Umbaumaßnahmen vornehmen lassen und das Hotel deswegen ...

Die Protagonistin und ihre Geschichte
Britta arbeitet in einem Hotel in Klütz, einem kleinen Küstenort in Mecklenburg. Der Besitzer des Hotel möchte Umbaumaßnahmen vornehmen lassen und das Hotel deswegen über Winter schließen. Die bevorstehende Zwangspause bereitet Britta Unbehagen, deshalb ist sie froh, in „ihrem“ Chor, den sie vor zwanzig Jahren mitgegründet hat, eine feste Konstante zu haben.

Zusammen mit den anderen Chormitgliedern freut sie sich auf die Teilnahme an einem Wettbewerb in Finnland. Doch ausgerechnet jetzt muss der Chorleiter aus beruflichen Gründen ans andere Ende von Deutschland ziehen. Auf die Schnelle wird eine Annonce geschalten und es melden sich tatsächlich potentielle Kandidaten, doch diese fallen allesamt bei den Chormitgliedern durch.

Über Umwege lernt Britta den Pianisten Jasper kennen, der sie dazu überredet, die Leitung des Chores selbst zu übernehmen. Eigentlich traut Britta sich das gar nicht zu, aber die Alternative wäre, dass der Chor auseinanderfällt und das möchte sie mit allen Mitteln verhindern.

Meine Gedanken zum Buch
Der bildhafte Schreibstil von Janne Mommsen hat mich sofort begeistert und nach und nach hatte ich das Gefühl, jede Ecke von Klütz zu kennen und die Protagonistin und die Nebendarsteller auf den Straßen und Wegen entlang gehen oder fahren sehen.

Auch die Idee, dem Singen und dem Chor eine so große Plattform zu geben, hat mir gut gefallen. – en fester Termin, eine verlässliche Gruppe, Menschen, die man seit Jahren kennt, eine eingeschworene Gemeinschaft, die Halt gibt, das war glaubwürdig gestaltet.

Mit Britta bin ich leider gar nicht warm geworden. Einerseits wird sie als starke und selbständige Frau beschrieben, dann ist sie diejenige, die verunsichert ist, nicht an sich selbst glaubt und schon gar nicht daran, dass sie einem bestimmten Mann gefallen könnte. Als sich dann tatsächlich etwas zwischen ihr und besagtem Mann anbahnt, war das eher emotionslos und schnell abgehandelt.

Auch hat mich gestört, dass es immer wieder auf und ab geht. Viele kleine Probleme, die dazu führen, dass der Chor aufgelöst wird (oder auch nicht), dass die Männerstimmen abspringen (oder auch nicht), dass die Reise nach Finnland abgesagt wird (oder auch nicht). Das war mir persönlich „to much“.

Leider gab es auch Ereignisse innerhalb des Buches, die nicht glaubwürdig waren, wenn ich das näher ausführe, verrate ich allerdings zu viel und das möchte ich vermeiden. Wer das Buch noch lesen möchte, kann sich selbst ein Bild davon machen, für diejenigen, die das Buch schon kennen, werfe ich den Begriff „Musikhochschule“ in den Raum und hoffe, ihr könnt erahnen, auf was ich mich beziehe.

Aus genannten Gründen vergebe ich „nur“ 3,5 von fünf Sterne.