Die neue Schulliteratur?
Hinterm Hasen lauert er.Colin Hadler ist noch nicht einmal volljährig und hat schon sein erstes Buch veröffentlicht, was drei Reaktionen nahe legt: Neid (Warum er und nicht ich?), Kritik (Der ist doch noch viel zu jung!) oder ...
Colin Hadler ist noch nicht einmal volljährig und hat schon sein erstes Buch veröffentlicht, was drei Reaktionen nahe legt: Neid (Warum er und nicht ich?), Kritik (Der ist doch noch viel zu jung!) oder Stolz auf eine Generation, die sich langsam aber sicher auf dem Buchmarkt präsent wird. Während es junge Autoren normalerweise nur durch entsprechende Popularität bis zur Veröffentlichung schaffen (wenn nicht sogar der Vorschlag zum Buch erst vom Verlag kommt), ist das bei Hadler nicht der Fall, denn hinter seinem Debüt "Hinterm Hasen lautert er" steckt vor allem harte Arbeit aber auch ein Quäntchen Glück.
An den Hauptcharakter des Buches, Finn, muss man sich trotzdem erstmal gewöhnen - vielleicht auch weil er "jugendlicher" ist als die meisten Jugendlichen, die man in Büchern findet und damit viel näher an den Leuten dran, denen man im "wahren" Leben begegnet. Sein Erzählstil ist unterhaltsam, manchmal ein bisschen übertrieben und durch und durch so, wie man es von einem Jungen seines Alters erwarten würden. Da Klappentext und Cover noch nicht all zu viel verraten geht der Leser eher unbedarft an die Geschichte heran und wird so mit jedem Kapitel aufs Neue überrascht, den aus dem harmlosen Jugendroman wird ein richtiger Krimi.
Sprachlich ist der Roman dabei sehr abwechslungsreich, was wohl auch darin begründet liegt dass Finn zwischen Jugendsprache, sarkastischen Bemerkungen und tiefgründigeren Überlegungen hin- und herspringt. Vor allem der Spannungsaufbau der Geschichte ist sehr geschickt gemacht und bannt den Leser so bis zum Schluss. (Wenn man es erstmal über die ersten paar Kapitel hinaus geschafft hat.)
Das wichtigste Element des Romans jedoch sind die Themen, die angesprochen werden, denn Cyberbullying und Konsorten sind präsenter als man glaubt und werden dafür viel zu selten in der Jugendliteratur thematisiert. Gerade deswegen wäre es wichtig, dass viele Jugendliche mit diesem Buch in Kontakt kommen - und die Schule würde dazu einen guten Rahmen bieten.
Insgesamt ist "Hinterm Hasen lautert er" mehr als nur ein Buch von einem 17-Jährigen und auch mehr als nur eine spannende Kriminalgeschichte. Vielmehr ist es ein Spiegel unserer Zeit und zeigt, was für Gefahren entstehen können wenn wir selbst nicht aktiv werden. Deswegen eine absolute Empfehlung an alle geneigten Leser und (schon allein aus Solidarität mit meiner Generation) volle 5 Sterne.