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Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine ungewöhnliche Freundschaft

Echo
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Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (10. Dezember 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596031986
Preis: 9,99 €

Eine ungewöhnliche Freundschaft

Inhalt:
Beim Schüleraustausch ...

Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (10. Dezember 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596031986
Preis: 9,99 €

Eine ungewöhnliche Freundschaft

Inhalt:

Beim Schüleraustausch in Polen 1989 beginnt die Freundschaft zwischen der siebzehnjährigen Gesa und dem fünfzehnjährigen Tom. Zwar kennen sie sich schon lange, da die Eltern befreundet sind, doch Gesa ist erst mal genervt, dass sie während des Aufenthalts in Polen Toms Aufpasserin spielen soll. Tom spielt in der Schulband, und Gesa lässt sich von seiner Musik einnehmen. Es ist eine zaghafte Verbindung zwischen den beiden, die stets in der Balance zwischen Anziehung und Abstoßung gehalten wird.

Meine Meinung:
Das Buch ist bereits 2014 im Mare-Verlag als Hardcover-Ausgabe erschienen. Nun wurde es noch einmal im Fischer Taschenbuch-Verlag als Taschenbuch veröffentlicht. Vielleicht kann der niedrigere Preis dem Werk noch ein paar Leser mehr bescheren. Ich würde es ihm wünschen, denn es ist allemal lesenswert.

Gelungen fand ich die Einteilung in drei Abschnitte: 1989, 1999, 2004. Diese Jahre bedeuten Meilensteine in der Beziehung zwischen Gesa und Tom. Kurze Rückblicke aus Gesas Sicht und Postkarten von Tom, die er Gesa während all der Jahre von den verschiedensten Orten schickt, formen die Geschichte zu einem kompletten Ganzen.

Geschrieben ist das Buch aus Gesas Perspektive, aber in der 3. Person. Eine Ich-Erzählerin hätte mir womöglich besser gefallen. So blieb ich doch ziemlich vom Geschehen distanziert, zumal vieles auch zwischen den Zeilen erlesen werden muss. Ich bin mir nicht sicher, ob ich da alles mitbekommen habe, denn am Schluss fehlte mir dann doch etwas. Da hätte ich mir einfach mehr Erklärungen gewünscht.

Jan Christophersens Erzählweise ist leise und unaufgeregt, dennoch sehr fesselnd. Ich hatte schnell ein klares Bild der Protagonisten vor mir. Gesa, die eine Familie gründet und nach außen bodenständig wirkt, mit ihrer Situation aber nie ganz glücklich ist. Tom, der als Musiker ruhelos durch die Welt reist, aber doch keinen Fuß auf den Boden bringt. Beiden fehlt etwas, doch sind sie sich dessen nicht bewusst bzw. schaffen sie es nicht, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Und so ist die Atmosphäre fast durchgehend ein bisschen bedrückt.

Was es mit dem Titel „Echo“ auf sich hat, wird schon früh geklärt. Und das Echo zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. So ist es kein Wunder, dass nach dem Umblättern der letzten Seite die Geschichte auch wie ein Echo noch nachhallt.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die bittersüße Geschichte geht weiter

Edelherb
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Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (23. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421319
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Birthright 2 – Because ...

Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (23. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421319
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Birthright 2 – Because it is my Blood
Preis: 16,99 €

Die bittersüße Geschichte geht weiter

Inhalt:
Anyas Erzfeind, der Staatsanwalt und Vater ihres Freundes Win, findet mal wieder einen Grund, Anya nach Liberty, die Jugendstrafanstalt, zu schicken. Doch diesmal flieht Anya mit Hilfe ihrer Freunde nach Mexico, wo sie auf einer Kakaoplantage viel über den Anbau und die Verarbeitung der bittersüßen Frucht lernt und neue Freunde gewinnt. Doch ist ihre Freiheit es wert, dass sie dafür auf den Kontakt zu ihrer Familie und ihren Freunden in New York verzichten muss? Zumal sie auch in Mexico nicht sicher ist …

Meine Meinung:
Anfangs hatte ich das Gefühl, dies ist ein typischer Mittelband, die Handlung wollte gar nicht recht in Schwung kommen. Nach hundert Seiten war quasi noch nichts geschehen. Aber dann! Plötzlich ging es los, es passierte endlich etwas, und die Handlung nahm schnell Fahrt auf.

Und nun konnte ich wieder mit Anya mitfiebern, um ihr Leben und das ihrer Lieben bangen, mit ihr die schönen Seiten von Mexico und die schönen Seiten von Schokolade genießen, mit ihr eifersüchtig sein und unsicher. Ich konnte ihren Gedanken folgen, die sie sich über ihre eigene Zukunft und die Zukunft von Balanchine Chocolate macht. Und ich muss sagen, Anya wurde mir dabei immer sympathischer. Ich finde es toll, wie sie sich um alles kümmert und Verantwortung übernimmt, wie wichtig ihr die Menschen sind, die ihr nahestehen. Und auch wenn sie immer wieder Rückschläge hinnehmen muss, lässt sie sich doch nicht unterkriegen. Eine tolle Protagonistin!

Doch auch einige der Nebenfiguren konnten mich in diesem Band begeistern. Win spielt leider eine eher untergeordnete Rolle, aber dafür konnte mich Theo, den Anya in Mexico kennenlernt, für sich einnehmen. Und auch Wins Vater spielt eine differenzierte Rolle, was ich sehr interessant fand.

Am Schreibstil gibt es auch überhaupt nichts zu meckern. Das Buch lässt sich super locker lesen, die Seiten fliegen nur so dahin. Alles wirkt sehr lebendig, man hat fast das Gefühl, dabei zu sein.

Fazit:
Nach einer anfänglichen Flaute entwickelte sich der 2. Band der Schokoladen-Trilogie dann doch noch zu einem gelungenen Lesevergnügen.

Die Reihe:
1. Bitterzart
2. Edelherb
3. Extradunkel

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Romeo und Julia in Schokolade

Bitterzart
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Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (25. April 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421302
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Birthright 1: All these ...

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (25. April 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421302
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Birthright 1: All these things that I’ve done
Preis: 16,99 €

Romeo und Julia in Schokolade

Inhalt:
New York, 2083. Die 16-jährige Anya trägt mit ihrer Herkunft eine schwere Last. Ihr Vater Leonyd Balanchine war das Oberhaupt der New Yorker Schokoladenmafia, bevor er ermordet wurde. Eigentlich möchte Anya damit überhaupt nichts zu tun haben und sich nur um ihre Geschwister und ihre schwerkranke Großmutter kümmern, doch so einfach kann man sich der „Familie“ nicht entziehen. Problematisch wird es vor allem, als sie sich auch noch in den Sohn des neuen Oberstaatsanwalts verliebt, dessen Vater mit der Verbindung überhaupt nicht einverstanden ist.

Meine Meinung:
Auch wenn sich in der beschriebenen Welt im Vergleich zu der unseren nicht so viel geändert hat wie bei anderen Dystopien, spiegelt sie für mich persönlich doch den größtmöglichen Horror wider: Wasser und Papier sind knapp, Koffein und Schokolade verboten. Für mich als Lesesüchtige und Kaffee- und Schokoladenjunkie der absolute Super-GAU?

Mir hat das Buch insgesamt recht gut gefallen. Ich habe eigentlich keine Kritikpunkte. Es ist gut zu lesen, die Sprache ist angenehm. Die Protagonisten waren mir sehr sympathisch. Sie sind auch recht interessant aufgebaut mit ihren Hintergründen und Problemen. Die Handlung springt zwischen dem Alltag zu Hause und in der Highschool und den besonderen Vorkommnissen in der Mafiafamilie hin und her. Anya erzählt in der 1. Person. Damit kommt man als Leser dieser Person natürlich sehr nahe, was ich auch ganz gut fand. Das Verhältnis zwischen spannenden und gefühlvollen Szenen ist recht ausgewogen. Auch das hat mir gut gefallen.

Warum dann nur 4 und nicht 5 Sterne? – Dafür fehlte mir einfach das gewisse Etwas, das uneingeschränkte Begeisterung in mir auslöst. Trotzdem würde ich das Buch empfehlen, es sorgt für ein paar schöne Lesestunden. Die letzten ca. 20 Seiten sind allerdings eine Leseprobe zum 2. Band der Reihe, sodass der Roman eigentlich nur 522 Seiten hat.

Die Reihe:
1. Bitterzart
2. Edelherb
3. Extradunkel

Veröffentlicht am 15.09.2016

Unterhaltsame Tragikomödie

Alle müssen mit
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Broschiert: 336 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 1 (10. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3810524867
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Unterhaltsame Tragikomödie

Inhalt: ...

Broschiert: 336 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 1 (10. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3810524867
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Unterhaltsame Tragikomödie

Inhalt:

Nach dem Tod von Georg Kurbjuweit sehen sich seine Kinder mit einem ganz besonderen Problem konfrontiert. Ihr Vater hat nämlich bestimmt, dass sie das Erbe nur antreten dürfen, wenn sie vorher zusammen in seine ostpreußische Heimat fahren und an verschiedenen Orten seine Asche verstreuen. Allerdings sind Inge, Klaus und Uwe schon lange verfeindet und gehen sich nach Möglichkeit aus dem Weg.

Meine Meinung:
Was recht amüsant anfängt, entpuppt sich allmählich als relativ tiefgründige Geschichte. Klaus, Uwe und Inge sowie deren Tochter Jule haben alle ihr Päckchen zu tragen bzw. stehen vor den Trümmern ihres Lebens, sodass sie sich auf ihrer Reise durch Polen nicht nur mit ihren Geschwistern herumärgern müssen, sondern auch ihr eigenes Leben irgendwie auf die Reihe bekommen.

Ein großes Thema ist auch die deutsch-polnische Geschichte, das nicht immer freundliche Verhältnis von Polen und Deutschen. Zum Teil beruht der Roman auf der Geschichte von Lo Malinkes Familie, die aus Ostpreußen stammt.

Trotz des ernsten Themas ist dieser Roman sehr locker und unterhaltsam. Malinke versteht es, immer wieder mit humorvollen Dialogen und witzigen Szenen zu punkten. Mir hat das Lesen viel Spaß gemacht. Gleichzeitig konnte ich auch noch etwas lernen und bekam Anregungen zum Nachdenken.

„Alle müssen mit“ wurde von Lo Malinke nach dem Drehbuch des Films „Heimat ist kein Ort“ erarbeitet, der 2014 für die ARD verfilmt wurde.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ich hatte mir bei dieser Thematik mehr Emotionen erwartet

Zwischenlandung
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Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737351133
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 14,99 €

Ich hatte ...

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737351133
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 14,99 €

Ich hatte mir bei dieser Thematik mehr Emotionen erwartet

Inhalt:

Gregor, sein älterer Bruder Mathis und Mira sind „Blutsbrüder“ von kleinauf. Ihre Freundschaft hat einen Knacks bekommen, als Gregor plötzlich ganz andere Gefühle für Mira entwickelte, diese aber nicht auf Gegenseitigkeit beruhten. Gerade in dem Moment, als Gregor eine Möglichkeit sieht, Mira doch noch von sich zu überzeugen, wird er von einem Golfball am Kopf getroffen und ins Wachkoma befördert. Seine Eltern, Mathis und Mira pflegen ihn hingebungsvoll. Und Gregor kämpft um seine Rückkehr ins Leben.

Meine Meinung:
Verglichen wird dieser Jugendroman zum Beispiel mit „Solange du schläfst“ von Antje Szillat. Allerdings besteht die Gemeinsamkeit vor allem im Thema „Koma“ bzw. „Wachkoma“ und natürlich „junge Liebe“. Während der Roman von Szillat mich zutiefst berührt hat, habe ich „Zwischenlandung“ als trivialer und weniger emotional empfunden.

Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen. Er ist jugendlich frisch und lässt sich flott lesen. Auch der Wechsel der Perspektiven zwischen Gregor und Mira, die beide in der Ich-Form erzählen, war sehr passend. Dass wir die Gedanken und Gefühle eines Wachkomapatienten zu lesen bekommen, ist schon etwas Besonderes. Es trauen sich eher weniger Autoren zu, in diese Patienten hineinzusehen. Ich hatte auch nicht unbedingt den Eindruck, dass Gregors Sicht besonders authentisch dargestellt wird, aber das muss ja auch nicht zwingend sein – es ist ja Fiktion. Man kann sich auf jeden Fall vorstellen, wie wirr und unvollständig es in Gregors Kopf zugeht, wie gerne er mit Mira reden möchte und ihr seine Liebe gestehen und wie es ihn belastet, dass kein Wort aus seinem Mund kommt und er nicht mal willentlich blinzeln kann, um ein Lebenszeichen von sich zu geben.

Die Charaktere Gregor und Mira sind sehr gut ausgearbeitet. Im Laufe des Buches kann man sich allmählich ein gutes Bild von ihnen machen. Auch wenn Gregor nicht immer sympathisch erscheint, werden seine seltsam wirkenden Handlungen doch plausibel erklärt, sodass man trotzdem Verständnis für ihn entwickeln kann. Die Figur des Mathis ist mir leider es zu farblos geblieben.

Nachdem die Handlung erst ganz langsam voranschreitet, geht es zum Schluss plötzlich sehr schnell. Das hat mich etwas gestört. Wahrscheinlich hätte es mich aber auch gestört, wenn der Autor hier noch ewig drum herum geschrieben hätte. Dann hätte eine gewisse Szene wohl an Wirkung verloren. Trotzdem habe ich am Ende das Buch nicht ganz zufrieden weggelegt.

Bei der Bewertung schwanke ich zwischen 3 und 4 Sternen, runde daher wohlwollend auf 4 auf.

★★★★☆