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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2018

amüsanter Hauruck-Humor

Bülent Rambichler und die fliegende Sau
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Bülent Rambichler und die fliegende Sau ist ein Roman, der eine Mischung zwischen Krimi und Comedy darstellt. Entsprechend schwanke ich, ob ich das als amüsant oder Hauruck-Humor lesen soll und irgendwie ...

Bülent Rambichler und die fliegende Sau ist ein Roman, der eine Mischung zwischen Krimi und Comedy darstellt. Entsprechend schwanke ich, ob ich das als amüsant oder Hauruck-Humor lesen soll und irgendwie trifft beides zu, so dass ich das Buch mal als Unterhaltung, mal als Zumutung empfinde.

Es ist ein Provinzkrimi, ein fränkischer Dialekt wird gerne und nicht ohne Ironie genutzt.

Die Hauptfigur ist skurril und nicht wirklich glaubhaft, viele Nebenfiguren sind in einem unerträglichen Maße mit Klischees behaftet.

Was das Buch rettet ist die Tatsache, dass die Hauptfiguren sympathisch sind und ihre Beziehungen zueinander spannend sind, z.B. zwischen Bülent und seiner Kollegin Astrid. Die beiden sind ziemlich unterschiedlich, passen aber gut zusammen. Vielleicht führt die berufliche Partnerschaft auch noch zu einer privaten.

Der Roman bietet Unterhaltung, so dass ich gut verstehen kann, dass die Fans dieses Genres begeistert sind.

Veröffentlicht am 08.03.2025

Der Survival-Guide

Überleben ist alles
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Bei diesem Buch ist neben der Handlung vor allen die Form entscheidend. Es ist geschrieben als eine Art Survival Guide. Das ist schon ungewöhnlich, kann nach einer Weile aber auch leicht nerven.
Erzählerin ...

Bei diesem Buch ist neben der Handlung vor allen die Form entscheidend. Es ist geschrieben als eine Art Survival Guide. Das ist schon ungewöhnlich, kann nach einer Weile aber auch leicht nerven.
Erzählerin ist die sechzehnjährige Haley, die zusammen mit ihren jüngeren Bruder vom Vater in eine abgelegene Gegend gebracht wurde. Dort leben ein paar Menschen zusammen, die an eine angebliche neue Pandemie glauben.
Haley ist hin- und hergerissen. Das Buch ist zwar alles andere als subtil, aber man kann ihren Gedankengängen und ihrer Verwirrung folgen. Gibt es die neue Pandemie und Verschwörung oder ist alles eingebildet?
Leicht übertrieben wird es, als auch Haleys Mutter entführt wird. Haley steht bald zwischen den Stühlen, denn die Mutter wirkt kalt und der Vater psychisch krank.
Haley als Erzählerin ist interessant. Sie ist zwar Jugendliche, doch der Autor Ewan Morrison macht nicht den Fehler zu sehr auf Jugendsprache zu setzen. Dennoch bekommt der Roman einen Touch von Young adult. Das Hauptproblem dabei ist, dass sich der Autor nur unzureichend und zu klischeebeladen in einen weiblichen Teenager hineinversetzen kann. Haley ist als Figur nicht ganz glaubhaft. Die anderen Figuren sind noch schlimmer gestaltet, keine wirkt echt.

Hinzu kommt, dass der Roman aus zu vielen guten Ansätzen viel zu wenig macht.

Veröffentlicht am 11.10.2024

Brüder

Intermezzo
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Sally Rooneys neuer Roman erzählt von 2 Brüdern, die sehr unterschiedlich sind und nach dem Tod des Vaters an einem Wendepunkt im Leben stehen.
Ihr desolater Gemütszustand überträgt sich auf den Leser ...

Sally Rooneys neuer Roman erzählt von 2 Brüdern, die sehr unterschiedlich sind und nach dem Tod des Vaters an einem Wendepunkt im Leben stehen.
Ihr desolater Gemütszustand überträgt sich auf den Leser und die ersten 100 Seiten empfand ich als unglaublich öde. Das kannte ich aus den vorherigen Büchern der Autorin nicht.
Dann hat man sich eingelesen und erkennt, wie gut Sally Rooney die emotionale Seite ihrer Protagonisten beleuchtet.
Das gilt meiner Meinung nach aber weniger für die weiblichen Figuren. Nicht zuletzt deswegen bleiben die Beziehungen zu verhalten. Eigentlich traurig und es bleibt wenig Optimismus. Aber das scheint mir doch nur Sally Rooneys Weltbild, dem ich mich nicht anschließen will.
Leider bleibt eine Distanz zu den Figuren, die nicht zu überwinden ist. Ich halte die Figuren auch für nicht ganz glaubwürdig. Peter ein Macho, Ivan ein schachspielender Nerd. Über diese Klischees kommen sie meistens nicht hinaus. Erst spät im Buch brechen ihre Rollen gelegentlich.
Durch die stockende Erzählweise und dem schlechten Lesetempo kommt man nur schwer voran und das Lesen wird zur Qual.
Das Ende halte ich dann für wenig zufriedenstellend.

Veröffentlicht am 20.12.2018

enttäuschend

Der Verfolger
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Mit Der Verfolger hat John Katzenbach die Fortsetzung von Der Patient geschrieben, den ich leider nicht gelesen habe. Das habe ich als Nachteil empfunden, denn die Hauptfigur, der Psychiater Frederick ...

Mit Der Verfolger hat John Katzenbach die Fortsetzung von Der Patient geschrieben, den ich leider nicht gelesen habe. Das habe ich als Nachteil empfunden, denn die Hauptfigur, der Psychiater Frederick Starks blieb mir fremd. Ich vermute, sein Charakter wurde im ersten Teil gründlicher vorgestellt.

Aus dem Genre Krimi/Thriller sind die Psychothriller die interessantesten, aber ein Psychiater als Hauptfigur kann problematisch sein. Er analysiert ständig. Oft fehlen mir Emotionen.
Aber natürlich ist in seiner schwierigen Situation und das sachliche Abwägen auch eine Frage des Überlebens. Dennoch hat zum Beispiel der Autor Michael Robotham in seiner Reihe um den Psychologen Joseph-O'Loughlin eine vergleichbare Szenerie besser gelöst.

Es gibt gute Passagen in dem Roman, dazu gehören der Anfang im Flugzeug und auch das leicht überraschende Finale. Aber mit vielen Dialogen konnte ich nichts anfangen. Zu viele Figuren verhalten sich irrational oder merkwürdig, kaum glaubhaft.

Das Hauptproblem des Romans ist die konstruierte Grundidee, die für mich einfach nicht funktionierte. Ich glaube kaum, dass ich noch einmal einen Roman von John Katzenbach zur Hand nehmen werde. Mehr als 2 Sterne mag ich nicht vergeben.

Veröffentlicht am 14.11.2018

Alles schon dagewesen

Ich hab’s auch nicht immer leicht mit mir
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Ich hab’s auch nicht immer leicht mit mir von Anne Vogd ist typisches Kabarett der leichteren Sorte. Anne Vogd ist Rheinländerin, zu Karnevalszeiten ist ihr Programm bestimmt sehr beliebt. Tatsächlich ...

Ich hab’s auch nicht immer leicht mit mir von Anne Vogd ist typisches Kabarett der leichteren Sorte. Anne Vogd ist Rheinländerin, zu Karnevalszeiten ist ihr Programm bestimmt sehr beliebt. Tatsächlich ist sie ja auch Rednerin im Karneval. Politisch wird es aber nie. Immer wählt sie die naheliegenden Themen, die schon so oft von vielen Comedians abgearbeitet sind.Aber im Chicklit-Genre gehen die Themen wie z.B. Beziehungen immer. Sie bleibt immer auf der Oberfläche, man liest kontinuierlich das erwartbare. Überraschungen bleiben aus. Daher verfängt die Selbstironie auch nicht, die Gags sind  zu platt. Aus einem wichtigen Thema wie das Altern wird viel zu wenig gemacht.
Davon abgesehen, sind manche Textstellen natürlich witzig und unterhaltsam für die Leser, die sich mal ein paar Stunden keinen Kopf machen wollen. Ich persönlich fand es langweilig und habe mich an zu vielen Klischees gestört. Es muss jedoch betont werden, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre und meine Meinung deshalb entsprechend zu gewichten ist. Wer aber denkt, hier bekommt er mal etwas anderes, der sei gewarnt.