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Veröffentlicht am 18.11.2018

Eine ganz besondere Frau

Das Novembermädchen
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Schon in jungen Jahren wird klar, dass Lina Morgenstern einen eisernen Willen hat und sich für Benachteiligte einsetzt. Selbst aus gutem Hause stammend, gründet sie bereits mit 18 Jahren einen „Pfennigverein“, ...

Schon in jungen Jahren wird klar, dass Lina Morgenstern einen eisernen Willen hat und sich für Benachteiligte einsetzt. Selbst aus gutem Hause stammend, gründet sie bereits mit 18 Jahren einen „Pfennigverein“, um armen Kindern die Möglichkeit zu geben, dass sie in den Besitz von Stiften und Papier kommen, um Schreiben zu lernen.
Als im Jahr 1866 der Preußisch-österreichische Krieg vor der Tür steht, wird Lina auf die vielen hungernden Menschen aufmerksam. Ihre Idee ist es Nahrungsmittel in großen Mengen einzukaufen und zu zubereiten, so dass viele Menschen wenigstens eine gesunde, warme Mahlzeit am Tag bekommen. Um diesen Gedanken wahr werden zu lassen, benötigt sie Unterstützer. Doch während die Herren noch reden, packt Lina an und legt den Grundstein für die erste Berliner Volksküche. Weitere Herausforderungen muss Lina meistern und oft genug werden ihr Steine in den Weg gelegt. Zum Glück steht ihr Ehemann Theodor voll hinter ihr, der sich zu Hause um die fünf Kinder kümmert.

In dem Buch „Das Novembermädchen“ durfte ich eine ganz besondere Frau kennenlernen - Lina Morgenstern, über deren Geschichte ich bisher nichts wusste. Aber sie engagierte sich nicht nur für die ersten Berliner Volksküchen, sondern setzte sich für Frauenrechte sowie auch für die Gründung der ersten Kinderschutzvereine, der Erziehungs- und Krankenpflegeschulen ein, um vorhandene soziale Missstände abzubauen. Geschickt hat Katrin Tempel historisch belegte Hintergründe mit fiktiven Inhalten verwoben, so dass man als Leserin in den Bann der Geschichte gezogen wurde.

Mich hat dieser historische Roman über das Leben und Wirken von Lina Morgenstern fasziniert. Es war mir eine Freude, diese ganz besondere Frau kennenzulernen. Deshalb von mir eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 14.11.2018

Winterzauber in St. Peter-Ording

Dünenwinter und Lichterglanz
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Alida Jacobsen geht es gut. Sie hat einen Traumjob als Wohnexpertin mit einer eigenen TV-Show und einen Lifestyle-Blog. Gerade bereitet sie sich mit viel Freude auf die Weihnachtshausdeko-Sendung vor, ...

Alida Jacobsen geht es gut. Sie hat einen Traumjob als Wohnexpertin mit einer eigenen TV-Show und einen Lifestyle-Blog. Gerade bereitet sie sich mit viel Freude auf die Weihnachtshausdeko-Sendung vor, als der Anruf ihrer Produktionsfirma ihr einen Schock versetzt. Ihre Show wird mit sofortiger Wirkung abgesetzt. Doch damit nicht genug. Ein Anruf ihrer Eltern reicht sie, die ihr mitteilen, dass ihre Großmutter gestorben ist. In ihrer Verzweiflung schreibt sie einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann, an deren Erfüllung sie aber nicht glaubt.

Alida hilft ihren Eltern beim Ausräumen des Hauses ihrer Oma und entdeckt, versteckt in einer Schatulle, Liebesbriefe an ihre Oma und ein Foto aus dem Jahr 1949, auf dem ein unbekannter Mann mit Namen Hans sowie ihre Oma vor den Pfahlbauten von St. Peter-Ording zu sehen sind. Daneben liegt auch noch ein unvollendeter Brief, den ihre Oma zwei Tage vor ihrem Tod an Hans geschrieben hat. Alida macht sich auf den Weg nach St. Peter-Ording, um Hans zu finden und ihm den letzten Brief ihrer Oma zu übergeben. Gleichzeitig will sie sich von der beruflichen Misere ablenken. Doch der Küstenort bringt so manche Überraschung für sie.

Tanja Janz hat mit ihrem neuen vorweihnachtlichen Roman eine wunderbare Wohlfühlgeschichte geschrieben, die einen wie eine warme Decke umhüllt. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Beschreibungen von St. Peter-Ording machen Lust auf einen Strandspaziergang am Meer oder einen Tee mit Kerzenlicht an einem trüben Wintertag. Die Charaktere sind liebevoll beschrieben, so dass man sie direkt vor Augen hat. Das Buch ist eine angenehme Lektüre, zwar mit wenig Tiefgang, bietet aber dem Leser die Möglichkeit für kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen.

Ein leichtes vorweihnachtliches Buch mit viel Winterzauber.

Veröffentlicht am 11.11.2018

Eintauchen in vergangene Zeiten

Gut Greifenau - Abendglanz
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Gut Greifenau – Abendglanz ist der erste Band einer Trilogie von Hanna Caspian und beginnt im Mai 1913 und endet mit Kriegsausbruch im August 1914.

Der alte Patron des Gutes ist verstorben und sein Sohn ...

Gut Greifenau – Abendglanz ist der erste Band einer Trilogie von Hanna Caspian und beginnt im Mai 1913 und endet mit Kriegsausbruch im August 1914.

Der alte Patron des Gutes ist verstorben und sein Sohn Adolphis von Auwitz-Aarhayn wird neuer Gutsherr von Gut Greifenau. Doch Adolphis hat kein großes Interesse am Gut und lässt es einfach laufen, wo hingegen sein ältester Sohn Konstantin dieses anders sieht. Aber nicht nur in der Gutsführung gibt es Probleme, sondern Konstantin hat sich noch in eine Dorfschullehrerin verliebt, mit der er sich heimlich trifft. Auch die jüngste Tochter Katharina versucht sich gegen den Plan ihrer Mutter zu stellen, sie mit einem Neffen des deutschen Kaisers zu verheiraten. Beide versuchen den gesellschaftlichen Zwängen zu entkommen.

Die Geschichte beginnt sehr anschaulich und bildhaft, so dass man sich auf dem Gutshof mit seinen Abläufen sehr gut zu Recht finden konnte. Zu Anfang das Personenregister, aber auch die Landkarte und Lagepläne unterstützen dieses. Die Charaktere der Gutsherrschaft und der Bediensteten waren gut herausgearbeitet und facettenreich beschrieben, dies gilt nicht nur für die Hauptpersonen, so dass man sich alle handelnden Personen deutlich vorstellen sowie kennenlernen konnte. Meine große Sympathie galt Konstantin und Katharina. Nach und nach versinkt man als Leser in die immer temporeicher werdende Geschichte, leidet mit, ist gefesselt vom Geschehen und entwickelt Verständnis für manche Handlungen. Die Seiten flogen nur so dahin. Sehr geschickt ist das Ende gewählt, denn es lässt mich und wohl jede andere Leserin ungeduldig auf die Fortsetzung im Dezember warten.

Veröffentlicht am 24.10.2018

Eisskulpturen

Winterkalt: Thriller
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Dieser dritte Band um die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz und dem Kriminalkommissar Florian Kessler hat mich wieder, wie die beiden ersten Bücher dieser Reihe, von der ersten bis zur letzten Seite begeistern ...

Dieser dritte Band um die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz und dem Kriminalkommissar Florian Kessler hat mich wieder, wie die beiden ersten Bücher dieser Reihe, von der ersten bis zur letzten Seite begeistern können.
Julia Schwarz wird in einer eiskalten Nacht an einem künstlichen See zu einem Leichenfund gerufen. Angestrahlt durch Scheinwerfer wird eine Eisskulptur, die von der Straße erkennbar ist. Doch im näherkommen sieht Julia Schwarz eingeschlossen von Eis eine Frau, die einen Spiegel in der Hand hält. Sehr auffällig ist die Szene wie ein Kunstwerk inszeniert. Doch Florian Kessler findet keine glaubwürdigen Zeugen, die den Aufbau gesehen haben. Aber der Täter hat schon ein weiteres Opfer ausgesucht. Er will nicht nur seine Eisskulpturen in Szene setzen, sondern sucht sich auch Frauen aus, die gern mal an erster Stelle stehen möchten.

Catherine Shepherd hat mich auch mit ihrem neuen Thriller wieder gefesselt. Durch ihren Erzählstil hat sie es geschafft, dass die eisige Kälte spürbar war. Die Spannung hielt sich von Beginn an auf hohem Niveau und konnte sich sogar noch steigern. Es gibt falsche Fährten und Überraschungen, die meine Neugier immer mehr anstachelten, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Protagonisten sind gut dargestellt und glaubhaft beschrieben. Gekonnt hat die Autorin in dem Thriller unterschiedliche Perspektivwechsel eingebaut, so dass man den Ermittlern, den Opfern und dem Täter folgen konnte. Dieses sorgte für zusätzlich Spannung. Bis zum Schluss habe ich mit gefiebert und wer schon einen Thriller von Catherine Shepherd gelesen hat, weiß, dass die Lösung des Falles immer eine Überraschung bringt, mit der man nicht gerechnet hatte.

Ein gelungener Thriller, der eine Sogwirkung auf den Leser ausübt.

Veröffentlicht am 13.10.2018

Den Zeugen eine Stimme geben

Deutsches Haus
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Frankfurt 1963 Eva Bruhns lebt gemeinsam mit ihrer Familie in Frankfurt, wo ihre Eltern die Gaststätte „Deutsches Haus“ bewirtschaften. Eva ist gelernte Dolmetscherin. Überraschend erhält sie am Adventssonntag ...

Frankfurt 1963 Eva Bruhns lebt gemeinsam mit ihrer Familie in Frankfurt, wo ihre Eltern die Gaststätte „Deutsches Haus“ bewirtschaften. Eva ist gelernte Dolmetscherin. Überraschend erhält sie am Adventssonntag einen neuen Auftrag, da der vorgesehene Dolmetscher keine Ausreise erhalten hat. Sie soll bei einem Prozess gegen ehemalige Kriegsverbrecher, die alle im Lager Auschwitz gedient hatten, die Zeugenaussagen übersetzen. Als sie ihren Eltern und ihrem Verlobten Jürgen davon erzählt, stößt sie auf Widerstand. Doch je mehr sich ihre Familie und Jürgen dagegen ausspricht, desto stärker ist ihr Wille bei dem Prozess zu dolmetschen. Ihr Wunsch ist es, den Zeugen eine Stimme zu geben.

Die Autorin Annette Hess hat ein bewegendes Buch geschrieben, gekonnt hat sie Fiktion und Fakten verwoben, teilweise durch Originalzitate und Aussagen untermauert. Neben den traumatischen Erlebnissen der Zeugen, die schilderten wie Auschwitz gewesen ist, entstand auch ein gut gezeichnetes Bild der Deutschen während der 60er Jahre. Über die Hälfte der Deutschen war damals gegen die Kriegsverbrecherprozesse. Sie wollten verdrängen und nicht mehr erinnert werden an ihre Erlebnisse während der Kriegszeit, egal ob sie Opfer, Täter oder Mitläufer waren.

Ein lesenswertes Buch, welches zum Nachdenken anregt.